IN THE STUDIO – Jeanne Drach (Kids n Cats, Heldinnen Podcast)

Jeanne Drach mit Lena Marie Glaser
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IN THE STUDIO 

Mit meinem Projekt IN THE STUDIO zeige ich, wie kreative Frauen arbeiten. Welche Bedingungen brauchen sie? Wo entstehen innovative Ideen? Videoporträts. Produktion und Idee: Lena Marie Glaser Mit Jeanne Drach

JEANNE DRACH

Jeanne Drach aka Jeanne Nickels ist eine österreichisch-französische Künstlerin, Utopistin, die mit ihrer Band KIDS N CATS um die Welt reist, und schon davor in Algier, Dakar, New York, Paris aufgewachsen ist. Jetzt wird sie von Wien aus mit ihrem Podcast Unruhe stiften. www.jeannedrach.com/jeannedrach/

Einmal um die gaaanze Welt – die österreichisch-französische Puppenspielerin, Performance-Künstlerin und Musikerin Jeanne Drach ist nicht nur zwischen Paris, Wien, Algier, New York und Dakar aufgewachsen. kurier.at

IN Jeannes STUDIO

Sofort fällt mir auf, dass hier nichts Gewöhnlich ist. Farben und Blumen sind Jeanne unglaublich wichtig. Sie muss sich in ihrem Wohn-Atelier wohlfühlen. Die vielseitige Künstlerin heißt mich herzlich willkommen, Tee und Snacks stehen bereit. Jeanne ist eine warmherzige, großzügige, lebendige und unglaublich kreative Frau. Und das spiegelt sich auch in ihrem Studio.

Jeanne Drach Studio Sitzecke

Im IN THE STUDIO Video verrät Jeanne Drach, warum sie nicht anders kann, als hier regelmäßig alles umzustellen. Die gemütliche, große farbige Couch wirkt auf mich wie das Zentrum von Jeannes Welt. Da werden lustige und tiefgründige Gespräche geführt, neue Projekte ausgeheckt und über Feminismus und eine faire Welt diskutiert.

Jeannes Heldinnen Podcast entsteht ebenfalls hier. Ihre Interviewpartnerinnen kommen zu ihr nach Hause, in ihr Studio. Die Post-Produktion findet dann gleich anschließend an ihrem Computer statt.

IHRE ARBEITSWEISE

Jeanne ist eine vielseitige Künstlerin, die Dolmetsch studiert hat, aber ihrer Leidenschaft gefolgt ist. Als Puppenspielerin und in der Musik als Kids n Cats Frontfrau arbeitet sie viel mit anderen gemeinsam, der Podcast entsteht im Alleingang. Es ist eine One-Woman-Show: Jeanne führt die Interviews, schneidet und produziert den Podcast, macht Marketing und PR.

Jeanne Drach Studio Plattenspieler

Sie wollte immer Schauspielerin sein und lebt jetzt ein einzigartiges Leben, wie es zu ihr gehört: Ungewöhnlich, abwechslungsreich und mit viel Lust und Engagement. Verpasst nicht, die wunderbare Jeanne und ihre Welt der Arbeit besser kennenzulernen. >> Hier geht es zum Videoporträt.

LINKS

www.jeannedrach.com/jeannedrach

kurier.at

Lena Marie Glaser
Lena Marie Glaser

Ich möchte Arbeit und Leben neu denken. Meine Artikel, Interviews und Videos zeigen, wie es anders geht. Für eine Welt,  in der wir im Mittelpunkt stehen. Interesse an mehr? Click here. Oder schreibt mir: lena@basicallyinnovative.com Follow me:  Facebook Twitter Instagram

Traut euch! – Mit Mut den eigenen Weg gehen

Journalistinnenkongress 2018

Der Journalistinnenkongress 2018

Krankenschwester auf der Herzchirurgie bleiben oder doch lieber Journalistin werden? Für Claudia war bald klar: Ich möchte Journalistin sein. Und so rief sie einfach beim ORF an und fragte: Wie werde ich das? Die ernüchternde Antwort: „Dafür brauchen Sie ein Studium, egal welches, Hauptsache Akademikerin“.

Bei ihrer Keynote am Journalistinnenkongress 2018 (JoKo 2018) im Haus der Industrie in Wien erzählte uns die beliebte Moderatorin und renommierte Journalistin Claudia Reiterer, wie sie es geschafft hatte, die vielen Hindernisse auf ihrem Karriereweg zu überwinden.

20 Jahre Jubiläum

Der Journalistinnenkongress feierte sein 20jähriges Jubiläum mit dem Thema „Mut haben“. Ins Leben gerufen von Frau BMin a.D Maria Rauch-Kallat und organisiert vom Club alpha bietet der Kongress jährlich Frauen aus der Medienbranche die Möglichkeit, sich zu vernetzen und von den Erfahrungen erfolgreicher Frauen zu lernen. Und ich war mittendrin.

Neben den Etablierten wie Lisa Totzauer, Lou Lorenz-Dittelbacher, Susanne Schnabl-Wunderlich, Ingrid Thurnher und Cornelia Vospernik (ORF), Nana Siebert und Petra Stuiber (derStandard), Barbara Haas (Wienerin) oder Eva Weissenberger (missing-link) beeindruckten mich besonders die jungen, aufstrebenden Journalistinnen, die neue Wege im Journalismus gehen.

Journalistinnenkongress 2018 Gamperl
Vortrag von Elisabeth Gamperl, Süddeutsche Zeitung
Starke junge Frauen machen Journalismus 4.0

So gab Elisabeth Gamperl von der Süddeutschen Zeitung spannende Einblicke hinter die Kulissen des Mammutprojekts „Paradise Papers“ und Alexandra Stanic von Vice sprach über die Auswirkungen der #metoo-Bewegung auf die Medienbranche. Gemeinsam mit der APA-Finanzjournalistin und Redakteurin des Start-ups Trending Topics, Madlen Stottmeyer reflektierten wir in den Pausen unsere neuen Erfahrungen.

Besonders inspirierte mich der Impuls „Nur Mut – Warum unkonventionelle Entscheidungen zum Erfolg führen“ von Anita Zielina. Die international erfolgreiche Journalistin begann ihre Berufstätigkeit in der Online-Redaktion derStandard.at und baute sich eine internationale Karriere vorbei an ausgetretenen Pfaden (NZZ, Stern) auf. Ihre Karriereentscheidungen waren geprägt von einem Weg außerhalb ihrer „Komfortzone“.

„Machen Sie es, probieren Sie es einfach aus!“

Das riet Anita Zielina den Journalistinnen und Medienmacherinnen. Dabei ist es wichtig, Netzwerke zu knüpfen. Sie zeigte sich davon überzeugt, dass die eigene Leidenschaft und Begeisterung ansteckend sind. Ein persönlicher Wertekompass kann außerdem hilfreich sein: Kann ich hier noch etwas lernen? Fordert es mich? Kann ich in der Rolle und Organisation etwas bewirken? Habe ich die Möglichkeit, Neues zu schaffen und zu gestalten? Arbeite ich in einem Job, der die Welt ein Stück weit verbessert und Menschen gut behandelt?

„Starten Sie doch einfach ein eigenes Medium!“

Zum Abschluss ihrer Rede unterstrich Anita Zielina wie wichtig es ist, eine Führungskraft zu haben, die unterstützt und keine Steine in den Weg legt. Gibt es die nicht, dann „Starten Sie doch einfach ein eigenes Medium!“, so Anita Zielina. „Entrepreneurial Journalism“ heißt das und wurde als Workshop beim Journalistinnenkongress 2018 angeboten. Und ich nahm daran teil.

Die 10 Dinge, die Entrepreneurial Journalism erfolgreich machen

Gemeinsam mit Sahel Zarinfard (Dossier.at) und Lisa Obendorfer (addendum) gab Eva Weissenberger (missing-link.media) persönliche Einblicke, wie es ist, das eigene Medienunternehmen aufzubauen. Ihre Learnings fassten sie so zusammen:

  1. Folge Deiner Leidenschaft.
  2. Schluss mit schüchtern und Werbetrommel rühren.
  3. Finde Deine Zielgruppe.
  4. Babysteps und dann wächst es automatisch.
  5. Perpetual Beta: Ständig am lebenden Produkt arbeiten.
  6. Weg mit Grenzen im Kopf, Deutschland und Schweiz als Markt sehen.
  7. Denke in Produkten.
  8. Baue auf bestehenden Plattformen auf.
  9. Erstelle Business Model Canvas und Mission Statement.
  10. Manchmal gelingt es, manchmal nicht. Dinge passieren nicht über Nacht.
WAS ICH FÜR MICH PERSÖNLICH MITNAHM?

Für mich war der JoKo 2018 ein Tag voller Mut machender Geschichten und inspirierender Momente von und für Frauen. Aber es gab auch den einen Moment, den ich nie vergessen werde… Am Ende des Kongresses präsentierte Eva Weissenberger völlig unerwartet -vor allen anwesenden Journalistinnen-  meine Projekte für basicallyinnovative.com zum Thema Neues Arbeiten. Ein absoluter Höhepunkt.

Alles Liebe, Eure Lena

Lena Marie Glaser
Lena Marie Glaser

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Achtsamkeit, Wertschätzung und Humor – Das waren die XING New Work Sessions

XING New Work Sessions 2018 Wien
XING New Work Sessions 2018 Wien
Xing New Work Sessions Wien 2018

Puuhh, das war echt ein intensiver Tag bei den XING #newworksessions am 5. Dezember 2018 in Wien. Die Veranstaltung fand im BENE Büro in der Wiener Innenstadt sowie in den Räumlichkeiten von KUNUNU statt. Dabei drehte sich alles rund um die Trends und Herausforderungen der neuen Arbeitswelt.

#tagträumen

Die buzzwords des Tages waren: #tagträumen #humor #change #officeculture #humancentric #mindfulness #experimentieren Achtsamkeit mit dem eigenen Körper, Humor, Wertschätzung und Vertrauen wurden bei den XING New Work Sessions in Wien 2018 als die zentralen Werte ausgerufen.

Die XING New Work Sessions Wien gaben hautnah Einblick in die neuersten Trends und Strömungen der heutigen und zukünftigen Arbeitswelt. Die Impulsgeberinnen und -geber kamen aus den Bereichen Neurobiologie, HR, Personalmarketing, Bürokonzepte. Die Besucherinnen und Besucher waren Coaches, HR-Leute, Employer Branding Spezialistinnen und Spezialisten aus Start-ups sowie traditionellen Unternehmen.

Impulse und Netzwerken

Inputs und Workshops waren Teil des vollgepackten Programms, dazwischen wurden eifrig Visitenkarten ausgetauscht. Christiane Bertolini von DNA (Das Neue Arbeiten) organisierte und kuratierte eine eigene spannende DNA-Workshopreihe der XING New Work Sessions. #alohaDNA

Dabei waren inspirierende Workshops von Lisa Kranebitter der HR-Frau des Start-ups Pioneers, Journalistin Nicole Thurn von New Work Stories und Christiane Wenckheim, Aufsichtsratsvorsitzende des Ottakringer Brauerei Konzern (‚Social Dreaming‘).

Leider unangenehm fiel auf, dass die anderen Speakerinnen und Speaker teilweise wie einstudierte Comedy-Acts wirkten. Schade eigentlich, denn auch ihre Expertise und Inhalte waren über weite Strecken inspirierend.

Was ich für mich persönlich mitnahm?

Spannend fand ich, dass auch bei diesem Event wieder klar wurde, wie zentral die Kulturfrage in Unternehmen ist. Um Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Zukunft zu halten und zu motivieren, müssen sie selbstbestimmt und mit Handlungsspielräume arbeiten können. Es muss ihnen ermöglicht werden sich weiterzubilden. Die Kommunikation muss wertschätzend, auf Augenhöhe erfolgen und von Vertrauen getragen werden.

Vielleicht bin ich beim nächsten Event schon selbst als Expertin eingeladen ;).

Alles Liebe, Eure Lena

Mehr dazu: XING New Work Sessions Wien 2018

Lena Marie Glaser
Lena Marie Glaser

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3 Dinge, die wir uns im Job alle wünschen

Lena Marie Glaser

Wir klagen fast alle über Leistungsdruck oder Ausbeutung im Job und landen früher oder später im Burn-out. Doch eigentlich wollen wir ganz anders arbeiten und leben. Ich versuche herauszufinden, wie eine wertschätzende Arbeitskultur aussehen kann und was es dafür braucht.

Von Lena Marie Glaser

Beim Abendessen in einem Wiener Lokal sind wir uns einig: Wertschätzung im Job ist echt ein Luxus. Ständiger Leistungsdruck, kaum Platz für persönliche Entfaltung, und kein positives Feedback vom Chef. Das sind Erfahrungen, die die meisten von uns teilen.

Meine Erfahrungen

Früher als Juristin im Ministerium musste ich dafür kämpfen, ernst genommen zu werden. Sonst wäre ich dauerhaft die Assistentin der älteren männlichen Kollegen geblieben (natürlich im Gegensatz zu den gleichaltrigen, gleichqualifizierten männlichen Kollegen). Aber auch die übliche Vorgehensweise, Personalentscheidungen zu treffen ohne die Beteiligten einzubinden, empfand ich immer schon als ungerecht.

Als ich im Kunst- und Kulturmanagement arbeitete, konnte ich zunächst gar nicht glauben, wie niedrig die Bezahlung war. Gehälter, die kaum für Miete und Essen reichten. Außer man hatte natürlich reiche Eltern. Trotzdem gaben alle immer ihr Bestes – und es wurde von ihnen erwartet. Es machte ja Spaß und war immerhin der lang erträumte ‚Traumjob‘ für den bereits viele, viele andere in der Warteschlage standen.

Auspressen und unter druck setzen

Menschen sind faul, müssen daher ständig unter Druck gesetzt und bis zum letzten ausgepresst werden. Das ist ein Führungsstil, der noch immer sehr verbreitet ist. Die Menschen lassen es sich aus Angst vor Job- und Statusverlust gefallen, so der Arbeitsmediziner Helmut Stadlbauer im derStandard-Interview.

Aber nicht nur in Anwaltskanzleien, Kunstgalerien und internationalen Konzernen herrscht diese Kultur, sondern auch in den neuen, hippen Agenturen und Start-ups, in denen angeblich alle best friends oder wie eine Familie sind. So nach dem Motto:

Lasst uns gemeinsam am Sonntag einen Marathon laufen und dabei noch die wichtigsten Zahlen besprechen!

Gratis sushi und Ausbeutung

Diese vorgeblichen Traumarbeitsplätze bieten ihren Leuten kreative Aufgaben, das Arbeiten im Freundeskreis, kostenlosen Kaffee und Kicker im open space. Doch die Wahrheit ist oft eine andere: Hoher Zeitdruck, respektloser Umgangston, und eine scheinbare heile Welt.

Die französische Autorin Mathilde Ramadier deckte auf, dass Start-ups in Berlin junge Akademikerinnen und Akademiker nach Strich und Faden ausnutzen. Die studierte Philosophin hatte es nach einiger Zeit in solchen Unternehmen satt und beschloss darüber zu schreiben.

Sie spricht von der Lüge Wir sind eine Familie und fragt: Was nutzen uns Gratis-Sushi und Kickertisch, wenn wir ausgebeutet werden? Gratis-Goodies, gemeinsame Firmen Events in der Freizeit und befristete Jobs machen es verdammt schwer Kritik zu üben, so Ramadier (Zeit Online).

horror mit Gin Tonic

Auf Empfehlung wurde mir Anfang des Jahres ein Bewerbungsgespräch für eine interessant klingenden Stelle in einer jungen Wiener Agentur vermittelt. Ich sollte zu einer Büroparty kommen. Aus heutiger Sicht kann ich ganz klar sagen: Das war das schrecklichste Jobinterview in meinem ganzen Leben! Nichts dagegen die steifen Bewerbungsgespräche im Bundeskanzleramt oder das mühsame Assessment-Center der Deutschen Botschaft.

Zuerst wurde ich auf einen Drink eingeladen, dann begann ein (auf den ersten Blick) entspanntes Plaudern mit dem Geschäftsführer. Es war Partystimmung, wobei sich sehr bald abzeichnete, wer hier das Sagen hatte. Schroff und von oben herab kommandierte der Geschäftsführer seine fast gleichaltrigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

So saß ich da mit meinem Gin Tonic und sollte kurz und knackig auf den Punkt bringen, warum gerade ich hier arbeiten wollte. Es fühlte sich an wie ein Verhör und war ganz eindeutig eine Machtdemonstration. In diesem Moment war klar für mich: Ich werde nie im Leben in so einem Umfeld arbeiten.

eIN Erklärungsversuch

Diese Kultur in Agenturen und Start-ups entsteht oft unter finanziellem Druck. Gerade klassische Start-ups müssen sehr schnell wachsen, damit die Investoren befriedigt werden. Der Faktor Mensch ist da eher Mittel zum Zweck, eine Human Ressource halt. Für die Entwicklung einer wertschätzenden Unternehmenskultur ist da kaum Platz.

Außerdem herrscht in diesen Unternehmen oft eine Macho-Kultur. Männer und Frauen müssen sich dem unterordnen, um erfolgreich zu sein. Die Fernsehserie Mad Men lässt grüßen: Männer einer New Yorker Werbeagentur, rauchend, saufend, Frauen als nette Sekretärinnen und Aufputz.

WAs wir tun können

Aber ist das wirklich die Zukunft der Arbeit, die wir wollen? Werden wir künftig unter dem Druck ersticken, gesteuert von Robotern und Algorithmen? Oder aber: Wie könnte ein anderer Weg aussehen?

Sophie Pollak, die Gründerin von WeBandits verkauft hippe koreanische Mode in ihrem Wiener Shop in der Neubaugasse. Bei der Geburtstagsfeier einer gemeinsamen Freundin erzählt sie mir davon, dass sie in ihrer neuen Rolle als Chefin einen anderen Weg gehen will. Sie lässt sich coachen, informiert sich und versucht für ihr Unternehmen einen eigenen Weg zu finden. Neues Leadership ist das und unterscheidet sich echt grundlegend von den üblichen Macho-Allüren in Agenturen und Start-ups.

Der Hamburger Unternehmern Uwe Lübbermann hat erfolgreich Premium Cola gegründet und sich bewusst für eine andere, neue Form des Arbeitens entschieden. In seinem Unternehmen gibt es ausschließlich Konsens Entscheidungen und gleichen Lohn für alle. Lübbermann baut dabei auf Vertrauen, schriftliche Verträge gibt es keine. Mit seinem Mitarbeiter, der Lieferantin oder der Kundin spricht er auf Augenhöhe – und es funktioniert.

Was eine neue arbeitskultur braucht

Abgesehen von einem fairen Gehalt, müssen Unternehmen eine Arbeitskultur schaffen, in der diese Dinge ermöglicht werden:

1. Wir  können mitentscheiden und -gestalten.

2. Wir vertrauen einander. 

3. Wir haben die Möglichkeit, uns persönlich zu entfalten.

Be calm, kind and clear

In einem Interview verriet die Leiterin des Wiener Tanzquartiers, Bettina Kogler, dass ihre Art zu arbeiten und zu führen von dem Leitsatz Be calm, kind and clear geprägt ist (FALTER, 04/18). Mich hat dieser Satz gleich angesprochen. Bin ich im Stress, hole ich ihn hervor.  Ich finde diese Worte sind auch ein Aufruf an uns alle, uns gegenseitig mehr wertzuschätzen und es auch zu zeigen.

Lena Marie Glaser
Lena Marie Glaser

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Frauen und die Zukunft der Arbeit – Monika Kletzmayr (dwarfs and Giants)

Monika Kletzmayr, Dwarfs and Giants Frauen und die Zukunft der Arbeit
Monika Kletzmayr, (c) dwarfs and Giants
Frauen und die Zukunft der Arbeit

Expertinnen der neuen Arbeitswelt zeigen, welche Arbeitsbedingungen sie sich persönlich wünschen und wie unsere Zukunft der Arbeit aussehen sollte. Mit Monika Kletzmayr (dwarfs and Giants)

Monika Kletzmayr, 36

Aktueller Job: „Evolutionary Catalyst“ bei dwarfs and Giants

Ausbildung: Schon nicht mehr wahr, aber: BWL und Wirtschaftspädagogik-Studium, zahlreiche Ausbildungen zu systemischer Organisationsentwicklung, Coaching, Holacracy, Yoga und viiiiiel self-reflection.

Wordrap

Arbeit bedeutet für mich … mich zum Ausdruck zu bringen.

An meiner Arbeit schätze ich … dass sie mich „an meinem Innersten packt“.

An meiner Arbeit mag ich weniger … dass man oft schnell sein muss obwohl mehr Langsamkeit der Sache dienlicher wäre.

Die Fragen

Mein idealer Arbeitsplatz ist (inhaltlich, räumlich) … überall (obwohl das mit meiner kleinen Tochter momentan eher schwierig ist) mit Menschen in/an Transformation.

Woran arbeitest du gerade? Ich energetisiere während meiner Karenz gerade nur wenige Rollen: ein Kundenprojekt wo es darum geht, als Organisation agiler zu werden; als Coach in unserem Lernprogramm next:pedition und einige intern fokussierte Rollen, die dabei unterstützen, neue Organisationsmitglieder/Partner bei dwarfs and Giants fachlich und holakratisch gut onzuboarden. Außerdem beschäftige ich mich immer damit, wie ich NOCH mehr davon tun kann, was ich wirklich wirklich will.

Was interessiert dich daran? In Zusammenarbeit mit Menschen zu transformieren, was transformiert werden will.

Was ist dir dabei wichtig? „Safe spaces“ zu schaffen, die es ermöglichen, offen, auf Augenhöhe und in Tiefe zu arbeiten.

Wie bist du zu diesem Job/Aufgabe gekommen? Zuerst mal bin ich gesprungen: aus dem sicheren Anstellungsverhältnis in die Selbstständigkeit, und dann hat irgendwie eines zum anderen geführt. Alte Verbindungen haben sich vertieft und neue haben sich geschaffen, durch einem ähnlichen Purpose verbunden.

Welche Herausforderungen siehst du in der heutigen Arbeitswelt? Wahre Bedeutung zu schaffen anstatt irgendwelchen Zahlen/Euros zu dienen.

Wie siehst du die Zukunft der Arbeit? Optimistisch oder mit Sorge? Warum? Sowohl als auch. Optimistisch weil mehr und mehr Räume entstehen, in denen sich Menschen entfalten können, wenn sie das möchten. Mit Sorge weil großteils Systeme geschaffen wurden/werden, die wenig Klarheit und Transparenz bieten, die in sich selbst verdreht sind (Vertauschen von Zweck und Mittel) und die auf Maximierung ausgerichtet sind.

Wie glaubst du arbeiten wir in 20 Jahren im Gegensatz zu heute? Ganz ehrlich, keine Ahnung. Was ich hoffe ist, dass Flexibilisierung und Freiheit auch in den gesetzlichen Reglements ankommen (zB Gewerbeordnung, etc.).

Zum Arbeitsplatz: Wo arbeitest du (Büro, zu Hause, Co-working space)? Was ist dir dort wichtig? Genau dort ;-). Und im Zug, am Flughafen, beim Kunden, im Café, …. Wichtig ist mir gutes W-lan, ein angenehmes Ambiente und keine zu laute Geräuschkulisse.

Wenn du genug Geld hättest und auch sonst keine Beschränkungen, was wäre dein Traumjob? Ich denke, es geht nicht immer um das „Was“, sondern darum, welche Qualitäten von Arbeit einem wichtig sind. Und die kann man dann ganz gratis in das einbauen, was man gerade so macht. Und die meisten Beschränkungen macht man sich sowieso selbst. Mal ganz ehrlich: was hält uns denn WIRKLICH ab? Aber etwas fällt mir dann doch ein, als Antwort auf deine Frage: Dann würde ich den Menschen sagen, sie können aufhören zu rennen und zu suchen. Sie können stehenbleiben, wo sie sind. Und dann würde ich sie dabei unterstützen, nach innen zu schauen und zu sehen, wer sie wirklich sind. Was stünde dann bloß auf meiner Visitenkarte? 😉

Wie stehst du zum bedingungslosen Grundeinkommen? Ja! Es braucht mehr Experimente, die ersten sind ja ganz vielversprechend. Und dann kann sich vielleicht unser Bild von Arbeit weiter transformieren. Wobei, früher dachte ich, es sei so wichtig, dass jeder seinen Purpose findet und den „richtigen“ Job dazu. Mittlerweile bin ich da gelassener geworden.

Frauen und die zukunft der arbeit

Mehr ‚Frauen und die Zukunft der Arbeit‘, zb mit Lena Robinson, Managerin Partnerin von Playful Solutions: Hier

Lena Marie Glaser
Lena Marie Glaser

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IN THE STUDIO – Claudia Larcher

Claudia Larcher BASICALLY INNOVATIVE Studiovisit in Workspace von inspirierenden Frauen
Collage von Claudia Larcher
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IN THE STUDIO

Mit meinem Projekt IN THE STUDIO zeige ich, wie kreative Frauen arbeiten. Welche Bedingungen brauchen sie? Wo entstehen innovative Ideen? Videoporträts. Produktion und Idee: Lena Marie Glaser Mit Claudia Larcher

„Einfach probieren und flexibel bleiben.“ CLAUDIA LARCHER

Die 1979 in Bregenz geborene Multimedia-Künstlerin Claudia Larcher beschäftigt sich früh mit der Frage: Wie komme ich weg aus der Provinz? Ihre technische Begabung und ein wachsendes Interesse für Psychologie und Philosophie führen sie zur Fotografie, zum Grafikdesign und schließlich zur bildenden Kunst.

Claudia Larcher absolviert ihr Studium der medienübergreifenden Kunst an der Universität für angewandte Kunst Wien. Früher noch für andere Künstler oder als Grafikdesignerin tätig, konzentriert sie sich nun voll auf ihre Kunst. Sie hat sich als freischaffende Künstlerin etabliert, lebt in Wien und ist oft im Ausland unterwegs.

Claudia hat sich dafür entschieden, ihr Leben der Arbeit zu widmen und andere Dinge zurückzustellen. Trotz großen Erfolgen ist es eine stetige Herausforderung am Kunstmarkt zu bestehen – besonders als Frau.

Claudia Larcher BASICALLY INNOVATIVE Studiovisit
Claudia Larcher, in ihrem Wiener Atelier

„Kunst ist Reflexion von Realität“, ist Claudia überzeugt. Sie lebt in keinem Elfenbeinturm. Themen wie künstliche Intelligenz, Klimawandel und Gleichberechtigung treiben sie daher an.

In ihrer künstlerischen Arbeit lotet sie die Möglichkeiten neuer Medien aus. Claudia Larcher beschäftigt sich vor allem mit „Räumen, die mit Heimatgefühl, Vertrautheit und Erinnerung verbunden sind.“ (aus claudialarcher.com)

Claudia Larcher BASICALLY INNOVATIVE Studiovisit Workspaces von inspirierenden Frauen

Mit ihrer Kunst möchte sie das Publikum emotional berühren und bewegen. Sie legt Wert darauf, nicht exklusiv und elitär zu sein, sondern möglichst unterschiedliche Menschen zu erreichen.

Der Steirische Herbst in Graz, die Viennale in Wien oder das Centre Pompidou in Paris sind nur einige Orte an denen sie ihre Arbeit präsentiert. Außerdem unterrichtet Claudia Studierende an der Universität für angewandte Kunst Wien und der Technischen Universität Wien.

IN IHREM STUDIO

Mein erster Eindruck ist überwältigend: Claudias Atelier ist ein Licht durchfluteter, offener, freundlicher Raum. Nicht zu übersehen ist die lange Fensterfront mit einem unschlagbaren Weitblick über die Dächer Wiens.

Der besondere Charme des Wiener Gemeindebaus der 1920er Jahre weht auch durch diesen obersten Stock mit seinen Künstlerinnen Ateliers, die von der Stadt Wien vergeben werden.

Claudia Larcher Studiovisit Reumann-Hof
Reumann-Hof, Wien

Das Studio bietet Claudia die erforderlichen Rahmenbedingungen für ihre künstlerische und administrative Arbeit. Neben einem Schreibtisch mit Bildschirmen und Computern, gibt es hier eine große Werkbank und viel Stauraum für die Recherche Quellen und Materialien.

Die kleine Küchenzeile mit einer außergewöhnlichen italienischen Kaffeemaschine und die gemütliche Sitzecke machen den Raum wohnlich. Für Claudia ist ganz klar: „Ich muss mich hier wohlfühlen!“ Im IN THE STUDIO Video zeigt sie uns, was sie in ihrem workspace jeden Tag unglaublich fasziniert.

Claudia Larcher BASICALLY INNOVATIVE Studiovisit Kaffeemaschine

Ihre Arbeitsweise

„Ich sample gerne. Das Verschwimmen von Grenzen interessiert mich besonders.“ Und das spüren und sehen alle, die sich mit ihrer Arbeit auseinandersetzen.

Claudia Larcher arbeitet mit Videoanimationen, Fotomontagen, Objekten und Collagen. Mit ihren Live Visuals ist sie Teil von Performances und Konzerten. Zunehmend interessieren Claudia die Möglichkeiten der Virtual Reality.

Für ein aktuelles Projekt fertigt sie aus ganzen Holzstämmen Rahmen für Collagen, die wiederum aus Vintage Architektur-Zeitschriften entstehen. In den Videos fließen reale Bilder ineinander, die auf den ersten Blick zueinander gehören und dann eigentlich doch nur Fiktion sind.

Claudia Larcher BASICALLY INNOVATIVE Studiovisit Lampe

Besonders die internationalen Aufenthalte haben Claudia Larcher gezeigt, dass Knappheit innovative, neue Dinge ermöglicht. So war ihre Zeit in Indonesien von Materialmangel begleitet. In Japan war es wiederum der eingeschränkte Arbeitsraum von 12m2, der sie inspirierte.

Und erst als sie frierend in ihrem alten Atelier am Computer saß und sich nach Wärme sehnte, entstand die wunderbare Idee für ihre dreidimensionalen, analogen Collagen, die sie erst kürzlich bei der Vienna Contemporary Messe zeigte. Mehr dazu im IN THE STUDIO Video: Zum Video

Die Künstlerin

hwww.claudialarcher.com/  crm.viennacontemporary.at/catalogue/2018/artist/1403

Lust auf mehr? Dann verpasst nicht IN THE STUDIO mit Ana Popescu (Click here), Hanakam&Schuller (Click here) und Eva Kadlec (Click here).

 

Lena Marie Glaser
Lena Marie Glaser

Ich möchte Arbeit neu denken. Meine Artikel, Interviews und Videos zeigen, wie es anders geht. Für eine Arbeitswelt abseits von Burn-out und Leistungsdruck, in der wir im Mittelpunkt stehen. Interesse an mehr? Click here. Oder schreibt mir: lena@basicallyinnovative.com Follow me:  Facebook Twitter Instagram

Future of workspaces – Wo willst du arbeiten?

DasPackhaus workspaces
DasPackhaus, Wien

Unsere Arbeitsräume sagen viel über die gegenwärtige Arbeitskultur. Jump-seat desks und open spaces offenbaren ein großes Problem: Unsere menschlichen Bedürfnisse spielen hier selten eine Rolle. Ich mache mich daher auf die Suche nach dem perfekten Arbeitsort. Wie sieht er aus? Wo finde ich ihn?

Von Lena Marie Glaser

Darum gehts

Die zunehmende Digitalisierung verändert unsere gewohnten Arbeitswelten. Mit Smartphones, Laptops und Clouds können wir 24/7 im Bett oder am Strand arbeiten. Die Grenze zwischen Arbeit und Privatem löst sich immer mehr auf. Der Raum, in dem wir arbeiten, verändert sich: Sei es im Homeoffice, in Unternehmen mit offenen Raumstrukturen und jump-seat desks oder im Co-working space.

Niemand kann mit Sicherheit vorhersehen, wie unsere Arbeitswelt in Zukunft tatsächlich aussehen wird. Trotzdem werden heute schon weltweit neue workspaces erbaut – oft ohne Rücksicht auf unsere menschlichen Bedürfnisse.

Persönliche Stories

Für Eva, die freie Journalistin, ist es der Frühstückstisch, da sie hier Licht und Atmosphäre liebt. Thomas, der Beamte, schätzt sein Einzelzimmer mit Familienfotos am Schreibtisch, das er auch mal abschließen kann. Julia, die IT-Angestellte, wechselt jeden Tag im Großraumbüro ihren Arbeitsplatz, bevorzugt aber ihr Homeoffice. Für Mascha, die Architektin, ist es ihr Büro im sanierten Altbau mit offenem Raumkonzept und individueller Note.

Wir verbringen viele Stunden unseres Lebens dort und möchten uns dort wohlfühlen, als ganze Menschen wahrgenommen werden. Dieser Ort soll unseren individuellen Bedürfnissen entsprechen. Eine Kurzumfrage in meinem persönlichen Umfeld ergab, dass der workspace mehr ist als nur der Ort an dem wir arbeiten. Er gibt uns Sicherheit und Halt, ermöglicht Austausch und neue Ideen.

Meine Erfahrungen

Früher arbeitete ich jahrelang Tag für Tag in einem Doppelzimmer eines modernen, aber schmucklosen Bürogebäudes in der Wiener Innenstadt. Schlicht und aufgeräumt, moderne und standardisierte Möbel, farbige Ordnerrücken in einer grauen Umgebung. Keine Familienfotos, kaum eine persönliche Note verriet etwas über meine Persönlichkeit. Arbeit und mein Privatleben waren fein säuberlich getrennt.

Mein perfekter Arbeitsplatz

Jetzt aber haben sich meine Lebensumstände tiefgreifend verändert und so auch meine workspaces. Nun entscheide ich, ob ich nun an einem Flex-Desk im offenen Gemeinschaftsbüro eines kreativen Hubs, in meinem Lieblingscafé oder doch am Esstisch meiner Wohnung arbeite. Je nach Lust und Laune, abhängig von den Aufgaben, die ich erledigen möchte. Diese selbst gewählte Flexibilität zeichnet meinen perfekten Arbeitsplatz aus.

UNSERE Rahmenbedingungen

Doch nicht nur meine individuelle Arbeitswelt hat sich verändert. Die Digitalisierung führt zunehmend dazu, dass jene Orte, an denen wir arbeiten, einem grundlegenden Wandel unterliegen. Smartphones, Tablets oder Laptops sind die Werkzeuge von heute. In der Wissensgesellschaft lässt es sich gut ohne Bürolandschaften und Papierablage arbeiten. So bieten viele Unternehmen das Homeoffice an. Das führt dazu, dass die Grenze zu unserem Privatleben immer mehr verschwimmt.

weXelerate Start-up and Innovation Hub, Sofitel Wien workspaces
weXelerate Start-up Hub, Wien
Jump-seat desks oder Individualität?

Trotzdem werden weiterhin eindrucksvolle Hauptquartiere erbaut. Anstatt Einzelbüros mit persönlichen Schreibtischen gibt es nun offene Strukturen und shared-working stations. Schon mal was von workspaces mit jump-seat desks, paperless office, clean-desk policy gehört? Diese neuen Formen der Gestaltung von workspaces wollen Arbeitsabläufe beschleunigen, sollen die interne Kommunikation erleichtern und durch bewusst gesteuerte Kreativität mehr Innovation ermöglichen.

Im Vordergrund: Effizienzsteigerung anstatt individueller Bedürfnisse. Zunehmend lässt sich beobachten, dass Menschen von dieser Form von Flexibilisierung überfordert sind.  Ohne Schutz des persönlichen workspaces nehmen Burn-outs und Erkrankungen zu. Der perfekte Arbeitsumfeld sieht anders aus.

Die Hintergründe

Eine von neuen Technologien geprägte Arbeitswelt würde vermutlich auch ohne diese Arbeitsräume auskommen. Doch für Unternehmen sprechen einige Gründe dafür weiterhin auf Büros zu setzen (Planing Office Spaces – A practical guide for managers and designers, Laurence King Publishing, 2010): 1. Aufgaben und Tätigkeiten können effizienter erledigt werden, 2. die Kommunikation wird erleichtert, 3. sie haben eine bedeutende Rolle für die Identität des Unternehmens.

Café in Brooklyn, New York workspaces
Café in Brooklyn, New York
WAS wir wollen

Aus Sicht der Menschen ist es das Bedürfnis nach Gemeinschaft, Zugehörigkeit und persönlichen Gesprächen, die gemeinsame Arbeitsorte auch in Zukunft wahrscheinlich machen. Angelika Fitz betont in ihrem Buch Arbeitende Orte (Springer 2012), dass selbst die digitale Boheme auf Dauer unzufrieden mit improvisierten Heim- und Kaffeehausbüros ist und sich in Co-Working-Arealen organisiert. 

Bei meinem Besuch in New York im Jänner 2018 beobachtete ich die zahlreichen, eifrigen young professionals in den Cafés der Stadt. Konzentriert mit Musik in den Ohren, fokussiert auf ihre Notebooks and Smartphones. Alleine oder in kleinen Gruppen diskutierten sie die Vorteile und Nachteile des Freelancing, ihre Probleme und Pläne.

Der Trend co-working spaces

Außerdem sah ich an vielen Ecken in New York Co-working spaces, die Büroräume der neuen Arbeitswelt (wikipedia). Ganze Ketten gibt es hier schon, wie Fitnessstudios. Auch in Wien steigt das Angebot dieser Form der neuen Zusammenarbeit. Mein Artikel ‚Dort wo die einzigartigen Ideen wachsen‚ gibt einen Einblick in diese Welt der Co-working spaces.

Markhof Co-working workspaces
Markhof – Co-working in Wien
Future of Workspaces

Die britische Tageszeitung TheGuardian berichtete im Juni 2017 über das geplante neue Google Headquarter London, Baubeginn 2018: Floor plans for the building show a wellness centre containing gyms, massage rooms a narrow swimming pool and multi-use indoor sports pitch, and a rooftop garden split over multiple storeys and themed around three areas: a plateau, gardens and fields, planted with strawberries, gooseberries and sage. TheGuardian

So sehen es die Experten

Sind die Zeiten von jump-seat desks also vorbei? Können wir nun mit Wohlfühloasen rechnen? Raphael Gielgen, Trendforscher des Schweizer Möbel-Unternehmens VITRA, ist davon überzeugt, dass der ideale workspace der Zukunft Halt und Orientierung gibt.

Er sieht eine Renaissance von Headquarter, Büro und Campus, da sich Menschen nach Gemeinschaft sehnen. Es sind kuratierte Orte mit Charakter, die der Community eine Heimat bieten, so der Experte (in 100 Working Spaces – Büros der Zukunft, 2016/17).

Microsoft Austria Headquarter, Wien workspaces
Microsoft Austria Headquarter, Wien
Community oder lieber activity-based?

In activity-based workspaces mit Ruhezonen, Bereichen für individuelle und gemeinschaftliche Arbeit in offenen Strukturen und mit Führungskräfte-Tischen, sieht Bernhard Herzog die Zukunft der Arbeit. Als Experte für das neue Arbeiten von M.O.O.CON, einem deutsch-österreichischen Strategieberater für Organisations- und Objektentwicklung, beschäftigt er sich damit, wie das ideale Arbeitsumfeld aussieht.

Immer mehr Unternehmen nehmen die Beratung von M.O.O.CON in Anspruch. Die Kunden reichen von NGO (Caritas Österreich),  öffentlichen Institutionen (Arbeiterkammer) bis zu internationalen Finanzdienstleistern (Deutsche Bank). Bei meinem Besuch in der Wiener Niederlassung erfahre ich, dass der Entwicklungsstand einer Organisationskultur vorgibt, auf welches Konzept M.O.O.CON zurückgreift.

Wenn ich die Kultur im Unternehmen nicht verändern kann, dann brauche ich nicht den Raum der nächsten Generation hinstellen. Weil er nicht verstanden wird, ist sich Bernhard Herzog sicher. Unternehmen stehen dabei oft vor der Entscheidung, einen schnellen Weg zu gehen und dabei zu riskieren, Mitarbeiterinnen zu verschrecken oder aber einen Wettbewerbsnachteil zu riskieren, so der Leiter der M.O.O.CON Forschungsabteilung.

Neue Arbeitskultur?

Für den M.O.O.CON Experten ist klar, dass Bürokonzepte mit der veränderten Arbeitswelt mithalten müssen. Diese können gar notwendige Veränderungen in Unternehmenskultur und Arbeitsweise bewirken, ist Herzog überzeugt.

Angesprochen auf die Kritik an allzu flexiblen Arbeitsplätzen, erklärt Bernhard Herzog die Überforderung damit, dass Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bisher gewohnt waren, klar abgegrenzte Aufgaben in individuellen Einzelzellen zu erledigen; in einer veränderten neuen Arbeitswelt werden sie nun gefordert mit ihren Kolleginnen und Kollegen in offenen Strukturen zu arbeiten und so das große Ganze zu sehen.

In der Wiener M.O.O.CON Niederlassung wird dieses activity-based Konzept gelebt. Außer dem Sekretariat hat hier niemand einen fixen Arbeitsplatz. Jeden Tag suchen sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einen neuen Arbeitsplatz, ihre Laptops und Unterlagen werden am Ende des Tages in einem persönlichen Kästchen verstaut. Das paperless office ist dafür erforderlich. Ein Modell, das hier sehr gut funktioniert, da diese Menschen regelmäßig unterwegs bei ihren Kunden sind.

Rutsche im Microsoft Austria Headquarter, Wien workspaces
Rutsche im Microsoft Austria Headquarter, Wien
Wohlfühlumgebung oder MarketingStrategie?

Auch Microsoft Austria sieht sich als Vorreiter der neuen Arbeitswelt. Werde ich hier den perfekten Arbeitsplatz finden? Vor Ort unterstreicht die eloquente Marketingmitarbeiterin, wie wichtig es Microsoft ist, eine Wohlfühlumgebung zu schaffen: viel Natur, die bunte Bürogestaltung, eine Rutsche sollen dazu beitragen.

Bei meiner Tour entdecke ich offene Raumstrukturen mit shared-working stations, Kästchen zum Verstauen der persönlichen Dinge am Ende des Tages, schalldichte Zellen für Telefonate, farbenfrohe Meetingräume, inspiriert vom Wiener Kaffeehaus bis zur New Yorker Graffiti Wand.

Ein besonderes Unterscheidungsmerkmal zu gewöhnlichen Büros: Auch die Geschäftsführerin hat hier keinen festen Arbeitsplatz. Außerdem gibt es keine Kernarbeitszeit, den Microsoft Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern steht es also offen 24/7 zu arbeiten.  Doch eines fällt uns als Besuchergruppe auf: Vor Ort treffen wir kaum jemanden. Arbeiten die alle zu Hause?

ÖAMTC Wien workspaces
ÖAMTC Wien
Transparenz vs Freiraum

Ein viel besprochenes neues Bürogebäude ist auch das ÖAMTC Headquarter. Es beeindruckt mit futuristischer Architektur, viel offenem Raum, Glas und Transparenz. Mein persönlicher Eindruck bei einer Tour durch das Gebäude: Viel Privatsphäre und Ruhe haben die Menschen hier nicht.

Und so war das früher

Einen Blick in die Vergangenheit ermöglicht die ehemalige Postsparkasse in der Nähe der Wiener Ringstraße. Das von Otto Wagner entworfene und zwischen 1904-1912 erbaute Postsparkassengebäude ist unerwartet modern in der Innengestaltung, aber mit klarer Abbildung sozialer Hierarchien in Materialauswahl, Ausstattung sowie Raumlogistik.

Für die einfachen Jobs niedrige, eher trostlose Räume, für die Führungsetage kräftige Farben und protzige Möbel. Ein klarer Kontrast zum aktuellen Trend der offenen Strukturen, shared-working stations und Führungskräfte-Tischen.

Alte Postsparkasse Otto Wagner, Wien workspaces
Alte Postsparkasse Otto Wagner, Wien
Vom Einzelbüro zu geteilten Arbeitsräumen

Auch das nach Plänen von Roland Rainer 1968-1976 erbaute ORF-Zentrum am Küniglberg wird schrittweise erneuert. Die alten Einzelbüros von offenen Raumstrukturen abgelöst, Konferenzräume nachhaltig und innovativ erneuert. Im noch bestehenden Originalbereich sind die Hierarchien eindeutig zu erkennen, im neuen Newsroom von ORF 1 hingegen sind geteilte workspaces und offene Raumstrukturen bereits die Normalität.

ORF Zentrum Küniglberg, Wien
ORF Zentrum Küniglberg, Wien

Das in Wien beheimatete internationale Architektur- und Designbüro Veech X Veech war maßgeblich an der Neugestaltung der ORF-Konferenzräume und Newsrooms beteiligt. Für Mascha Veech-Kosmatschof spielen Nachhaltigkeit und die Berücksichtigung der menschlichen Bedürfnissen eine wichtige Rolle. Veech-Kosmatschof war die Assistentin von Zaha Hadid an der Universität für angewandte Kunst Wien. Nun arbeitet sie mit ihrem Unternehmen Veech X Veech an renommierten Projekten, so auch bei der Gestaltung von workspaces.

weXelerate, Start-up and Innovation Hub, Sofitel Wien
weXelerate, Start-up Hub Wien
von Überholten Konzepten …

Der Trend bei workspaces in Österreichs Unternehmen geht derzeit in Richtung shared-working stations und jump-seat desks – oft inspiriert von überholten Konzepten der großen IT-Unternehmen aus dem Silicon Valley. Ein gutes Beispiel dafür sind die Räumlichkeiten des Wiener Startup-Hubs weXelerate. Bieten uns diese Büros die erforderlichen Rahmenbedingungen? Können sie uns wirklich inspirieren? Oder aber brauchen wir Räume, die uns das Gefühl der Stabilität vermitteln?

… und worum es eigentlich geht

Das Architekturbüro kadawittfeldarchitektur sieht die Lösung in einem Mittelweg: Wo kann man angekommen sein und doch offen bleiben für Veränderung. Workspaces müssen zwar immer flexibler werden, aber gleichzeitig auch Stabilität bieten (in Arbeitende Orte, Fitz).

DasPackhaus, Wien workspaces
DasPackhaus, Wien
Neue Wege: Von der Zwischennutzung …

Das Wiener DasPackhaus verbindet diese scheinbar widersprüchlichen Pole von Lebendigkeit und Stabilität. Als Zwischennutzungsprojekt in der Wiener Marxergasse ist es ein kreativer, improvisierter Ort auf Zeit. Mit viel Charme wurde das alte Bürogebäude der Finanzverwaltung renoviert. Die Nutzerinnen und Nutzer haben die Möglichkeit, ihre Büros individuell zu gestalten.

… zum Traumarbeitsplatz

DasPackhaus bietet darüber hinaus Flex-Desks in einem Gemeinschaftsbüro an. Neben den Meetingräumen, einem Bewegungsraum und der Küche steht auch der Garten zur gemeinsamen Verfügung. Regelmäßig finden Veranstaltungen und Workshops statt. Ressourcen werden so geteilt, der Austausch und die Inspiration untereinander ermöglicht.

DasPackhaus, Wien workspaces
DasPackhaus, Wien
Und darauf kommt es wirklich an …

Für mich wurde klar, dass der ideale workspace der Zukunft Halt und Orientierung, Lebendigkeit und Kommunikation ermöglicht. Ein Ort der Zusammenarbeit, des Austausches ist. Im besten Fall flexibel und sich an unsere individuellen Bedürfnisse anpassend.

Jedenfalls ist er keine Kopie eines amerikanischen IT-Unternehmens, kein Umfeld das überfordert. Arbeitsräume müssen uns unterstützen und nicht das Gefühl vermitteln, eine reine Human Resource zu sein. Wie genau dieser Ort aussieht, steht nicht im Vordergrund – sondern welches Menschenbild damit vermittelt wird.

Lena Marie Glaser
Lena Marie Glaser, Editor-in-chief

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IN THE STUDIO – Ana Popescu

Ana Popescu Artist Illustrator Postcard
Illustration von Ana Popescu
IN THE STUDIO

Mit meinem Projekt IN THE STUDIO zeige ich, wie kreative Frauen arbeiten. Welche Bedingungen brauchen sie? Wo entstehen innovative Ideen? Videoporträts. Produktion und Idee: Lena Marie Glaser Mit Ana Popescu

ANA POPESCU

“I think I work somewhere between illustration and art. I don’t see myself as just one, and I think my work reflects this blurred line. I also grew up in France reading comic books so drawing and illustration was always very present.” (itsnicethat.com)

Geboren 1988 in Rumänien, studierte die aus Frankreich stammende Künstlerin und Illustratorin Ana Popescu Graphics and Printmaking studies bei Prof. Jan Svenungsson an der Universität für Angewandte Kunst in Wien. Ihr Diplom machte sie 2013.

Ana arbeitet mit renommierten Medien und Auftraggebern, wie Architectural Digest und Zeit Magazin. Aktuell finden sich ihre wunderschönen Illustrationen auf dem Vienna City Guide, den tollen Kleidungsstücken von Meshit und feinen Postkarten (gesehen bei sous-bois.at, Neustiftgasse 33, 1070 Wien).

IN IHREM STUDIO

Anas Studio befindet sich im DasPackhaus, einer spannenden Zwischennutzung in Wien. Es bietet Künstlerinnen, sozialen Initiativen und Start-ups Arbeitsräume, die individuell gestaltet werden können. Vor Jahren waren das hier Büros der Finanzverwaltung. Das IN THE STUDIO Video zeigt, wie Ana den Raum nach ihren Bedürfnissen gestaltet hat und wo ihre wunderbaren Arbeiten entstehen.

Ihre Arbeitsweise

Die Künstlerin und Illustratorin arbeitet analog mit ihren bevorzugten Werkzeugen: Pinseln und Stiften aller Art. Der Prozess beginnt oft mit dem Bleistift, dann kommen die Farben ins Spiel. Das Zeichnen ist das Herz ihrer Arbeit. Andere Techniken kommen und gehen. Da Skizzen bei ihr kaum eine Rolle spielen, beginnt sie immer gleich an ihren Bildern zu arbeiten. Passt es dann nicht, wird es verworfen und Neues begonnen.

Ana Popescu wechselt zwischen der Malerei und den Illustrationen, die in Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Auftraggebern entstehen. Und genau diese Mischung schätzt sie sehr, verrät Ana bei meinem Studiovisit.

Die Künstlerin und Illustratorin

www.popescuana.com/, www.itsnicethat.com/

Lust auf mehr? Dann verpasst nicht IN THE STUDIO mit Hanakam&Schuller (Click here) und Eva Kadlec (Click here).
Lena Marie Glaser
Lena Marie Glaser

Ich möchte Arbeit neu denken. Meine Artikel, Interviews und Videos zeigen, wie es anders geht. Für eine Arbeitswelt abseits von Burn-out und Leistungsdruck, in der wir im Mittelpunkt stehen. Interesse an mehr? Click here. Oder schreibt mir: lena@basicallyinnovative.comFollow me:  Facebook Twitter Instagram

IN THE STUDIO – Hanakam&Schuller

Hanakam + Schuller Portrait
Markus Hanakam & Roswitha Schuller
(c) Kristina Kulakova, 2016
IN THE STUDIO

Mit meinem Projekt IN THE STUDIO zeige ich, wie kreative Frauen arbeiten. Welche Bedingungen brauchen sie? Wo entstehen innovative Ideen? Videoporträts. Produktion und Idee: Lena Marie Glaser Mit Hanakam&Schuller

HANAKAM & SCHULLER

Das in Wien lebende Künstlerduo Roswitha Schuller und Markus Hanakam baut in Videos und Objekten ‚an eigenwilligen Ordnungen und neuen Weltentwürfen‘ (Ausstellungstext, Q21). Beide studierten an der Universität für angewandte Kunst in Wien.

Seit 2004 entwickeln sie gemeinsam ihre künstlerische Arbeit. Sie wurden u.a. in der Wiener Galerie KrinzingerHaus der Kulturen der Welt, Berlin, Eyebeam Center for Art and Technology, New York, Palais de Tokyo, Paris und MAK Center Los Angeles gezeigt.

IN IHREM STUDIO

Das Wohn-Atelier von HANAKAM & SCHULLER befindet sich in einem Wiener Altbau. Hier arbeiten und wohnen die beiden zusammen. Zum Innenhof gewandt ist es angenehm ruhig. Die Räume sind klar und großzügig. Das IN THE STUDIO Video zeigt, wie die künstlerischen Arbeiten Teil des Alltags werden und die Grenzen verschwimmen.

Für das Künstlerpaar sind diese aufgeräumten, hellen und stillen Räumlichkeiten essentiell für die eigene Arbeit. Roswitha und Markus haben ihre individuell gestalteten Schreibtische, alles andere wird geteilt. Und etwas darf im Arbeitsalltag auf keinen Fall fehlen: Der Kaffee aus der eigenen italienischen Kaffeemaschine.

Ihre Arbeitsweise

Nicht zu übersehen ist, dass HANAKAM & SCHULLER in ihrem Studio Formensprache und Konzepte entwickeln. Computer, Bücher und die Kamera sind die bevorzugten Werkzeuge in diesen Räumen. Roswitha und Markus sind viel unterwegs. Vor Ort und in Werkstätten werden dann die Kunstwerke in Zusammenarbeit mit anderen umgesetzt.

DAS KÜNSTLERDUO

www.hanakam-schuller.com/www.artsy.net/artist/markus-hanakam-and-roswitha-schuller

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Lena Marie Glaser
Lena Marie Glaser

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Frauen und die Zukunft der Arbeit – Isabel Oostvogel

Isabel Oostvogel Frauen und die Zukunft der Arbeit
Isabel Oostvogel
Frauen und die Zukunft der Arbeit

Expertinnen der neuen Arbeitswelt zeigen, welche Arbeitsbedingungen sie sich persönlich wünschen und wie unsere Zukunft der Arbeit aussehen sollte. Zu Gast: Isabel Oostvogel

Isabel Oostvogel

Aktueller Job: Seit einiger Zeit bin ich beratend im Bereich des Corporate Innovation aktiv. Dieses Feld ist breit und so ist auch die Arbeit. Wie können Unternehmen innovativer, zukunftsfähiger und kreativer sein? Welche neuen Services oder Produkte wünschen sich die Kunden? Welche Business Modelle braucht es morgen und was bedeutet Digitalisierung für große und kleine Unternehmen? In den letzten Monaten habe ich mich vor allem in dem Bereich Startup – Unternehmenskooperationen bewegt und versucht die erfolgreiche Zusammenarbeit zu begleiten.

Ausbildung: Studiert habe ich Management Sozialer Innovation – ein in der Zeit noch neuerer Studiengang mit dem Ziel, nachhaltiges Wirtschaften sowie die Zusammenarbeit der Politik, Wirtschaft sowie Gesellschaft zu fördern, um innovative und nachhaltige Konzepte und Lösungen zu entwickeln.

Wordrap

Arbeit bedeutet für mich… eine Form der Weiterentwicklung meines Selbst, eine Art der eigenen Entfaltung sowie des Lernens und Umgeben sein von neuen Herausforderungen. Ich arbeite gerne, umso wichtiger ist es jedoch, dass ich Spaß habe an dem was ich tue und Raum für Freizeit, Auszeit und Reflexion vorhanden bleibt.

An meiner Arbeit schätze ich… dass ich stets Neues lerne, es nicht langweilig wird und ich in viele verschiedene Ecken schnuppern darf. Ein neuer Kunde, eine neue Industrie, ein neuer Bereich, neue Ansätze und Ideen, Konzepte und Geschäftsmodelle. Mit viel Verantwortung geht auch ein gewisser Freiraum in der Gestaltung der Projekte einher. Auch das schätze ich sehr.

Die Herausforderungen meiner Arbeit sind… Die Schnelligkeit im Bereich Technologie, Innovation und Entrepreneurship verlangt rasches Handeln und sowie immer „einen Sprung voraus“ zu sein. Man wird keine Expertin einer Industrie, sondern Expertin in der Koordinierung und Zusammenführung der richtigen Stakeholder, in der Einbindung der passenden Methoden und Herangehensweisen sowie im Andersdenken. Es ist so spannend, aber auch schade, da oftmals Raum für Tiefe fehlt.

Die Fragen

Woran arbeitest du gerade? Ich befinde mich aktuell im Übergang zu einer neuen Herausforderung. Bis kürzlich habe ich etablierte Unternehmen bei der Kooperation mit Startups begleitet und ein Innovationprogramm entwickelt, welches die Partnerorganisationen rund um Innovation unterstützen soll.

Was interessiert dich daran? Gerade das Thema der Innovationskultur in Unternehmen interessiert mich. Unternehmen müssen sich vielen Änderungen stellen. Wichtig ist es hierbei, von Beginn an das ganze Unternehmen mitzunehmen und die Kultur in der Organisation zu verändern.

Mir ist wichtig, mit allen Stakeholdern zusammenzuarbeiten, die an der Veränderung beteiligt sind – oft werden die eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Unternehmen erst zu spät eingebunden. Sie sind jedoch der Hebel für Veränderung und Innovation in der Organisation.

Wie sieht dein idealer Arbeitsplatz aus? Innovation, Open Innovation, Ideen in Prototypen übersetzen, neue Business Modelle entwickeln… All dieses und vieles mehr aus dem Feld Innovation sind spannend. Mein idealer Arbeitsplatz schafft die Möglichkeit, von den Erfahrungen anderer zu lernen und gemeinsam zu wachsen.

Er gibt mir die Freiheit, Dinge auszuprobieren, aber stellt mir Inhalte sowie Sparringpartner bereit, die meine Arbeit herausfordern. Entscheidend sind zudem klare Ziele und Visionen, sowie Vertrauen und Transparenz. Wenn diese Dinge fehlen, kann eine ganze Organisation ins Schwanken kommen – wie ich lernen durfte.

Wo arbeitest du und was ist dir dort wichtig? Mein idealer räumlicher Arbeitsplatz muss ordentlich, aber abwechslungsreich und bunt sein, sodass er Raum für Kreativität und freies Denken bereitstellt. Gerne wechsle ich meine Perspektiven und tausche den Arbeitsort. Ich arbeite vorwiegend im Büro, sonst zu Hause und auch viel von unterwegs – im Zug oder in Cafés. Wichtig ist mir auf der einen Seite Ruhe (auch gegeben durch gute Musik) sowie Inspiration, die mir ein Ort oftmals gibt. Darum wechsle ich gerne den Arbeitsort.

Vor welchen Herausforderungen steht die heutige Arbeitswelt? Eine Herausforderung sind die sich ändernden Bedürfnisse der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Die Angestellten wollen heutzutage mehr als nur „arbeiten“ – sie wollen lernen, wachsen und einen Mehrwert schaffen. Unternehmen müssen daher die Aus – und Weiterbildung sowie das Arbeiten in der Organisation verändern, um den Trend des Studierens aufzugreifen bzw. dem Mangel an Azubis entgegenzuwirken.

Es braucht innovative, kreative Kulturen, die das Mitgestalten sowie Reflektieren ermöglicht und Wissenserwerb und eigenes Engagement fördert. Die Organisation muss ein Raum für lebenslanges Lernen, auch über die eigentliche Tätigkeit der Person hinaus werden. Hier hinzukommt die Digitalisierung. Auch hier sind Organisationen in der Verantwortung, ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu befähigen und diese Herausforderung gemeinsam zu gestalten.

Aktuell stehen hier noch Hierarchien und Bürokratiestrukturen im Weg, die es unmöglich machen, Ängste zu verlieren und Experimente zu starten. Ich komme wieder auf meinen Punkt der Kultur zurück – Innovationen und Veränderungen sind immer sozial eingebettet. Wenn sie nicht durch die Menschen gelebt wird, scheitert die beste Innovation.

Wie siehst du die Zukunft der Arbeit? Es steht viel an – trotzdem sehe die Zukunft der Arbeit optimistisch und blicke ihr mit Spannung entgegen. Die Zukunft der Arbeit wird durch die verschiedenen Bedürfnisse immer unterschiedlicher. Es wird nicht die eine ideale Lösung geben, aber genau das macht es so interessant.

Die Unternehmen sollten starten, die eigene Organisation wie die Kundenwelt zu betrachten und auf die Bedürfnisse der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hören: Wer seine Kunden kennt, der darf sich glücklich schätzen, denn das führt zu Erfolg. Zumindest wenn die Kundenerwartungen erkannt und erfüllt werden.

Wie glaubst du arbeiten wir in 20 Jahren? Puh… Eine Sache ist klar – die Arbeitswelt ist digital. Die räumliche Nähe ist nicht mehr ausschlaggebend, die Flexibilisierung der Arbeit bereits Standard. Die Organisationen sind neu aufgebaut und strukturiert, Hierarchien spielen kaum mehr eine Rolle und neue Formen der Zusammenarbeit – interdisziplinär, bereichsübergreifend, agile Projektzyklen – sind Alltag.

Die Weiterentwicklung wird gefördert, um den Wissensanforderungen an die Organisation sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu entsprechen. Die Organisationen sind als Begleitung der Menschen im Alltag stark in Innovationsökosystemen vernetzt. In diesen Systemen arbeiten verschiedene Organisationen und Institutionen zusammen, um gemeinsame, neue Ziele, entfernt von Kerngeschäften anzugehen.

Wie stehst du zum bedingungslosen Grundeinkommen? Ein spannendes Thema und eine tolle Sache. Mit den Szenarien unserer Zukunft ist es wichtig, ein Grundeinkommen bereitzustellen, dass unabhängig von der Arbeit ist. Jedoch muss hierfür der gesamte Begriff der Arbeit neu definiert und die neue Lebenswelt vom Staat vorgelebt werden. Nur so können Ungleichheiten, wie sie bei Reformen des Harz IV in Deutschland entstanden sind, vermieden werden.

Am Ende ist das Geld zwar ein wichtiges Mittel, jedoch nicht der ausschlaggebende Faktor. Viel wichtiger – und ich bleibe der Aussage treu – ist es, die Menschen zu begleiten und die Ausbildung von Jung und Alt zu fördern. Die Bevölkerung wird so befähigt, sich mit neuen Aufgaben und Verantwortungen auseinanderzusetzen.

Was würdest du tun, wenn du ausreichend Geld hättest? Mein Traum wäre es, mehr körperlich und vor Ort aktiv zu sein, mich für die Gesellschaft oder Natur einzusetzen und nicht mehr so viel vor dem PC zu sitzen. Ich möchte raus und dort sein, wo Hilfe benötigt, wo etwas umgesetzt, zusammengearbeitet, Mehrwerte geschaffen, Menschen befähigt und in Lösungen gedacht wird.

Demnächst

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Lena Marie Glaser Founder of basically innovative
Lena Marie Glaser, Founder of b_i

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IN THE STUDIO – Eva Kadlec

eva kadlec studio visit
Eva Kadlec, Bildende Künstlerin
In the Studio

Mit meinem Projekt IN THE STUDIO zeige ich, wie kreative Frauen arbeiten. Welche Bedingungen brauchen sie? Wo entstehen innovative Ideen? Videoporträts. Produktion und Idee: Lena Marie Glaser Mit Eva Kadlec

Eva Kadlec

Der erste Studio visit führt in das Atelier von Eva Kadlec. Die Wiener Künstlerin arbeitet viel mit Oberflächen und Texturen. Inspiriert von online Medien wie Instagram schafft sie Bilder, die in den Raum greifen.

In EVAS studio

Im Atelier fällt sofort die helle, luftige Atmosphäre auf. Eva Kadlec ist es besonders wichtig, dass der Arbeitsraum schön ist. Für sie ist reine Funktionalität nicht ausreichend. Doch es ist nicht zu übersehen: Hier wird mit Farben, Werkzeugen und Materialien wie Stein und Stoffen gearbeitet. Ein besonderer Schatz ist der Dachshaar-Pinsel, gut verpackt und geschützt in einer Schachtel.

Ihr Arbeitsplatz befindet sich in einem Wiener Atelierhaus, das sie sich mit rund 50 Künstlerinnen, Modemacherinnen, Theaterleuten teilt. Besonders ist hier die Dachterrasse mit einem wunderbaren Blick über die Dächer Wiens. Ein idealer Ort um die Gedanken schweifen zu lassen und neue Kraft zu bekommen.

Eine inspirierende, ruhige Oase mit Pflanzen, Büchern und Evas wichtigstem Must-have: ihrem Eistee.

Die Künstlerin

evakadlec.tumblr.com, instagram.com/evakadlec/

Lena Marie Glaser
Lena Marie Glaser

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Find your own co-working space – STOCKWERK

co-working space stockwerk wien

FIND YOUR OWN CO-WORKING SPACE

bietet allen, die ein neues Büro zum Arbeiten, Vernetzen und Austauschen suchen, eine Hilfestellung zum Zeit und Nerven sparen. Wir besuchen innovative Co-working spaces und teilen unsere Eindrücke mit euch.

STOCKWERK

wo ist das? Pater-Schwartz-Gasse 11A, 1150 Wien
wie komme ich da hin? U6 Gumpendorferstraße, U3/U6 Westbahnhof
wer kann mir weiterhelfen? Alexander Salzmann, www.stockwerk.co.at

QUICK FACTS

* frischgemahlener Kaffee aus der Jura-Maschine kostet 1 EUR
* gratis Probetag möglich
* fixe Arbeitsplätze, Flexdesks zur freien Wahl auf 3 Ebenen, Meetingräume, großer Veranstaltungsraum
* keine Bindung, keine Kaution, flexible Preisgestaltung, all inclusive but fair use

Co-working space Stockwerk Wien Sofa braun

5 Gründe für das STOCKWERK

> entspannte, freundliche Atmosphäre
> tolles Service: Datenschutz-Helpline, Alumni, gemeinsame Events
> frisch gekochtes Mittagessen
> beste Vernetzungs- und Austauschmöglichkeiten
> sehr gute Büro-Ausstattung

LAGE

Einladend ist es hier und sehr, sehr freundlich. Nur wenige Minuten von der U6 Station Gumpendorferstraße und äußeren Mariahilferstraße in Wien entfernt, betrete ich die Welt von STOCKWERK. Alexander Salzmann hat diesen coolen Co-working space vor rund 5 Jahren ins Leben gerufen. Wie ich später erfahren werde, ist es kein Zufall, dass ich finde: Hier gehöre ich dazu.

co-working space stockwerk wien plan

Ein ausgeklügeltes Orientierungssystem mit bunten Farben und Pfeilen leitet mich direkt in den ersten Stock dieses mehrstöckigen Gebäudes. Früher diente es als Fabrik, wie sich von außen erahnen lässt. Der Eigentümer gab Alexander und seinem Team viel Spielraum, um einen lebenswerten Co-working space zu gestalten. Klare offene Raumarchitektur, angenehme Temperatur und gutes Licht helfen dabei, konzentriert zu arbeiten.

Verpflegung

Nur wenige Minuten dauert es, bis ich ins Gespräch komme. Schon beim Eingang werde ich freundlich begrüßt. In der Gemeinschaftsküche wird gerade das Mittagessen vorbereitet. Bei meinem Besuch gab es Bohneneintopf mit Joghurt, Hummus, Salat und Brot. Der glacierte Zitronenkuchen der bezaubernden Köchin war großartig. Eine Kaffeemaschine von JURA und der Kühlschrank mit Limonaden von FRITZ KOLA sorgen für die Erfrischung.

co-working space stockwerk wien gebäude

Räumlichkeiten

Doch bevor wir gemeinsam Mittagessen, zeigt mir Alexander Salzmann die Räumlichkeiten auf vier Ebenen. Ganz unten befindet sich ein großzügiger und leicht anpassbarer Veranstaltungsraum. Die Warteliste für interessierte Unternehmen wird hier immer länger. Denn wer ein lockeres Umfeld für die eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sucht, der kommt ins STOCKWERK.

Einen Stock oberhalb befindet sich die Küche für die gemeinsamen Mittagessen. Die große Glaswand ermöglicht einen Blick auf den ersten Co-working Level. Beim Fenster die fixen individuellen Schreibtische mit Pflanzen und persönlichen Dingen. In der Mitte eine Tischinsel für die flexiblen Tagesbesuche.

Stockwerk, Co-working space Wien

Ausstattung

Auch die anderen beiden Ebenen sind ähnlich organisiert. Alle Arbeitsbereiche sind ausgestattet mit sehr praktischen und benutzerfreundlichen Büromöbeln. Insbesondere die höhenverstellbaren Egon Eiermann-Tische und Sessel fand ich toll. Der Stil ist aufgeräumt, mit schönen Vintagemöbeln vom Phil in der Gumpendorferstraße.

Nutzerinnen

Tisch an Tisch sitzen sie hier. Menschen, die nicht mehr alleine im Homeoffice oder Café arbeiten wollen. Sie kommen aus den Bereichen Software development, Grafikdesign, Journalismus und Projektmanagement. Zu meiner Überraschung arbeiten im STOCKWERK nicht nur Start-ups und Freelancerinnen, Freelancer, sondern auch Festangestellte. Eine Fotowand im Eingangsbereich und die Homepage von STOCKWERK helfen beim Überblick.

co-working spaces stockwerk wien sessel

Atmosphäre

Für Alexander Salzmann war es wichtig, einen Co-working space zu schaffen, in dem er sich selbst wohl fühlt. Daher wird im STOCKWERK auf Praktikabilität, Service, das gemeinsame Essen und einen fairen Umgang geachtet. Ohne Fristen, Bindung und strikte Regeln ist viel Flexibilität möglich. Die angenehme Atmosphäre zeigt: Alexander war erfolgreich.

Beim gemeinsamen Mittagessen werde ich gleich angesprochen: Warum bist du da? Was machst du? Ich erzähle von basicallyinnovative.com, meinen aktuellen Projekten und meinem beruflichen Hintergrund. Sofort diskutieren wir über die heutige Arbeitswelt und fragen uns, was sich in Zukunft ändern muss. Dann tauschen wir gegenseitig Ideen zu unseren Projekten aus und überlegen gleich, wie wir zusammenarbeiten könnten.

Gesamteindruck

Abgesehen von der lebendigen gemeinsamen Küche ist der Geräuschpegel eher gering. Konzentriert arbeiten geht hier gut. Nach dem Mittagessen probiere ich einen Arbeitsplatz im ersten Stock aus. Mein Gesamteindruck: Der Austausch und der Zusammenhalt sind hier besonders hoch. Kein Konkurrenzkampf, keine Ellbogen, sondern gemeinsam essen, sich unterstützen und vernetzen.

Mehr über das STOCKWERK

www.stockwerk.co.at

Welchen Co-working space sollte ich nicht verpassen? Schreibt mir an lena@basicallyinnovative.com.

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Lena Marie Glaser, Founder of b_i

Wie sieht eine lebenswerte Zukunft aus? basicallyinnovative.com ist ein virtual space, der den Austausch neuer Ideen ermöglicht. Wir befragen Expertinnen, besuchen Menschen und Organisationen, die neue Wege gehen. Und das aus Sicht meiner Generation – den Millennials. Multimedial und unabhängig. Videos, Interviews, Artikel, Reviews. Interesse über neue Beiträge informiert zu werden? Schreibt mir: lena@basicallyinnovative.com Follow us:  Facebook Twitter Instagram

 

 

Clash of Cultures – So wird die neue Arbeitswelt lebenswert

Stockwerk, Co-working space Wien neue Arbeitswelt
Stockwerk, Co-working space Wien

Alte gegen neue Arbeitswelt. Was wir tun können, damit die Zukunft der Arbeit lebenswert wird. #mitmachen

Ein Lösungsvorschlag von Lena Marie Glaser

Das neue Arbeiten verspricht große Freiheit, Sinn erfüllte Aufgaben und umfassendes Glück. Allerdings tauchen viele neue Fragen auf: Wann arbeiten, wenn die Arbeitszeiten nicht vorgegeben sind? Doch einmal eine Pause einlegen und nicht ständig erreichbar sein? Wie den Alltag strukturieren? Und wo arbeiten, wenn das eigene Homeoffice zu eng wird?

Ich bin Teil dieser neuen Arbeitswelt. Mit mir sind es die freien Journalistinnen, die Designerinnen, die Yogalehrerinnen, die App-Entwicklerinnen und die Startup-Gründerinnen. Aber auch die Fahrradbotinnen, die warme Speisen transportieren. Viele sind räumlich und zeitlich flexibel und unterliegen keinen Dienstverträgen. Sie werden daher auch digital nomads, Freelancerinnen und Crowd- bzw Cloudworkerinnen genannt.

Für uns ist es besonders wichtig, achtsam mit den eigenen Ressourcen und Bedürfnissen umzugehen. Ansonsten werden die eigenen Grenzen schwupp­di­wupp überschritten und das Burn-out droht. Frank Berzbach gibt in seinem Die Kunst ein kreatives Leben zu führen – Anregung zu Achtsamkeit nützliche Anleitungen, wie so ein achtsamer Alltag aussehen kann. In meinem persönlichen Anti-Stress Rezept verrate ich meine persönlichen Geheimtipps (mehr dazu).

Sophie Humer Yoga Lehrerin neue Arbeitswelt
Sophie Humer, Yogalehrerin

Die neue Arbeitswelt kennt aber auch den täglichen Kampf um eine angemessene Entlohnung. Gedrängt in befristete Verträge und mit mangelnder sozialer Absicherung müssen Menschen um ihr Auskommen kämpfen. Als Crowd- und Cloudworker heißt es dann oft Prekariat anstatt arbeitsrechtlichem Schutz. Berichte über globale Versand- und Transportunternehmen, die nationales Arbeitsrecht praktisch aushöhlen, lassen uns fassungslos zurück. Ein Arte TV-Beitrag gab erst kürzlich wieder unglaubliche Einblicke.

Und dann gibt es noch all jene, die in der sogenannten alten Arbeitswelt leben. Die trotz guter Absicherung unzufrieden sind; im schlimmsten Fall sogar erkranken. Doch warum ist das so? Viele sind überfordert von zahlreichen Umstrukturierungen, zunehmendem Druck und einer Flut an neuen Aufgaben. Sie fühlen sich nicht wertgeschätzt und möchten mehr mitentscheiden (mehr dazu: Nichts gesagt ist gelobt genug). Dienst nach Vorschrift und Rückzug ins Privatleben sind die Folge.

Shawn Ardaiz, in Wien lebender kalifornischer Startup-Gründer und Innovation strategist, stellte in unserem basicallyinnovative.com Interview klar:

Business as usual is having an existential crisis and we’re collectively going through the motions waiting for something new to emerge. In my opinion we have a massive leadership void at most organisations.

Die Digitalisierung spielt hier eine große Rolle. Begriffe wie Industrie 4.0 und agiles Arbeiten schwirren in der Luft. Doch was das heißt, wissen die wenigsten. In Unternehmen wird kaum kommuniziert, warum sich etwas ändern muss. Oft ist unklar, welche Zukunftsstrategie verfolgt wird. Da die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht eingebunden werden, steigt die Frustration und Überforderung bei vielen.

Bei dem Workshop Social Treasure Hunt in digital times im Wiener Looshaus im Mai 2018 diskutierten Führungskräfte, was es braucht, damit die Digitalisierung Unternehmen nicht lähmt. Sondern die neuen technischen Möglichkeiten als Chance für eine verbesserte Zusammenarbeit gesehen werden kann. Schließlich waren sich alle einig: Die Aufmerksamkeit muss auf die Kultur in Unternehmen gelenkt werden. Insbesondere muss kommuniziert werden, warum etwas getan wird, um die eigenen Leute mitzunehmen.

Denn die Digitalisierung muss nicht als Naturgewalt gesehen werden, die über uns hinweg rollt. Aber auch gesamtgesellschaftlich muss etwas getan werden, damit diese Chance auf Verbesserung der Arbeitsbedingungen wahrgenommen wird. Es braucht jetzt neue Rahmenbedingungen, die unseren vielfältigen und individuellen Bedürfnissen entsprechen. Klar ist, die Politik und die Wirtschaft müssen die notwendigen Schritte setzen. Doch was kann jede von uns persönlich zu einer lebenswerten Arbeitswelt beitragen?

Akademie der Bildenden Künste Wien neue Arbeitswelt
Akademie der Bildenden Künste Wien

Zunächst sollten wir uns diesen Fragen immer wieder stellen: Wie will ich eigentlich arbeiten? Wie sieht eine lebenswerte neue Arbeitswelt für mich ganz persönlich aus? Welche Rahmenbedingungen brauche ich? Für meine b_i Interviewreihe FRAUEN UND DIE ZUKUNFT DER ARBEIT frage ich Expertinnen der neuen Arbeitswelt, was ihnen am Arbeitsplatz wichtig ist und welche Zukunft der Arbeit sie sich wünschen (mehr dazu). In unseren Gesprächen entstehen dann neue Perspektiven und ein gemeinsames Verständnis.

Außerdem können wir ganz einfach  – ab sofort – handeln: Denn wir entscheiden, wie wir konsumieren. Wir können uns ganz leicht über Unternehmen informieren und nur mehr dort einkaufen, wo faire Arbeitsbedingungen gewährleistet sind. Den Kopf in den Sand stecken, zählt nicht! Denn wer hat noch nicht davon gehört, wie Menschen von den globalen Playern behandelt werden?

Bei unserer Jobsuche können wir uns ebenfalls auf Unternehmen konzentrieren, die den Anforderungen an ein gutes Arbeiten entsprechen. Denn viele plagt der zunehmende Fachkräftemangel. Sie suchen nach Lösungen, um neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu gewinnen und zu halten. Und so haben wir es in der Hand, wie unsere neue Arbeitswelt aussieht.

Ich freue mich über eure Ideen, wie wir gemeinsam eine lebenswerte Zukunft der Arbeit gestalten können. Schreibt mir an lena@basicallyinnovative.com!

Founding editor basicallyinnovate.com looshaus wien videos looshaus wien
Lena Marie Glaser, Founder of b_i

Wie sieht zeitgemäßes Arbeiten aus? basicallyinnovative.com ist mein virtual space für neue Perspektiven. Inspirierende Frauen meiner Generation zeigen, worauf es ankommt. Multimedial und unabhängig. Interesse an mehr? Click here. Oder schreibt mir: lena@basicallyinnovative.com Follow me:  Facebook Twitter Instagram

 

 

 

Wenn Träume wahr werden: Mein UN Global Compact Artikel

Lena Felzl Working place

Letzte Woche erreichte mich eine Nachricht. Für mehr als nur wenige Minuten war ich außer mir vor Freude, sprang herum, umarmte die Welt, freute mich total. Nach intensiver Aufbauarbeit von basicallyinnovative.com bekam ich eine Anerkennung, die mir echt viel bedeutet: Mein Artikel Millennials und die Zukunft der Arbeit wurde von UN Global Compact, Netzwerk Deutschland, veröffentlicht.

Der United Nations Global Compact ist die weltweit größte und wichtigste Initiative für verantwortungsvolle Unternehmensführung. In dem Expert paper Arbeitsstandards 2.0 Flexibilisierung, Optimierung oder Marginalisierung? geht es um das Verhältnis zwischen ArbeitgeberInnen und ArbeitnehmerInnen, heute und in Zukunft:

Crowdworking, Gigworking, digitale Tagelöhner: Die Arbeitswelt ändert sich durch die Digitalisierung massiv. Neue Arbeitsformen entstehen. Häufig sind sie von einer hohen Flexibilisierung geprägt, schmaler Entlohnung und offenen sozial- und arbeitsrechtlichen Fragen.

UN Global Compact LogoIn meinem Beitrag beschäftige ich mich damit, wie meine Generation (Stichwort: Millennials, Generation Y) arbeiten möchte und wie Unternehmen davon profitieren könnten. Ich schlage eine authentisch gelebte Corporate Social Responsibility vor, aus der nicht nur Unternehmen Nutzen ziehen, sondern auch jede einzelne Mitarbeiterin, jeder Mitarbeiter und schlussendlich auch unsere Gesellschaft. Denn in einer Zukunft der Automatisierung und Robotisierung müssen wir bewusst darauf achten, die eigentlichen Bedürfnisse der Menschen nicht zu übersehen.

Ich wünsche mir, dass diese Perspektive so jetzt eine breitere Aufmerksamkeit bekommt. Hoffnung besteht, denn immerhin versammeln sich hinter dieser Publikation das deutsche Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung und die deutschen Unterzeichner des UN Global Compact: Derzeit rund 400 Unternehmen (von DAX-Konzernen bis zu KMU) und an die 60 Organisationen aus Zivilgesellschaft, Wissenschaft und dem öffentlichen Sektor.

Übrigens ein sehr schöner Zeitpunkt, denn gerade arbeite ich an einem Artikel über neue Arbeitsverhältnisse. In Gesprächen mit Ein-Personen-Unternehmerinnen (EPU) möchte ich erfahren, wie sie ihren Arbeitsalltag erleben, welche Rahmenbedingungen sie sich wünschen. Warum beschäftige ich mich damit? Weil es mich interessiert, wie wir die zunehmende Flexibilisierung der Arbeit für uns nutzen können.

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Lena Marie Glaser, Founder of b_i

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Frauen und die Zukunft der Arbeit – Lena Robinson (Playful Solutions)

Lena Robinson Frauen und die Zukunft der Arbeit
Lena Robinson
Frauen und die Zukunft der Arbeit

Expertinnen der neuen Arbeitswelt zeigen, welche Arbeitsbedingungen sie sich persönlich wünschen und wie unsere Zukunft der Arbeit aussehen sollte. Zu Gast: Lena Robinson (Playful Solutions)

Lena Robinson, 31

Aktueller Job: Managing Partnerin bei Playful Solutions

Ausbildung: Anthropologiestudium an der Uni Wien, Masterstudium Sozialwirtschaft und Soziale Arbeit an der FH Campus Wien

Wordrap

Arbeit bedeutet für mich … ganz persönlich: Handlungsfähigkeit, Antrieb, Gemeinschaft

Arbeit macht mich glücklich, wenn … ich bedeutungsvolle Erfahrungen für Leute schaffen kann.

An meiner Arbeit mag ich weniger … vielleicht bin in noch in der Honeymoon Phase … ehrlich gesagt fällt mir nichts ein.

Die Fragen

Woran arbeitest du gerade? Ich arbeite an vielen Sachen gleichzeitig. Besonders happy bin ich mit dem „We Make Games” Projekt, in dem Schülerinnen und Schüler Ideen für Computerspiele erfinden und mit der Hilfe von Profis aus der Game Szene umsetzen. Junge Leute sollten einen Haufen Möglichkeiten bekommen, wo sie ihre Kreativität ausleben können, dabei ernst genommen werden und von Profis unterstützt werden.

Was ist dir in deiner Arbeit wichtig? Puh… mir ist extrem viel wichtig. Vor allem ist mir wichtig, dass ich mich durch meine Arbeit ausdrücken kann, dass ich immer Neues lerne, dass ich in guter Gesellschaft bin, dass ich was Sinnvolles machen kann – genau wie in anderen Bereichen meines Lebens.

Wie bist du zu deinem Job gekommen? Ich glaube, ich bin einfach meinem Bauchgefühl gefolgt. Ich war nach dem Anthropologie-Studium in New York und habe zuerst im Kulturbereich, dann im Tourismus gearbeitet. Zurück in Wien bin ich in die Startup-Szene gestolpert und habe mich immer mehr fürs Thema Bildung interessiert, dann für Experience Design und Facilitation.

Irgendwo in dem Prozess bin ich dem Konstantin begegnet (dem Gründer von Playful Solutions). Spiel als Erlebnis, als Medium und auch als Lösung für Herausforderungen unserer Zeit – das ist für mich Playful Solutions und das hat mich von Anfang an sehr begeistert. Ich habe davor schon mit spielerischer Vermittlung gearbeitet, aber bei Playful Solutions konzentrieren wir uns ganz darauf. Und machen alles: von der Konzeption von Lernplattformen bis zu kompetitiven Escape Room – Weltmeisterschaften.

Lena Robinson Frauen und die Zukunft der Arbeit

Was wolltest du als Kind/Jugendliche werden? Ich wollte Sekretärin werden – ich habe immer die vorgedruckten Spenden-Erlagscheine von der Post geholt und sie ausgefüllt. Außerdem hatte ich ein aufgeklapptes A4-Buch auf das ich einen Laptop gezeichnet habe (habe ich immer noch). Ja, man könnte sagen… ich tippe sehr viel am Computer und die Buchhaltung mache ich auch :-).

Was hat dich bei deiner beruflichen Entwicklung besonders geprägt? Ganz spontan – meine Freundin Anna, die eine große Inspiration für mich ist. Sie hat mir vor ein paar Jahren ein Buch zum Lesen gegeben: Presence von Senge/Scharmer/Jaworski/Flowers. Es hat mich extrem berührt, dass diese erfolgreichen und kompetenten Leute sich zusammensetzen, um zu reflektieren was die Welt von ihnen braucht. Und dass sie durch ihre Arbeit – die Begleitung von Change-Prozessen – so viel bewegen können. Das hat mich ultimativ zu Facilitation und Experience Design gebracht.

Wie muss deine ideale Zukunft der Arbeit organisiert sein? Also momentan brauche ganz viel Freiraum. Ich will mir alles selbst einteilen können und auch Aufgaben und Projekte ablehnen können, wenn ich nicht dahinter bin. Dafür bin ich, glaube ich, extrem committed. Deshalb geht das.

An welchen Orten arbeitest du? Wie muss der ideale Arbeitsraum dort gestaltet sein? Ich arbeite zuhause, im Büro und im Co-working space. Ich brauche das Büro aber dringend. Es ist gut zu wissen, dass ich dort hinkommen und meine Kollegen vorfinden kann – wenn sie nicht selbst gerade durch die Welt reisen. Jetzt gerade sind sie in San Francisco, um dort österreichischen Game Developer mehr Sichtbarkeit zu geben.

Wir suchen gerade selbst ein neues Büro, deshalb denke ich viel darüber nach, was mir wichtig ist. Auf jeden Fall hätte ich gerne multifunktionale Räume, die den Wandel mitmachen können, der ja tatsächlich bei uns in der Firma passiert. Ich liebe das Handbook for New Employees von Valve, einem amerikanischen Game Developer. Seitdem will ich unbedingt rollende Tische.

Lena Robinson Frauen und die Zukunft der Arbeit
Lena Robinson

Wie wichtig ist dir die Zusammenarbeit mit anderen? Was braucht es für eine erfolgreiche, erfüllende Kollaboration? Zusammenarbeit ist mir am allerwichtigsten. Ich merke, dass mich die Projekte am meisten motivieren in denen eine gute Zusammenarbeit besteht. Ich denke, einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren ist Klarheit und eine gewisse Übereinstimmung über den Sinn und Zweck des gemeinsamen Unterfangens.

Dann ist es kritisch, dass man diesen nicht aus den Augen verliert. Menschen arbeiten unterschiedlich und haben in einer Zusammenarbeit auch unterschiedliche Bedürfnisse. Wichtig ist, dass die Kommunikation gut funktioniert und dass es Raum für die Meta-Ebene gibt.

Welche Herausforderungen, Probleme siehst du in der heutigen Arbeitswelt? Ich glaube die Arbeitswelt ist zu breit, um diese Frage gut zu beantworten. Ich finde es furchtbar, dass so viele Menschen im totalen Prekariat arbeiten und leben. Und dass manche Jobs anscheinend nichts mehr wert sind und andere vollkommen absurd entlohnt werden.

Mir ist vollkommen klar, dass ich extrem privilegiert bin. Nicht nur mit meinem Job, den ich liebe, sondern auch durch den Kontext, aus dem ich komme. Ich habe eine gute Ausbildung, ich traue mir sehr viel zu, ich kann Risiken eingehen, ich habe ein gutes Netzwerk.

Ich bin regelmäßig extrem dankbar dafür und beobachte mit großem Unmut und auch mit großer Angst den Sozialabbau in Österreich. Ich bin oft in den USA, dort sind überall obdachlose Menschen in Schlafsäcken und in Zelten: in Seattle, in San Francisco, in New York. Ich sehe momentan nicht, wie wir im jetzigen System durch Arbeit mehr Gleichheit schaffen können.

Wie glaubst du sieht die Zukunft der Arbeit aus? Bist du eher optimistisch oder siehst du schwarz? Ich kann die Zukunft nicht vorhersehen. Es wird immer Organisationen geben, die neue und bessere Wege einschlagen werden zu arbeiten (zum Beispiel wie die in Reinventing Organizations von Frederic Laloux).

Aber so lange wir als Bürgerinnen und Bürger akzeptieren, dass unser Wirtschaftssystem auf Gewinnmaximierung ausgerichtet ist (von der wir profitieren) und solange wir zusehen müssen, wie die regierenden Politikerinnen und Politiker dieser Welt völlig machtgetrieben und kompetenzlos agieren… naja, da finde ich es schwer, ein positives größeres Bild zu zeichnen.

Was wir bei Playful Solutions versuchen vorzuleben, ist uns anfangs Klarheit über den Sinn und Zweck von jedem Projekt zu schaffen. Bei uns geht es oft um eine bedeutungsvolle Spielerfahrung. Holacracy, ein System mit dem wir teilweise arbeiten nennt das “Purpose”. Es gibt hoffentlich immer mehr Organisationen, die eine ähnliche Haltung einnehmen und damit einen Wert mit ihrer Arbeit schaffen können.

Vorausgesetzt, du hättest genug Geld – würdest du trotzdem arbeiten, und was? Auf jeden Fall! Ich würde weiterarbeiten, ich habe wirklich einen wunderbaren Job. Wahrscheinlich würde ich nach und nach Projekte selbst finanzieren und mit meinem Team und weiteren willigen Komplizinnen und Komplizen umsetzen :-). Ich glaube, in Game Design als Handwerk und in Spiel als Erfahrungsraum liegen noch viele Schätze begraben.

Wie findest du die Idee eines bedingungslosen Grundeinkommens? Puh, ich denke, das ist ein sehr komplexes Thema. Man weiß einfach noch wenig über die tatsächlichen Auswirkungen, die ein bedingungsloses Grundeinkommen haben könnte. Ich finde prinzipiell die Idee, dass jeder Mensch frei ist und tun kann was er will und kann, schön aber auch sehr utopisch.

Aber ich finde die Diskussionen sehr spannend, gerade vor dem Hintergrund der Automatisierung – viele unserer Jobs wird es wahrscheinlich nicht mehr geben. Aber gehen wir davon aus, dass jeder Mensch von sich aus weiß, wie er sich gesellschaftlich einbringen kann?

Ein anderes Projekt von uns heißt „Superpower Discovery“ und es geht darum, spielerisch die eigenen Stärken zu explorieren. Wir leben seit unserer Kindheit in so starken Bahnen, dass eine der wichtigsten Fragen – die nach den eigenen Talenten – völlig liegen bleibt.

Demnächst

‚Frauen und die Zukunft der Arbeit‘ mit Innovations-Managerin Isabel Ooostvogel.

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Lena Marie Glaser, Founder of b_i

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Frauen und die Zukunft der Arbeit – Antonia Wenzl (waff)

Antonia Wenzl waff Frauen und die Zukunft der Arbeit
Antonia Wenzl
Frauen und die Zukunft der Arbeit

Expertinnen der neuen Arbeitswelt zeigen, welche Arbeitsbedingungen sie sich persönlich wünschen und wie unsere Zukunft der Arbeit aussehen sollte. Zu Gast: Antonia Wenzl (waff)

Antonia Wenzl, 37

Aktueller Job: Bildungs- und Berufsberaterin beim Wiener ArbeitsnehmerInnenförderungsfonds (waff)

Ausbildung: Studium Germanistik, Deutsch als Fremdsprache und Gender Studies, verschiedene Zusatzausbildungen in der Erwachsenenbildung und Beratung.

Wordrap

Arbeit bedeutet für mich… Ziele zu verfolgen, die für mich sinnstiftend sind und an noch mehr Chancengerechtigkeit für möglichst viele mitzuwirken.

Arbeit macht mich glücklich… wenn ich in wertschätzenden und gut strukturierten Arbeitsumfeldern mit spannenden Kolleg_innen arbeiten kann und ich dabei laufend Neues lerne.

Die Fragen

Woran arbeitest du gerade? Im Beratungszentrum für Beruf- und Weiterbildung des Wiener ArbeitnehmerInnenförderungsfonds (waff) berate ich Wiener_innen, die sich beruflich weiterentwickeln wollen und/oder eine Höherqualifizierung anstreben.

Täglich kommen Menschen zu mir in die Beratung, mit denen ich an ihren beruflichen nächsten Schritten und ihren Ausbildungszielen arbeite. Am meisten interessieren mich daran die unterschiedlichen Berufsbiografien und Lebensgeschichten.

Was ist dir in deiner Arbeit wichtig? Im Laufe der Jahre habe ich herausgefunden, dass es mir besonders wichtig ist mit Menschen zusammenzuarbeiten, die ähnliche Grundhaltungen haben. Auch ein wertschätzender, kollegialer Umgang und transparente Strukturen sind mir wichtig.

Wie bist du zu deinem Job gekommen? Die Stelle war ausgeschrieben und ich habe mich ganz klassisch beworben.

Was wolltest du als Kind/Jugendliche werden? Ich wusste eigentlich nie, was ich werden wollte. In der Rückschau hatte ich aber auch nicht sehr viel Einblicke in mögliche Arbeitsfelder. Das jedenfalls habe ich jetzt in meinem Job.

Was hat dich bei deiner beruflichen Entwicklung besonders geprägt? Die Chancen, die das österreichische Bildungssystem mir geboten hat und die Erfahrung, dass ich die Dinge in die Hand nehmen kann und etwas verändern kann, wenn ich unzufrieden bin.

Wie muss deine ideale Zukunft der Arbeit organisiert sein? Die flexiblen Arbeitszeiten, die ich in meinem Job habe, weiß ich sehr zu schätzen. Ich habe zwei Kinder und auch deshalb ist mir Vereinbarkeit ein Anliegen.

Aber auch für Menschen ohne Betreuungspflichten erscheint es mir wichtig, dass Arbeitsverhältnisse so gestaltet sind, dass sie uns ausreichend Energie für andere Dinge im Leben lassen.

An welchen Orten arbeitest du? Wie muss der ideale Arbeitsraum gestaltet sein? Ich erwerbsarbeite derzeit ausschließlich im Büro und weiß diese Abgrenzung vom Privaten sehr zu schätzen.

Natürlich bringt es auch Freiheiten mit sich an unterschiedlichen Orten tätig zu sein. Ich tue mir aber ohnehin schwer, die Arbeit im Kopf nicht mit nach Hause zu nehmen. Wenn sie zumindest physisch dort verortet bleibt, wo ich auch arbeite, dann macht es das für mich einfacher.

Ein idealer Arbeitsraum braucht für mich außerdem Begegnungsräume für den informellen Austausch mit Kolleg_innen.

Wie wichtig ist dir die Zusammenarbeit mit anderen? Was braucht es für eine erfolgreiche, erfüllende Kollaboration? Für mich ist es unglaublich bereichernd, dass ich mich täglich mit Menschen austauschen kann, die vor den gleichen Herausforderungen stehen und von denen ich lernen kann.

Sehr wertvoll erlebe ich eine möglichst große Diversität in Teams und die Fähigkeit unterschiedliche Sichtweisen und Problemlösungszugänge wertschätzen zu können.

Welche Herausforderungen, Probleme siehst du in der heutigen Arbeitswelt? Im Beratungszentrum für Beruf und Weiterbildung des waff habe ich viel Kontakt mit niedrigqualifizierten Menschen und dequalifiziert Beschäftigten. Für die meisten von ihnen sind innovative Arbeitsmodelle, oder auch nur flexible Arbeitszeiten und selbstgewählte Arbeitsorte unbekannte Welten, die nichts mit ihrem Alltag zu tun haben.

Ich finde es wichtig, dass wir, wenn es um die Weiterentwicklung der Qualität von Arbeit geht, nicht nur Hochqualifizierte im Blick haben. Sondern uns als Gesellschaft auch damit auseinandersetzen, wie das für Menschen gelingen kann, die in Hilfstätigkeiten beschäftigt sind.

Für sie ist es jetzt schon teilweise sehr schwer. Sie sind häufiger und länger arbeitslos und Belastungen ausgesetzt, die nicht immer tragbar sind. Die Errungenschaften durch Digitalisierung und Automatisierung müssen meines Erachtens auch daran gemessen werden, wie sie zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen dieser Zielgruppen beitragen.

Zusätzlich erscheint mir die Auseinandersetzung mit der Verteilung der bezahlten und unbezahlten Arbeit zwischen den Geschlechtern wichtig. Denn nur wenn hier eine Umverteilung gelingt, wird sich der Gender Pay Gap und insbesondere auch der Gender Pension Gap in Österreich verringern.

Wie glaubst du arbeiten wir in den nächsten 20 Jahren? Bist du eher optimistisch oder siehst du schwarz? Ich bin grundsätzlich optimistisch. Obwohl es meiner Meinung nach nicht möglich ist vorherzusagen, wie wir in 20 Jahren arbeiten werden. Das wird auch weiterhin sehr vom Arbeitssektor und dem jeweiligen Tätigkeitsfeld abhängen.

Zentral erscheint mir dafür, inwiefern es uns gelingt, die Digitalisierung für soziale Innovationen zu nutzen. Wenn etwa manuell durchgeführte Routinetätigkeiten wegfallen, werden idealerweise Ressourcen frei um sich anderen Dingen zu widmen.

Dann ist es entscheidend, ob Menschen durch Weiterentwicklung ihrer Kompetenzen in die Lage versetzt wurden, diese neuen oder anderen Aufgaben zu übernehmen. Hier ist jedenfalls die Erwachsenenbildung gefragt.

Persönlich finde ich es außerdem spannend wie virtuelle Kommunikations- und Kollaborationsmöglichkeiten unsere Arbeitswelt weiterhin verändern werden.

Vorausgesetzt, du hättest genug Geld – würdest du trotzdem arbeiten, und was? Auch wenn ich nicht auf das Geld angewiesen wäre, würde ich arbeiten. Ich mag meine Arbeit und erlebe sie fast immer als Bereicherung. Mein Leben würde also vermutlich nicht sehr viel anders aussehen. Was ich dann aber sicher tun würde: Risikofreudiger meine Zeit in die Entwicklung eigener Projekte investieren.

Demnächst

‚Frauen und die Zukunft der Arbeit‘ mit Lena Robinson, Managerin Partnerin von Playful Solutions.

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b_i letter #1 – Nicht leben um zu arbeiten, sondern arbeiten um zu leben.

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Neues aus der b_i Welt

b_i Artikel: ‚So haben wir das immer schon gemacht.‘ Autorin: Lena Marie Glaser

Wenn Millennials in der Arbeitswelt auf Babyboomer treffen, prallen oft Welten aufeinander. Dieser Artikel zeigt, wie die Gräben in Zukunft überwunden werden können: Mehr

b_i Fragebogen: Wie willst du arbeiten? ‚Herausforderung in der heutigen Arbeitswelt? Wahre Bedeutung zu schaffen anstatt irgendwelchen Zahlen zu dienen.’

Monika Kletzmayr (Evolutionary Catalyst, dwarfs and Giants) über ihr persönliches Verhältnis zur Arbeit: Mehr

b_i Veranstaltungstipps

Schickt mir eure Veranstaltungshinweise an: info@basicallyinnovative.com

Wienerstadtgespräch am 15. März 2018

Die Arbeit der Zukunft – Zwischen digitaler Entgrenzung und neuer Zeitsouveränität. Die deutsche Soziologin Kerstin Jürgens im Gespräch mit Peter Huemer.

MAK Wien, Let’s Talk am 16. März 2018 mit Erwin Wurm

Kunst, Architektur & Design im digitalen Zeitalter. Wie beeinflusst Innovation in digitalen Technologien die eigene Arbeit?

FIFTEEN SECONDS EUROPE 2018 7. – 8. Juni 2018  in Graz, ‚Europe’s leading interdisciplinary business festival‘

b_i Lesetipps

Schickt mir eure Leseempfehlungen an: info@basicallyinnovative.com

The Guardian, The long read ‘Post-work: the radical idea of a world without jobs

Die Zeit, ‘Warum clevere Menschen öfter scheitern

 

Und mehr zur neuen Arbeitswelt gibt es hier: b_i Homepage b_i Facebook

Lena Marie Glaser, Founding Editor

Als Herausgeberin von basicallyinnovative.com geht es mir darum, den aktuellen Wandel der Arbeitswelt als Chance zu begreifen. Wie wollen wir eigentlich arbeiten? Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf Frauen und deren Blick auf die Zukunft der Arbeit (mehr). Schreib mir, wenn du Interesse an einem regelmäßigen Update hast: eMail und folge mir auf Facebook.

So haben wir das immer schon gemacht – Ein Generationenkonflikt?

Collage (c) Lena Marie Glaser, Texte aus Parnass Kunstmagazin 03/16
(c) Lena Marie Glaser, Texte aus Parnass Kunstmagazin 03/16

Wenn Millennials in der Arbeitswelt auf Babyboomer* treffen, prallen oft Welten aufeinander. Unverständnis und Widerstände sind die Folge. Wie Empathie helfen kann, diese Gräben in Zukunft zu überwinden.

Autorin: Lena Marie Glaser

Ja, viele Menschen meiner Generation haben andere Vorstellungen von Arbeit und Leben als ihre Eltern. Wenn Millennials nun mit erfahrenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Unternehmen zusammenarbeiten, fehlt oft das Verständnis füreinander, unterschiedliche Vorstellungen kollidieren, Konflikte entstehen. Empathie wäre gefragt.

Im Gegensatz zu ihren älteren Zeitgenossen sind Millennials in einem anderen gesellschaftlichen Umfeld aufgewachsen. Anders als für Generationen vor uns ist klar, dass sichere Jobs bis zur Pension eher eine Utopie sind. In meinem Artikel ‚Millennials und die Zukunft der Arbeit. Wie wir arbeiten wollen und nicht nur sozial nachhaltige Unternehmen davon profitieren’ betone ich, dass

Menschen meiner Generation zwischen Mitte 20 und Mitte 30 – es gewohnt sind, flexibel zu sein, wir kennen unsere Möglichkeiten, sind zwar keine digital natives, aber doch mit Handys und Internet aufgewachsen. Wir haben studiert, zahlreiche unbezahlte (internationale) Praktika absolviert und jetzt wollen wir einen Job, der neben finanzieller Sicherheit, flexiblen Arbeitszeiten auch Selbstentfaltung und eine sinnvolle Tätigkeit bietet, die zu unserem nachhaltigen Lebensstil passt.

Aber anders als erwartet, ist es nicht unbedingt ein Konflikt zwischen Alt und Jung, zwischen Babyboomern und Millennials. So soll es ja wieder viele junge Menschen geben, für die ein traditionelles Familienleben wichtiger ist als berufliche Selbstverwirklichung. Oder aber engagierte Pensionistinnen, die sich auch im Ruhestand eine erfüllende Aufgabe suchen.

Wir leben in einer polarisierten Gesellschaft, erklärt der Kommunikationswissenschaftler Josef Seethaler, Deputy Director der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Auf der einen Seite all jene, die sich nach Sicherheit, Planbarkeit, festen Strukturen sehnen und von der Haltung ‚Es soll alles so bleiben, wie es war’ geprägt sind. Am anderen Spektrum Menschen, offen für Veränderung, denen Selbstverwirklichung und Partizipation wichtig sind.

Wiener Leadership Night 2018, Looshaus
Wiener Leadership Night 2018, Looshaus

Jede Generation hat einen anderen Zugang zur Arbeit, ist hingegen Ingrid Thür, langjährige Mitarbeiterin und Führungskraft in dem staatsnahen Unternehmen Austro Control überzeugt. Bei der Wiener Leadership Night 2018 im Februar berichtet sie von Konflikten zwischen den Generationen im Arbeitsalltag.

Davon, dass in der täglichen Arbeit erfahrene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, höchst loyal gegenüber ihrem Arbeitgeber und skeptisch gegenüber neuen Entwicklungen auf neue Kolleginnen und Kollegen treffen, die sich nach Work-Life Balance sehnen, neugierig und offen sind für Neues. Für die Führungskultur eine große Herausforderung; die streng hierarchische Führung funktioniert dann nicht mehr. Hauptaufgabe der Führungskräfte muss es daher sein, die Generationen zusammenzubringen, so Thür.

Wie sieht dieser Generationenkonflikt in österreichischen Familienunternehmen aus? Bei der Wiener Leadership Night 2018 im Wiener Looshaus zum Thema Sind Traditionen Innovationskiller für Unternehmen? kann sich Doris Wallner-Bösmüller (Bösmüller Print Management) noch sehr gut daran erinnern, dass ihr die Führung des Familienbetriebes übertragen wurde, aber bei der erfolgreichen Modernisierung zunächst die Unterstützung versagt blieb.

Auch Georg Gaugusch (Wilhelm Jungmann & Neffe) berichtet von großen Widerständen innerhalb der Familie bei der Neuausrichtung des traditionsbewussten Wiener Modeunternehmens. Johannes Hornig, der mit 25 Jahren die Kaffeerösterei Hornig aus Graz von den Eltern übernahm und das Unternehmen zeitgemäß und international aufstellte, wurde zunächst ins kalte Wasser gestoßen und genießt jetzt den großen Stolz der Eltern.

Das eigene Ego steht hier oft im Weg, ist Jeanny Gucher vom Beratungsunternehmen 4dimensions in der anschließenden Diskussion der Wiener Leadership Night überzeugt. So ist der eigene Selbstwert stark damit verbunden, ‚mit dem was immer schon so gemacht wurde’. Es ist eine Frage der Persönlichkeitsentwicklung von erfahrenen Führungskräften, einen neuen Weg zu gehen, ‚pionierhaft zu denken’, so Gucher.

Viel wurde an diesem Abend über die ‚Jungen‘, die Millennials gesprochen, doch war ich in der Minderheit bei dieser Veranstaltung. Für mich wurde klar, dass viele Vorurteile bestehen und etwas fehlt … die Empathie, der Austausch und Dialog.

Audience Engagement Day 2018, ORF
Audience Engagement Day 2018, ORF

Jung trifft auf Alt, Wertekonservative auf Selbstverwirklicherinnen: Auch in der Medienbranche ist das nicht anders. Beim Audience Engagement Day 2018 im ORF begegneten sich etablierte Print-, Radio- und TV-Journalistinnen und Journalisten und (junge) engagierte Online-Redakteurinnen und Redakteure, Medienmacherinnen mit Lust an neuen Wegen und Kulturpessimisten, um über die Zukunft des Journalismus zu diskutieren.

Eines wurde hier besonders deutlich: Im Onlinebereich sind es die motivierten Jungen, die etwas zu sagen haben. Trotz dem Druck nach Reichweite gibt es immer mehr engagierte Frauen, wie Nana Siebert (woman.at) und Lisa Stadler (derstandard.at), die als wichtige Player der österreichischen Medienlandschaft neue Wege gehen – trotz Widerständen.

Grundsätzlich scheint in unserer heutigen (Arbeits)welt etwas Wichtiges zu fehlen: Das Zuhören, das Verstehen wollen, die Empathie und der Austausch außerhalb der eigenen Elite. Und wie die Kommunikationsexpertin Kersten Kloser-Pitcher in unserem Interview treffend bemerkte, ist

‚es an der Zeit, Brücken zu schlagen und sich nicht mehr in elitäre Felder zu retten und von dort zu bewerten. Aufstehen und reden. Muskeltraining im empathischen Zuhören’. 

Wien, Februar 2018

*Millennials … auch Generation Y. Generation, die zwischen 1980-2000 geboren wurde.
Babyboomer … Generation, die zu den Zeiten steigender Geburtenraten nach dem Zweiten Weltkrieg, zwischen 1940-1964 geboren wurde. (Quelle: Wikipedia)

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Wie sieht eine lebenswerte Zukunft aus? basicallyinnovative.com ist ein virtual space, der den Austausch neuer Ideen ermöglicht. Wir befragen Expertinnen, besuchen Menschen und Organisationen, die neue Wege gehen. Und das aus Sicht meiner Generation – den Millennials. Multimedial und unabhängig. Videos, Interviews, Artikel, Reviews. Interesse über neue Beiträge informiert zu werden? Schreibt mir: lena@basicallyinnovative.com Follow us:  Facebook Twitter Instagram

b_i Fragebogen – Sinn, Glück oder Geld?


Sinn, Glück oder Geld  – Was ist dir im Job wichtig? #wiewillstduarbeiten

Mit meinem Fragebogen kannst du mehr über dein persönliches Verhältnis zur Arbeit herausfinden. Was du dafür brauchst? Eine Tasse Tee oder Kaffee, deinen Lieblingsstift und ein Blatt Papier. Viel Spaß!

Latte @ MUD, Lower Eastside

Die Fragen:

> Woran arbeitest du gerade? Was interessiert dich daran?

> Wie bist du zu diesem Job/dieser Aufgabe gekommen?

> Wo hast du bisher gearbeitet? Was war dir dort wichtig?

> Was hat dich bei dieser beruflichen Entwicklung besonders geprägt?

> Was wolltest du als Kind/Jugendliche werden? Findet sich etwas davon in deinem Job?

> Welche Rolle spielt die Arbeit in deinem Leben? 

> Was macht dich glücklich in deiner Arbeit?

> Was nervt dich an deiner Arbeit?

> Vorausgesetzt du hättest genug Geld und auch sonst keine Beschränkungen, was wäre dein Traumjob?

> Wie muss deine ideale Arbeit organisiert sein? (Arbeitszeit, Regeln, Freiraum – Struktur)

> An welchen Orten arbeitest du (Büro, zu Hause, Co-working space)? Was ist dir dort wichtig? Wie muss der ideale Arbeitsraum gestaltet sein?

> Wie wichtig ist dir die Zusammenarbeit mit anderen? Was braucht es für eine erfolgreiche, erfüllende gemeinsame Arbeit?

> Welche Herausforderungen, Probleme siehst du in der heutigen Arbeitswelt?

> Würdest du trotz finanzieller Absicherung arbeiten? Wie findest du die Idee eines bedingungslosen Grundeinkommens? 

> Wie glaubst du arbeiten wir in den nächsten 20 Jahren? Bist du eher optimistisch oder siehst du schwarz?

> Wo siehst du dich in 5 Jahren?

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Wer will spielen? Gamification, innovatives Leadership und die Zukunft unserer Arbeitswelt

Superpower Discovery - Workshop
Superpower Discovery – Workshop

Wer will spielen? Einblicke in neue Trends der Arbeitswelt

Autorin: Lena Marie Glaser

  • Gamification als Trend aus der USA kommt nun auch in Österreichs Arbeitswelt an.
  • So finden wir unsere persönlichen Superpowers: Österreichischer Computerspiel-Forscher setzt mit seinem Start-up internationale Maßstäbe.
  • Innovative Führungskräfte erforschen die Kraft von Kreativität und Wertschätzung in Zeiten des Wandels – Der 3. Wiener Leadership Kongress 2017.
  • Von jung bis alt: Neue Bildungsmodelle und ein Buddysystem – So lernen wir voneinander.

Ein Rückblick. Es ist mitten im Sommer 2017 als der Impact Hub Vienna, Treffpunkt von social entrepreneurs und innovativen Start-ups, auf das Badeschiff zum Thema Zukunft der Arbeit lädt. Hier lerne ich Konstantin Mitgutsch, den Gründer des Start-ups Playful Solutions und Affiliate Researcher am MIT GAME LAB am Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Boston kennen. In Workshops und eigenen Konzeptdesigns setzt der Forscher, Autor und Spieleentwickler seine Expertise im Lernen mit Computerspielen ein, um Unternehmen dabei zu unterstützen innovativer zu werden.

Gamification heißt dieser Trend aus den USA, der sich nun neben Innovation Hubs, Co-working Spaces (Dort wo die einzigartigen Ideen wachsen – Wiens Co-working spaces) und neuen Berufsbildern wie dem Chief Happiness Officer (Zukunftsberuf Chief Happiness Officer – Kommt so das GLÜCK in unsere Arbeitswelt?) in der deutschsprachigen Arbeitswelt durchsetzt. Unter Gamification kann das Übertragen der Elemente von Computerspielen auf andere Bereiche des Lebens verstanden werden (Futurezone).

Superpower Discovery -Workshop, Zacherlfabrik (c) Victoria Koller
Superpower Discovery -Workshop, Zacherlfabrik (c) Victoria Koller

Konstantin Mitgutsch erzählt mir an diesem Abend von seinem Herzensprojekt, den Superpower Discovery -Workshops. Spielerisch können die Teilnehmerinnen dort ihre persönlichen Superpowers, also ihre großen Stärken entdecken; eine interessante Alternative zur klassischen Potenzialanalyse und Business-Coaching. Für alle Interessierten hat Konstantin Mitgutsch einen Artikel darüber publiziert (https://medium.com/the-mission/3-steps-to-discover-your-superpowers-64516d3673ca).

Anfang November 2017. Simone Rack (4dimensions) lädt mich zu dem mit Karin Weigl veranstalteten 3. Wiener Leadership Kongress im Novomatic Forum Wien ein. Der Kongress dient als ‚Plattform für Führungskräfte und UnternehmerInnen, die neue Wege in der Führung gehen‘. Unter Leadership wird hier mehr als das Führen von Mitarbeiterinnen verstanden; vielmehr geht es um Eigenverantwortung, Selbstführung und Selbstreflexion. Die geladene deutsche Unternehmensberaterin Ricarda Droop, ehemalige Expertin für Unternehmenskultur der Deutschen Bahn, lädt in ihrer Keynote speech die anwesenden Führungskräfte zu einem Spiel ein: Sie wirft Äpfel zu, fragt nach der Rolle des Spiels im persönlichen Alltag und Berufsleben. Die Stimmung im Raum ist gelöst. Droop zeigt so den Anwesenden, dass durch den spielerischen Ansatz Raum für Kreativität geschaffen wird; wichtige Prozesse für Unternehmen, um Innovation zu ermöglichen, so die deutsche Beraterin.

Besonders beeindruckt mich dann die 18-jährige Berlinerin Jamila Tressel, die bei ihrem Auftritt eloquent erzählt, wie sie bereits in der Schule bei außergewöhnlichen Projekten (ua. der Initiative ‚Schüler coachen Manager‘) Eigenverantwortung, das Erleben der eigenen Kreativität und Selbstbestimmtheit gelernt hat. Sie lässt uns an ihrem großen Abenteuer teilhaben, als sie mit einem Minimalbudget und geringen Englischkenntnissen gemeinsam mit Mitschülerinnen England bereiste. So wie die Kinder und Jugendlichen des neuen Co-Learning Projekts Markhof von Stefan Leitner-Sidl (www.basicallyinnovative.com/discoveries-co-working-wien/) wurde Jamila von ihren Eltern und Lehrkräften zur Eigenverantwortung motiviert.

3. Wiener Leadership Kongress
3. Wiener Leadership Kongress

Noch am selben Abend des 3. Wiener Leadership Kongresses erzählt der Leiter der ehrenamtlichen Salzburger Lawinenhundestaffel wie sein Team unter schwierigsten Bedingungen mit ihren Hunden Menschenleben retten. Die zentrale Erkenntnis dabei: Die in jahrelanger Praxis aufgebaute Erfahrung weiter zu geben, ist eine der großen Herausforderungen. Die Einführung eines Buddysystems ermöglicht es nun im Team der Lawinenhundstaffel, diese lebensnotwendige Arbeit fortsetzen zu können.

Emotionen, Gefühle und Kreativität im Berufsalltag zu zulassen, Menschen bei ihrer persönlichen Entwicklung zu unterstützen – das sind wichtige Ansatzpunkte für gutes Leadership, finde ich. Das gemeinsame Spielen kann uns dabei unterstützen, wie diese Beispiele erzählen. Führungskräfte in Unternehmen müssen in Zeiten des Umbruches mit Unsicherheiten umgehen lernen und Selbstreflexion üben. Die Grundlage dafür liegt sicher in einem wertschätzenden Menschenbild und einer guten Portion Empathie.

Lena, Founding Editor

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Lernen von den Älteren – So schützen wir ihren Erfahrungsschatz

Autorin: Lena Marie Glaser

Allerheiligen 2017. Die beliebte österreichische Schauspielerin Ursula Strauss (Schnell ermittelt, Revanche) beklagt in der Ö1 Sendung ‚Gedanken – Über die Flüchtigkeit des Augenblickes’, dass der Reichtum an Erfahrung im Älterwerden heute weniger wert ist als der Schmerz des Verlusts der Jugend. Die Schnelllebigkeit und die rasanten technologischen Entwicklungen ermöglichen es kaum mehr reifer zu werden und Erfahrungen auszutauschen, so Strauss. Die Schauspielerin zeigt sich überzeugt, dass Herzenswissen, Reife und tiefes Verständnis des Lebens wichtig ist, aber heute einfach nicht sein darf.

Klaudia Bachinger GrowWisr Erfahrungsschatz
Klaudia Bachinger, GrowWisr

Diese berührenden Worte erinnerten mich an das Projekt der Filmemacherin Klaudia Bachinger, die ich im Impact Hub Vienna kennenlernte. Gemeinsam mit ihrem Team gründete sie das Start-up GrowWisR. Überzeugt, dass Unternehmen von dem Erfahrungsschatz älterer Menschen lernen und profitieren können. Aber auch mit der Leidenschaft, den sogenannten Silver Talents, eine Möglichkeit zu geben, nach ihrer Pensionierung Sinn und Beschäftigung zu finden.

Lena im Oma Garten Erfahrungsschatz
Ich, im Garten der Oma

Seit meiner Kindheit liebe ich die Zeit mit meinen Großeltern; ihre spannenden Erzählungen, die lustigen Anekdoten,  schmerzhafte Erfahrungen, ihre genauen Erinnerungen. Aus diesen Gesprächen nahm ich ganz viel mit, erst jetzt wird mir klar, wie sie meine persönliche Entwicklung beeinflussen.

Wenn wir uns bewusst machen, welchen Erfahrungsschatz die Älteren mit uns teilen können; wenn wir aktiv auf sie zugehen und nach ihrem Wissen fragen, dann schaffen wir es von ihnen zu lernen und das Wissen vor der Schnelllebigkeit und den sich rasant entwickelten neuen Technologien zu schützen.

Lena, Founding Editor

Als Herausgeberin von BASICALLY INNOVATIVE – b_i (www.basicallyinnovative.com) geht es mir darum, den aktuellen Wandel in unserer Arbeitswelt als Chance zu begreifen und die Frage aufzuwerfen, wie wir eigentlich arbeiten wollen. More

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Dort wo die einzigartigen Ideen wachsen – Wiens Co-working spaces

Markhof Co-working
Markhof Co-learning, Wien

Hier arbeiten Menschen auf neue Art und Weise zusammen, tauschen sich aus und entwickeln ihre eigenen Ideen. Ein Streifzug durch Wiens Co-working spaces.

Autorin: Lena Marie Glaser

Als Teil einer Learning Journey der Wirtschaftsagentur Wien (Kooperation mit Doris Rothauer, Büro für Transfer) entdeckte ich 2017 Wiens Co-working spaces. Unsere Tour führte uns von Wiens erstem Co-working Café nach amerikanischem Vorbild zum einzigartigen Co-learning Projekt in einer aufgelassenen Druckerei und schließlich ins Hub für Designer von Computerspielen.

Unsere erste Station ist das Cocoquadrat (1040 Wien). Wir treten in ein helles Café, das Wolfgang Bretschko (ehem. Vorstand des Styria-Medienkonzerns) 2014 als erstes Co-working Café Wiens inspiriert von einer Reise ins Silicon Valley gründete (Trending Topics).

Cocoquadrat Co-working Café
Cocoquadrat Co-working Café

Im Erdgeschoß arbeitet man im Café oder in einem mit Vorhang abgegrenzten Bereich. Dieser bietet Arbeitsplätze, die entweder vorab gebucht oder einfach spontan belegt werden können. Im ersten Stock erwartet uns bereits im ruhigeren Meetingraum das Gründungsteam von Hilda.Henri.

Verena Wondrak und Mirkus Hahn gründeten mit Hilda.Henri ein Modelabel für Kinder, das wunderschöne Kleidung aus dem traditionellen österreichischen Walkloden und Stoffen mit eigenen innovativen Drucken anbietet. Der Co-working space in Wien dient als Ort in der Stadt, zum Austausch und Inspiration.

Markhof Co-working Co-learning
Markhof Co-learning, Wien

Vom Cocoquadrat geht es in den größeren Markhof. In einer ehemaligen Druckerei (1030 Wien) hat der Pionier des Co-workings in Wien, Stefan Leitner-Sidl einen besonderen Ort geschaffen. Neben dem weitläufigen Co-working space mit fixen Arbeitsbereichen und Flexidesks gibt es hier Ateliers, Musikräume und Werkstätten.

Kinder aller Altersgruppen bereiten gerade ihr eigenes Mittagessen zu – wir befinden uns in einer neuen Form der Schule, dem Co-learning. Daneben finden innovative Unternehmen ideale Bedingungen; so wie ein junges Wiener Start-up, das ein Produkt zur Entfaltung der Persönlichkeit von Kindern entwickelt. Das Gründungsteam teilt sich die Aufenthaltsräume mit den Kindern – neue Perspektiven entstehen so.

Abschließend besuchen wir das SUBOTRON, eine Plattform für Computerspiele im Wiener Museumsquartier. Jogi Neufeld und Felix Bohatsch (Broken rules) geben uns Einblicke in die Welt des Designs, der Produktion und Community rund um die Games.

subotron hub
SUBOTRON Hub – MQ Wien (c) SUBOTRON

Was verbindet Veronika, Mirkus, Stefan, Jogi und Felix? Sie haben ihre persönliche Begeisterung zum Beruf gemacht. Sie gehen ihren Weg trotz administrativer Lasten und finanziellen Herausforderungen. Co-working spaces bieten ihnen die Infrastruktur dafür; als Ort der Zusammenarbeit, für einen gemütlichen Kaffeeplausch, neue Ideen und gegenseitige Unterstützung.

Bald mache ich mich als Mystery Shopperin für Co-working spaces undercover auf die Suche nach der schönsten Atmosphäre, der besten Crowd, dem schnellsten WLAN und dem schlechtesten Kaffee. Wo arbeiten die ITler und wo die Grafikdesignerinnen? Als kleine Unterstützung für alle, die bald einen neuen Arbeitsplatz suchen…

Founding editor basicallyinnovate.com looshaus wien videos looshaus wien
Lena Marie Glaser, Founder of b_i

Wie sieht eine lebenswerte Zukunft aus? basicallyinnovative.com ist ein virtual space, der den Austausch neuer Ideen ermöglicht. Wir befragen Expertinnen, besuchen Menschen und Organisationen, die neue Wege gehen. Und das aus Sicht meiner Generation – den Millennials. Multimedial und unabhängig. Videos, Interviews, Artikel, Reviews. Interesse über neue Beiträge informiert zu werden? Schreibt mir: lena@basicallyinnovative.com Follow us:  Facebook Twitter Instagram

 

BASICALLY INNOVATIVE invites… GOODGOODs (Designbüro dottings)

dottings team (c)neukurs
dottings team (c) neukurs

Als Gründerin von BASICALLY INNOVATIVE lade ich, Lena Marie Glaser, inspirierende Frauen ein, ihre Projekte vorzustellen – GOODGOODs.

Wien, September 2017

Das Büro für Industrial Design dottings arbeitet in den Bereichen Produkt, Licht, Möbel und öffentlicher Raum. Für GOODGOODs entwickelten sie Designprodukte, die in Werkstätten von Menschen mit Behinderung oder psychischen Krankheiten in Kooperation mit Designerinnen hergestellt werden. 

Liebes dottings Team, ich habe euer Projekt bei einer Learning Journey zum Thema Social Design* kennengelernt und war von eurer Idee begeistert, schöne Alltagsprodukte mit sozialem Engagement zu verbinden. Was ist GOODGOODs für euch und wie trägt ihr damit zu einer lebenswerten Zukunft bei?

GOODGOODs sind Designprodukte für Leben und Haushalt mit sozialem Augenmerk. Unser Projekt vernetzt Designerinnen und Designer mit Werkstätten in denen Menschen mit Behinderung oder psychischen Krankheiten arbeiten.

Als soziales Unternehmen haben wir das Ziel, die geleistete Arbeit in den Werkstätten nach außen zu tragen und Konsumentinnen und Konsumenten die Möglichkeit zu geben, durch den Kauf der Produkte soziale Verantwortung zu übernehmen.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen?

BIGBAG von GOODGOODs, Design von dottings (c) dottings

Der Startschuss für GOODGOODs ist einer zufälligen Begegnung zu verdanken. Wir haben für ein Projekt unseres Designbüros dottings eine geschützte Werkstatt besucht und eine neue Welt kennengelernt.

Einerseits haben wir die Menschen und ihre Fähigkeiten gesehen, andererseits sofort das Potential für eine Zusammenarbeit mit Designerinnen und Designern erkannt. So ist GOODGOODs entstanden.

BENTOBAG von GOODGOODs, Design von dottings (c) dottings
BENTOBAG von GOODGOODs, Design von dottings (c) dottings

Danke euch für das Interview!

Mehr dazu: Homepage, Blog-Artikel

* Die Learning Journey wurde im Mai 2017 von der Wirtschaftsagentur Wien (Kreativwirtschaft, ehem. departure) veranstaltet.

Jobwechsel – So macht dich deine Arbeit glücklich in 10 Schritten

Parallel Fair 2017, Wien
Parallel Art Fair 2017, Wien

Jobwechsel – So macht dich deine Arbeit glücklich in 10 Schritten

Autorin: Lena Marie Glaser

Hast du schon mal deinen Job gewechselt? In Zukunft wird das zur Regel. Manche von uns sind bereits routinierte Jobhopper, für andere ist es eine große Herausforderung. Der Jobwechsel kann sehr unterschiedliche Gründe haben: Manche möchten sich selbst verwirklichen, andere fliehen vor der großen psychischen Belastung am Arbeitsplatz, andere verlieren diesen ungewollt. Bei Freelancern liegt es in der Natur regelmäßig einen neuen Job anzunehmen, die Gig Economy lässt grüßen.

Für BASICALLY INNOVATIVE möchte ich zeigen, wie wir diese Veränderung für uns persönlich nutzen können. Meine eigenen Erfahrungen und viele Gespräche mit Menschen, die ihren Beruf erfolgreich gewechselt haben sind die Grundlage. Im Mittelpunkt steht die Frage: Wie will ich eigentlich arbeiten?

So kann der Jobwechsel in 10 Schritten gelingen:

1. Zunächst finde heraus, was dir liegt und welche Aufgabenbereiche für dich passen könnten. So könnte es hilfreich sein, Tätigkeiten zu sammeln und aufzuschreiben, die dir Spaß machen und besonders leicht gelingen. Sei offen und kreativ, erinnere dich an deine Kindheit. Vielleicht hilft dir auch dieses Gedankenexperiment: Stelle dir vor, du hast genug Geld, es gibt keinerlei Hindernisse, wie würde dein Alltag dann aussehen, was würdest du arbeiten?

2. Verschaffe dir einen guten Überblick über die aktuelle Arbeitsmarktsituation, auf Messen (Unis, BeSt) oder Jobportalen wie derstandard.at, karriere.at, Watchado oder den AMS-Berufskompass. Auch Beratungsstellen wie das UNIPORT-Karriereservice helfen hier.

3. Welche Berufsbilder, welche Branchen davon findest du spannend? Kennst du jemanden, der in diesem Bereich arbeitet? Frage nach, sei kritisch.

4. Besuche Workshops, Fortbildungen, Veranstaltungen in allen möglichen Bereichen, die du spannend findest. Vielleicht ergeben sich hier bereits neue Ideen und Kontakte.

5. Versuche gelassen zu sein, denn zu viel Druck ist eher hinderlich. Mach dir bewusst, dass es ein längerer Weg ist, der sich auszahlt. Vertraue dabei auf deine eigenen Stärken.

6. Ein Jobwechsel erfordert Mut, da wir die eigene Komfortzone verlassen. Vertraute, die dich immer wieder bestärken und unterstützen, sind in dieser Zeit unglaublich wichtig. Meine eigene Erfahrung zeigt, dass neue Menschen ins Leben treten und das bisherige Umfeld sich möglicherweise verändert.

7. Überlege professionelle Unterstützung anzunehmen. Ich absolvierte zB ein Business-Coaching bei Dr. Andrea Tschirf. Das für mich überraschendste Ergebnis dieser Sitzungen über mehrere Monate: Mein idealer Traumjob stellte sich als Illusion dar. Schließlich wurde mir klar, warum ich in diesem Bereich nie wirklich Fuß gefasst hatte. Im Gegenzug dazu wurde ich auf neue Berufsbilder aufmerksam; der Grundstein für meine weitere Entdeckungsreise war gelegt.

8. Yoga, Meditation, Bewegung und eine ausgewogene Ernährung (zb Nüsse, Bananen, Fisch) bieten die ideale Unterstützung. Hier mein Rezept gegen Stress: Link

9. Auch wenn du dich freust endlich einen Job in Aussicht zu haben, nicht jedes Angebot passt zu dir. Achte auf deine innere Stimme: Wie fühlt es sich an, wenn du dir vorstellst dort zu arbeiten?

10. Einen schönen Rat gab mir schließlich eine Freundin mit auf den Weg: Es ist wichtig zu SÄEN – nur dann kann Neues entstehen.

Falls ihr Freundinnen und Freunde habt, die gerne ihren Job wechseln würden, oder schon länger etwas Neues suchen, lädt sie ein, mir auf Facebook zu folgen oder direkt Kontakt aufzunehmen: info@basicallyinnovative.com

Lena, Founding Editor

Als Herausgeberin von basicallyinnovative.com geht es mir darum, den aktuellen Wandel der Arbeitswelt als Chance zu begreifen. Wie wollen wir eigentlich arbeiten? Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf Frauen und deren Blick auf die Zukunft der Arbeit (mehr). Schreib mir, wenn du Interesse an einem regelmäßigen Update hast: eMail und folge mir auf Facebook.

BASICALLY INNOVATIVE invites… Endlos Fesch

Endlos Fesch - MaMaMu The Shirtmakers
Endlos Fesch – MaMaMu The Shirtmakers

Als Gründerin von BASICALLY INNOVATIVE lade ich, Lena Marie Glaser, inspirierende Frauen ein, ihre Projekte vorzustellen – Endlos Fesch.

Have you heard about Vienna’s first fashion library – Endlos Fesch? In their Pop-ups they offer an endless wardrobe full of sustainably sourced fashionable items. I met the founders Karin Kuranda and Jessica Neumann at the Impact Hub in Vienna and I was truly fascinated by their passion for Endlos Fesch. Both, Karin and Jessica, have full time day jobs in Vienna and still follow their dreams with the fashion library.

Hi Karin, hi Jessi! What is your project Endlos Fesch about?

Endlos Fesch is the first fashion library in Vienna renting out unique and high quality clothing. Our members take advantage of an endless wardrobe full of sustainably sourced fashionable items, thereby pursuing an eco-friendly lifestyle.

We are an innovative social business that extends the product lifecycle of clothes, reduces the amount of textile waste and CO2 emissions, raises awareness of slow fashion and encourages members to change unsustainable consumption patterns.

Endlos Fesch Fashion Library Anleitung

And can you change tomorrow’s society with Endlos Fesch?

We believe that our concept can really make an impact, since we will be able to influence today’s and tomorrow’s customers, mainly by changing the current mindsets and informing our members about how much we actually consume and how the clothing industry works –  this will promote sustainable consumption patterns and our community can take part in the sharing economy.

Rather than buying fast fashion items that are only used once or twice, our customers can rent fashionable, precious and local designer clothing for a low monthly fee from the first Vienna fashion library. This way, we make high-quality products available to a large number of clients and raise awareness for the slow fashion movement. As a consequence, customers will buy less low quality, low priced items and less clothing will be discarded to landfills.

Endlos Fesch - Marlene Fröhlich Lux&Lumen
Endlos Fesch – Marlene Fröhlich Lux&Lumen

Endlos Fesch and our members promote green and sustainable consumption and resourcefulness. The sharing model will benefit local designers and clothes-producing industries, as their products are being promoted and more people can have easy access, especially people living on a low income.

How did you come up with the idea of a fashion library?

We have been active in the Zero Waste Austria community and were shocked about the high number of clothes that are not being worn and just thrown away (about 80.000 tones per year in Austria alone). With one of the poorest recycling rates, clothes can contain hazardous toxic chemicals, which release greenhouse gases when decomposing at landfills. The chemicals and dyes used leach into the soil, contaminate the land, air and the groundwater. We wanted to find innovative solutions to this problem.

At first we started organizing clothes swaps and ran a second hand fashion photo project to promote awareness about the slow fashion movement (Fesch in Second Hand). As a solution to scale up the idea of sharing clothes and extending the life cycle of existing resources, the idea for Endlos Fesch was born, based on the concept of already existing fashion libraries in Germany and in Scandinavian countries.

We believe in applying existing sustainable and green solutions and building a social enterprise that focuses on using zero waste technologies as well as working with companies that integrate socially disadvantaged people.

Thanks Karin and Jessi for the interview, anything else you would like to share with us?

Endlos Fesch has been established to create a community of like-minded people who enjoy wearing slow fashion clothes and share an eco-friendly and sustainable lifestyle. Come and join our community at the next Pop Up events or sign up to our newsletter. By the way, we are always looking for collaborations with local designers to join our collection. Just contact us at team@endlosfesch.at for more information or the newsletter. Endlos Fesch on Facebook.

Endlos Fesch The Vienna Fashion Librarx