BASICALLY INNOVATIVE invites… GOODGOODs (Designbüro dottings)

dottings team (c)neukurs
dottings team (c) neukurs

Als Gründerin von BASICALLY INNOVATIVE lade ich, Lena Marie Glaser, inspirierende Frauen ein, ihre Projekte vorzustellen – GOODGOODs.

Wien, September 2017

Das Büro für Industrial Design dottings arbeitet in den Bereichen Produkt, Licht, Möbel und öffentlicher Raum. Für GOODGOODs entwickelten sie Designprodukte, die in Werkstätten von Menschen mit Behinderung oder psychischen Krankheiten in Kooperation mit Designerinnen hergestellt werden. 

Liebes dottings Team, ich habe euer Projekt bei einer Learning Journey zum Thema Social Design* kennengelernt und war von eurer Idee begeistert, schöne Alltagsprodukte mit sozialem Engagement zu verbinden. Was ist GOODGOODs für euch und wie trägt ihr damit zu einer lebenswerten Zukunft bei?

GOODGOODs sind Designprodukte für Leben und Haushalt mit sozialem Augenmerk. Unser Projekt vernetzt Designerinnen und Designer mit Werkstätten in denen Menschen mit Behinderung oder psychischen Krankheiten arbeiten.

Als soziales Unternehmen haben wir das Ziel, die geleistete Arbeit in den Werkstätten nach außen zu tragen und Konsumentinnen und Konsumenten die Möglichkeit zu geben, durch den Kauf der Produkte soziale Verantwortung zu übernehmen.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen?

BIGBAG von GOODGOODs, Design von dottings (c) dottings

Der Startschuss für GOODGOODs ist einer zufälligen Begegnung zu verdanken. Wir haben für ein Projekt unseres Designbüros dottings eine geschützte Werkstatt besucht und eine neue Welt kennengelernt.

Einerseits haben wir die Menschen und ihre Fähigkeiten gesehen, andererseits sofort das Potential für eine Zusammenarbeit mit Designerinnen und Designern erkannt. So ist GOODGOODs entstanden.

BENTOBAG von GOODGOODs, Design von dottings (c) dottings
BENTOBAG von GOODGOODs, Design von dottings (c) dottings

Danke euch für das Interview!

Mehr dazu: Homepage, Blog-Artikel

* Die Learning Journey wurde im Mai 2017 von der Wirtschaftsagentur Wien (Kreativwirtschaft, ehem. departure) veranstaltet.

BASICALLY INNOVATIVE invites… Endlos Fesch

Endlos Fesch - MaMaMu The Shirtmakers
Endlos Fesch – MaMaMu The Shirtmakers

Als Gründerin von BASICALLY INNOVATIVE lade ich, Lena Marie Glaser, inspirierende Frauen ein, ihre Projekte vorzustellen – Endlos Fesch.

Have you heard about Vienna’s first fashion library – Endlos Fesch? In their Pop-ups they offer an endless wardrobe full of sustainably sourced fashionable items. I met the founders Karin Kuranda and Jessica Neumann at the Impact Hub in Vienna and I was truly fascinated by their passion for Endlos Fesch. Both, Karin and Jessica, have full time day jobs in Vienna and still follow their dreams with the fashion library.

Hi Karin, hi Jessi! What is your project Endlos Fesch about?

Endlos Fesch is the first fashion library in Vienna renting out unique and high quality clothing. Our members take advantage of an endless wardrobe full of sustainably sourced fashionable items, thereby pursuing an eco-friendly lifestyle.

We are an innovative social business that extends the product lifecycle of clothes, reduces the amount of textile waste and CO2 emissions, raises awareness of slow fashion and encourages members to change unsustainable consumption patterns.

Endlos Fesch Fashion Library Anleitung

And can you change tomorrow’s society with Endlos Fesch?

We believe that our concept can really make an impact, since we will be able to influence today’s and tomorrow’s customers, mainly by changing the current mindsets and informing our members about how much we actually consume and how the clothing industry works –  this will promote sustainable consumption patterns and our community can take part in the sharing economy.

Rather than buying fast fashion items that are only used once or twice, our customers can rent fashionable, precious and local designer clothing for a low monthly fee from the first Vienna fashion library. This way, we make high-quality products available to a large number of clients and raise awareness for the slow fashion movement. As a consequence, customers will buy less low quality, low priced items and less clothing will be discarded to landfills.

Endlos Fesch - Marlene Fröhlich Lux&Lumen
Endlos Fesch – Marlene Fröhlich Lux&Lumen

Endlos Fesch and our members promote green and sustainable consumption and resourcefulness. The sharing model will benefit local designers and clothes-producing industries, as their products are being promoted and more people can have easy access, especially people living on a low income.

How did you come up with the idea of a fashion library?

We have been active in the Zero Waste Austria community and were shocked about the high number of clothes that are not being worn and just thrown away (about 80.000 tones per year in Austria alone). With one of the poorest recycling rates, clothes can contain hazardous toxic chemicals, which release greenhouse gases when decomposing at landfills. The chemicals and dyes used leach into the soil, contaminate the land, air and the groundwater. We wanted to find innovative solutions to this problem.

At first we started organizing clothes swaps and ran a second hand fashion photo project to promote awareness about the slow fashion movement (Fesch in Second Hand). As a solution to scale up the idea of sharing clothes and extending the life cycle of existing resources, the idea for Endlos Fesch was born, based on the concept of already existing fashion libraries in Germany and in Scandinavian countries.

We believe in applying existing sustainable and green solutions and building a social enterprise that focuses on using zero waste technologies as well as working with companies that integrate socially disadvantaged people.

Thanks Karin and Jessi for the interview, anything else you would like to share with us?

Endlos Fesch has been established to create a community of like-minded people who enjoy wearing slow fashion clothes and share an eco-friendly and sustainable lifestyle. Come and join our community at the next Pop Up events or sign up to our newsletter. By the way, we are always looking for collaborations with local designers to join our collection. Just contact us at team@endlosfesch.at for more information or the newsletter. Endlos Fesch on Facebook.

Endlos Fesch The Vienna Fashion Librarx

BASICALLY INNOVATIVE invites… Julia Fabrick (Vienna Shorts Agentur)

Julia Fabrick

Als Gründerin von BASICALLY INNOVATIVE lade ich, Lena Marie Glaser, inspirierende Frauen ein, ihre Projekte vorzustellen – Julia Fabrick.

Die Filmexpertin, Kuratorin und Geschäftsführerin der Vienna Shorts Agentur, Julia Fabrick, über ihren Zugang zu Arbeit und welche Rolle die BEGEISTERUNG für die persönliche Entwicklung spielt:

CHALLENGE ACCEPTED!

In meiner Arbeit für das mittlerweile größte Kurzfilmfestival Österreichs VIS Vienna Shorts, das ich seit 2008 inhaltlich und organisatorisch maßgeblich mitgestalte und für das ich einige Jahre im Vereinsvorstand war und seit 2015 als Geschäftsführerin der Vienna Shorts Agentur, geht es mir vor allem um eines: Menschen zu begeistern!

Sei es die vielen Katzenliebhaberinnen, die wir beim jährlichen Cat Video Festival (Youtube) zum Lachen bringen, junge Menschen, denen wir beim FußballKäfigKino (Vimeo) ihr ganz persönliches Open-Air-Kino in ihre gewohnte Umgebung bauen oder Filminteressierte, die wir bei unseren Money Walks (Youtube) – politische Kurzfilmspaziergänge im öffentlichen Raum – mit gesellschaftsrelevanten Themen konfrontieren.

An der Kulturarbeit schätze ich die berufliche Freiheit, die Möglichkeit, beinahe jede Idee zu verfolgen, einige davon auch umsetzen zu können und dabei Menschen in den unterschiedlichsten Bereichen kennen zu lernen. Auf der anderen Seite ist es nicht immer leicht, sich in der Kulturbranche finanziell über Wasser zu halten; es erfordert viele Kompromisse, Eigeninitiative und Durchhaltevermögen.

Cat Video Festival

Film ist für mich als Kuratorin ein wesentliches Werkzeug, um neue Perspektiven zu eröffnen, Aufmerksamkeit zu generieren, das Publikum mit bestimmten Themen zu konfrontieren und das Gesehene zu reflektieren. Ich kann so die Wahrnehmung immer wieder aufs Neue schärfen, sensibilisieren, auf zwischenmenschliche Beziehungen und gesellschaftliche Konflikte schauen und diesen mit Bewusstsein begegnen.

Das Schöne am Kurzfilm ist der gestalterische Beitrag, den man als Kuratorin in jedem Programm (ein Kurzfilmprogramm entspricht meist der Länge eines Spielfilms) leistet. So kann ein Thema durch verschiedene Filme und die individuelle Zusammenstellung auch von mehreren Seiten beleuchtet und unterschiedlich wahrgenommen werden.

Schon immer sind Filme ein bedeutender Teil meines Lebens und das Kino der Raum, in dem alles möglich wird. Es ist jener Ort, an dem sich Fantasien und Träume entfalten, Gesellschaftsnormen durchbrochen und die eigenen Motive und Wahrheiten hinterfragt werden.

VIS Vienna Shorts Agentur Logo

Als Geschäftsführerin der Vienna Shorts Agentur (agentur.viennashorts.com) unterstütze ich FilmemacherInnen durch Vermittlung von Auftragsarbeiten – so zum Beispiel durch Beauftragung von Kurzfilmen für die Stadt Wien zu den Themen Mülltrennung und Recycling. Ebenso wichtig sind uns Projekte, bei denen wir junge Menschen für das Medium Film begeistern können. Dabei greife ich auf unser Netzwerk an heimischen und internationalen Kurzfilmschaffenden zurück.

Ganz egal, was ich mache, ich möchte es mit Freude und Begeisterung tun können, denn das ist der Motor, der mich antreibt Herausforderung anzunehmen und Krisen zu überstehen. Ich bin gar nicht sicher, ob ich in zehn Jahren immer noch in der Film- und Kulturbranche tätig bin, vielleicht hat es mich dann schon ganz wo anders hin verschlagen.

Wichtig ist, dass man in Bewegung bleibt, Neues ausprobiert, hin und wieder eine Lebensklausur einlegt und sich immer wieder fragt, ob man mit seiner Arbeit, mit dem was man tut, glücklich ist. Falls nicht, ist es Zeit für Veränderung – immerhin verbringen wir den Großteil unseres Lebens damit. Ich glaube nichts im Leben ist unmöglich, solange man bereit ist seine Perspektive auch mal zu verändern.

Das Leben stellt uns immer wieder vor Herausforderungen. Es geht darum sie dankend anzunehmen, ganz nach dem Motto: When life puts you in tough situations, don’t say „Why me?“ say „Try me!“ 😉

Julia Fabrick Portrait
Julia Fabrick

agentur.viennashorts.com
https://www.facebook.com/viennashorts
https://www.instagram.com/viennashorts/

BASICALLY INNOVATIVE invites… Andrea Poschmaier

Otobong Nkanga Installation Tate Modern
In Wetin You Go Do? (2015) Otobong Nkanga, Tate Modern

Als Gründerin von BASICALLY INNOVATIVE lade ich, Lena Marie Glaser, inspirierende Frauen ein, ihre Ideen und Projekte vorzustellen – Andrea Poschmaier.

Andrea Poschmaier, Redakteurin für den ORF, beschäftigt sich häufig mit Arbeitsrecht und Arbeitsmarktpolitik. Außerdem ist sie neugierige Zeitungsleserin:

Im Artikel ‘When robots take all the work, what’ll be left for us to do?” (wired.com) wird ein düsteres Szenario formuliert: Was, wenn wir nach der völligen Automatisierung erfahren, der Sinn eines menschlichen Lebens ist Arbeit?

Ich muss dabei unweigerlich an Viktor Frankl denken, der für uns zwei Möglichkeiten sieht, Sinn zu finden: erstens durch unsere Beziehungen, sprich durch Liebe (Partnerschaft; Kinder; Liebe, die man über eine Leidenschaft, ein Talent an andere Menschen weitergibt) oder durch Leiden (in seinem Fall: im Konzentrationslager; trotz allem überleben; Grenzen des menschenmöglich Ertragbaren überschreiten; Leiden als Mittel zur Transzendenz) – was bedeutet das für die arbeitslose Menschheit, die Sinn sucht?

Stehen wir nicht nur an der Schwelle zur Vollautomatisierung, sondern auch am Scheideweg zwischen Liebe und Leiden? Wie könnte eine Utopie der Liebe aussehen, wenn nichts mehr „zu tun“ ist? Werden wir alle bedürfnislose, buddhistische Mönche?

Oder werden wir uns in einem Houellebecq’schen Universum wie in „Karte und Gebiet“ wiederfinden, in dem der Mensch seinen Körper durch Technologie bis zur Unsterblichkeit optimiert hat und aus Ermangelung an Gesprächsstoff mit Anderen, Gleichgemachten nur mehr den ebenfalls unsterblich gemachten Hund liebt? Und die Dystopie des Leidens (und damit des Hasses)? Das können wir uns alle, glaube ich, sehr gut vorstellen, dass die Menschheit noch nicht weiter ist, als Gewalt dankbar aufzugreifen, nur um etwas „zu tun“.

BASICALLY INNOVATIVE invites… Kersten Kloser-Pitcher

Kersten Kloser-Pitcher, GfK Trainerin

 

Als Gründerin von BASICALLY INNOVATIVE lade ich, Lena Marie Glaser, inspirierende Frauen ein, ihre Projekte vorzustellen – Kersten Kloser-Pitcher.

Kersten Kloser-Pitcher, Trainerin für Gewaltfreie Kommunikation (GfK) und Gründerin der Plattform Gesprächskultur über die Gestaltung der Zukunft unserer Arbeitswelt und worauf es eigentlich ankommt:

Liebe Kersten, worum geht es bei deiner Arbeit?

Es geht darum eine Gesprächskultur zu gestalten, die uns Menschen gedeihen lässt – sodass wir eine Sprache finden die uns mehr vereint als trennt. Mit mir selbst und mit anderen. Dafür stehe ich und dafür biete ich Räume und Werkzeuge an. Die Basis dafür bietet die Gewaltfreie Kommunikation nach Rosenberg.

Wie kannst du durch deine Tätigkeit unsere künftige Arbeitswelt und Gesellschaft verbessern?

Ein essenzieller Schlüssel um Stress zu reduzieren und all die daraus resultierenden Konsequenzen, ist es mit den eigenen Gefühlen und Bedürfnissen in Kontakt zu sein. Präsenz, Verbindung und Achtsamkeit sind Schlüsselelemente um in der Arbeitswelt und der Welt ganz allgemein klar zu kommen. Die Fähigkeit zu diesem Kern zurückzukehren wenn um uns herum das Chaos, die Überinformation, die Isolation, Einsamkeit, Überforderung und Rohheit tobt, ist überlebenswichtig und ein Schritt in eine friedlichere Zukunft.

Wie bist du zur Gewaltfreien Kommunikation gekommen?

Das eigene Leben ist die beste LehrerIn. Mein klassisches Studium der Unternehmensführung habe ich mit vielen offenen Fragen abgeschlossen. Wie können wir Arbeiten und Wirken ohne uns auszupowern? Wie können wir das tun was in uns brennt und dennoch Geld verdienen? Wie können wir Sinn in dem finden was es zu tun gibt? Wie können wir unsere Selbstwertschätzung nähren in einem Dominanzsystem das „Macht über“ andere suggeriert? Die Gewaltfreie Kommunikation hat mir viele Antworten auf einmal gegeben und viele reifen dahin, je länger ich mit dieser Form der Kommunikation in Verbindung bin.

Warum braucht es deine Arbeit?

 Kersten mit Ehemann

Ich bin überzeugt, dass es Zeit ist aktiv unsere Gesprächskultur zu gestalten. Die Jahre des Polarisierens, des Kategorisierens in „gut“ und „schlecht“, „mag ich“ und „mag ich nicht“ sind vorbei. Wahlen gehen der Reihe nach mit fast 50:50 aus. Es gibt zwei Lager. Es ist an der Zeit, Brücken zu schlagen und sich nicht mehr in elitäre Felder zu retten und von dort zu bewerten. Aufstehen und reden. Muskeltraining im empathischen Zuhören. Mitgefühl ist nicht immer schön. Dafür um so notwendiger.

Danke, Kersten!