Clash of Cultures – So wird die neue Arbeitswelt lebenswert

Stockwerk, Co-working space Wien neue Arbeitswelt
Stockwerk, Co-working space Wien

Alte gegen neue Arbeitswelt. Was wir tun können, damit die Zukunft der Arbeit lebenswert wird. #mitmachen

Ein Lösungsvorschlag von Lena Marie Glaser

Das neue Arbeiten verspricht große Freiheit, Sinn erfüllte Aufgaben und umfassendes Glück. Allerdings tauchen viele neue Fragen auf: Wann arbeiten, wenn die Arbeitszeiten nicht vorgegeben sind? Doch einmal eine Pause einlegen und nicht ständig erreichbar sein? Wie den Alltag strukturieren? Und wo arbeiten, wenn das eigene Homeoffice zu eng wird?

Ich bin Teil dieser neuen Arbeitswelt. Mit mir sind es die freien Journalistinnen, die Designerinnen, die Yogalehrerinnen, die App-Entwicklerinnen und die Startup-Gründerinnen. Aber auch die Fahrradbotinnen, die warme Speisen transportieren. Viele sind räumlich und zeitlich flexibel und unterliegen keinen Dienstverträgen. Sie werden daher auch digital nomads, Freelancerinnen und Crowd- bzw Cloudworkerinnen genannt.

Für uns ist es besonders wichtig, achtsam mit den eigenen Ressourcen und Bedürfnissen umzugehen. Ansonsten werden die eigenen Grenzen schwupp­di­wupp überschritten und das Burn-out droht. Frank Berzbach gibt in seinem Die Kunst ein kreatives Leben zu führen – Anregung zu Achtsamkeit nützliche Anleitungen, wie so ein achtsamer Alltag aussehen kann. In meinem persönlichen Anti-Stress Rezept verrate ich meine persönlichen Geheimtipps (mehr dazu).

Sophie Humer Yoga Lehrerin neue Arbeitswelt
Sophie Humer, Yogalehrerin

Die neue Arbeitswelt kennt aber auch den täglichen Kampf um eine angemessene Entlohnung. Gedrängt in befristete Verträge und mit mangelnder sozialer Absicherung müssen Menschen um ihr Auskommen kämpfen. Als Crowd- und Cloudworker heißt es dann oft Prekariat anstatt arbeitsrechtlichem Schutz. Berichte über globale Versand- und Transportunternehmen, die nationales Arbeitsrecht praktisch aushöhlen, lassen uns fassungslos zurück. Ein Arte TV-Beitrag gab erst kürzlich wieder unglaubliche Einblicke.

Und dann gibt es noch all jene, die in der sogenannten alten Arbeitswelt leben. Die trotz guter Absicherung unzufrieden sind; im schlimmsten Fall sogar erkranken. Doch warum ist das so? Viele sind überfordert von zahlreichen Umstrukturierungen, zunehmendem Druck und einer Flut an neuen Aufgaben. Sie fühlen sich nicht wertgeschätzt und möchten mehr mitentscheiden (mehr dazu: Nichts gesagt ist gelobt genug). Dienst nach Vorschrift und Rückzug ins Privatleben sind die Folge.

Shawn Ardaiz, in Wien lebender kalifornischer Startup-Gründer und Innovation strategist, stellte in unserem basicallyinnovative.com Interview klar:

Business as usual is having an existential crisis and we’re collectively going through the motions waiting for something new to emerge. In my opinion we have a massive leadership void at most organisations.

Die Digitalisierung spielt hier eine große Rolle. Begriffe wie Industrie 4.0 und agiles Arbeiten schwirren in der Luft. Doch was das heißt, wissen die wenigsten. In Unternehmen wird kaum kommuniziert, warum sich etwas ändern muss. Oft ist unklar, welche Zukunftsstrategie verfolgt wird. Da die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht eingebunden werden, steigt die Frustration und Überforderung bei vielen.

Bei dem Workshop Social Treasure Hunt in digital times im Wiener Looshaus im Mai 2018 diskutierten Führungskräfte, was es braucht, damit die Digitalisierung Unternehmen nicht lähmt. Sondern die neuen technischen Möglichkeiten als Chance für eine verbesserte Zusammenarbeit gesehen werden kann. Schließlich waren sich alle einig: Die Aufmerksamkeit muss auf die Kultur in Unternehmen gelenkt werden. Insbesondere muss kommuniziert werden, warum etwas getan wird, um die eigenen Leute mitzunehmen.

Denn die Digitalisierung muss nicht als Naturgewalt gesehen werden, die über uns hinweg rollt. Aber auch gesamtgesellschaftlich muss etwas getan werden, damit diese Chance auf Verbesserung der Arbeitsbedingungen wahrgenommen wird. Es braucht jetzt neue Rahmenbedingungen, die unseren vielfältigen und individuellen Bedürfnissen entsprechen. Klar ist, die Politik und die Wirtschaft müssen die notwendigen Schritte setzen. Doch was kann jede von uns persönlich zu einer lebenswerten Arbeitswelt beitragen?

Akademie der Bildenden Künste Wien neue Arbeitswelt
Akademie der Bildenden Künste Wien

Zunächst sollten wir uns diesen Fragen immer wieder stellen: Wie will ich eigentlich arbeiten? Wie sieht eine lebenswerte neue Arbeitswelt für mich ganz persönlich aus? Welche Rahmenbedingungen brauche ich? Für meine b_i Interviewreihe FRAUEN UND DIE ZUKUNFT DER ARBEIT frage ich Expertinnen der neuen Arbeitswelt, was ihnen am Arbeitsplatz wichtig ist und welche Zukunft der Arbeit sie sich wünschen (mehr dazu). In unseren Gesprächen entstehen dann neue Perspektiven und ein gemeinsames Verständnis.

Außerdem können wir ganz einfach  – ab sofort – handeln: Denn wir entscheiden, wie wir konsumieren. Wir können uns ganz leicht über Unternehmen informieren und nur mehr dort einkaufen, wo faire Arbeitsbedingungen gewährleistet sind. Den Kopf in den Sand stecken, zählt nicht! Denn wer hat noch nicht davon gehört, wie Menschen von den globalen Playern behandelt werden?

Bei unserer Jobsuche können wir uns ebenfalls auf Unternehmen konzentrieren, die den Anforderungen an ein gutes Arbeiten entsprechen. Denn viele plagt der zunehmende Fachkräftemangel. Sie suchen nach Lösungen, um neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu gewinnen und zu halten. Und so haben wir es in der Hand, wie unsere neue Arbeitswelt aussieht.

Ich freue mich über eure Ideen, wie wir gemeinsam eine lebenswerte Zukunft der Arbeit gestalten können. Schreibt mir an lena@basicallyinnovative.com!

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Lena Marie Glaser, Founder of b_i

Wie sieht zeitgemäßes Arbeiten aus? basicallyinnovative.com ist mein virtual space für neue Perspektiven. Inspirierende Frauen meiner Generation zeigen, worauf es ankommt. Multimedial und unabhängig. Interesse an mehr? Click here. Oder schreibt mir: lena@basicallyinnovative.com Follow me:  Facebook Twitter Instagram

 

 

 

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