Wer will spielen? Gamification, innovatives Leadership und die Zukunft unserer Arbeitswelt

Superpower Discovery - Workshop
Superpower Discovery – Workshop

Wer will spielen? Einblicke in neue Trends der Arbeitswelt

Autorin: Lena Marie Glaser

  • Gamification als Trend aus der USA kommt nun auch in Österreichs Arbeitswelt an.
  • So finden wir unsere persönlichen Superpowers: Österreichischer Computerspiel-Forscher setzt mit seinem Start-up internationale Maßstäbe.
  • Innovative Führungskräfte erforschen die Kraft von Kreativität und Wertschätzung in Zeiten des Wandels – Der 3. Wiener Leadership Kongress 2017.
  • Von jung bis alt: Neue Bildungsmodelle und ein Buddysystem – So lernen wir voneinander.

Ein Rückblick. Es ist mitten im Sommer 2017 als der Impact Hub Vienna, Treffpunkt von social entrepreneurs und innovativen Start-ups, auf das Badeschiff zum Thema Zukunft der Arbeit lädt. Hier lerne ich Konstantin Mitgutsch, den Gründer des Start-ups Playful Solutions und Affiliate Researcher am MIT GAME LAB am Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Boston kennen. In Workshops und eigenen Konzeptdesigns setzt der Forscher, Autor und Spieleentwickler seine Expertise im Lernen mit Computerspielen ein, um Unternehmen dabei zu unterstützen innovativer zu werden.

Gamification heißt dieser Trend aus den USA, der sich nun neben Innovation Hubs, Co-working Spaces (Dort wo die einzigartigen Ideen wachsen – Wiens Co-working spaces) und neuen Berufsbildern wie dem Chief Happiness Officer (Zukunftsberuf Chief Happiness Officer – Kommt so das GLÜCK in unsere Arbeitswelt?) in der deutschsprachigen Arbeitswelt durchsetzt. Unter Gamification kann das Übertragen der Elemente von Computerspielen auf andere Bereiche des Lebens verstanden werden (Futurezone).

Superpower Discovery -Workshop, Zacherlfabrik (c) Victoria Koller
Superpower Discovery -Workshop, Zacherlfabrik (c) Victoria Koller

Konstantin Mitgutsch erzählt mir an diesem Abend von seinem Herzensprojekt, den Superpower Discovery -Workshops. Spielerisch können die Teilnehmerinnen dort ihre persönlichen Superpowers, also ihre großen Stärken entdecken; eine interessante Alternative zur klassischen Potenzialanalyse und Business-Coaching. Für alle Interessierten hat Konstantin Mitgutsch einen Artikel darüber publiziert (https://medium.com/the-mission/3-steps-to-discover-your-superpowers-64516d3673ca).

Anfang November 2017. Simone Rack (4dimensions) lädt mich zu dem mit Karin Weigl veranstalteten 3. Wiener Leadership Kongress im Novomatic Forum Wien ein. Der Kongress dient als ‚Plattform für Führungskräfte und UnternehmerInnen, die neue Wege in der Führung gehen‘. Unter Leadership wird hier mehr als das Führen von Mitarbeiterinnen verstanden; vielmehr geht es um Eigenverantwortung, Selbstführung und Selbstreflexion. Die geladene deutsche Unternehmensberaterin Ricarda Droop, ehemalige Expertin für Unternehmenskultur der Deutschen Bahn, lädt in ihrer Keynote speech die anwesenden Führungskräfte zu einem Spiel ein: Sie wirft Äpfel zu, fragt nach der Rolle des Spiels im persönlichen Alltag und Berufsleben. Die Stimmung im Raum ist gelöst. Droop zeigt so den Anwesenden, dass durch den spielerischen Ansatz Raum für Kreativität geschaffen wird; wichtige Prozesse für Unternehmen, um Innovation zu ermöglichen, so die deutsche Beraterin.

Besonders beeindruckt mich dann die 18-jährige Berlinerin Jamila Tressel, die bei ihrem Auftritt eloquent erzählt, wie sie bereits in der Schule bei außergewöhnlichen Projekten (ua. der Initiative ‚Schüler coachen Manager‘) Eigenverantwortung, das Erleben der eigenen Kreativität und Selbstbestimmtheit gelernt hat. Sie lässt uns an ihrem großen Abenteuer teilhaben, als sie mit einem Minimalbudget und geringen Englischkenntnissen gemeinsam mit Mitschülerinnen England bereiste. So wie die Kinder und Jugendlichen des neuen Co-Learning Projekts Markhof von Stefan Leitner-Sidl (www.basicallyinnovative.com/discoveries-co-working-wien/) wurde Jamila von ihren Eltern und Lehrkräften zur Eigenverantwortung motiviert.

3. Wiener Leadership Kongress
3. Wiener Leadership Kongress

Noch am selben Abend des 3. Wiener Leadership Kongresses erzählt der Leiter der ehrenamtlichen Salzburger Lawinenhundestaffel wie sein Team unter schwierigsten Bedingungen mit ihren Hunden Menschenleben retten. Die zentrale Erkenntnis dabei: Die in jahrelanger Praxis aufgebaute Erfahrung weiter zu geben, ist eine der großen Herausforderungen. Die Einführung eines Buddysystems ermöglicht es nun im Team der Lawinenhundstaffel, diese lebensnotwendige Arbeit fortsetzen zu können.

Emotionen, Gefühle und Kreativität im Berufsalltag zu zulassen, Menschen bei ihrer persönlichen Entwicklung zu unterstützen – das sind wichtige Ansatzpunkte für gutes Leadership, finde ich. Das gemeinsame Spielen kann uns dabei unterstützen, wie diese Beispiele erzählen. Führungskräfte in Unternehmen müssen in Zeiten des Umbruches mit Unsicherheiten umgehen lernen und Selbstreflexion üben. Die Grundlage dafür liegt sicher in einem wertschätzenden Menschenbild und einer guten Portion Empathie.

Lena, Founding Editor

Als Herausgeberin von BASICALLY INNOVATIVE – b_i www.basicallyinnovative.com geht es mir darum, den aktuellen Wandel in unserer Arbeitswelt als Chance zu begreifen und die Frage aufzuwerfen, wie wir eigentlich arbeiten wollen. More

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