Junge Menschen wollen anders arbeiten – Future of Work Lab

Lena Marie Glaser, AHS Wien (c)ApolloniaTheresiaBitzan

Lena eröffnet einen Dialog auf Augenhöhe, in dem sich die Jugendlichen ernstgenommen fühlen und in einem regen Austausch ihre persönlichen Erwartungen an die Arbeit der Zukunft diskutieren. Andrea Hörandner, AHS Lehrerin Amerlinggymnasium

Auf meinen Learning Journeys lerne ich viele engagierte junge Menschen kennen, die ihr Arbeitsumfeld mitgestalten möchten. Sie erkennen was schief läuft und haben konkrete Ideen, wie diese Probleme zu lösen sind. Doch oft werden sie nicht gehört. Über junge Menschen wird auf Personalkongressen, in der Politik und in den Medien viel gesprochen. Doch mit ihnen, eher weniger.

2019 wurde ich von der Klassenleiterin eines Wiener Gymnasiums eingeladen, einen Workshop mit ihren Schüler*innen zu veranstalten. Ich war sofort begeistert, wollte mehr wissen und mit den Jugendlichen diskutieren.

Das Ziel

So entwickelte ich das Konzept Future of Work Lab für junge Menschen. Sie werden eingeladen zu reflektieren und sich darüber auszutauschen, wie sie sich ihre Arbeitswelt der Zukunft vorstellen.

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Im Dezember 2019 war es soweit. Im Wiener Amerlinggymnasium fand das Future of Work Lab mit den 16-17 jährigen Jugendlichen statt. Wir starteten mit einer Einstiegsrunde, in der sich alle mit ihren persönlichen Leidenschaften und Zukunftsvisionen vorstellten.

Im Impulsvortrag baute ich die dadurch gewonnenen Perspektiven der Jugendlichen ein. Dann formten die Schüler*innen kleine Gruppen und begannen die Themen aus dem Vortrag aufzugreifen. Sie überlegten, diskutierten und wurden kreativ. Manche zeichneten, manche bastelten und manche schrieben ihre Ideen auf. Die Klassenleiterin und ich beobachteten, unterstützten, hörten aufmerksam zu und lernten von ihren Gesprächen und Gedanken.

Erstaunlich klar und pragmatisch formulierten – vor allem die Mädchen – ihre Bedürfnisse und Wünsche. Die Themen kreisten um Leadership, Einkommen, Lebensqualität, Vereinbarkeit mit Familie:

Böse Chefs werden aussterben. Wer kommt? Führungskräfte, die unterstützen, nicht abwerten und kontrollieren.

Mein Chef/Chefin soll Leitfigur sein und wissen, wie man Menschen behandelt, fair sein und eine Vision vorgeben.

Mein Chef/Chefin soll motivierend sein.

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