BASICALLY INNOVATIVE invites… Julia Fabrick (Vienna Shorts Agentur)

Julia Fabrick

Als Gründerin von BASICALLY INNOVATIVE lade ich, Lena Marie Glaser, inspirierende Frauen ein, ihre Projekte vorzustellen – Julia Fabrick.

Die Filmexpertin, Kuratorin und Geschäftsführerin der Vienna Shorts Agentur, Julia Fabrick, über ihren Zugang zu Arbeit und welche Rolle die BEGEISTERUNG für die persönliche Entwicklung spielt:

CHALLENGE ACCEPTED!

In meiner Arbeit für das mittlerweile größte Kurzfilmfestival Österreichs VIS Vienna Shorts, das ich seit 2008 inhaltlich und organisatorisch maßgeblich mitgestalte und für das ich einige Jahre im Vereinsvorstand war und seit 2015 als Geschäftsführerin der Vienna Shorts Agentur, geht es mir vor allem um eines: Menschen zu begeistern!

Sei es die vielen Katzenliebhaberinnen, die wir beim jährlichen Cat Video Festival (Youtube) zum Lachen bringen, junge Menschen, denen wir beim FußballKäfigKino (Vimeo) ihr ganz persönliches Open-Air-Kino in ihre gewohnte Umgebung bauen oder Filminteressierte, die wir bei unseren Money Walks (Youtube) – politische Kurzfilmspaziergänge im öffentlichen Raum – mit gesellschaftsrelevanten Themen konfrontieren.

An der Kulturarbeit schätze ich die berufliche Freiheit, die Möglichkeit, beinahe jede Idee zu verfolgen, einige davon auch umsetzen zu können und dabei Menschen in den unterschiedlichsten Bereichen kennen zu lernen. Auf der anderen Seite ist es nicht immer leicht, sich in der Kulturbranche finanziell über Wasser zu halten; es erfordert viele Kompromisse, Eigeninitiative und Durchhaltevermögen.

Cat Video Festival

Film ist für mich als Kuratorin ein wesentliches Werkzeug, um neue Perspektiven zu eröffnen, Aufmerksamkeit zu generieren, das Publikum mit bestimmten Themen zu konfrontieren und das Gesehene zu reflektieren. Ich kann so die Wahrnehmung immer wieder aufs Neue schärfen, sensibilisieren, auf zwischenmenschliche Beziehungen und gesellschaftliche Konflikte schauen und diesen mit Bewusstsein begegnen.

Das Schöne am Kurzfilm ist der gestalterische Beitrag, den man als Kuratorin in jedem Programm (ein Kurzfilmprogramm entspricht meist der Länge eines Spielfilms) leistet. So kann ein Thema durch verschiedene Filme und die individuelle Zusammenstellung auch von mehreren Seiten beleuchtet und unterschiedlich wahrgenommen werden.

Schon immer sind Filme ein bedeutender Teil meines Lebens und das Kino der Raum, in dem alles möglich wird. Es ist jener Ort, an dem sich Fantasien und Träume entfalten, Gesellschaftsnormen durchbrochen und die eigenen Motive und Wahrheiten hinterfragt werden.

VIS Vienna Shorts Agentur Logo

Als Geschäftsführerin der Vienna Shorts Agentur (agentur.viennashorts.com) unterstütze ich FilmemacherInnen durch Vermittlung von Auftragsarbeiten – so zum Beispiel durch Beauftragung von Kurzfilmen für die Stadt Wien zu den Themen Mülltrennung und Recycling. Ebenso wichtig sind uns Projekte, bei denen wir junge Menschen für das Medium Film begeistern können. Dabei greife ich auf unser Netzwerk an heimischen und internationalen Kurzfilmschaffenden zurück.

Ganz egal, was ich mache, ich möchte es mit Freude und Begeisterung tun können, denn das ist der Motor, der mich antreibt Herausforderung anzunehmen und Krisen zu überstehen. Ich bin gar nicht sicher, ob ich in zehn Jahren immer noch in der Film- und Kulturbranche tätig bin, vielleicht hat es mich dann schon ganz wo anders hin verschlagen.

Wichtig ist, dass man in Bewegung bleibt, Neues ausprobiert, hin und wieder eine Lebensklausur einlegt und sich immer wieder fragt, ob man mit seiner Arbeit, mit dem was man tut, glücklich ist. Falls nicht, ist es Zeit für Veränderung – immerhin verbringen wir den Großteil unseres Lebens damit. Ich glaube nichts im Leben ist unmöglich, solange man bereit ist seine Perspektive auch mal zu verändern.

Das Leben stellt uns immer wieder vor Herausforderungen. Es geht darum sie dankend anzunehmen, ganz nach dem Motto: When life puts you in tough situations, don’t say „Why me?“ say „Try me!“ 😉

Julia Fabrick Portrait
Julia Fabrick

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Glossary – NEW WORK

Glossary New Work Collage

NEW WORK …

‚Umbrüche in der Gesellschaft und neue Prozesse in der Wirtschaft führen zu fundamentalen Veränderungen in der Arbeitswelt, sie bestimmen den Megatrend New Work. In einer so digitalisierten wie globalisierten Zukunft wird Arbeit im Leben der Menschen einen neuen Stellenwert einnehmen, Arbeit und Freizeit fließen ineinander. Technologie ist wichtig, aber nicht dominant – der Mensch bleibt entscheidend. Seine Talente zählen, in der neuen Arbeitswelt setzt die Ära des Talentismus ein.‘ (Zukunftsinstitut.de)

‚The main idea of New Work is to create space for creativity and self-fulfillment (or: The Pursuit of Happiness). The central values of New Work are autonomy, liberty and participation in society. This New Work should consist of three parts:

A third gainful employment
A third High-Tech-Self-Providing (’self-sufficiency‘) and smart consumption
A third of work that you really, really want.‘

(wikipedia)

Zukunftsberuf Chief Happiness Officer – Kommt so das GLÜCK in unsere Arbeitswelt?

Chief Happiness Officer Collage

Zukunftsberuf Chief Happiness Officer – Kommt so das GLÜCK in unsere Arbeitswelt?

Autorin: Lena Marie Glaser

Ich bin auf einen neuen Zukunftsberuf aufmerksam geworden, den Chief Happiness Officer (CHO), auch Glücksbeauftragte genannt. Es geht darum, die Unternehmenskultur zu stärken, so dass sich die Mitarbeiter verstanden und wahrgenommen fühlen. Dazu gehört auch, zwischenmenschliche Beziehungen zu kitten (Karrierebibel.de). Ein Trend, der natürlich aus dem innovationsstarken Silicon Valley kommt; Google und Co machen es vor. Doch ich frage mich, was kann dieser berufliche Glücksmanager eigentlich leisten in der zukünftigen Arbeitswelt?

Viele Menschen die ich kenne, streben nach sinnvoller Arbeit, wollen sich mit den Zielen ihres Arbeitgebers identifizieren können. Das gilt für die jungen Eltern Eva und Michi genauso, wie für die karriereorientierte Martina oder Rudi und Andrea, die arbeiten, um sich ihre eigentlichen Interessen bzw. einfach ihr Leben zu finanzieren. Künftig werden wir uns daher Jobs suchen, die zu unseren Vorstellungen und Werten passen; sei es als feste Angestellte oder vermehrt als Freelancer. Wir werden uns nicht mehr den gegebenen Strukturen ein- und unterordnen, sondern verlangen, als Individuum mit spezifischen Fähigkeiten und Interessen wahrgenommen zu werden. Ein zu begrüßender Wandel der laut Expertinnen angeblich sowieso nicht mehr aufzuhalten ist (zumindest für einen Teil der arbeitenden Bevölkerung).

Eigentlich ist klar, dass eine ‚von oben‘ eingesetzte Glücksbeauftragte mangels offener und wertschätzender Kultur in Unternehmen nicht erfolgreich sein kann. Genauso wenig wie unglaubwürdige unternehmerische Versuche sich als innovativ und sozial nachhaltig zu präsentieren, um im Wettstreit um die besten Mitarbeiterinnen zu gewinnen.

Für alle, die in der Position sind ihre Stimme zu erheben ohne gleich um den Job bangen zu müssen, stellt sich die Frage: Finde ich mich mit den Gegebenheiten am Arbeitsplatz ab ODER fordere ich Veränderungen für andere und mich sich selbst ein – gerade auch in Zeiten der Digitalisierung. Mit oder ohne Glücksbeauftragte.

Lena, Founding Editor

Als Herausgeberin von BASICALLY INNOVATIVE – b_i (www.basicallyinnovative.com) geht es mir darum, den aktuellen Wandel in unserer Arbeitswelt als Chance zu begreifen und die Frage aufzuwerfen, wie wir eigentlich arbeiten wollen. More

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Glossary – DIGITAL NOMADS

Glossary Digital Nomads Collage

DIGITAL NOMADS …

entdecken mit ihren mobilen Büros die Welt/ explore the world with their mobile offices.

‚Die Reisenden gehören zu einer wachsenden Gruppe von Menschen, die ihren Lebensmittelpunkt verschieben wie andere ihre Zimmerpflanzen. Sie bezeichnen sich als multilokal und ortsunabhängig, sie nennen sich: Digitalnomaden. Feste Arbeitsplätze und -zeiten gehören für sie der Vergangenheit an. Nur ihr Arbeitslaptop ist immer dabei. Wo es ihnen gefällt, da bleiben sie – Netzzugang vorausgesetzt. Sie reisen umher wie Bürger eines Weltstaates; auf der Suche nach Abenteuern lassen sie ihre Heimat zurück. Das Leben ist zu kurz, um es im Büro zu verbringen.‘ (zeit.de)

‚There are so many types of digital nomads that it’s actually hard to come up with just one description. However, what they all have in common is that they spend at least a few months of the year abroad, change their destinations frequently (usually every few weeks but can stay up to 6 months), and earn a living while working online.‘ (webworktravel.com)

Glossary – GIG ECONOMY

Glossary gig economy Collage

GIG ECONOMY…

Wir wechseln nach erledigtem Job zum nächsten, ohne uns fix an Unternehmen zu binden/we work from gig to gig without committing to one employer. 

‚A gig economy is an environment in which temporary positions are common and organizations contract with independent workers for short-term engagements.‘ (WhatIs.com)

‚Ihre Arbeitskräfte sind in der Regel nicht festangestellt, sondern werden je Auftrag (Gig) bezahlt. Sie haben dementsprechend kein festes Einkommen und sind nicht für den Krankheitsfall oder das Alter abgesichert.‘ (FAZ.net)

Glossary – INDUSTRY 4.0

Glossary Industry 4.0 Collage

INDUSTRY 4.0 …

‚First came steam and the first machines that mechanized some of the work our ancestors did. Next was electricity, the assembly line and the birth of mass production.  The third era of industry came about with the advent of computers and the beginnings of automation, when robots and machines began to replace human workers on those assembly lines. And now we enter Industry 4.0, in which computers and automation will come together in an entirely new way, with robotics connected remotely to computer systems equipped with machine learning algorithms that can learn and control the robotics with very little input from human operators.‘ (Forbes.com)

‚So kennt man Fabriken: Um ein Produkt herzustellen, führen komplexe Maschinen der Reihe nach einzelne Arbeitsschritte aus – betreut, überwacht und zuvor programmiert von Menschen. Mit Industrie 4.0 soll sich das jetzt ändern: Die Produkte sollen ihre Herstellung „selbst organisieren“ und „wissende Werkstücke“ sein. Das heißt: Die Maschinen selbst sind lernfähig und können mit dem Objekt, das sie fertigen, kommunizieren. Dazu muss der ganze Produktionsprozess digital gesteuert und vernetzt sein.‘ (Arbeiterkammer Österreich)

Glossary – SOCIAL BUSINESS

Glossary Social Business Collage

SOCIAL BUSINESS …

auch social enterprise genannt, ist ein Unternehmen, das mit Gewinnorientierung die Gesellschaft zum Positiven verändern will/ also named social enterprise, is a for profit organisation with a social impact. 

‚Social enterprises combine societal goals with entrepreneurial spirit. These organisations focus on achieving wider social, environmental or community objectives.‘ (European Commission)

‚Social Businesses sind Organisationen, die eine positive gesellschaftliche Wirkung als oberstes Ziel haben und gleichzeitig auf die Erwirtschaftung von Markteinkünften ausgerichtet sind.‘ (Sozialministerium Österreich)

Glossary – DIGITAL NATIVES

Glossary Digital Natives Collage

DIGITAL NATIVE ...

‚Person, die mit digitalen Technologien aufgewachsen ist und in ihrer Benutzung geübt ist.‘ (Duden.de)

‚Für diese Gruppe haben digitale Medien eine vollkommene Selbstverständlichkeit. Denn diese Gruppe ist mit Computer, MP3, Handy und Internet groß geworden. Ihre Angehörigen mussten sich das Wissen um die richtige Verwendung dieser Kommunikationsmittel nicht gezielt erwerben. Sie haben es – salopp gesagt – mit der Muttermilch eingesogen.‘ (derstandard.at)

‚The term digital native describes a person that grows-up in the digital age, rather than acquiring familiarity with digital systems as an adult, as a digital immigrant.‘ (wikipedia)

Glossary – INTERNET OF THINGS

Glossary Internet of Things Collage

INTERNET OF THINGS (IOT) …

bedeutet, dass nicht nur Handy, Waschmaschine, Auto und Kaffeemaschine mit dem Internet verbunden sind/means that not just mobiles, washing machines and cars are connected to the internet.

‚Simply put, this is the concept of basically connecting any device with an on and off switch to the Internet (and/or to each other). This includes everything from cellphones, coffee makers, washing machines, headphones, lamps, wearable devices and almost anything else you can think of.‘ (Forbes)

‚Das Internet der Dinge ist die wachsende Menge digital vernetzter Geräte, Fahrzeuge, Gebäude und anderer Gegenstände und damit die physische Infrastruktur der Informationsgesellschaft (…).‘ (MAK, Biennale 2017 Ausstellungstext von Hello, Robot)

Millennials und die Zukunft der Arbeit. Wie wir arbeiten wollen und nicht nur sozial nachhaltige Unternehmen davon profitieren

Exhibition How will we work? Angewandte Innovation Lab
‚How Will We Work?’ Angewandte Innovation Lab, Juli 2017


Millennials und die Zukunft der Arbeit. Wie wir arbeiten wollen und nicht nur sozial nachhaltige Unternehmen davon profitieren.

Autorin: Lena Marie Glaser

I don’t know, finding your own path is not for the faint of heart. It’s the harder path. It’s easier to just keep doing the same shit over and over again and then be surprised when it’s still the same results. Somehow that’s easier than just doing something different. – Lana del Rey (31), in complex.com, Juli 2017.

Warum habe ich nach 8 Jahren meinen sicheren Job im öffentlichen Dienst aufgegeben? Eine Frage, die nicht nur Kolleginnen, sondern auch meine ganze Familie beschäftigte. Eigentlich ganz einfach: Meine Arbeit machte keinen Sinn mehr für mich. Meine Motivation als Juristin im Bundesdienst zum Allgemeinwohl beizutragen war verschwunden. Und ja – ich habe einiges versucht: Ich entwickelte innovative Konzepte für eine zeitgemäße Unternehmenskultur, baute neue Prozesse auf und kümmerte mich um Probleme meiner Kolleginnen. Doch keine tollen Fortbildungen, kein neuer Aufgabenbereich reichte aus um mich zu halten. Warum? Ja genau – weil ich keinen Sinn mehr erkannte in meiner Aufgabe, keine Möglichkeit meine Kreativität umzusetzen. Trotz allem: Die Verwaltung ist ein toller Arbeitgeber, bietet flexible Arbeitszeitmodelle, sichere Arbeitsplätze und ausreichend Bezahlung. Also war ich nur zu gierig, wollte zu viel?

Nicht nur mein persönliches Umfeld bestätigt mich darin, dass eine ganze Generation von Menschen andere Bedürfnisse und Vorstellungen von Arbeit hat. Everything you thought you knew about millennials is wrong  ist ein Artikel, der im Rahmen des World Economic Forum Annual Meeting 2017 publiziert wurde und beschreibt diese Generation so:

1. Millennials aren’t lazy, they’re workaholics. 2. Millennials want a job with purpose – but they’ve also got bills to pay. 3. Not as self-centred as they say. 4. A generation of optimists.

Und auch Adam Smiley Poswolsky, der als international anerkannter millennial workplace expert mit dem Buch The Quarter-Life Breakthrough: Invent Your Own Path, Find Meaningful Work, and Build a Life That Matters, 2016 einen Karriere-Ratgeber für Menschen zwischen twenty- and thirty-somethings veröffentlicht hat, spricht von einer Generation auf der Suche nach how to work with purpose (and still pay their rent).

Immer mehr Menschen streben nach einem nachhaltigen Leben; sie essen vegan, reduzieren ihren Müll, kaufen bewusst fair und ökologisch produzierte Kleidung, Kosmetik und Kinderspielzeug ein. Eigentlich völlig klar, dass sich diese Entwicklung auch im Arbeitsleben niederschlägt. Dauerhaft ist der Job in einem ‚herzlosen‘ corporate nicht zu ertragen, wenn sich das restliche Leben doch nachhaltig gestalten soll – nein, das geht sich wohl nicht aus…

Es sieht so aus, als gebe es ein Problem: Einerseits sind Unternehmen auf der Suche nach den Besten meiner Generation, suchen motivierte, bestausgebildete Mitarbeiterinnen. Employer Branding und Personalmarketing sind heute wichtige Themen in Unternehmen. Einmal gefunden, ist es allerdings die Herausforderung sie zu halten. Und Wir – und damit meine ich Menschen meiner Generation zwischen Mitte 20 und Mitte 30 – sind es gewohnt flexibel zu sein, wir kennen unsere Möglichkeiten, sind zwar keine digital natives, aber doch mit Handys und Internet aufgewachsen. Wir haben studiert, zahlreiche unbezahlte (internationale) Praktika absolviert und jetzt wollen wir einen Job, der neben finanzieller Sicherheit, flexiblen Arbeitszeiten auch Selbstentfaltung und eine sinnvolle Tätigkeit bietet, die zu unserem nachhaltigen Lebensstil passt.

Natürlich gibt es bereits Unternehmen, die sich ihrer Verantwortung bewusst sind. Sie fokussieren sich im Rahmen ihrer Corporate Social Responsibilty (CSR) auf nachhaltige Maßnahmen. Die Wirtschaftskammer Österreich definiert CSR als die Verantwortung von Unternehmen für ihre Auswirkungen auf die Gesellschaft. Unternehmen, die sich der Herausforderung stellen und Nachhaltigkeit in ihrem Betrieb realisieren, schaffen einen gemeinsamen Mehrwert. Sie leisten nicht nur einen wertvollen Beitrag für Gesellschaft und Umwelt, sondern minimieren ihre Risiken, steigern die Mitarbeitermotivation, stärken Kundenbindung und –vertrauen, erhöhen ihr Innovationspotenzial und generieren so Wettbewerbsvorteile, so die WKÖ. Zahlreiche Preise bezeugen die zunehmende Bedeutung von CSR für Unternehmen; wie der TRIGOS Österreich 2017 der zum 14. Mal im Juni 2017 an Unternehmen verliehen wurde, die ihre Verantwortung gegenüber Umwelt und Gesellschaft vorbildhaft wahrnehmen.

Aber – Corporate Social Responsibility darf nicht als bloße Marketingmaßnahme instrumentalisiert werden. Unternehmen muss bewusst sein, dass ihre Zielgruppe, sei es am Arbeitsmarkt oder doch als Konsumentinnen, sehr rasch erfasst, ob reines Marketing oder doch authentisches Engagement gelebt wird. Spätestens nach den ersten Monaten bzw. Jahren wird den jungen Mitarbeiterinnen klar, ob die Unternehmenskultur mit den eigenen Ansprüchen zusammenpasst. Liegt den Unternehmen daran, ihre Mitarbeiterinnen an sich zu binden und neue Kundschaft zu gewinnen und zu halten, sollten daher tatsächlich nachhaltige Maßnahmen gesetzt werden – nach außen wie auch nach innen. Es zählt daher: Authentizität. Die Maßnahmen müssen zum Unternehmen passen und nicht nur an der Oberfläche kratzen.

Der Blick über den Tellerrand in die USA zeigt, dass soziale Nachhaltigkeit auch dort ein großes Thema ist; so berichtete kürzlich das Forbes Magazin über die 10 Unternehmen with the best CSR reputation. Unternehmen wie Microsoft und Google sind darunter zu finden. Als Quelle wurde eine Studie des Reputation Institute aus New York herangezogen; Konsumentinnen wurden befragt, welche Unternehmen für sie die beste Reputation im Bereich CSR haben. Eine wesentliche Erkenntnis dieser Studie war Forbes zufolge, dass 42% der befragten Konsumentinnen ihre Meinung über ein Unternehmen davon abhängig machten, wie sie deren CSR Bemühungen bewerteten.

Eigentlich ist somit offensichtlich, dass sozial nachhaltige Unternehmen Vorteile für uns alle haben:

Für die Unternehmen selbst, da eine verbesserte Unternehmenskultur motivierte (junge) Mitarbeiterinnen ans Unternehmen bindet sowie neue Konsumentinnen gewonnen und langfristig gehalten werden können.

Für jeden einzelnen Menschen, da sinnvolle Arbeit bei der die persönlichen Bedürfnisse im Mittelpunkt stehen zu mehr Motivation und so zu Gelassenheit und körperlicher Gesundheit führt.

Für unsere Gesellschaft, da wir in einer Zukunft der Automatisierung und Robotisierung aktiv darauf achten müssen, die eigentlichen Bedürfnisse der Menschen nicht zu übersehen.

Lena, Founding Editor

Als Herausgeberin von basicallyinnovative.com geht es mir darum, den aktuellen Wandel der Arbeitswelt als Chance zu begreifen. Wie wollen wir eigentlich arbeiten? Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf Frauen und deren Blick auf die Zukunft der Arbeit (mehr). Schreib mir, wenn du Interesse an einem regelmäßigen Update hast: eMail und folge mir auf Facebook.

 

BASICALLY INNOVATIVE invites… Andrea Poschmaier

Otobong Nkanga Installation Tate Modern
In Wetin You Go Do? (2015) Otobong Nkanga, Tate Modern

Als Gründerin von BASICALLY INNOVATIVE lade ich, Lena Marie Glaser, inspirierende Frauen ein, ihre Ideen und Projekte vorzustellen – Andrea Poschmaier.

Andrea Poschmaier, Redakteurin für den ORF, beschäftigt sich häufig mit Arbeitsrecht und Arbeitsmarktpolitik. Außerdem ist sie neugierige Zeitungsleserin:

Im Artikel ‘When robots take all the work, what’ll be left for us to do?” (wired.com) wird ein düsteres Szenario formuliert: Was, wenn wir nach der völligen Automatisierung erfahren, der Sinn eines menschlichen Lebens ist Arbeit?

Ich muss dabei unweigerlich an Viktor Frankl denken, der für uns zwei Möglichkeiten sieht, Sinn zu finden: erstens durch unsere Beziehungen, sprich durch Liebe (Partnerschaft; Kinder; Liebe, die man über eine Leidenschaft, ein Talent an andere Menschen weitergibt) oder durch Leiden (in seinem Fall: im Konzentrationslager; trotz allem überleben; Grenzen des menschenmöglich Ertragbaren überschreiten; Leiden als Mittel zur Transzendenz) – was bedeutet das für die arbeitslose Menschheit, die Sinn sucht?

Stehen wir nicht nur an der Schwelle zur Vollautomatisierung, sondern auch am Scheideweg zwischen Liebe und Leiden? Wie könnte eine Utopie der Liebe aussehen, wenn nichts mehr „zu tun“ ist? Werden wir alle bedürfnislose, buddhistische Mönche?

Oder werden wir uns in einem Houellebecq’schen Universum wie in „Karte und Gebiet“ wiederfinden, in dem der Mensch seinen Körper durch Technologie bis zur Unsterblichkeit optimiert hat und aus Ermangelung an Gesprächsstoff mit Anderen, Gleichgemachten nur mehr den ebenfalls unsterblich gemachten Hund liebt? Und die Dystopie des Leidens (und damit des Hasses)? Das können wir uns alle, glaube ich, sehr gut vorstellen, dass die Menschheit noch nicht weiter ist, als Gewalt dankbar aufzugreifen, nur um etwas „zu tun“.

BASICALLY INNOVATIVE invites… Kersten Kloser-Pitcher

Kersten Kloser-Pitcher, GfK Trainerin

 

Als Gründerin von BASICALLY INNOVATIVE lade ich, Lena Marie Glaser, inspirierende Frauen ein, ihre Projekte vorzustellen – Kersten Kloser-Pitcher.

Kersten Kloser-Pitcher, Trainerin für Gewaltfreie Kommunikation (GfK) und Gründerin der Plattform Gesprächskultur über die Gestaltung der Zukunft unserer Arbeitswelt und worauf es eigentlich ankommt:

Liebe Kersten, worum geht es bei deiner Arbeit?

Es geht darum eine Gesprächskultur zu gestalten, die uns Menschen gedeihen lässt – sodass wir eine Sprache finden die uns mehr vereint als trennt. Mit mir selbst und mit anderen. Dafür stehe ich und dafür biete ich Räume und Werkzeuge an. Die Basis dafür bietet die Gewaltfreie Kommunikation nach Rosenberg.

Wie kannst du durch deine Tätigkeit unsere künftige Arbeitswelt und Gesellschaft verbessern?

Ein essenzieller Schlüssel um Stress zu reduzieren und all die daraus resultierenden Konsequenzen, ist es mit den eigenen Gefühlen und Bedürfnissen in Kontakt zu sein. Präsenz, Verbindung und Achtsamkeit sind Schlüsselelemente um in der Arbeitswelt und der Welt ganz allgemein klar zu kommen. Die Fähigkeit zu diesem Kern zurückzukehren wenn um uns herum das Chaos, die Überinformation, die Isolation, Einsamkeit, Überforderung und Rohheit tobt, ist überlebenswichtig und ein Schritt in eine friedlichere Zukunft.

Wie bist du zur Gewaltfreien Kommunikation gekommen?

Das eigene Leben ist die beste LehrerIn. Mein klassisches Studium der Unternehmensführung habe ich mit vielen offenen Fragen abgeschlossen. Wie können wir Arbeiten und Wirken ohne uns auszupowern? Wie können wir das tun was in uns brennt und dennoch Geld verdienen? Wie können wir Sinn in dem finden was es zu tun gibt? Wie können wir unsere Selbstwertschätzung nähren in einem Dominanzsystem das „Macht über“ andere suggeriert? Die Gewaltfreie Kommunikation hat mir viele Antworten auf einmal gegeben und viele reifen dahin, je länger ich mit dieser Form der Kommunikation in Verbindung bin.

Warum braucht es deine Arbeit?

 Kersten mit Ehemann

Ich bin überzeugt, dass es Zeit ist aktiv unsere Gesprächskultur zu gestalten. Die Jahre des Polarisierens, des Kategorisierens in „gut“ und „schlecht“, „mag ich“ und „mag ich nicht“ sind vorbei. Wahlen gehen der Reihe nach mit fast 50:50 aus. Es gibt zwei Lager. Es ist an der Zeit, Brücken zu schlagen und sich nicht mehr in elitäre Felder zu retten und von dort zu bewerten. Aufstehen und reden. Muskeltraining im empathischen Zuhören. Mitgefühl ist nicht immer schön. Dafür um so notwendiger.

Danke, Kersten!

Gestresst? Mein persönliches Rezept für mehr Mindfulness

Venice Beach Los Angeles

Von Lena Marie Glaser, Gründerin von basicallyinnovative.com

Ich war die ganze Zeit so im Stress. Begonnen hat das bereits während des Studiums und sich dann in meinem Job als Juristin fortgesetzt. Zum Glück gibt es ja unzählige Wege sich zu entspannen: Yoga, Meditation, Atemtechniken, Sport, Schokolade essen. Ich habe vieles ausprobiert, verschiedene Techniken kennengelernt. Dabei war ich immer auf der Suche nach einem Weg, der zu mir persönlich passt.

Schließlich bin ich auf die Begriffe Achtsamkeit und Mindfulness aufmerksam geworden. Der neue Lifestyle-Trend der Burn-out-Generation, so titelte der online Kurier. Doch ich fand heraus, das ist viel mehr. Mit Achtsamkeitsmethoden können wir unsere Aufmerksamkeit auf das Hier und Jetzt lenken und so gelassener werden, im Job, im Alltag. Dabei ist es wichtig, auf den Moment zu achten, genau zu beobachten, zu verstehen, aber nicht zu werten.

Mindfulness Achtsamkeit Capturing the moment
Capturing a moment im Volksgarten Wien, Juli 2017
Mein Mindfulness Rezept

Meine ersten persönlichen Erfahrungen mit Mindfulness sammelte ich vor vielen Jahren am Universitätssportinstitut (USI) der Uni Wien. In einem Workshop für Autogenes Training lernte ich eine Entspannungstechnik kennen, die mich seither begleitet – sei es im Berufsleben oder Privat.

Yoga Kurse hingegen stressten mich leider oft mehr, als dass sie mich entspannten – bis ich auf Yin Yoga aufmerksam wurde. Mittlerweile wird es in vielen Yogastudios angeboten und bietet eine ganz wunderbare Alternative.

Um gelassener mit schwierigen Situationen im Job umzugehen, wurden mir MBSR (Mindfulness-Based Stress Reduction) und die Gewaltfreie Kommunikation ans Herz gelegt.

Yin Yoga
Sophie Humer Portrait
Sophie Humer, Yin Yoga Lehrerin

Beim Besuch der ersten Yin Yoga Stunde war mir sofort klar – hier ist etwas anders als bei herkömmlichen Yogaklassen. Ausgestattet mit Gegenständen, Matten, Decken, Rollen und Klötzen, streben wir tiefe Entspannung an. Kein schneller Sonnengruß, kein Flow, sondern längeres Verweilen, an die 3-5 Minuten, in dehnenden Positionen. Und so wird sogar diese sanfte Yogaform richtig anstrengend.

Beim Yin Yoga sollen bestimmte Meridiane aktiviert und die Faszien stimuliert werden. Das löst verklebtes Bindegewebe und entspannt Körper als auch Geist. Vor allem wird die Konzentration auf das Hier und Jetzt trainiert – das führt zu nachhaltigen Ergebnissen und Gelassenheit.

Sophie Humer ist eine meiner Lieblingsyogalehrerinnen und im Perform Zentrum Wien sowie im One Yoga anzutreffen.

Mehr Infos: Sophie Humer (Facebook)

Sophie Humer Portrait
Sophie Humer, Yin Yoga Lehrerin
MBSR

MBSR lernte ich in einem Coaching kennen. Besonders wirkungsvoll ist der Bodyscan: Gefühle wie Wut und Frustration werden zunächst an konkreten Körperstellen festgemacht und dann in einigen Schritten mental gelöst.

Hinter MBSR steckt die englische Abkürzung für Mindfulness-Based Stress Reduction, also der Stressbewältigung durch Achtsamkeit. MBSR wurde an der Universitätsklinik von Worcester/Massachusetts (USA) entwickelt. Üblicherweise wird es in Gruppen innerhalb eines achtwöchigen Programmes vermittelt.

Mehr Infos: Homepage des MBSR Verbandes Austria

Gewaltfreie Kommunikation (GfK) – Nonviolent Communication (NvC)

Zu Beginn des GfK-Einführungsseminars von Kersten Kloser-Pitcher hatte ich keine Ahnung, dass ich danach viele Dinge so anders sehen würde… Nun kenne ich den Unterschied zwischen Gefühlen und Bedürfnissen. Ich weiß, dass bestimmte Bedürfnisse nicht nur durch eine einzige Sache erfüllt werden können. Ich kann Hintergründe von schwierigen Beziehungen, Gesprächen und Situationen anhand konkreter Fragen analysieren und somit durch bewusste Kommunikation besser meistern. Aber besonders schön war es neue Begriffe kennenzulernen, die meine eigenen Bedürfnisse ausdrücken.

Kersten Kloser-Pitcher Portrait
Kersten Kloser-Pitcher, GfK Trainerin

Die Gewaltfreie Kommunikation ist ein Kommunikations- und Konfliktlösungsprozess. In Seminaren lernt jede Teilnehmerin, jeder Teilnehmer in praktischen Übungen Empathie zu sich und anderen Menschen zu entwickeln, die eigenen Gefühle und Bedürfnisse zu erkennen, auszudrücken und dabei andere nicht anzugreifen. Auch bei der GfK ist die Konzentration auf das Hier und Jetzt zentral.

Mehr Infos: GfK-Trainerin Kersten Kloser-Pitcher (Plattform Gesprächskultur), Gewalfreie Kommunikation Österreich

Autogenes Training

Meine Beine werden schwer. Ich bin ganz ruhig. In 15 Minuten bin ich frisch und munter. Meine Armen werden schwer. Ich bin ganz ruhig. In 15 Minuten bin ich frisch und munter…. Durch das Wiederholen von kurzen, prägnanten Sätzen, die je nach gewünschtem Zustand angepasst werden können, schaffe ich es meine Batterien aufzuladen. Autogenes Training ist eine klassische, effektive Entspannungsmethode. Die Übungen können in Kursen erlernt werden und dauern rund 2-3 Minuten.

Viel Spaß auf eurem ganz persönlichen Weg zu mehr Mindfulness!

The Founder of b_i basicallyinnovate.com looshaus wien videos looshaus wien
Lena Marie Glaser, Founder of b_i

Wie sieht zeitgemäßes Arbeiten aus? basicallyinnovative.com ist mein virtual space für neue Perspektiven. Inspirierende Frauen meiner Generation zeigen, worauf es ankommt. Multimedial und unabhängig. Interesse an mehr? Click here. Oder schreibt mir: lena@basicallyinnovative.com Follow me:  Facebook Twitter Instagram

Tanzende Roboter in Wien. Der Beginn meiner Reise in die Zukunft der Arbeit

pepper robot MAK Vienna Biennale 2017 future of work
Pepper Robot (Humanizing Technologies), MAK 2017

Tanzende Roboter in Wien. Der Beginn meiner Reise in die Zukunft der Arbeit.

Autorin: Lena Marie Glaser

Süß schaut er irgendwie aus, wie ein Tier oder gar ein Baby und alle wollen ihn angreifen und echt lustig ist er: Pepper Robot, der angeblich fortschrittlichste humanoide Roboter der Welt. Pepper kann Kundinnen und Gäste begrüßen, beim Verkauf unterstützen, Produkte empfehlen oder mit Scherzen und Tanzeinlagen unterhalten. Und so tanzt Pepper bei der Eröffnung der 2. Wiener Biennale für Architektur, Design und Kunst durch die Hallen des MAK. Eigentlich ist Pepper der Star dieser Eröffnung.

Aber diese niedliche Erscheinung machte mir eines klar: Die Zukunft ist da. Wir hören zwar tagtäglich von der Digitalisierung unserer Welt und den damit einhergehenden Veränderungen am Arbeitsplatz; die meisten der heute bestehenden Jobs soll es künftig aufgrund von Digitalisierung, Robotisierung und Automatisierung nicht mehr geben. Über die Frage, wie wir künftig selbst leben und arbeiten wollen, denken die meisten jedoch leider nicht so nach. So stellt sich doch die Frage: Was passiert, wenn Roboter und Computer unsere Jobs übernehmen? Massenarbeitslosigkeit, genug neue Jobs oder doch einfach mehr Freizeit und Möglichkeiten zur Selbstentfaltung in einem neuen System?

Diese Fragen rumorten in meinem Kopf… ich begann zu recherchieren und meine Ergebnisse in einer Annäherung an das Thema der nächsten Jahre und Jahrzehnte aufzuzeichnen. Mit BASICALLY INNOVATIVE invites… lade ich darüber hinaus innovative Gründerinnen, Gründer und zukunftsorientierte Expertinnen, Experten ein, ihre Sicht auf die Zukunft unserer Arbeitswelt zu teilen.

Bereits vor über 80 Jahren sagte der britische Ökonom John Maynard Keynes voraus, dass es in der Zukunft hohe Arbeitslosigkeit geben wird, “due to our discovery of means of economising the use of labour outrunning the pace at which we can find new uses for labour” (Keynes, 1933, p. 3 in The future of employment: How susceptible are jobs to computerisation? Freya/Osborne in Technological Forecasting; Social Change). Heute belegen wirtschaftswissenschaftliche Studien, dass im Jahre 2030 die Hälfte aller heute bestehenden Arbeitsplätze aufgrund von Automatisierung und Digitalisierung nicht mehr existieren werden. Es gibt gar Zukunftsforscherinnen die argumentieren, in der zukünftigen Arbeitswelt werden wir vier oder mehr Jobs benötigen um finanziell abgesichert zu sein (FAZ).

Dagegen argumentiert der deutsche Zukunftsforscher Matthias Horx, Gründer des Zukunftsinstituts. In seinen Fünf Thesen zur Zukunft der Arbeit verweist Horx darauf, dass die Befürchtung, es werde nicht genug Arbeit für alle geben, kein neues Phänomen ist. Er schreibt: „In zyklischen Abständen geht im Reich der Arbeitsdebatte das Gespenst der radikalen Verknappung um.“ Allerdings, so Horx, erzeuge jeder Technologieschub „eine Rekursion, eine Komplexitäts-Kaskade, die zu gesteigerten Nachfragen und ganz neuen Bedürfnissen führt.“ Es werde daher immer genug Arbeit geben. Weiters spricht er von Transformationsprozessen, die den Organismus der Arbeit tief verändert haben und weiter beeinflussen werden. So beispielsweise Flexicurity, die Entwicklung hin zu flexiblen, mobilen Erwerbsformen und flachen Hierarchien wobei Sicherheit mit Mobilität kombiniert wird. Auch verweist der deutsche Zukunftsforscher auf den Megatrend Gender Shift, wodurch auch für Männer flexible Arbeitsmodelle abseits der klassischen 8-Stunden-Woche entstehen.

Bei der Veranstaltung Zukunft jetzt #1: Die Zukunft der Arbeit im Depot (1070 Wien) wurde ich auf die spannende Diskussion rund um das umstrittene Modell des bedingungslosen Grundeinkommens aufmerksam. Philip Kovce, ein junger deutscher Philosoph und Ökonom aus Berlin, aktiv im Think Tank Club of Rome und leidenschaftlicher Verfechter des bedingungslosen Grundeinkommens war Podiumsteilnehmer. In seinem „Manifest zum Grundeinkommen“ (Ecowin Verlag 2017) stellt er die Frage: Was würdest du arbeiten, wenn für dein Einkommen gesorgt wäre? Für ihn ist das bedingungslose Grundeinkommen ein neues Grundrecht. „Es wird in existenzsichernder Höhe, von der Wiege bis zur Bahre, ohne Arbeitspflicht und Bedürftigkeitsprüfung jedem Einzelnen gewährt. Es ist kein zusätzliches, sondern ein grundsätzliches Einkommen.“ Kovce und sein Mitautor Daniel Häni streichen folgende Schlüsselfragen des Grundeinkommens heraus: Was will ich eigentlich tun? Wie will ich tätig sein? Und für wen? Außerdem halten die beiden Autoren fest: „Arbeit ist nicht bloß Erwerbsarbeit. Arbeit ist nicht bloß das, was bezahlt wird. Arbeit ist nicht bloß das, was der Arbeitsmarkt oder die Arbeitsämter diktieren. Arbeit ist die Tätigkeit – das, was ich tue, wenn ich etwas tue. Arbeit ist das, was ich für andere und mit anderen gemeinsam bewege. Arbeit ist Identifikation und Sinnstiftung.“

Tatsächlich interessierten sich vor einigen Jahren lediglich wenige wissenschaftliche Außenseiter für dieses Thema; nun ist die Debatte in der breiten Öffentlichkeit angekommen. In der Schweiz wurde darüber abgestimmt, in Finnland wird es gerade in einem großen Versuch getestet. (Scheinbar) überraschend stark propagiert wird es von Unternehmen des Silicon Valleys wie Facebook – offenbar aus Kalkül. Es wird befürchtet, dass durch das Verschwinden von Arbeitsplätzen, die Armut steigen und sie Kundinnen verlieren würden (FAZ).

Im Juni wurde nun die heurige Biennale für Architektur, Design und Kunst in Wien eröffnet und auch hier wird das spannende Thema der Zukunft der Arbeit, der Robotisierung verhandelt. In den Ausstellungen mit Titeln wie Hello Robot, Artifical Tears, How will we work?, Work it, Feel it wird deutlich, dass hier nicht einfach Innovationen im Bereich der Digitalisierung vorgestellt werden, sondern ein kritischer Blick auf diese Entwicklungen ermöglicht und eine Diskussion angestoßen wird.

Die Zukunft der Arbeit ist ein Thema, das uns als Generation Millenials besonders betrifft. Die Zukunft ist näher als wir denken; auch wenn es den wenigsten so bewusst ist, tragen wir ständig kleine Roboter herum: unsere Smartphones haben zwar keine humanoiden Züge wie Pepper, doch sind sie mittlerweile eine nicht unwesentliche Verlängerung unserer Arme sowie eine Auslagerung unseres Hirns geworden. Den von uns jetzt angestrebten Traumjob gibt es dann in 30 Jahren vielleicht gar nicht mehr, da ihn ein Roboter oder Computer übernommen hat. Vielleicht schaffen wir es künftig Arbeit mit „Sinnstiftung und Identifikation“ (Kovce/Häni 2017) zu verbinden; vielleicht können wir in der Zukunft nur mehr arbeiten was uns gefällt, da Roboter und Computer die ungeliebten Aufgaben übernehmen und wir in einem neuen Wirtschaftsmodell finanziell absichert sind. Neue Ideen und Perspektiven sind gefragt – vielleicht kann ich mit BASICALLY INNOVATIVE etwas dazu beitragen.

Lena, Founding Editor

Als Herausgeberin von basicallyinnovative.com geht es mir darum, den aktuellen Wandel der Arbeitswelt als Chance zu begreifen. Wie wollen wir eigentlich arbeiten? Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf Frauen und deren Blick auf die Zukunft der Arbeit (mehr). Schreib mir, wenn du Interesse an einem regelmäßigen Update hast: eMail und folge mir auf Facebook.

Youareherevienna – A digital guide to be(com)ing a local

Youareherevienna drawings become a local

youareherevienna – A digital guide to be(com)ing a local

Das erste Mal aufmerksam wurde ich auf youareherevienna als Preisträgerin des ERSTE Bank ExtraVALUE Design Recognition Awards 2016 im Rahmen der Vienna Design Week 2016. Youareherevienna entwickelt einen digitalen Guide für in Wien lebende und neu angekommene Menschen.

Das Team aus Design- und Kunstschaffenden, Developerinnen und Developern sowie Übersetzerinnen und Übersetzern rund um die engagierte Gründerin Sabine Ballata besteht aus neuen und alten locals, die „crowdsource, co-write, design and build a multilingual platform“. Als Verein für partizipatives Informationsdesign gegründet, wird bei youareherevienna auf kooperative und respektvolle Weise ein innovativer Zugang zur Unterstützung von Flüchtlingen gelebt.

Mehr Informationen: youareherevienna – Facebook

GOODGOODs – Skandinavisch inspiriertes Design trifft auf Handwerk und sinnvolle Arbeit 

BIGBAG von GOODGOODs, Design von dottings (c)dottings

GOODGOODs – Skandinavisch inspiriertes Design trifft auf Handwerk und sinnvolle Arbeit 

Die Learning Journey der Wirtschaftsagentur Wien zum Thema Social design führte uns im Mai 2017 in die ÖHTB Arbeiten 
Werkstätte in Simmering – ein Ort an dem Menschen mit und ohne Behinderungen auf kooperative Weise die Produkte des Unternehmens GOODGOODs herstellen. Das Design Studio dottings initiierte dieses Projekt, nun steuern auch andere Designerinnen und Designer ihre Entwürfe bei. GOODGOODs zufolge liegt die Essenz der Initiative in der Vernetzung der Fähigkeiten von Menschen mit Behinderung und Designerinnen und Designern.

Im Vordergrund stehen schöne, alltagstaugliche Produkte für den Haushalt. Im Rahmen unseres Besuches unterstützten wir die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Werkstätte bei der Herstellung des Seesacks BIGBAG und des Flaschenöffners OPEN. Der Kritik, das social businesses Menschen für wirtschaftliche Zwecke ausbeuten, wird offen begegnet; anstatt sich (wie früher) mit sinnlosen Puzzles zu beschäftigen, produzieren die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Werkstätte in achtsamer Handarbeit sinnvolle Gegenstände, auf die sie sichtlich stolz sind.

Eis Eis Eis – Meine Lieblinge in Wien

Eis Ice cream EisgreisslerEis Eis Eis – Meine Lieblinge in Wien 

Das cremige Traditionseis vom Schwedenplatz, der italienische Klassiker von Zanoni oder doch die innovativeren Eissorten von Schelato; Eis essen verbindet und spaltet doch die Gemüter. So kann es schon mal zu heftigen Meinungsverschiedenheiten kommen, welches nun das bessere Eis sei.

Seit geraumer Zeit eröffnen in Wien regelmäßig immer wieder neue Eisgeschäfte, die mit kreativen Geschmacksrichtungen die Wienerinnen und Wiener locken. Klar ist, Eisgeschäfte wie Veganista, Eis Greissler, Ferrari Natural Gelato, Gelateria La Romana, Schelato oder auch Traditionsbetriebe wie die Konditorei Demel bringen Abwechslung ins Eis essen.

Seit 2016 gibt es darüber hinaus das Vienna Ice Cream Festival, das heuer im Augarten stattgefunden hat. Zahlreiche Eisgeschäfte aus ganz Österreich können sich hier dem Wiener Publikum präsentieren.

Meine All-time-favourites:

Schelato – Sizilianisches Zitroneneis und salziges Karamell

Veganista – Brownie, Himbeere und Kokos

Eis Greissler – Holunderblüten

Ferrari Natural Gelato – Tiramisu und Sorbets

La Romana – Sacher Eis

Demel Konditorei – Punschkrapfen Eis

 

 

The Great Escape Festival 2017 in Brighton – Ein Fest für Music Lovers

Great Escape Festival 2017 Brighton pop music Mount kimbie The Great Escape Festival 2017 in Brighton – Ein Fest für Music Lovers.

Das Great Escape Festival in Brighton, dem ‚London by the sea‘ an der Südküste Englands, ist eines der wichtigsten UK (Showcase) Music Festivals und war für mich wie in den Vorjahren eine tolle Möglichkeit neue Bands und Musikerinnen – oft noch vor ihrem Durchbruch – zu entdecken. Brighton wird so alljährlich zur Pilgerstätte von Musikerinnen, Bands, der music industry und Musikliebhaberinnen aus der ganzen Welt.

Die großartige Julie Byrne an der Gitarre und betörender Stimme auf der bbc radio stage war neben dem secret gig von Mount Kimbie eines meiner Highlights. Die Bands Dakota, Franc Moody, Panda Blue, Klangstof und the Districts hatten ebenfalls tolle Performances im Gepäck. Ebenso machten Hearts Hearts aus Wien auf sich aufmerksam am so wichtigen englischen Musikmarkt.

Eine weitere Entdeckung des Showcase Festivals waren die großartigen Pumarosa aus London, von denen – so glaubt man dem Record shop Rough Trade in London – noch viel zu hören sein wird.

Beim Great Escape Festival 2017 war wie gewohnt eine unglaublich positive Stimmung zu erleben; Brighton bietet mit seiner Lage direkt am Meer und einer lebendigen eigenen Musikszene den besten Rahmen für Menschen mit der Lust am gemeinsamen Musik machen und genießen.