Traut euch! – Mit Mut den eigenen Weg gehen

Journalistinnenkongress 2018

Der Journalistinnenkongress 2018

Krankenschwester auf der Herzchirurgie bleiben oder doch lieber Journalistin werden? Für Claudia war bald klar: Ich möchte Journalistin sein. Und so rief sie einfach beim ORF an und fragte: Wie werde ich das? Die ernüchternde Antwort: „Dafür brauchen Sie ein Studium, egal welches, Hauptsache Akademikerin“.

Bei ihrer Keynote am Journalistinnenkongress 2018 (JoKo 2018) im Haus der Industrie in Wien erzählte uns die beliebte Moderatorin und renommierte Journalistin Claudia Reiterer, wie sie es geschafft hatte, die vielen Hindernisse auf ihrem Karriereweg zu überwinden.

20 Jahre Jubiläum

Der Journalistinnenkongress feierte sein 20jähriges Jubiläum mit dem Thema „Mut haben“. Ins Leben gerufen von Frau BMin a.D Maria Rauch-Kallat und organisiert vom Club alpha bietet der Kongress jährlich Frauen aus der Medienbranche die Möglichkeit, sich zu vernetzen und von den Erfahrungen erfolgreicher Frauen zu lernen. Und ich war mittendrin.

Neben den Etablierten wie Lisa Totzauer, Lou Lorenz-Dittelbacher, Susanne Schnabl-Wunderlich, Ingrid Thurnher und Cornelia Vospernik (ORF), Nana Siebert und Petra Stuiber (derStandard), Barbara Haas (Wienerin) oder Eva Weissenberger (missing-link) beeindruckten mich besonders die jungen, aufstrebenden Journalistinnen, die neue Wege im Journalismus gehen.

Journalistinnenkongress 2018 Gamperl
Vortrag von Elisabeth Gamperl, Süddeutsche Zeitung
Starke junge Frauen machen Journalismus 4.0

So gab Elisabeth Gamperl von der Süddeutschen Zeitung spannende Einblicke hinter die Kulissen des Mammutprojekts „Paradise Papers“ und Alexandra Stanic von Vice sprach über die Auswirkungen der #metoo-Bewegung auf die Medienbranche. Gemeinsam mit der APA-Finanzjournalistin und Redakteurin des Start-ups Trending Topics, Madlen Stottmeyer reflektierten wir in den Pausen unsere neuen Erfahrungen.

Besonders inspirierte mich der Impuls „Nur Mut – Warum unkonventionelle Entscheidungen zum Erfolg führen“ von Anita Zielina. Die international erfolgreiche Journalistin begann ihre Berufstätigkeit in der Online-Redaktion derStandard.at und baute sich eine internationale Karriere vorbei an ausgetretenen Pfaden (NZZ, Stern) auf. Ihre Karriereentscheidungen waren geprägt von einem Weg außerhalb ihrer „Komfortzone“.

„Machen Sie es, probieren Sie es einfach aus!“

Das riet Anita Zielina den Journalistinnen und Medienmacherinnen. Dabei ist es wichtig, Netzwerke zu knüpfen. Sie zeigte sich davon überzeugt, dass die eigene Leidenschaft und Begeisterung ansteckend sind. Ein persönlicher Wertekompass kann außerdem hilfreich sein: Kann ich hier noch etwas lernen? Fordert es mich? Kann ich in der Rolle und Organisation etwas bewirken? Habe ich die Möglichkeit, Neues zu schaffen und zu gestalten? Arbeite ich in einem Job, der die Welt ein Stück weit verbessert und Menschen gut behandelt?

„Starten Sie doch einfach ein eigenes Medium!“

Zum Abschluss ihrer Rede unterstrich Anita Zielina wie wichtig es ist, eine Führungskraft zu haben, die unterstützt und keine Steine in den Weg legt. Gibt es die nicht, dann „Starten Sie doch einfach ein eigenes Medium!“, so Anita Zielina. „Entrepreneurial Journalism“ heißt das und wurde als Workshop beim Journalistinnenkongress 2018 angeboten. Und ich nahm daran teil.

Die 10 Dinge, die Entrepreneurial Journalism erfolgreich machen

Gemeinsam mit Sahel Zarinfard (Dossier.at) und Lisa Obendorfer (addendum) gab Eva Weissenberger (missing-link.media) persönliche Einblicke, wie es ist, das eigene Medienunternehmen aufzubauen. Ihre Learnings fassten sie so zusammen:

  1. Folge Deiner Leidenschaft.
  2. Schluss mit schüchtern und Werbetrommel rühren.
  3. Finde Deine Zielgruppe.
  4. Babysteps und dann wächst es automatisch.
  5. Perpetual Beta: Ständig am lebenden Produkt arbeiten.
  6. Weg mit Grenzen im Kopf, Deutschland und Schweiz als Markt sehen.
  7. Denke in Produkten.
  8. Baue auf bestehenden Plattformen auf.
  9. Erstelle Business Model Canvas und Mission Statement.
  10. Manchmal gelingt es, manchmal nicht. Dinge passieren nicht über Nacht.
WAS ICH FÜR MICH PERSÖNLICH MITNAHM?

Für mich war der JoKo 2018 ein Tag voller Mut machender Geschichten und inspirierender Momente von und für Frauen. Aber es gab auch den einen Moment, den ich nie vergessen werde… Am Ende des Kongresses präsentierte Eva Weissenberger völlig unerwartet -vor allen anwesenden Journalistinnen-  meine Projekte für basicallyinnovative.com zum Thema Neues Arbeiten. Ein absoluter Höhepunkt.

Alles Liebe, Eure Lena

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