Wir und die Zukunft der Arbeit – Mit Andrea Poschmaier

Von Lena Marie Glaser

Lena Marie Glaser befragt Expertinnen der neuen Arbeitswelt, wie sie arbeiten wollen. Mehr dazu Schreibt mir eure Anregungen und Kommentare: lena@basicallyinnovative.com

Andrea Poschmaier

Redakteurin für den ORF, beschäftigt sich häufig mit Arbeitsrecht und Arbeitsmarktpolitik. Außerdem ist sie neugierige Zeitungsleserin.

Im Artikel ‘When robots take all the work, what’ll be left for us to do?” (wired.com) wird ein düsteres Szenario formuliert: Was, wenn wir nach der völligen Automatisierung erfahren, der Sinn eines menschlichen Lebens ist Arbeit?

Ich muss dabei unweigerlich an Viktor Frankl denken, der für uns zwei Möglichkeiten sieht, Sinn zu finden: erstens durch unsere Beziehungen, sprich durch Liebe (Partnerschaft; Kinder; Liebe, die man über eine Leidenschaft, ein Talent an andere Menschen weitergibt) oder durch Leiden (in seinem Fall: im Konzentrationslager; trotz allem überleben; Grenzen des menschenmöglich Ertragbaren überschreiten; Leiden als Mittel zur Transzendenz) – was bedeutet das für die arbeitslose Menschheit, die Sinn sucht?

Stehen wir nicht nur an der Schwelle zur Vollautomatisierung, sondern auch am Scheideweg zwischen Liebe und Leiden? Wie könnte eine Utopie der Liebe aussehen, wenn nichts mehr „zu tun“ ist? Werden wir alle bedürfnislose, buddhistische Mönche?

Oder werden wir uns in einem Houellebecq’schen Universum wie in „Karte und Gebiet“ wiederfinden, in dem der Mensch seinen Körper durch Technologie bis zur Unsterblichkeit optimiert hat und aus Ermangelung an Gesprächsstoff mit Anderen, Gleichgemachten nur mehr den ebenfalls unsterblich gemachten Hund liebt? Und die Dystopie des Leidens (und damit des Hasses)? Das können wir uns alle, glaube ich, sehr gut vorstellen, dass die Menschheit noch nicht weiter ist, als Gewalt dankbar aufzugreifen, nur um etwas „zu tun“.

Danke, Andrea!

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