Frauen und die Zukunft der Arbeit – Monika Kletzmayr (dwarfs and Giants)

Monika Kletzmayr, Dwarfs and Giants Frauen und die Zukunft der Arbeit
Monika Kletzmayr, (c) dwarfs and Giants
Frauen und die Zukunft der Arbeit

Expertinnen der neuen Arbeitswelt zeigen, welche Arbeitsbedingungen sie sich persönlich wünschen und wie unsere Zukunft der Arbeit aussehen sollte. Mit Monika Kletzmayr (dwarfs and Giants)

Monika Kletzmayr, 36

Aktueller Job: „Evolutionary Catalyst“ bei dwarfs and Giants

Ausbildung: Schon nicht mehr wahr, aber: BWL und Wirtschaftspädagogik-Studium, zahlreiche Ausbildungen zu systemischer Organisationsentwicklung, Coaching, Holacracy, Yoga und viiiiiel self-reflection.

Wordrap

Arbeit bedeutet für mich … mich zum Ausdruck zu bringen.

An meiner Arbeit schätze ich … dass sie mich „an meinem Innersten packt“.

An meiner Arbeit mag ich weniger … dass man oft schnell sein muss obwohl mehr Langsamkeit der Sache dienlicher wäre.

Die Fragen

Mein idealer Arbeitsplatz ist (inhaltlich, räumlich) … überall (obwohl das mit meiner kleinen Tochter momentan eher schwierig ist) mit Menschen in/an Transformation.

Woran arbeitest du gerade? Ich energetisiere während meiner Karenz gerade nur wenige Rollen: ein Kundenprojekt wo es darum geht, als Organisation agiler zu werden; als Coach in unserem Lernprogramm next:pedition und einige intern fokussierte Rollen, die dabei unterstützen, neue Organisationsmitglieder/Partner bei dwarfs and Giants fachlich und holakratisch gut onzuboarden. Außerdem beschäftige ich mich immer damit, wie ich NOCH mehr davon tun kann, was ich wirklich wirklich will.

Was interessiert dich daran? In Zusammenarbeit mit Menschen zu transformieren, was transformiert werden will.

Was ist dir dabei wichtig? „Safe spaces“ zu schaffen, die es ermöglichen, offen, auf Augenhöhe und in Tiefe zu arbeiten.

Wie bist du zu diesem Job/Aufgabe gekommen? Zuerst mal bin ich gesprungen: aus dem sicheren Anstellungsverhältnis in die Selbstständigkeit, und dann hat irgendwie eines zum anderen geführt. Alte Verbindungen haben sich vertieft und neue haben sich geschaffen, durch einem ähnlichen Purpose verbunden.

Welche Herausforderungen siehst du in der heutigen Arbeitswelt? Wahre Bedeutung zu schaffen anstatt irgendwelchen Zahlen/Euros zu dienen.

Wie siehst du die Zukunft der Arbeit? Optimistisch oder mit Sorge? Warum? Sowohl als auch. Optimistisch weil mehr und mehr Räume entstehen, in denen sich Menschen entfalten können, wenn sie das möchten. Mit Sorge weil großteils Systeme geschaffen wurden/werden, die wenig Klarheit und Transparenz bieten, die in sich selbst verdreht sind (Vertauschen von Zweck und Mittel) und die auf Maximierung ausgerichtet sind.

Wie glaubst du arbeiten wir in 20 Jahren im Gegensatz zu heute? Ganz ehrlich, keine Ahnung. Was ich hoffe ist, dass Flexibilisierung und Freiheit auch in den gesetzlichen Reglements ankommen (zB Gewerbeordnung, etc.).

Zum Arbeitsplatz: Wo arbeitest du (Büro, zu Hause, Co-working space)? Was ist dir dort wichtig? Genau dort ;-). Und im Zug, am Flughafen, beim Kunden, im Café, …. Wichtig ist mir gutes W-lan, ein angenehmes Ambiente und keine zu laute Geräuschkulisse.

Wenn du genug Geld hättest und auch sonst keine Beschränkungen, was wäre dein Traumjob? Ich denke, es geht nicht immer um das „Was“, sondern darum, welche Qualitäten von Arbeit einem wichtig sind. Und die kann man dann ganz gratis in das einbauen, was man gerade so macht. Und die meisten Beschränkungen macht man sich sowieso selbst. Mal ganz ehrlich: was hält uns denn WIRKLICH ab? Aber etwas fällt mir dann doch ein, als Antwort auf deine Frage: Dann würde ich den Menschen sagen, sie können aufhören zu rennen und zu suchen. Sie können stehenbleiben, wo sie sind. Und dann würde ich sie dabei unterstützen, nach innen zu schauen und zu sehen, wer sie wirklich sind. Was stünde dann bloß auf meiner Visitenkarte? 😉

Wie stehst du zum bedingungslosen Grundeinkommen? Ja! Es braucht mehr Experimente, die ersten sind ja ganz vielversprechend. Und dann kann sich vielleicht unser Bild von Arbeit weiter transformieren. Wobei, früher dachte ich, es sei so wichtig, dass jeder seinen Purpose findet und den „richtigen“ Job dazu. Mittlerweile bin ich da gelassener geworden.

Frauen und die zukunft der arbeit

Mehr ‚Frauen und die Zukunft der Arbeit‘, zb mit Lena Robinson, Managerin Partnerin von Playful Solutions: Hier

Lena Marie Glaser
Lena Marie Glaser

Ich möchte Arbeit neu denken. Meine Artikel, Interviews und Videos zeigen, wie es anders geht. Für eine Arbeitswelt abseits von Burn-out und Leistungsdruck, in der wir im Mittelpunkt stehen. Interesse an mehr? Click here. Oder schreibt mir: lena@basicallyinnovative.com Follow me:  Facebook Twitter Instagram

Frauen und die Zukunft der Arbeit – Isabel Oostvogel

Isabel Oostvogel Frauen und die Zukunft der Arbeit
Isabel Oostvogel
Frauen und die Zukunft der Arbeit

Expertinnen der neuen Arbeitswelt zeigen, welche Arbeitsbedingungen sie sich persönlich wünschen und wie unsere Zukunft der Arbeit aussehen sollte. Zu Gast: Isabel Oostvogel

Isabel Oostvogel

Aktueller Job: Seit einiger Zeit bin ich beratend im Bereich des Corporate Innovation aktiv. Dieses Feld ist breit und so ist auch die Arbeit. Wie können Unternehmen innovativer, zukunftsfähiger und kreativer sein? Welche neuen Services oder Produkte wünschen sich die Kunden? Welche Business Modelle braucht es morgen und was bedeutet Digitalisierung für große und kleine Unternehmen? In den letzten Monaten habe ich mich vor allem in dem Bereich Startup – Unternehmenskooperationen bewegt und versucht die erfolgreiche Zusammenarbeit zu begleiten.

Ausbildung: Studiert habe ich Management Sozialer Innovation – ein in der Zeit noch neuerer Studiengang mit dem Ziel, nachhaltiges Wirtschaften sowie die Zusammenarbeit der Politik, Wirtschaft sowie Gesellschaft zu fördern, um innovative und nachhaltige Konzepte und Lösungen zu entwickeln.

Wordrap

Arbeit bedeutet für mich… eine Form der Weiterentwicklung meines Selbst, eine Art der eigenen Entfaltung sowie des Lernens und Umgeben sein von neuen Herausforderungen. Ich arbeite gerne, umso wichtiger ist es jedoch, dass ich Spaß habe an dem was ich tue und Raum für Freizeit, Auszeit und Reflexion vorhanden bleibt.

An meiner Arbeit schätze ich… dass ich stets Neues lerne, es nicht langweilig wird und ich in viele verschiedene Ecken schnuppern darf. Ein neuer Kunde, eine neue Industrie, ein neuer Bereich, neue Ansätze und Ideen, Konzepte und Geschäftsmodelle. Mit viel Verantwortung geht auch ein gewisser Freiraum in der Gestaltung der Projekte einher. Auch das schätze ich sehr.

Die Herausforderungen meiner Arbeit sind… Die Schnelligkeit im Bereich Technologie, Innovation und Entrepreneurship verlangt rasches Handeln und sowie immer „einen Sprung voraus“ zu sein. Man wird keine Expertin einer Industrie, sondern Expertin in der Koordinierung und Zusammenführung der richtigen Stakeholder, in der Einbindung der passenden Methoden und Herangehensweisen sowie im Andersdenken. Es ist so spannend, aber auch schade, da oftmals Raum für Tiefe fehlt.

Die Fragen

Woran arbeitest du gerade? Ich befinde mich aktuell im Übergang zu einer neuen Herausforderung. Bis kürzlich habe ich etablierte Unternehmen bei der Kooperation mit Startups begleitet und ein Innovationprogramm entwickelt, welches die Partnerorganisationen rund um Innovation unterstützen soll.

Was interessiert dich daran? Gerade das Thema der Innovationskultur in Unternehmen interessiert mich. Unternehmen müssen sich vielen Änderungen stellen. Wichtig ist es hierbei, von Beginn an das ganze Unternehmen mitzunehmen und die Kultur in der Organisation zu verändern.

Mir ist wichtig, mit allen Stakeholdern zusammenzuarbeiten, die an der Veränderung beteiligt sind – oft werden die eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Unternehmen erst zu spät eingebunden. Sie sind jedoch der Hebel für Veränderung und Innovation in der Organisation.

Wie sieht dein idealer Arbeitsplatz aus? Innovation, Open Innovation, Ideen in Prototypen übersetzen, neue Business Modelle entwickeln… All dieses und vieles mehr aus dem Feld Innovation sind spannend. Mein idealer Arbeitsplatz schafft die Möglichkeit, von den Erfahrungen anderer zu lernen und gemeinsam zu wachsen.

Er gibt mir die Freiheit, Dinge auszuprobieren, aber stellt mir Inhalte sowie Sparringpartner bereit, die meine Arbeit herausfordern. Entscheidend sind zudem klare Ziele und Visionen, sowie Vertrauen und Transparenz. Wenn diese Dinge fehlen, kann eine ganze Organisation ins Schwanken kommen – wie ich lernen durfte.

Wo arbeitest du und was ist dir dort wichtig? Mein idealer räumlicher Arbeitsplatz muss ordentlich, aber abwechslungsreich und bunt sein, sodass er Raum für Kreativität und freies Denken bereitstellt. Gerne wechsle ich meine Perspektiven und tausche den Arbeitsort. Ich arbeite vorwiegend im Büro, sonst zu Hause und auch viel von unterwegs – im Zug oder in Cafés. Wichtig ist mir auf der einen Seite Ruhe (auch gegeben durch gute Musik) sowie Inspiration, die mir ein Ort oftmals gibt. Darum wechsle ich gerne den Arbeitsort.

Vor welchen Herausforderungen steht die heutige Arbeitswelt? Eine Herausforderung sind die sich ändernden Bedürfnisse der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Die Angestellten wollen heutzutage mehr als nur „arbeiten“ – sie wollen lernen, wachsen und einen Mehrwert schaffen. Unternehmen müssen daher die Aus – und Weiterbildung sowie das Arbeiten in der Organisation verändern, um den Trend des Studierens aufzugreifen bzw. dem Mangel an Azubis entgegenzuwirken.

Es braucht innovative, kreative Kulturen, die das Mitgestalten sowie Reflektieren ermöglicht und Wissenserwerb und eigenes Engagement fördert. Die Organisation muss ein Raum für lebenslanges Lernen, auch über die eigentliche Tätigkeit der Person hinaus werden. Hier hinzukommt die Digitalisierung. Auch hier sind Organisationen in der Verantwortung, ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu befähigen und diese Herausforderung gemeinsam zu gestalten.

Aktuell stehen hier noch Hierarchien und Bürokratiestrukturen im Weg, die es unmöglich machen, Ängste zu verlieren und Experimente zu starten. Ich komme wieder auf meinen Punkt der Kultur zurück – Innovationen und Veränderungen sind immer sozial eingebettet. Wenn sie nicht durch die Menschen gelebt wird, scheitert die beste Innovation.

Wie siehst du die Zukunft der Arbeit? Es steht viel an – trotzdem sehe die Zukunft der Arbeit optimistisch und blicke ihr mit Spannung entgegen. Die Zukunft der Arbeit wird durch die verschiedenen Bedürfnisse immer unterschiedlicher. Es wird nicht die eine ideale Lösung geben, aber genau das macht es so interessant.

Die Unternehmen sollten starten, die eigene Organisation wie die Kundenwelt zu betrachten und auf die Bedürfnisse der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hören: Wer seine Kunden kennt, der darf sich glücklich schätzen, denn das führt zu Erfolg. Zumindest wenn die Kundenerwartungen erkannt und erfüllt werden.

Wie glaubst du arbeiten wir in 20 Jahren? Puh… Eine Sache ist klar – die Arbeitswelt ist digital. Die räumliche Nähe ist nicht mehr ausschlaggebend, die Flexibilisierung der Arbeit bereits Standard. Die Organisationen sind neu aufgebaut und strukturiert, Hierarchien spielen kaum mehr eine Rolle und neue Formen der Zusammenarbeit – interdisziplinär, bereichsübergreifend, agile Projektzyklen – sind Alltag.

Die Weiterentwicklung wird gefördert, um den Wissensanforderungen an die Organisation sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu entsprechen. Die Organisationen sind als Begleitung der Menschen im Alltag stark in Innovationsökosystemen vernetzt. In diesen Systemen arbeiten verschiedene Organisationen und Institutionen zusammen, um gemeinsame, neue Ziele, entfernt von Kerngeschäften anzugehen.

Wie stehst du zum bedingungslosen Grundeinkommen? Ein spannendes Thema und eine tolle Sache. Mit den Szenarien unserer Zukunft ist es wichtig, ein Grundeinkommen bereitzustellen, dass unabhängig von der Arbeit ist. Jedoch muss hierfür der gesamte Begriff der Arbeit neu definiert und die neue Lebenswelt vom Staat vorgelebt werden. Nur so können Ungleichheiten, wie sie bei Reformen des Harz IV in Deutschland entstanden sind, vermieden werden.

Am Ende ist das Geld zwar ein wichtiges Mittel, jedoch nicht der ausschlaggebende Faktor. Viel wichtiger – und ich bleibe der Aussage treu – ist es, die Menschen zu begleiten und die Ausbildung von Jung und Alt zu fördern. Die Bevölkerung wird so befähigt, sich mit neuen Aufgaben und Verantwortungen auseinanderzusetzen.

Was würdest du tun, wenn du ausreichend Geld hättest? Mein Traum wäre es, mehr körperlich und vor Ort aktiv zu sein, mich für die Gesellschaft oder Natur einzusetzen und nicht mehr so viel vor dem PC zu sitzen. Ich möchte raus und dort sein, wo Hilfe benötigt, wo etwas umgesetzt, zusammengearbeitet, Mehrwerte geschaffen, Menschen befähigt und in Lösungen gedacht wird.

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Frauen und die Zukunft der Arbeit – Lena Robinson (Playful Solutions)

Lena Robinson Frauen und die Zukunft der Arbeit
Lena Robinson
Frauen und die Zukunft der Arbeit

Expertinnen der neuen Arbeitswelt zeigen, welche Arbeitsbedingungen sie sich persönlich wünschen und wie unsere Zukunft der Arbeit aussehen sollte. Zu Gast: Lena Robinson (Playful Solutions)

Lena Robinson, 31

Aktueller Job: Managing Partnerin bei Playful Solutions

Ausbildung: Anthropologiestudium an der Uni Wien, Masterstudium Sozialwirtschaft und Soziale Arbeit an der FH Campus Wien

Wordrap

Arbeit bedeutet für mich … ganz persönlich: Handlungsfähigkeit, Antrieb, Gemeinschaft

Arbeit macht mich glücklich, wenn … ich bedeutungsvolle Erfahrungen für Leute schaffen kann.

An meiner Arbeit mag ich weniger … vielleicht bin in noch in der Honeymoon Phase … ehrlich gesagt fällt mir nichts ein.

Die Fragen

Woran arbeitest du gerade? Ich arbeite an vielen Sachen gleichzeitig. Besonders happy bin ich mit dem „We Make Games” Projekt, in dem Schülerinnen und Schüler Ideen für Computerspiele erfinden und mit der Hilfe von Profis aus der Game Szene umsetzen. Junge Leute sollten einen Haufen Möglichkeiten bekommen, wo sie ihre Kreativität ausleben können, dabei ernst genommen werden und von Profis unterstützt werden.

Was ist dir in deiner Arbeit wichtig? Puh… mir ist extrem viel wichtig. Vor allem ist mir wichtig, dass ich mich durch meine Arbeit ausdrücken kann, dass ich immer Neues lerne, dass ich in guter Gesellschaft bin, dass ich was Sinnvolles machen kann – genau wie in anderen Bereichen meines Lebens.

Wie bist du zu deinem Job gekommen? Ich glaube, ich bin einfach meinem Bauchgefühl gefolgt. Ich war nach dem Anthropologie-Studium in New York und habe zuerst im Kulturbereich, dann im Tourismus gearbeitet. Zurück in Wien bin ich in die Startup-Szene gestolpert und habe mich immer mehr fürs Thema Bildung interessiert, dann für Experience Design und Facilitation.

Irgendwo in dem Prozess bin ich dem Konstantin begegnet (dem Gründer von Playful Solutions). Spiel als Erlebnis, als Medium und auch als Lösung für Herausforderungen unserer Zeit – das ist für mich Playful Solutions und das hat mich von Anfang an sehr begeistert. Ich habe davor schon mit spielerischer Vermittlung gearbeitet, aber bei Playful Solutions konzentrieren wir uns ganz darauf. Und machen alles: von der Konzeption von Lernplattformen bis zu kompetitiven Escape Room – Weltmeisterschaften.

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Was wolltest du als Kind/Jugendliche werden? Ich wollte Sekretärin werden – ich habe immer die vorgedruckten Spenden-Erlagscheine von der Post geholt und sie ausgefüllt. Außerdem hatte ich ein aufgeklapptes A4-Buch auf das ich einen Laptop gezeichnet habe (habe ich immer noch). Ja, man könnte sagen… ich tippe sehr viel am Computer und die Buchhaltung mache ich auch :-).

Was hat dich bei deiner beruflichen Entwicklung besonders geprägt? Ganz spontan – meine Freundin Anna, die eine große Inspiration für mich ist. Sie hat mir vor ein paar Jahren ein Buch zum Lesen gegeben: Presence von Senge/Scharmer/Jaworski/Flowers. Es hat mich extrem berührt, dass diese erfolgreichen und kompetenten Leute sich zusammensetzen, um zu reflektieren was die Welt von ihnen braucht. Und dass sie durch ihre Arbeit – die Begleitung von Change-Prozessen – so viel bewegen können. Das hat mich ultimativ zu Facilitation und Experience Design gebracht.

Wie muss deine ideale Zukunft der Arbeit organisiert sein? Also momentan brauche ganz viel Freiraum. Ich will mir alles selbst einteilen können und auch Aufgaben und Projekte ablehnen können, wenn ich nicht dahinter bin. Dafür bin ich, glaube ich, extrem committed. Deshalb geht das.

An welchen Orten arbeitest du? Wie muss der ideale Arbeitsraum dort gestaltet sein? Ich arbeite zuhause, im Büro und im Co-working space. Ich brauche das Büro aber dringend. Es ist gut zu wissen, dass ich dort hinkommen und meine Kollegen vorfinden kann – wenn sie nicht selbst gerade durch die Welt reisen. Jetzt gerade sind sie in San Francisco, um dort österreichischen Game Developer mehr Sichtbarkeit zu geben.

Wir suchen gerade selbst ein neues Büro, deshalb denke ich viel darüber nach, was mir wichtig ist. Auf jeden Fall hätte ich gerne multifunktionale Räume, die den Wandel mitmachen können, der ja tatsächlich bei uns in der Firma passiert. Ich liebe das Handbook for New Employees von Valve, einem amerikanischen Game Developer. Seitdem will ich unbedingt rollende Tische.

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Lena Robinson

Wie wichtig ist dir die Zusammenarbeit mit anderen? Was braucht es für eine erfolgreiche, erfüllende Kollaboration? Zusammenarbeit ist mir am allerwichtigsten. Ich merke, dass mich die Projekte am meisten motivieren in denen eine gute Zusammenarbeit besteht. Ich denke, einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren ist Klarheit und eine gewisse Übereinstimmung über den Sinn und Zweck des gemeinsamen Unterfangens.

Dann ist es kritisch, dass man diesen nicht aus den Augen verliert. Menschen arbeiten unterschiedlich und haben in einer Zusammenarbeit auch unterschiedliche Bedürfnisse. Wichtig ist, dass die Kommunikation gut funktioniert und dass es Raum für die Meta-Ebene gibt.

Welche Herausforderungen, Probleme siehst du in der heutigen Arbeitswelt? Ich glaube die Arbeitswelt ist zu breit, um diese Frage gut zu beantworten. Ich finde es furchtbar, dass so viele Menschen im totalen Prekariat arbeiten und leben. Und dass manche Jobs anscheinend nichts mehr wert sind und andere vollkommen absurd entlohnt werden.

Mir ist vollkommen klar, dass ich extrem privilegiert bin. Nicht nur mit meinem Job, den ich liebe, sondern auch durch den Kontext, aus dem ich komme. Ich habe eine gute Ausbildung, ich traue mir sehr viel zu, ich kann Risiken eingehen, ich habe ein gutes Netzwerk.

Ich bin regelmäßig extrem dankbar dafür und beobachte mit großem Unmut und auch mit großer Angst den Sozialabbau in Österreich. Ich bin oft in den USA, dort sind überall obdachlose Menschen in Schlafsäcken und in Zelten: in Seattle, in San Francisco, in New York. Ich sehe momentan nicht, wie wir im jetzigen System durch Arbeit mehr Gleichheit schaffen können.

Wie glaubst du sieht die Zukunft der Arbeit aus? Bist du eher optimistisch oder siehst du schwarz? Ich kann die Zukunft nicht vorhersehen. Es wird immer Organisationen geben, die neue und bessere Wege einschlagen werden zu arbeiten (zum Beispiel wie die in Reinventing Organizations von Frederic Laloux).

Aber so lange wir als Bürgerinnen und Bürger akzeptieren, dass unser Wirtschaftssystem auf Gewinnmaximierung ausgerichtet ist (von der wir profitieren) und solange wir zusehen müssen, wie die regierenden Politikerinnen und Politiker dieser Welt völlig machtgetrieben und kompetenzlos agieren… naja, da finde ich es schwer, ein positives größeres Bild zu zeichnen.

Was wir bei Playful Solutions versuchen vorzuleben, ist uns anfangs Klarheit über den Sinn und Zweck von jedem Projekt zu schaffen. Bei uns geht es oft um eine bedeutungsvolle Spielerfahrung. Holacracy, ein System mit dem wir teilweise arbeiten nennt das “Purpose”. Es gibt hoffentlich immer mehr Organisationen, die eine ähnliche Haltung einnehmen und damit einen Wert mit ihrer Arbeit schaffen können.

Vorausgesetzt, du hättest genug Geld – würdest du trotzdem arbeiten, und was? Auf jeden Fall! Ich würde weiterarbeiten, ich habe wirklich einen wunderbaren Job. Wahrscheinlich würde ich nach und nach Projekte selbst finanzieren und mit meinem Team und weiteren willigen Komplizinnen und Komplizen umsetzen :-). Ich glaube, in Game Design als Handwerk und in Spiel als Erfahrungsraum liegen noch viele Schätze begraben.

Wie findest du die Idee eines bedingungslosen Grundeinkommens? Puh, ich denke, das ist ein sehr komplexes Thema. Man weiß einfach noch wenig über die tatsächlichen Auswirkungen, die ein bedingungsloses Grundeinkommen haben könnte. Ich finde prinzipiell die Idee, dass jeder Mensch frei ist und tun kann was er will und kann, schön aber auch sehr utopisch.

Aber ich finde die Diskussionen sehr spannend, gerade vor dem Hintergrund der Automatisierung – viele unserer Jobs wird es wahrscheinlich nicht mehr geben. Aber gehen wir davon aus, dass jeder Mensch von sich aus weiß, wie er sich gesellschaftlich einbringen kann?

Ein anderes Projekt von uns heißt „Superpower Discovery“ und es geht darum, spielerisch die eigenen Stärken zu explorieren. Wir leben seit unserer Kindheit in so starken Bahnen, dass eine der wichtigsten Fragen – die nach den eigenen Talenten – völlig liegen bleibt.

Demnächst

‚Frauen und die Zukunft der Arbeit‘ mit Innovations-Managerin Isabel Ooostvogel.

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Wie sieht zeitgemäßes Arbeiten aus? basicallyinnovative.com ist mein virtual space für neue Perspektiven. Inspirierende Frauen meiner Generation zeigen, worauf es ankommt. Multimedial und unabhängig. Interesse an mehr? Click here. Oder schreibt mir: lena@basicallyinnovative.com Follow me:  Facebook Twitter Instagram

Frauen und die Zukunft der Arbeit – Antonia Wenzl (waff)

Antonia Wenzl waff Frauen und die Zukunft der Arbeit
Antonia Wenzl
Frauen und die Zukunft der Arbeit

Expertinnen der neuen Arbeitswelt zeigen, welche Arbeitsbedingungen sie sich persönlich wünschen und wie unsere Zukunft der Arbeit aussehen sollte. Zu Gast: Antonia Wenzl (waff)

Antonia Wenzl, 37

Aktueller Job: Bildungs- und Berufsberaterin beim Wiener ArbeitsnehmerInnenförderungsfonds (waff)

Ausbildung: Studium Germanistik, Deutsch als Fremdsprache und Gender Studies, verschiedene Zusatzausbildungen in der Erwachsenenbildung und Beratung.

Wordrap

Arbeit bedeutet für mich… Ziele zu verfolgen, die für mich sinnstiftend sind und an noch mehr Chancengerechtigkeit für möglichst viele mitzuwirken.

Arbeit macht mich glücklich… wenn ich in wertschätzenden und gut strukturierten Arbeitsumfeldern mit spannenden Kolleg_innen arbeiten kann und ich dabei laufend Neues lerne.

Die Fragen

Woran arbeitest du gerade? Im Beratungszentrum für Beruf- und Weiterbildung des Wiener ArbeitnehmerInnenförderungsfonds (waff) berate ich Wiener_innen, die sich beruflich weiterentwickeln wollen und/oder eine Höherqualifizierung anstreben.

Täglich kommen Menschen zu mir in die Beratung, mit denen ich an ihren beruflichen nächsten Schritten und ihren Ausbildungszielen arbeite. Am meisten interessieren mich daran die unterschiedlichen Berufsbiografien und Lebensgeschichten.

Was ist dir in deiner Arbeit wichtig? Im Laufe der Jahre habe ich herausgefunden, dass es mir besonders wichtig ist mit Menschen zusammenzuarbeiten, die ähnliche Grundhaltungen haben. Auch ein wertschätzender, kollegialer Umgang und transparente Strukturen sind mir wichtig.

Wie bist du zu deinem Job gekommen? Die Stelle war ausgeschrieben und ich habe mich ganz klassisch beworben.

Was wolltest du als Kind/Jugendliche werden? Ich wusste eigentlich nie, was ich werden wollte. In der Rückschau hatte ich aber auch nicht sehr viel Einblicke in mögliche Arbeitsfelder. Das jedenfalls habe ich jetzt in meinem Job.

Was hat dich bei deiner beruflichen Entwicklung besonders geprägt? Die Chancen, die das österreichische Bildungssystem mir geboten hat und die Erfahrung, dass ich die Dinge in die Hand nehmen kann und etwas verändern kann, wenn ich unzufrieden bin.

Wie muss deine ideale Zukunft der Arbeit organisiert sein? Die flexiblen Arbeitszeiten, die ich in meinem Job habe, weiß ich sehr zu schätzen. Ich habe zwei Kinder und auch deshalb ist mir Vereinbarkeit ein Anliegen.

Aber auch für Menschen ohne Betreuungspflichten erscheint es mir wichtig, dass Arbeitsverhältnisse so gestaltet sind, dass sie uns ausreichend Energie für andere Dinge im Leben lassen.

An welchen Orten arbeitest du? Wie muss der ideale Arbeitsraum gestaltet sein? Ich erwerbsarbeite derzeit ausschließlich im Büro und weiß diese Abgrenzung vom Privaten sehr zu schätzen.

Natürlich bringt es auch Freiheiten mit sich an unterschiedlichen Orten tätig zu sein. Ich tue mir aber ohnehin schwer, die Arbeit im Kopf nicht mit nach Hause zu nehmen. Wenn sie zumindest physisch dort verortet bleibt, wo ich auch arbeite, dann macht es das für mich einfacher.

Ein idealer Arbeitsraum braucht für mich außerdem Begegnungsräume für den informellen Austausch mit Kolleg_innen.

Wie wichtig ist dir die Zusammenarbeit mit anderen? Was braucht es für eine erfolgreiche, erfüllende Kollaboration? Für mich ist es unglaublich bereichernd, dass ich mich täglich mit Menschen austauschen kann, die vor den gleichen Herausforderungen stehen und von denen ich lernen kann.

Sehr wertvoll erlebe ich eine möglichst große Diversität in Teams und die Fähigkeit unterschiedliche Sichtweisen und Problemlösungszugänge wertschätzen zu können.

Welche Herausforderungen, Probleme siehst du in der heutigen Arbeitswelt? Im Beratungszentrum für Beruf und Weiterbildung des waff habe ich viel Kontakt mit niedrigqualifizierten Menschen und dequalifiziert Beschäftigten. Für die meisten von ihnen sind innovative Arbeitsmodelle, oder auch nur flexible Arbeitszeiten und selbstgewählte Arbeitsorte unbekannte Welten, die nichts mit ihrem Alltag zu tun haben.

Ich finde es wichtig, dass wir, wenn es um die Weiterentwicklung der Qualität von Arbeit geht, nicht nur Hochqualifizierte im Blick haben. Sondern uns als Gesellschaft auch damit auseinandersetzen, wie das für Menschen gelingen kann, die in Hilfstätigkeiten beschäftigt sind.

Für sie ist es jetzt schon teilweise sehr schwer. Sie sind häufiger und länger arbeitslos und Belastungen ausgesetzt, die nicht immer tragbar sind. Die Errungenschaften durch Digitalisierung und Automatisierung müssen meines Erachtens auch daran gemessen werden, wie sie zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen dieser Zielgruppen beitragen.

Zusätzlich erscheint mir die Auseinandersetzung mit der Verteilung der bezahlten und unbezahlten Arbeit zwischen den Geschlechtern wichtig. Denn nur wenn hier eine Umverteilung gelingt, wird sich der Gender Pay Gap und insbesondere auch der Gender Pension Gap in Österreich verringern.

Wie glaubst du arbeiten wir in den nächsten 20 Jahren? Bist du eher optimistisch oder siehst du schwarz? Ich bin grundsätzlich optimistisch. Obwohl es meiner Meinung nach nicht möglich ist vorherzusagen, wie wir in 20 Jahren arbeiten werden. Das wird auch weiterhin sehr vom Arbeitssektor und dem jeweiligen Tätigkeitsfeld abhängen.

Zentral erscheint mir dafür, inwiefern es uns gelingt, die Digitalisierung für soziale Innovationen zu nutzen. Wenn etwa manuell durchgeführte Routinetätigkeiten wegfallen, werden idealerweise Ressourcen frei um sich anderen Dingen zu widmen.

Dann ist es entscheidend, ob Menschen durch Weiterentwicklung ihrer Kompetenzen in die Lage versetzt wurden, diese neuen oder anderen Aufgaben zu übernehmen. Hier ist jedenfalls die Erwachsenenbildung gefragt.

Persönlich finde ich es außerdem spannend wie virtuelle Kommunikations- und Kollaborationsmöglichkeiten unsere Arbeitswelt weiterhin verändern werden.

Vorausgesetzt, du hättest genug Geld – würdest du trotzdem arbeiten, und was? Auch wenn ich nicht auf das Geld angewiesen wäre, würde ich arbeiten. Ich mag meine Arbeit und erlebe sie fast immer als Bereicherung. Mein Leben würde also vermutlich nicht sehr viel anders aussehen. Was ich dann aber sicher tun würde: Risikofreudiger meine Zeit in die Entwicklung eigener Projekte investieren.

Demnächst

‚Frauen und die Zukunft der Arbeit‘ mit Lena Robinson, Managerin Partnerin von Playful Solutions.

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Lena Marie Glaser, Founder of b_i

Wie sieht zeitgemäßes Arbeiten aus? basicallyinnovative.com ist mein virtual space für neue Perspektiven. Inspirierende Frauen meiner Generation zeigen, worauf es ankommt. Multimedial und unabhängig. Interesse an mehr? Click here. Oder schreibt mir: lena@basicallyinnovative.com Follow me:  Facebook Twitter Instagram