So geht New Work. Das können Unternehmen von uns Millennials lernen.

Lena Glaser (c) Pflaum

Arbeit neu denken, auf Augenhöhe treffen. Ein neuer Artikel aus der basically innovative Learning Journey 2019. Vorfreude! Im Jänner 2020 startet schon die nächste aufregende Forschungsreise mit einem Eintauchen in die skandinavische Arbeitskultur in Kopenhagen. Folgt mir auf Instagram, Facebook und LinkedIn! Für Anfragen zum Angebot und Terminvereinbarung schreibt mir ein Email an Info@basicallyinnovative.com

Von Lena Glaser

2017 hat sich mein Leben radikal verändert. Früher bin ich von 9.00 bis 17.00 am Schreibtisch gesessen, habe mit Bauchweh Dienst nach Vorschrift gemacht und mich um 10.00 auf die Mittagspause gefreut. Jetzt lebe ich so, wie es zu mir und meinen Bedürfnissen passt.

Ich bin unterwegs, folge achtsam meiner Intuition, arbeite wann ich Lust habe und entscheide jeden Tag aufs Neue, wo ich arbeiten will. Ich sammle Ideen, erforsche neue Strategien, treffe auf inspirierende Vordenkerinnen und Vordenker. Bin offen für neue Begegnungen und schnelle Veränderungen.

Dabei versuche ich die Balance zu finden, um mich nicht zu überfordern. Denn Grenzen setzt mir hier niemand. Das muss ich schon selber tun. Und das kostet manchmal echt viel Kraft. Dafür ist es hilfreich und notwendig, dass ich mich sehr gut kenne, hochgradig reflektiert bin. Ich setze mich viel mit mir selbst auseinander, mit meinen Bedürfnissen und Wünschen.

Ich habe in der Zwischenzeit unglaublich viele junge, engagierte Leute getroffen, die so wie ich keine Lust mehr auf diese alte Arbeitswelt haben. Genervt vom Dauerstress frustriert gegen Betonwände zu laufen in einer Kultur, die geprägt ist von „So haben wir das immer schon gemacht“. Umgeben von überforderten und ungeeigneten Chefs und starren Strukturen.

Eine repräsentative Umfrage 2016/17 des BMASK zur Häufigkeit von Burnout in Österreich zeigt, dass nur 52 Prozent als gesund zu betrachten sind. Besonders unter 30-jährige sind besonders betroffen. Link

Jeden Tag höre ich Menschen zu, die ihre Arbeit krank gemacht hat, die frustriert und unmotiviert sind. So unterschiedlich die einzelnen Geschichten sind, doch alle eint eine große Unzufriedenheit mit dem Status-Quo. Besonders junge, hoch-qualifizierte Beschäftigte ziehen daraus ihre Konsequenzen.

Parallel Fair 2017, Wien
(c) Glaser

Sie suchen sich Unternehmen, die ihnen Arbeitsbedingungen bieten, die auf ihre Lebensumstände Rücksicht nehmen. Wo sie fair bezahlt werden, viel Autonomie haben und ein wertschätzendes Arbeitsklima spüren. Das können junge Start-ups sein oder zukunftsorientierte Unternehmen, die schon begriffen haben, dass sie etwas ändern müssen.

Auf meinen Forschungsreisen und beim Aufbau meines eigenen Unternehmens treffe ich laufend tolle, visionäre Changemaker, die traditionellen Organisationen den Rücken gekehrt haben. Sie haben beschlossen, sich selbstständig zu machen oder zumindest ihre Arbeitszeit zu reduzieren. Ihrem Traum folgend, selbstbestimmt leben zu wollen.

Lena Glaser (c) Pflaum

Mit einigen dieser wunderbaren Menschen arbeite ich zusammen. Mit Fotografinnen und Designern, mit Projektmanagerinnen und Coaches, mit Architektinnen, Soziologinnen und Ökonomen, mit Lehrerinnen, Start-up Gründern und Developern.

Uns eint eine offene Haltung, Neugierde, Achtsamkeit und Wertschätzung, Respekt. Teamorientierung und Kollaboration stehen im Vordergrund. Projektbezogen arbeiten wir zusammen, in Kollektiven stärken wir uns.

Doch nicht jeder Mensch ist für die Selbstständigkeit geschaffen. Es braucht daher neue Organisationen, die Autonomie anbieten, uns fördern und stärken und absichern. Wo wir mehr sind als kleine Zahnräder in einer großen Maschine. Doch leider drängen viele Arbeitgeber ihre Beschäftigten in Richtung Selbstständigkeit.

Organisationen müssen umdenken, wenn sie Innovation fördern und die besten Leute halten wollen. Arbeit neu denken, auf Augenhöhe treffen ist die Devise. Mehr dazu im Blog

Das geht Schritt für Schritt, mit Pilotprojekten und viel Achtsamkeit. Mit Mut und Austausch auf Augenhöhe, Lernen von Vorreitern und internationalen Beispielen. Die skandinavische Arbeitskultur sehe ich als Inspiration, dort ist die Vereinbarkeit von Arbeit und Privatleben Normalität, der wertschätzende Umgang miteinander, viel Selbstverantwortlichkeit. Da macht auch mal der Chef Kaffee für sein ganzes Team. Brandeins Blog

Im schwedischen Unternehmen Sweco gibt es keine Meetings vor 9 und nicht am Abend, Manager sollen früh oder nachts keine eMails schreiben. Es wird erwartet, dass sie ein Leben außerhalb des Büros haben. Viel wird miteinander auf Augenhöhe gesprochen, Transparenz ist zentral, es gibt Karrierepläne und Coaching für den Nachwuchs, deren Ideale und Bedürfnisse werden ernst genommen.

3 Dinge die es braucht: Wertschätzung, Achtsamkeit und Offenheit für neue Zugänge. Dann kommt die Innovation und die besten Talente bleiben.

Bietet mir der potentielle Arbeitgeber meine gewünschten Rahmenbedingungen? Gerade die Jüngeren suchen sich ihre Arbeitgeber gezielt danach aus. Studien belegen das (Shell, Deloitte Millennials Survey, Institut für Jugendkulturforschung). Dazu habe ich schon viel geschrieben. Zum Blog UN Global Compact Expert Paper. Sehen wir das als Chance und nicht als Bedrohung – im Interesse von uns allen!

Daher liebe Arbeitgeber, wenn ihr in Zukunft engagierte, kreative und zufriedene Beschäftigte wollt, dann müsst ihr handeln!

Schreibt mir an Lena@basicallyinnovative.com

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