Traut euch! – Mit Mut den eigenen Weg gehen

Journalistinnenkongress 2018

Der Journalistinnenkongress 2018

Krankenschwester auf der Herzchirurgie bleiben oder doch lieber Journalistin werden? Für Claudia war bald klar: Ich möchte Journalistin sein. Und so rief sie einfach beim ORF an und fragte: Wie werde ich das? Die ernüchternde Antwort: „Dafür brauchen Sie ein Studium, egal welches, Hauptsache Akademikerin“.

Bei ihrer Keynote am Journalistinnenkongress 2018 (JoKo 2018) im Haus der Industrie in Wien erzählte uns die beliebte Moderatorin und renommierte Journalistin Claudia Reiterer, wie sie es geschafft hatte, die vielen Hindernisse auf ihrem Karriereweg zu überwinden.

20 Jahre Jubiläum

Der Journalistinnenkongress feierte sein 20jähriges Jubiläum mit dem Thema „Mut haben“. Ins Leben gerufen von Frau BMin a.D Maria Rauch-Kallat und organisiert vom Club alpha bietet der Kongress jährlich Frauen aus der Medienbranche die Möglichkeit, sich zu vernetzen und von den Erfahrungen erfolgreicher Frauen zu lernen. Und ich war mittendrin.

Neben den Etablierten wie Lisa Totzauer, Lou Lorenz-Dittelbacher, Susanne Schnabl-Wunderlich, Ingrid Thurnher und Cornelia Vospernik (ORF), Nana Siebert und Petra Stuiber (derStandard), Barbara Haas (Wienerin) oder Eva Weissenberger (missing-link) beeindruckten mich besonders die jungen, aufstrebenden Journalistinnen, die neue Wege im Journalismus gehen.

Journalistinnenkongress 2018 Gamperl
Vortrag von Elisabeth Gamperl, Süddeutsche Zeitung
Starke junge Frauen machen Journalismus 4.0

So gab Elisabeth Gamperl von der Süddeutschen Zeitung spannende Einblicke hinter die Kulissen des Mammutprojekts „Paradise Papers“ und Alexandra Stanic von Vice sprach über die Auswirkungen der #metoo-Bewegung auf die Medienbranche. Gemeinsam mit der APA-Finanzjournalistin und Redakteurin des Start-ups Trending Topics, Madlen Stottmeyer reflektierten wir in den Pausen unsere neuen Erfahrungen.

Besonders inspirierte mich der Impuls „Nur Mut – Warum unkonventionelle Entscheidungen zum Erfolg führen“ von Anita Zielina. Die international erfolgreiche Journalistin begann ihre Berufstätigkeit in der Online-Redaktion derStandard.at und baute sich eine internationale Karriere vorbei an ausgetretenen Pfaden (NZZ, Stern) auf. Ihre Karriereentscheidungen waren geprägt von einem Weg außerhalb ihrer „Komfortzone“.

„Machen Sie es, probieren Sie es einfach aus!“

Das riet Anita Zielina den Journalistinnen und Medienmacherinnen. Dabei ist es wichtig, Netzwerke zu knüpfen. Sie zeigte sich davon überzeugt, dass die eigene Leidenschaft und Begeisterung ansteckend sind. Ein persönlicher Wertekompass kann außerdem hilfreich sein: Kann ich hier noch etwas lernen? Fordert es mich? Kann ich in der Rolle und Organisation etwas bewirken? Habe ich die Möglichkeit, Neues zu schaffen und zu gestalten? Arbeite ich in einem Job, der die Welt ein Stück weit verbessert und Menschen gut behandelt?

„Starten Sie doch einfach ein eigenes Medium!“

Zum Abschluss ihrer Rede unterstrich Anita Zielina wie wichtig es ist, eine Führungskraft zu haben, die unterstützt und keine Steine in den Weg legt. Gibt es die nicht, dann „Starten Sie doch einfach ein eigenes Medium!“, so Anita Zielina. „Entrepreneurial Journalism“ heißt das und wurde als Workshop beim Journalistinnenkongress 2018 angeboten. Und ich nahm daran teil.

Die 10 Dinge, die Entrepreneurial Journalism erfolgreich machen

Gemeinsam mit Sahel Zarinfard (Dossier.at) und Lisa Obendorfer (addendum) gab Eva Weissenberger (missing-link.media) persönliche Einblicke, wie es ist, das eigene Medienunternehmen aufzubauen. Ihre Learnings fassten sie so zusammen:

  1. Folge Deiner Leidenschaft.
  2. Schluss mit schüchtern und Werbetrommel rühren.
  3. Finde Deine Zielgruppe.
  4. Babysteps und dann wächst es automatisch.
  5. Perpetual Beta: Ständig am lebenden Produkt arbeiten.
  6. Weg mit Grenzen im Kopf, Deutschland und Schweiz als Markt sehen.
  7. Denke in Produkten.
  8. Baue auf bestehenden Plattformen auf.
  9. Erstelle Business Model Canvas und Mission Statement.
  10. Manchmal gelingt es, manchmal nicht. Dinge passieren nicht über Nacht.
WAS ICH FÜR MICH PERSÖNLICH MITNAHM?

Für mich war der JoKo 2018 ein Tag voller Mut machender Geschichten und inspirierender Momente von und für Frauen. Aber es gab auch den einen Moment, den ich nie vergessen werde… Am Ende des Kongresses präsentierte Eva Weissenberger völlig unerwartet -vor allen anwesenden Journalistinnen-  meine Projekte für basicallyinnovative.com zum Thema Neues Arbeiten. Ein absoluter Höhepunkt.

Alles Liebe, Eure Lena

Lena Marie Glaser
Lena Marie Glaser

Ich möchte Arbeit und Leben neu denken. Meine Artikel, Interviews und Videos zeigen, wie es anders geht. Für eine Welt, in der wir im Mittelpunkt stehen. Interesse an mehr? Click here. Oder schreibt mir: lena@basicallyinnovative.com Follow me:  Facebook Twitter Instagram

Achtsamkeit, Wertschätzung und Humor – Das waren die XING New Work Sessions

XING New Work Sessions 2018 Wien
XING New Work Sessions 2018 Wien
Xing New Work Sessions Wien 2018

Puuhh, das war echt ein intensiver Tag bei den XING #newworksessions am 5. Dezember 2018 in Wien. Die Veranstaltung fand im BENE Büro in der Wiener Innenstadt sowie in den Räumlichkeiten von KUNUNU statt. Dabei drehte sich alles rund um die Trends und Herausforderungen der neuen Arbeitswelt.

#tagträumen

Die buzzwords des Tages waren: #tagträumen #humor #change #officeculture #humancentric #mindfulness #experimentieren Achtsamkeit mit dem eigenen Körper, Humor, Wertschätzung und Vertrauen wurden bei den XING New Work Sessions in Wien 2018 als die zentralen Werte ausgerufen.

Die XING New Work Sessions Wien gaben hautnah Einblick in die neuersten Trends und Strömungen der heutigen und zukünftigen Arbeitswelt. Die Impulsgeberinnen und -geber kamen aus den Bereichen Neurobiologie, HR, Personalmarketing, Bürokonzepte. Die Besucherinnen und Besucher waren Coaches, HR-Leute, Employer Branding Spezialistinnen und Spezialisten aus Start-ups sowie traditionellen Unternehmen.

Impulse und Netzwerken

Inputs und Workshops waren Teil des vollgepackten Programms, dazwischen wurden eifrig Visitenkarten ausgetauscht. Christiane Bertolini von DNA (Das Neue Arbeiten) organisierte und kuratierte eine eigene spannende DNA-Workshopreihe der XING New Work Sessions. #alohaDNA

Dabei waren inspirierende Workshops von Lisa Kranebitter der HR-Frau des Start-ups Pioneers, Journalistin Nicole Thurn von New Work Stories und Christiane Wenckheim, Aufsichtsratsvorsitzende des Ottakringer Brauerei Konzern (‚Social Dreaming‘).

Leider unangenehm fiel auf, dass die anderen Speakerinnen und Speaker teilweise wie einstudierte Comedy-Acts wirkten. Schade eigentlich, denn auch ihre Expertise und Inhalte waren über weite Strecken inspirierend.

Was ich für mich persönlich mitnahm?

Spannend fand ich, dass auch bei diesem Event wieder klar wurde, wie zentral die Kulturfrage in Unternehmen ist. Um Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Zukunft zu halten und zu motivieren, müssen sie selbstbestimmt und mit Handlungsspielräume arbeiten können. Es muss ihnen ermöglicht werden sich weiterzubilden. Die Kommunikation muss wertschätzend, auf Augenhöhe erfolgen und von Vertrauen getragen werden.

Vielleicht bin ich beim nächsten Event schon selbst als Expertin eingeladen ;).

Alles Liebe, Eure Lena

Mehr dazu: XING New Work Sessions Wien 2018

Lena Marie Glaser
Lena Marie Glaser

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3 Dinge, die wir uns im Job alle wünschen

Lena Marie Glaser

Wir klagen fast alle über Leistungsdruck oder Ausbeutung im Job und landen früher oder später im Burn-out. Doch eigentlich wollen wir ganz anders arbeiten und leben. Ich versuche herauszufinden, wie eine wertschätzende Arbeitskultur aussehen kann und was es dafür braucht.

Von Lena Marie Glaser

Beim Abendessen in einem Wiener Lokal sind wir uns einig: Wertschätzung im Job ist echt ein Luxus. Ständiger Leistungsdruck, kaum Platz für persönliche Entfaltung, und kein positives Feedback vom Chef. Das sind Erfahrungen, die die meisten von uns teilen.

Meine Erfahrungen

Früher als Juristin im Ministerium musste ich dafür kämpfen, ernst genommen zu werden. Sonst wäre ich dauerhaft die Assistentin der älteren männlichen Kollegen geblieben (natürlich im Gegensatz zu den gleichaltrigen, gleichqualifizierten männlichen Kollegen). Aber auch die übliche Vorgehensweise, Personalentscheidungen zu treffen ohne die Beteiligten einzubinden, empfand ich immer schon als ungerecht.

Als ich im Kunst- und Kulturmanagement arbeitete, konnte ich zunächst gar nicht glauben, wie niedrig die Bezahlung war. Gehälter, die kaum für Miete und Essen reichten. Außer man hatte natürlich reiche Eltern. Trotzdem gaben alle immer ihr Bestes – und es wurde von ihnen erwartet. Es machte ja Spaß und war immerhin der lang erträumte ‚Traumjob‘ für den bereits viele, viele andere in der Warteschlage standen.

Auspressen und unter druck setzen

Menschen sind faul, müssen daher ständig unter Druck gesetzt und bis zum letzten ausgepresst werden. Das ist ein Führungsstil, der noch immer sehr verbreitet ist. Die Menschen lassen es sich aus Angst vor Job- und Statusverlust gefallen, so der Arbeitsmediziner Helmut Stadlbauer im derStandard-Interview.

Aber nicht nur in Anwaltskanzleien, Kunstgalerien und internationalen Konzernen herrscht diese Kultur, sondern auch in den neuen, hippen Agenturen und Start-ups, in denen angeblich alle best friends oder wie eine Familie sind. So nach dem Motto:

Lasst uns gemeinsam am Sonntag einen Marathon laufen und dabei noch die wichtigsten Zahlen besprechen!

Gratis sushi und Ausbeutung

Diese vorgeblichen Traumarbeitsplätze bieten ihren Leuten kreative Aufgaben, das Arbeiten im Freundeskreis, kostenlosen Kaffee und Kicker im open space. Doch die Wahrheit ist oft eine andere: Hoher Zeitdruck, respektloser Umgangston, und eine scheinbare heile Welt.

Die französische Autorin Mathilde Ramadier deckte auf, dass Start-ups in Berlin junge Akademikerinnen und Akademiker nach Strich und Faden ausnutzen. Die studierte Philosophin hatte es nach einiger Zeit in solchen Unternehmen satt und beschloss darüber zu schreiben.

Sie spricht von der Lüge Wir sind eine Familie und fragt: Was nutzen uns Gratis-Sushi und Kickertisch, wenn wir ausgebeutet werden? Gratis-Goodies, gemeinsame Firmen Events in der Freizeit und befristete Jobs machen es verdammt schwer Kritik zu üben, so Ramadier (Zeit Online).

horror mit Gin Tonic

Auf Empfehlung wurde mir Anfang des Jahres ein Bewerbungsgespräch für eine interessant klingenden Stelle in einer jungen Wiener Agentur vermittelt. Ich sollte zu einer Büroparty kommen. Aus heutiger Sicht kann ich ganz klar sagen: Das war das schrecklichste Jobinterview in meinem ganzen Leben! Nichts dagegen die steifen Bewerbungsgespräche im Bundeskanzleramt oder das mühsame Assessment-Center der Deutschen Botschaft.

Zuerst wurde ich auf einen Drink eingeladen, dann begann ein (auf den ersten Blick) entspanntes Plaudern mit dem Geschäftsführer. Es war Partystimmung, wobei sich sehr bald abzeichnete, wer hier das Sagen hatte. Schroff und von oben herab kommandierte der Geschäftsführer seine fast gleichaltrigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

So saß ich da mit meinem Gin Tonic und sollte kurz und knackig auf den Punkt bringen, warum gerade ich hier arbeiten wollte. Es fühlte sich an wie ein Verhör und war ganz eindeutig eine Machtdemonstration. In diesem Moment war klar für mich: Ich werde nie im Leben in so einem Umfeld arbeiten.

eIN Erklärungsversuch

Diese Kultur in Agenturen und Start-ups entsteht oft unter finanziellem Druck. Gerade klassische Start-ups müssen sehr schnell wachsen, damit die Investoren befriedigt werden. Der Faktor Mensch ist da eher Mittel zum Zweck, eine Human Ressource halt. Für die Entwicklung einer wertschätzenden Unternehmenskultur ist da kaum Platz.

Außerdem herrscht in diesen Unternehmen oft eine Macho-Kultur. Männer und Frauen müssen sich dem unterordnen, um erfolgreich zu sein. Die Fernsehserie Mad Men lässt grüßen: Männer einer New Yorker Werbeagentur, rauchend, saufend, Frauen als nette Sekretärinnen und Aufputz.

WAs wir tun können

Aber ist das wirklich die Zukunft der Arbeit, die wir wollen? Werden wir künftig unter dem Druck ersticken, gesteuert von Robotern und Algorithmen? Oder aber: Wie könnte ein anderer Weg aussehen?

Sophie Pollak, die Gründerin von WeBandits verkauft hippe koreanische Mode in ihrem Wiener Shop in der Neubaugasse. Bei der Geburtstagsfeier einer gemeinsamen Freundin erzählt sie mir davon, dass sie in ihrer neuen Rolle als Chefin einen anderen Weg gehen will. Sie lässt sich coachen, informiert sich und versucht für ihr Unternehmen einen eigenen Weg zu finden. Neues Leadership ist das und unterscheidet sich echt grundlegend von den üblichen Macho-Allüren in Agenturen und Start-ups.

Der Hamburger Unternehmern Uwe Lübbermann hat erfolgreich Premium Cola gegründet und sich bewusst für eine andere, neue Form des Arbeitens entschieden. In seinem Unternehmen gibt es ausschließlich Konsens Entscheidungen und gleichen Lohn für alle. Lübbermann baut dabei auf Vertrauen, schriftliche Verträge gibt es keine. Mit seinem Mitarbeiter, der Lieferantin oder der Kundin spricht er auf Augenhöhe – und es funktioniert.

Was eine neue arbeitskultur braucht

Abgesehen von einem fairen Gehalt, müssen Unternehmen eine Arbeitskultur schaffen, in der diese Dinge ermöglicht werden:

1. Wir  können mitentscheiden und -gestalten.

2. Wir vertrauen einander. 

3. Wir haben die Möglichkeit, uns persönlich zu entfalten.

Be calm, kind and clear

In einem Interview verriet die Leiterin des Wiener Tanzquartiers, Bettina Kogler, dass ihre Art zu arbeiten und zu führen von dem Leitsatz Be calm, kind and clear geprägt ist (FALTER, 04/18). Mich hat dieser Satz gleich angesprochen. Bin ich im Stress, hole ich ihn hervor.  Ich finde diese Worte sind auch ein Aufruf an uns alle, uns gegenseitig mehr wertzuschätzen und es auch zu zeigen.

Lena Marie Glaser
Lena Marie Glaser

Ich möchte Arbeit und Leben neu denken. Meine Artikel, Interviews und Videos zeigen, wie es anders geht. Für eine Welt, in der wir im Mittelpunkt stehen. Interesse an mehr? Click here. Oder schreibt mir: lena@basicallyinnovative.com Follow me:  Facebook Twitter Instagram

Future of workspaces – Wo willst du arbeiten?

DasPackhaus workspaces
DasPackhaus, Wien

Unsere Arbeitsräume sagen viel über die gegenwärtige Arbeitskultur. Jump-seat desks und open spaces offenbaren ein großes Problem: Unsere menschlichen Bedürfnisse spielen hier selten eine Rolle. Ich mache mich daher auf die Suche nach dem perfekten Arbeitsort. Wie sieht er aus? Wo finde ich ihn?

Von Lena Marie Glaser

Darum gehts

Die zunehmende Digitalisierung verändert unsere gewohnten Arbeitswelten. Mit Smartphones, Laptops und Clouds können wir 24/7 im Bett oder am Strand arbeiten. Die Grenze zwischen Arbeit und Privatem löst sich immer mehr auf. Der Raum, in dem wir arbeiten, verändert sich: Sei es im Homeoffice, in Unternehmen mit offenen Raumstrukturen und jump-seat desks oder im Co-working space.

Niemand kann mit Sicherheit vorhersehen, wie unsere Arbeitswelt in Zukunft tatsächlich aussehen wird. Trotzdem werden heute schon weltweit neue workspaces erbaut – oft ohne Rücksicht auf unsere menschlichen Bedürfnisse.

Persönliche Stories

Für Eva, die freie Journalistin, ist es der Frühstückstisch, da sie hier Licht und Atmosphäre liebt. Thomas, der Beamte, schätzt sein Einzelzimmer mit Familienfotos am Schreibtisch, das er auch mal abschließen kann. Julia, die IT-Angestellte, wechselt jeden Tag im Großraumbüro ihren Arbeitsplatz, bevorzugt aber ihr Homeoffice. Für Mascha, die Architektin, ist es ihr Büro im sanierten Altbau mit offenem Raumkonzept und individueller Note.

Wir verbringen viele Stunden unseres Lebens dort und möchten uns dort wohlfühlen, als ganze Menschen wahrgenommen werden. Dieser Ort soll unseren individuellen Bedürfnissen entsprechen. Eine Kurzumfrage in meinem persönlichen Umfeld ergab, dass der workspace mehr ist als nur der Ort an dem wir arbeiten. Er gibt uns Sicherheit und Halt, ermöglicht Austausch und neue Ideen.

Meine Erfahrungen

Früher arbeitete ich jahrelang Tag für Tag in einem Doppelzimmer eines modernen, aber schmucklosen Bürogebäudes in der Wiener Innenstadt. Schlicht und aufgeräumt, moderne und standardisierte Möbel, farbige Ordnerrücken in einer grauen Umgebung. Keine Familienfotos, kaum eine persönliche Note verriet etwas über meine Persönlichkeit. Arbeit und mein Privatleben waren fein säuberlich getrennt.

Mein perfekter Arbeitsplatz

Jetzt aber haben sich meine Lebensumstände tiefgreifend verändert und so auch meine workspaces. Nun entscheide ich, ob ich nun an einem Flex-Desk im offenen Gemeinschaftsbüro eines kreativen Hubs, in meinem Lieblingscafé oder doch am Esstisch meiner Wohnung arbeite. Je nach Lust und Laune, abhängig von den Aufgaben, die ich erledigen möchte. Diese selbst gewählte Flexibilität zeichnet meinen perfekten Arbeitsplatz aus.

UNSERE Rahmenbedingungen

Doch nicht nur meine individuelle Arbeitswelt hat sich verändert. Die Digitalisierung führt zunehmend dazu, dass jene Orte, an denen wir arbeiten, einem grundlegenden Wandel unterliegen. Smartphones, Tablets oder Laptops sind die Werkzeuge von heute. In der Wissensgesellschaft lässt es sich gut ohne Bürolandschaften und Papierablage arbeiten. So bieten viele Unternehmen das Homeoffice an. Das führt dazu, dass die Grenze zu unserem Privatleben immer mehr verschwimmt.

weXelerate Start-up and Innovation Hub, Sofitel Wien workspaces
weXelerate Start-up Hub, Wien
Jump-seat desks oder Individualität?

Trotzdem werden weiterhin eindrucksvolle Hauptquartiere erbaut. Anstatt Einzelbüros mit persönlichen Schreibtischen gibt es nun offene Strukturen und shared-working stations. Schon mal was von workspaces mit jump-seat desks, paperless office, clean-desk policy gehört? Diese neuen Formen der Gestaltung von workspaces wollen Arbeitsabläufe beschleunigen, sollen die interne Kommunikation erleichtern und durch bewusst gesteuerte Kreativität mehr Innovation ermöglichen.

Im Vordergrund: Effizienzsteigerung anstatt individueller Bedürfnisse. Zunehmend lässt sich beobachten, dass Menschen von dieser Form von Flexibilisierung überfordert sind.  Ohne Schutz des persönlichen workspaces nehmen Burn-outs und Erkrankungen zu. Der perfekte Arbeitsumfeld sieht anders aus.

Die Hintergründe

Eine von neuen Technologien geprägte Arbeitswelt würde vermutlich auch ohne diese Arbeitsräume auskommen. Doch für Unternehmen sprechen einige Gründe dafür weiterhin auf Büros zu setzen (Planing Office Spaces – A practical guide for managers and designers, Laurence King Publishing, 2010): 1. Aufgaben und Tätigkeiten können effizienter erledigt werden, 2. die Kommunikation wird erleichtert, 3. sie haben eine bedeutende Rolle für die Identität des Unternehmens.

Café in Brooklyn, New York workspaces
Café in Brooklyn, New York
WAS wir wollen

Aus Sicht der Menschen ist es das Bedürfnis nach Gemeinschaft, Zugehörigkeit und persönlichen Gesprächen, die gemeinsame Arbeitsorte auch in Zukunft wahrscheinlich machen. Angelika Fitz betont in ihrem Buch Arbeitende Orte (Springer 2012), dass selbst die digitale Boheme auf Dauer unzufrieden mit improvisierten Heim- und Kaffeehausbüros ist und sich in Co-Working-Arealen organisiert. 

Bei meinem Besuch in New York im Jänner 2018 beobachtete ich die zahlreichen, eifrigen young professionals in den Cafés der Stadt. Konzentriert mit Musik in den Ohren, fokussiert auf ihre Notebooks and Smartphones. Alleine oder in kleinen Gruppen diskutierten sie die Vorteile und Nachteile des Freelancing, ihre Probleme und Pläne.

Der Trend co-working spaces

Außerdem sah ich an vielen Ecken in New York Co-working spaces, die Büroräume der neuen Arbeitswelt (wikipedia). Ganze Ketten gibt es hier schon, wie Fitnessstudios. Auch in Wien steigt das Angebot dieser Form der neuen Zusammenarbeit. Mein Artikel ‚Dort wo die einzigartigen Ideen wachsen‚ gibt einen Einblick in diese Welt der Co-working spaces.

Markhof Co-working workspaces
Markhof – Co-working in Wien
Future of Workspaces

Die britische Tageszeitung TheGuardian berichtete im Juni 2017 über das geplante neue Google Headquarter London, Baubeginn 2018: Floor plans for the building show a wellness centre containing gyms, massage rooms a narrow swimming pool and multi-use indoor sports pitch, and a rooftop garden split over multiple storeys and themed around three areas: a plateau, gardens and fields, planted with strawberries, gooseberries and sage. TheGuardian

So sehen es die Experten

Sind die Zeiten von jump-seat desks also vorbei? Können wir nun mit Wohlfühloasen rechnen? Raphael Gielgen, Trendforscher des Schweizer Möbel-Unternehmens VITRA, ist davon überzeugt, dass der ideale workspace der Zukunft Halt und Orientierung gibt.

Er sieht eine Renaissance von Headquarter, Büro und Campus, da sich Menschen nach Gemeinschaft sehnen. Es sind kuratierte Orte mit Charakter, die der Community eine Heimat bieten, so der Experte (in 100 Working Spaces – Büros der Zukunft, 2016/17).

Microsoft Austria Headquarter, Wien workspaces
Microsoft Austria Headquarter, Wien
Community oder lieber activity-based?

In activity-based workspaces mit Ruhezonen, Bereichen für individuelle und gemeinschaftliche Arbeit in offenen Strukturen und mit Führungskräfte-Tischen, sieht Bernhard Herzog die Zukunft der Arbeit. Als Experte für das neue Arbeiten von M.O.O.CON, einem deutsch-österreichischen Strategieberater für Organisations- und Objektentwicklung, beschäftigt er sich damit, wie das ideale Arbeitsumfeld aussieht.

Immer mehr Unternehmen nehmen die Beratung von M.O.O.CON in Anspruch. Die Kunden reichen von NGO (Caritas Österreich),  öffentlichen Institutionen (Arbeiterkammer) bis zu internationalen Finanzdienstleistern (Deutsche Bank). Bei meinem Besuch in der Wiener Niederlassung erfahre ich, dass der Entwicklungsstand einer Organisationskultur vorgibt, auf welches Konzept M.O.O.CON zurückgreift.

Wenn ich die Kultur im Unternehmen nicht verändern kann, dann brauche ich nicht den Raum der nächsten Generation hinstellen. Weil er nicht verstanden wird, ist sich Bernhard Herzog sicher. Unternehmen stehen dabei oft vor der Entscheidung, einen schnellen Weg zu gehen und dabei zu riskieren, Mitarbeiterinnen zu verschrecken oder aber einen Wettbewerbsnachteil zu riskieren, so der Leiter der M.O.O.CON Forschungsabteilung.

Neue Arbeitskultur?

Für den M.O.O.CON Experten ist klar, dass Bürokonzepte mit der veränderten Arbeitswelt mithalten müssen. Diese können gar notwendige Veränderungen in Unternehmenskultur und Arbeitsweise bewirken, ist Herzog überzeugt.

Angesprochen auf die Kritik an allzu flexiblen Arbeitsplätzen, erklärt Bernhard Herzog die Überforderung damit, dass Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bisher gewohnt waren, klar abgegrenzte Aufgaben in individuellen Einzelzellen zu erledigen; in einer veränderten neuen Arbeitswelt werden sie nun gefordert mit ihren Kolleginnen und Kollegen in offenen Strukturen zu arbeiten und so das große Ganze zu sehen.

In der Wiener M.O.O.CON Niederlassung wird dieses activity-based Konzept gelebt. Außer dem Sekretariat hat hier niemand einen fixen Arbeitsplatz. Jeden Tag suchen sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einen neuen Arbeitsplatz, ihre Laptops und Unterlagen werden am Ende des Tages in einem persönlichen Kästchen verstaut. Das paperless office ist dafür erforderlich. Ein Modell, das hier sehr gut funktioniert, da diese Menschen regelmäßig unterwegs bei ihren Kunden sind.

Rutsche im Microsoft Austria Headquarter, Wien workspaces
Rutsche im Microsoft Austria Headquarter, Wien
Wohlfühlumgebung oder MarketingStrategie?

Auch Microsoft Austria sieht sich als Vorreiter der neuen Arbeitswelt. Werde ich hier den perfekten Arbeitsplatz finden? Vor Ort unterstreicht die eloquente Marketingmitarbeiterin, wie wichtig es Microsoft ist, eine Wohlfühlumgebung zu schaffen: viel Natur, die bunte Bürogestaltung, eine Rutsche sollen dazu beitragen.

Bei meiner Tour entdecke ich offene Raumstrukturen mit shared-working stations, Kästchen zum Verstauen der persönlichen Dinge am Ende des Tages, schalldichte Zellen für Telefonate, farbenfrohe Meetingräume, inspiriert vom Wiener Kaffeehaus bis zur New Yorker Graffiti Wand.

Ein besonderes Unterscheidungsmerkmal zu gewöhnlichen Büros: Auch die Geschäftsführerin hat hier keinen festen Arbeitsplatz. Außerdem gibt es keine Kernarbeitszeit, den Microsoft Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern steht es also offen 24/7 zu arbeiten.  Doch eines fällt uns als Besuchergruppe auf: Vor Ort treffen wir kaum jemanden. Arbeiten die alle zu Hause?

ÖAMTC Wien workspaces
ÖAMTC Wien
Transparenz vs Freiraum

Ein viel besprochenes neues Bürogebäude ist auch das ÖAMTC Headquarter. Es beeindruckt mit futuristischer Architektur, viel offenem Raum, Glas und Transparenz. Mein persönlicher Eindruck bei einer Tour durch das Gebäude: Viel Privatsphäre und Ruhe haben die Menschen hier nicht.

Und so war das früher

Einen Blick in die Vergangenheit ermöglicht die ehemalige Postsparkasse in der Nähe der Wiener Ringstraße. Das von Otto Wagner entworfene und zwischen 1904-1912 erbaute Postsparkassengebäude ist unerwartet modern in der Innengestaltung, aber mit klarer Abbildung sozialer Hierarchien in Materialauswahl, Ausstattung sowie Raumlogistik.

Für die einfachen Jobs niedrige, eher trostlose Räume, für die Führungsetage kräftige Farben und protzige Möbel. Ein klarer Kontrast zum aktuellen Trend der offenen Strukturen, shared-working stations und Führungskräfte-Tischen.

Alte Postsparkasse Otto Wagner, Wien workspaces
Alte Postsparkasse Otto Wagner, Wien
Vom Einzelbüro zu geteilten Arbeitsräumen

Auch das nach Plänen von Roland Rainer 1968-1976 erbaute ORF-Zentrum am Küniglberg wird schrittweise erneuert. Die alten Einzelbüros von offenen Raumstrukturen abgelöst, Konferenzräume nachhaltig und innovativ erneuert. Im noch bestehenden Originalbereich sind die Hierarchien eindeutig zu erkennen, im neuen Newsroom von ORF 1 hingegen sind geteilte workspaces und offene Raumstrukturen bereits die Normalität.

ORF Zentrum Küniglberg, Wien
ORF Zentrum Küniglberg, Wien

Das in Wien beheimatete internationale Architektur- und Designbüro Veech X Veech war maßgeblich an der Neugestaltung der ORF-Konferenzräume und Newsrooms beteiligt. Für Mascha Veech-Kosmatschof spielen Nachhaltigkeit und die Berücksichtigung der menschlichen Bedürfnissen eine wichtige Rolle. Veech-Kosmatschof war die Assistentin von Zaha Hadid an der Universität für angewandte Kunst Wien. Nun arbeitet sie mit ihrem Unternehmen Veech X Veech an renommierten Projekten, so auch bei der Gestaltung von workspaces.

weXelerate, Start-up and Innovation Hub, Sofitel Wien
weXelerate, Start-up Hub Wien
von Überholten Konzepten …

Der Trend bei workspaces in Österreichs Unternehmen geht derzeit in Richtung shared-working stations und jump-seat desks – oft inspiriert von überholten Konzepten der großen IT-Unternehmen aus dem Silicon Valley. Ein gutes Beispiel dafür sind die Räumlichkeiten des Wiener Startup-Hubs weXelerate. Bieten uns diese Büros die erforderlichen Rahmenbedingungen? Können sie uns wirklich inspirieren? Oder aber brauchen wir Räume, die uns das Gefühl der Stabilität vermitteln?

… und worum es eigentlich geht

Das Architekturbüro kadawittfeldarchitektur sieht die Lösung in einem Mittelweg: Wo kann man angekommen sein und doch offen bleiben für Veränderung. Workspaces müssen zwar immer flexibler werden, aber gleichzeitig auch Stabilität bieten (in Arbeitende Orte, Fitz).

DasPackhaus, Wien workspaces
DasPackhaus, Wien
Neue Wege: Von der Zwischennutzung …

Das Wiener DasPackhaus verbindet diese scheinbar widersprüchlichen Pole von Lebendigkeit und Stabilität. Als Zwischennutzungsprojekt in der Wiener Marxergasse ist es ein kreativer, improvisierter Ort auf Zeit. Mit viel Charme wurde das alte Bürogebäude der Finanzverwaltung renoviert. Die Nutzerinnen und Nutzer haben die Möglichkeit, ihre Büros individuell zu gestalten.

… zum Traumarbeitsplatz

DasPackhaus bietet darüber hinaus Flex-Desks in einem Gemeinschaftsbüro an. Neben den Meetingräumen, einem Bewegungsraum und der Küche steht auch der Garten zur gemeinsamen Verfügung. Regelmäßig finden Veranstaltungen und Workshops statt. Ressourcen werden so geteilt, der Austausch und die Inspiration untereinander ermöglicht.

DasPackhaus, Wien workspaces
DasPackhaus, Wien
Und darauf kommt es wirklich an …

Für mich wurde klar, dass der ideale workspace der Zukunft Halt und Orientierung, Lebendigkeit und Kommunikation ermöglicht. Ein Ort der Zusammenarbeit, des Austausches ist. Im besten Fall flexibel und sich an unsere individuellen Bedürfnisse anpassend.

Jedenfalls ist er keine Kopie eines amerikanischen IT-Unternehmens, kein Umfeld das überfordert. Arbeitsräume müssen uns unterstützen und nicht das Gefühl vermitteln, eine reine Human Resource zu sein. Wie genau dieser Ort aussieht, steht nicht im Vordergrund – sondern welches Menschenbild damit vermittelt wird.

Lena Marie Glaser
Lena Marie Glaser, Editor-in-chief

basicallyinnovative.com ist mein virtual space für neue Perspektiven zur Zukunft der Arbeit. Inspirierende Frauen meiner Generation zeigen, worauf es ankommt. Multimedial und unabhängig. Interesse an mehr? Click here. Oder schreibt mir: lena@basicallyinnovative.com Follow me:  Facebook Twitter Instagram

Clash of Cultures – So wird die neue Arbeitswelt lebenswert

Stockwerk, Co-working space Wien neue Arbeitswelt
Stockwerk, Co-working space Wien

Alte gegen neue Arbeitswelt. Was wir tun können, damit die Zukunft der Arbeit lebenswert wird. #mitmachen

Ein Lösungsvorschlag von Lena Marie Glaser

Das neue Arbeiten verspricht große Freiheit, Sinn erfüllte Aufgaben und umfassendes Glück. Allerdings tauchen viele neue Fragen auf: Wann arbeiten, wenn die Arbeitszeiten nicht vorgegeben sind? Doch einmal eine Pause einlegen und nicht ständig erreichbar sein? Wie den Alltag strukturieren? Und wo arbeiten, wenn das eigene Homeoffice zu eng wird?

Ich bin Teil dieser neuen Arbeitswelt. Mit mir sind es die freien Journalistinnen, die Designerinnen, die Yogalehrerinnen, die App-Entwicklerinnen und die Startup-Gründerinnen. Aber auch die Fahrradbotinnen, die warme Speisen transportieren. Viele sind räumlich und zeitlich flexibel und unterliegen keinen Dienstverträgen. Sie werden daher auch digital nomads, Freelancerinnen und Crowd- bzw Cloudworkerinnen genannt.

Für uns ist es besonders wichtig, achtsam mit den eigenen Ressourcen und Bedürfnissen umzugehen. Ansonsten werden die eigenen Grenzen schwupp­di­wupp überschritten und das Burn-out droht. Frank Berzbach gibt in seinem Die Kunst ein kreatives Leben zu führen – Anregung zu Achtsamkeit nützliche Anleitungen, wie so ein achtsamer Alltag aussehen kann. In meinem persönlichen Anti-Stress Rezept verrate ich meine persönlichen Geheimtipps (mehr dazu).

Sophie Humer Yoga Lehrerin neue Arbeitswelt
Sophie Humer, Yogalehrerin

Die neue Arbeitswelt kennt aber auch den täglichen Kampf um eine angemessene Entlohnung. Gedrängt in befristete Verträge und mit mangelnder sozialer Absicherung müssen Menschen um ihr Auskommen kämpfen. Als Crowd- und Cloudworker heißt es dann oft Prekariat anstatt arbeitsrechtlichem Schutz. Berichte über globale Versand- und Transportunternehmen, die nationales Arbeitsrecht praktisch aushöhlen, lassen uns fassungslos zurück. Ein Arte TV-Beitrag gab erst kürzlich wieder unglaubliche Einblicke.

Und dann gibt es noch all jene, die in der sogenannten alten Arbeitswelt leben. Die trotz guter Absicherung unzufrieden sind; im schlimmsten Fall sogar erkranken. Doch warum ist das so? Viele sind überfordert von zahlreichen Umstrukturierungen, zunehmendem Druck und einer Flut an neuen Aufgaben. Sie fühlen sich nicht wertgeschätzt und möchten mehr mitentscheiden (mehr dazu: Nichts gesagt ist gelobt genug). Dienst nach Vorschrift und Rückzug ins Privatleben sind die Folge.

Shawn Ardaiz, in Wien lebender kalifornischer Startup-Gründer und Innovation strategist, stellte in unserem basicallyinnovative.com Interview klar:

Business as usual is having an existential crisis and we’re collectively going through the motions waiting for something new to emerge. In my opinion we have a massive leadership void at most organisations.

Die Digitalisierung spielt hier eine große Rolle. Begriffe wie Industrie 4.0 und agiles Arbeiten schwirren in der Luft. Doch was das heißt, wissen die wenigsten. In Unternehmen wird kaum kommuniziert, warum sich etwas ändern muss. Oft ist unklar, welche Zukunftsstrategie verfolgt wird. Da die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht eingebunden werden, steigt die Frustration und Überforderung bei vielen.

Bei dem Workshop Social Treasure Hunt in digital times im Wiener Looshaus im Mai 2018 diskutierten Führungskräfte, was es braucht, damit die Digitalisierung Unternehmen nicht lähmt. Sondern die neuen technischen Möglichkeiten als Chance für eine verbesserte Zusammenarbeit gesehen werden kann. Schließlich waren sich alle einig: Die Aufmerksamkeit muss auf die Kultur in Unternehmen gelenkt werden. Insbesondere muss kommuniziert werden, warum etwas getan wird, um die eigenen Leute mitzunehmen.

Denn die Digitalisierung muss nicht als Naturgewalt gesehen werden, die über uns hinweg rollt. Aber auch gesamtgesellschaftlich muss etwas getan werden, damit diese Chance auf Verbesserung der Arbeitsbedingungen wahrgenommen wird. Es braucht jetzt neue Rahmenbedingungen, die unseren vielfältigen und individuellen Bedürfnissen entsprechen. Klar ist, die Politik und die Wirtschaft müssen die notwendigen Schritte setzen. Doch was kann jede von uns persönlich zu einer lebenswerten Arbeitswelt beitragen?

Akademie der Bildenden Künste Wien neue Arbeitswelt
Akademie der Bildenden Künste Wien

Zunächst sollten wir uns diesen Fragen immer wieder stellen: Wie will ich eigentlich arbeiten? Wie sieht eine lebenswerte neue Arbeitswelt für mich ganz persönlich aus? Welche Rahmenbedingungen brauche ich? Für meine b_i Interviewreihe FRAUEN UND DIE ZUKUNFT DER ARBEIT frage ich Expertinnen der neuen Arbeitswelt, was ihnen am Arbeitsplatz wichtig ist und welche Zukunft der Arbeit sie sich wünschen (mehr dazu). In unseren Gesprächen entstehen dann neue Perspektiven und ein gemeinsames Verständnis.

Außerdem können wir ganz einfach  – ab sofort – handeln: Denn wir entscheiden, wie wir konsumieren. Wir können uns ganz leicht über Unternehmen informieren und nur mehr dort einkaufen, wo faire Arbeitsbedingungen gewährleistet sind. Den Kopf in den Sand stecken, zählt nicht! Denn wer hat noch nicht davon gehört, wie Menschen von den globalen Playern behandelt werden?

Bei unserer Jobsuche können wir uns ebenfalls auf Unternehmen konzentrieren, die den Anforderungen an ein gutes Arbeiten entsprechen. Denn viele plagt der zunehmende Fachkräftemangel. Sie suchen nach Lösungen, um neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu gewinnen und zu halten. Und so haben wir es in der Hand, wie unsere neue Arbeitswelt aussieht.

Ich freue mich über eure Ideen, wie wir gemeinsam eine lebenswerte Zukunft der Arbeit gestalten können. Schreibt mir an lena@basicallyinnovative.com!

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Lena Marie Glaser, Founder of b_i

Wie sieht zeitgemäßes Arbeiten aus? basicallyinnovative.com ist mein virtual space für neue Perspektiven. Inspirierende Frauen meiner Generation zeigen, worauf es ankommt. Multimedial und unabhängig. Interesse an mehr? Click here. Oder schreibt mir: lena@basicallyinnovative.com Follow me:  Facebook Twitter Instagram

 

 

 

Wenn Träume wahr werden: Mein UN Global Compact Artikel

Lena Felzl Working place

Letzte Woche erreichte mich eine Nachricht. Für mehr als nur wenige Minuten war ich außer mir vor Freude, sprang herum, umarmte die Welt, freute mich total. Nach intensiver Aufbauarbeit von basicallyinnovative.com bekam ich eine Anerkennung, die mir echt viel bedeutet: Mein Artikel Millennials und die Zukunft der Arbeit wurde von UN Global Compact, Netzwerk Deutschland, veröffentlicht.

Der United Nations Global Compact ist die weltweit größte und wichtigste Initiative für verantwortungsvolle Unternehmensführung. In dem Expert paper Arbeitsstandards 2.0 Flexibilisierung, Optimierung oder Marginalisierung? geht es um das Verhältnis zwischen ArbeitgeberInnen und ArbeitnehmerInnen, heute und in Zukunft:

Crowdworking, Gigworking, digitale Tagelöhner: Die Arbeitswelt ändert sich durch die Digitalisierung massiv. Neue Arbeitsformen entstehen. Häufig sind sie von einer hohen Flexibilisierung geprägt, schmaler Entlohnung und offenen sozial- und arbeitsrechtlichen Fragen.

UN Global Compact LogoIn meinem Beitrag beschäftige ich mich damit, wie meine Generation (Stichwort: Millennials, Generation Y) arbeiten möchte und wie Unternehmen davon profitieren könnten. Ich schlage eine authentisch gelebte Corporate Social Responsibility vor, aus der nicht nur Unternehmen Nutzen ziehen, sondern auch jede einzelne Mitarbeiterin, jeder Mitarbeiter und schlussendlich auch unsere Gesellschaft. Denn in einer Zukunft der Automatisierung und Robotisierung müssen wir bewusst darauf achten, die eigentlichen Bedürfnisse der Menschen nicht zu übersehen.

Ich wünsche mir, dass diese Perspektive so jetzt eine breitere Aufmerksamkeit bekommt. Hoffnung besteht, denn immerhin versammeln sich hinter dieser Publikation das deutsche Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung und die deutschen Unterzeichner des UN Global Compact: Derzeit rund 400 Unternehmen (von DAX-Konzernen bis zu KMU) und an die 60 Organisationen aus Zivilgesellschaft, Wissenschaft und dem öffentlichen Sektor.

Übrigens ein sehr schöner Zeitpunkt, denn gerade arbeite ich an einem Artikel über neue Arbeitsverhältnisse. In Gesprächen mit Ein-Personen-Unternehmerinnen (EPU) möchte ich erfahren, wie sie ihren Arbeitsalltag erleben, welche Rahmenbedingungen sie sich wünschen. Warum beschäftige ich mich damit? Weil es mich interessiert, wie wir die zunehmende Flexibilisierung der Arbeit für uns nutzen können.

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Lena Marie Glaser, Founder of b_i

Wie sieht zeitgemäßes Arbeiten aus? basicallyinnovative.com ist mein virtual space für neue Perspektiven. Inspirierende Frauen meiner Generation zeigen, worauf es ankommt. Multimedial und unabhängig. Interesse an mehr? Click here. Oder schreibt mir: lena@basicallyinnovative.com Follow me:  Facebook Twitter Instagram

 

 

So haben wir das immer schon gemacht – Ein Generationenkonflikt?

Collage (c) Lena Marie Glaser, Texte aus Parnass Kunstmagazin 03/16
(c) Lena Marie Glaser, Texte aus Parnass Kunstmagazin 03/16

Wenn Millennials in der Arbeitswelt auf Babyboomer* treffen, prallen oft Welten aufeinander. Unverständnis und Widerstände sind die Folge. Wie Empathie helfen kann, diese Gräben in Zukunft zu überwinden.

Autorin: Lena Marie Glaser

Ja, viele Menschen meiner Generation haben andere Vorstellungen von Arbeit und Leben als ihre Eltern. Wenn Millennials nun mit erfahrenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Unternehmen zusammenarbeiten, fehlt oft das Verständnis füreinander, unterschiedliche Vorstellungen kollidieren, Konflikte entstehen. Empathie wäre gefragt.

Im Gegensatz zu ihren älteren Zeitgenossen sind Millennials in einem anderen gesellschaftlichen Umfeld aufgewachsen. Anders als für Generationen vor uns ist klar, dass sichere Jobs bis zur Pension eher eine Utopie sind. In meinem Artikel ‚Millennials und die Zukunft der Arbeit. Wie wir arbeiten wollen und nicht nur sozial nachhaltige Unternehmen davon profitieren’ betone ich, dass

Menschen meiner Generation zwischen Mitte 20 und Mitte 30 – es gewohnt sind, flexibel zu sein, wir kennen unsere Möglichkeiten, sind zwar keine digital natives, aber doch mit Handys und Internet aufgewachsen. Wir haben studiert, zahlreiche unbezahlte (internationale) Praktika absolviert und jetzt wollen wir einen Job, der neben finanzieller Sicherheit, flexiblen Arbeitszeiten auch Selbstentfaltung und eine sinnvolle Tätigkeit bietet, die zu unserem nachhaltigen Lebensstil passt.

Aber anders als erwartet, ist es nicht unbedingt ein Konflikt zwischen Alt und Jung, zwischen Babyboomern und Millennials. So soll es ja wieder viele junge Menschen geben, für die ein traditionelles Familienleben wichtiger ist als berufliche Selbstverwirklichung. Oder aber engagierte Pensionistinnen, die sich auch im Ruhestand eine erfüllende Aufgabe suchen.

Wir leben in einer polarisierten Gesellschaft, erklärt der Kommunikationswissenschaftler Josef Seethaler, Deputy Director der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Auf der einen Seite all jene, die sich nach Sicherheit, Planbarkeit, festen Strukturen sehnen und von der Haltung ‚Es soll alles so bleiben, wie es war’ geprägt sind. Am anderen Spektrum Menschen, offen für Veränderung, denen Selbstverwirklichung und Partizipation wichtig sind.

Wiener Leadership Night 2018, Looshaus
Wiener Leadership Night 2018, Looshaus

Jede Generation hat einen anderen Zugang zur Arbeit, ist hingegen Ingrid Thür, langjährige Mitarbeiterin und Führungskraft in dem staatsnahen Unternehmen Austro Control überzeugt. Bei der Wiener Leadership Night 2018 im Februar berichtet sie von Konflikten zwischen den Generationen im Arbeitsalltag.

Davon, dass in der täglichen Arbeit erfahrene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, höchst loyal gegenüber ihrem Arbeitgeber und skeptisch gegenüber neuen Entwicklungen auf neue Kolleginnen und Kollegen treffen, die sich nach Work-Life Balance sehnen, neugierig und offen sind für Neues. Für die Führungskultur eine große Herausforderung; die streng hierarchische Führung funktioniert dann nicht mehr. Hauptaufgabe der Führungskräfte muss es daher sein, die Generationen zusammenzubringen, so Thür.

Wie sieht dieser Generationenkonflikt in österreichischen Familienunternehmen aus? Bei der Wiener Leadership Night 2018 im Wiener Looshaus zum Thema Sind Traditionen Innovationskiller für Unternehmen? kann sich Doris Wallner-Bösmüller (Bösmüller Print Management) noch sehr gut daran erinnern, dass ihr die Führung des Familienbetriebes übertragen wurde, aber bei der erfolgreichen Modernisierung zunächst die Unterstützung versagt blieb.

Auch Georg Gaugusch (Wilhelm Jungmann & Neffe) berichtet von großen Widerständen innerhalb der Familie bei der Neuausrichtung des traditionsbewussten Wiener Modeunternehmens. Johannes Hornig, der mit 25 Jahren die Kaffeerösterei Hornig aus Graz von den Eltern übernahm und das Unternehmen zeitgemäß und international aufstellte, wurde zunächst ins kalte Wasser gestoßen und genießt jetzt den großen Stolz der Eltern.

Das eigene Ego steht hier oft im Weg, ist Jeanny Gucher vom Beratungsunternehmen 4dimensions in der anschließenden Diskussion der Wiener Leadership Night überzeugt. So ist der eigene Selbstwert stark damit verbunden, ‚mit dem was immer schon so gemacht wurde’. Es ist eine Frage der Persönlichkeitsentwicklung von erfahrenen Führungskräften, einen neuen Weg zu gehen, ‚pionierhaft zu denken’, so Gucher.

Viel wurde an diesem Abend über die ‚Jungen‘, die Millennials gesprochen, doch war ich in der Minderheit bei dieser Veranstaltung. Für mich wurde klar, dass viele Vorurteile bestehen und etwas fehlt … die Empathie, der Austausch und Dialog.

Audience Engagement Day 2018, ORF
Audience Engagement Day 2018, ORF

Jung trifft auf Alt, Wertekonservative auf Selbstverwirklicherinnen: Auch in der Medienbranche ist das nicht anders. Beim Audience Engagement Day 2018 im ORF begegneten sich etablierte Print-, Radio- und TV-Journalistinnen und Journalisten und (junge) engagierte Online-Redakteurinnen und Redakteure, Medienmacherinnen mit Lust an neuen Wegen und Kulturpessimisten, um über die Zukunft des Journalismus zu diskutieren.

Eines wurde hier besonders deutlich: Im Onlinebereich sind es die motivierten Jungen, die etwas zu sagen haben. Trotz dem Druck nach Reichweite gibt es immer mehr engagierte Frauen, wie Nana Siebert (woman.at) und Lisa Stadler (derstandard.at), die als wichtige Player der österreichischen Medienlandschaft neue Wege gehen – trotz Widerständen.

Grundsätzlich scheint in unserer heutigen (Arbeits)welt etwas Wichtiges zu fehlen: Das Zuhören, das Verstehen wollen, die Empathie und der Austausch außerhalb der eigenen Elite. Und wie die Kommunikationsexpertin Kersten Kloser-Pitcher in unserem Interview treffend bemerkte, ist

‚es an der Zeit, Brücken zu schlagen und sich nicht mehr in elitäre Felder zu retten und von dort zu bewerten. Aufstehen und reden. Muskeltraining im empathischen Zuhören’. 

Wien, Februar 2018

*Millennials … auch Generation Y. Generation, die zwischen 1980-2000 geboren wurde.
Babyboomer … Generation, die zu den Zeiten steigender Geburtenraten nach dem Zweiten Weltkrieg, zwischen 1940-1964 geboren wurde. (Quelle: Wikipedia)

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Lena Marie Glaser, Founder of b_i

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b_i Fragebogen – Sinn, Glück oder Geld?


Sinn, Glück oder Geld  – Was ist dir im Job wichtig? #wiewillstduarbeiten

Mit meinem Fragebogen kannst du mehr über dein persönliches Verhältnis zur Arbeit herausfinden. Was du dafür brauchst? Eine Tasse Tee oder Kaffee, deinen Lieblingsstift und ein Blatt Papier. Viel Spaß!

Latte @ MUD, Lower Eastside

Die Fragen:

> Woran arbeitest du gerade? Was interessiert dich daran?

> Wie bist du zu diesem Job/dieser Aufgabe gekommen?

> Wo hast du bisher gearbeitet? Was war dir dort wichtig?

> Was hat dich bei dieser beruflichen Entwicklung besonders geprägt?

> Was wolltest du als Kind/Jugendliche werden? Findet sich etwas davon in deinem Job?

> Welche Rolle spielt die Arbeit in deinem Leben? 

> Was macht dich glücklich in deiner Arbeit?

> Was nervt dich an deiner Arbeit?

> Vorausgesetzt du hättest genug Geld und auch sonst keine Beschränkungen, was wäre dein Traumjob?

> Wie muss deine ideale Arbeit organisiert sein? (Arbeitszeit, Regeln, Freiraum – Struktur)

> An welchen Orten arbeitest du (Büro, zu Hause, Co-working space)? Was ist dir dort wichtig? Wie muss der ideale Arbeitsraum gestaltet sein?

> Wie wichtig ist dir die Zusammenarbeit mit anderen? Was braucht es für eine erfolgreiche, erfüllende gemeinsame Arbeit?

> Welche Herausforderungen, Probleme siehst du in der heutigen Arbeitswelt?

> Würdest du trotz finanzieller Absicherung arbeiten? Wie findest du die Idee eines bedingungslosen Grundeinkommens? 

> Wie glaubst du arbeiten wir in den nächsten 20 Jahren? Bist du eher optimistisch oder siehst du schwarz?

> Wo siehst du dich in 5 Jahren?

Lust dein Ergebnis mit anderen zu teilen? Schreib mir: info@basicallyinnovative.com.

Lena, Founding Editor

Als Herausgeberin von BASICALLY INNOVATIVE – b_i www.basicallyinnovative.com geht es mir darum, den aktuellen Wandel in unserer Arbeitswelt als Chance zu begreifen und die Frage aufzuwerfen, wie wir eigentlich arbeiten wollen. More

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Wer will spielen? Gamification, innovatives Leadership und die Zukunft unserer Arbeitswelt

Superpower Discovery - Workshop
Superpower Discovery – Workshop

Wer will spielen? Einblicke in neue Trends der Arbeitswelt

Autorin: Lena Marie Glaser

  • Gamification als Trend aus der USA kommt nun auch in Österreichs Arbeitswelt an.
  • So finden wir unsere persönlichen Superpowers: Österreichischer Computerspiel-Forscher setzt mit seinem Start-up internationale Maßstäbe.
  • Innovative Führungskräfte erforschen die Kraft von Kreativität und Wertschätzung in Zeiten des Wandels – Der 3. Wiener Leadership Kongress 2017.
  • Von jung bis alt: Neue Bildungsmodelle und ein Buddysystem – So lernen wir voneinander.

Ein Rückblick. Es ist mitten im Sommer 2017 als der Impact Hub Vienna, Treffpunkt von social entrepreneurs und innovativen Start-ups, auf das Badeschiff zum Thema Zukunft der Arbeit lädt. Hier lerne ich Konstantin Mitgutsch, den Gründer des Start-ups Playful Solutions und Affiliate Researcher am MIT GAME LAB am Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Boston kennen. In Workshops und eigenen Konzeptdesigns setzt der Forscher, Autor und Spieleentwickler seine Expertise im Lernen mit Computerspielen ein, um Unternehmen dabei zu unterstützen innovativer zu werden.

Gamification heißt dieser Trend aus den USA, der sich nun neben Innovation Hubs, Co-working Spaces (Dort wo die einzigartigen Ideen wachsen – Wiens Co-working spaces) und neuen Berufsbildern wie dem Chief Happiness Officer (Zukunftsberuf Chief Happiness Officer – Kommt so das GLÜCK in unsere Arbeitswelt?) in der deutschsprachigen Arbeitswelt durchsetzt. Unter Gamification kann das Übertragen der Elemente von Computerspielen auf andere Bereiche des Lebens verstanden werden (Futurezone).

Superpower Discovery -Workshop, Zacherlfabrik (c) Victoria Koller
Superpower Discovery -Workshop, Zacherlfabrik (c) Victoria Koller

Konstantin Mitgutsch erzählt mir an diesem Abend von seinem Herzensprojekt, den Superpower Discovery -Workshops. Spielerisch können die Teilnehmerinnen dort ihre persönlichen Superpowers, also ihre großen Stärken entdecken; eine interessante Alternative zur klassischen Potenzialanalyse und Business-Coaching. Für alle Interessierten hat Konstantin Mitgutsch einen Artikel darüber publiziert (https://medium.com/the-mission/3-steps-to-discover-your-superpowers-64516d3673ca).

Anfang November 2017. Simone Rack (4dimensions) lädt mich zu dem mit Karin Weigl veranstalteten 3. Wiener Leadership Kongress im Novomatic Forum Wien ein. Der Kongress dient als ‚Plattform für Führungskräfte und UnternehmerInnen, die neue Wege in der Führung gehen‘. Unter Leadership wird hier mehr als das Führen von Mitarbeiterinnen verstanden; vielmehr geht es um Eigenverantwortung, Selbstführung und Selbstreflexion. Die geladene deutsche Unternehmensberaterin Ricarda Droop, ehemalige Expertin für Unternehmenskultur der Deutschen Bahn, lädt in ihrer Keynote speech die anwesenden Führungskräfte zu einem Spiel ein: Sie wirft Äpfel zu, fragt nach der Rolle des Spiels im persönlichen Alltag und Berufsleben. Die Stimmung im Raum ist gelöst. Droop zeigt so den Anwesenden, dass durch den spielerischen Ansatz Raum für Kreativität geschaffen wird; wichtige Prozesse für Unternehmen, um Innovation zu ermöglichen, so die deutsche Beraterin.

Besonders beeindruckt mich dann die 18-jährige Berlinerin Jamila Tressel, die bei ihrem Auftritt eloquent erzählt, wie sie bereits in der Schule bei außergewöhnlichen Projekten (ua. der Initiative ‚Schüler coachen Manager‘) Eigenverantwortung, das Erleben der eigenen Kreativität und Selbstbestimmtheit gelernt hat. Sie lässt uns an ihrem großen Abenteuer teilhaben, als sie mit einem Minimalbudget und geringen Englischkenntnissen gemeinsam mit Mitschülerinnen England bereiste. So wie die Kinder und Jugendlichen des neuen Co-Learning Projekts Markhof von Stefan Leitner-Sidl (www.basicallyinnovative.com/discoveries-co-working-wien/) wurde Jamila von ihren Eltern und Lehrkräften zur Eigenverantwortung motiviert.

3. Wiener Leadership Kongress
3. Wiener Leadership Kongress

Noch am selben Abend des 3. Wiener Leadership Kongresses erzählt der Leiter der ehrenamtlichen Salzburger Lawinenhundestaffel wie sein Team unter schwierigsten Bedingungen mit ihren Hunden Menschenleben retten. Die zentrale Erkenntnis dabei: Die in jahrelanger Praxis aufgebaute Erfahrung weiter zu geben, ist eine der großen Herausforderungen. Die Einführung eines Buddysystems ermöglicht es nun im Team der Lawinenhundstaffel, diese lebensnotwendige Arbeit fortsetzen zu können.

Emotionen, Gefühle und Kreativität im Berufsalltag zu zulassen, Menschen bei ihrer persönlichen Entwicklung zu unterstützen – das sind wichtige Ansatzpunkte für gutes Leadership, finde ich. Das gemeinsame Spielen kann uns dabei unterstützen, wie diese Beispiele erzählen. Führungskräfte in Unternehmen müssen in Zeiten des Umbruches mit Unsicherheiten umgehen lernen und Selbstreflexion üben. Die Grundlage dafür liegt sicher in einem wertschätzenden Menschenbild und einer guten Portion Empathie.

Lena, Founding Editor

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Lernen von den Älteren – So schützen wir ihren Erfahrungsschatz

Autorin: Lena Marie Glaser

Allerheiligen 2017. Die beliebte österreichische Schauspielerin Ursula Strauss (Schnell ermittelt, Revanche) beklagt in der Ö1 Sendung ‚Gedanken – Über die Flüchtigkeit des Augenblickes’, dass der Reichtum an Erfahrung im Älterwerden heute weniger wert ist als der Schmerz des Verlusts der Jugend. Die Schnelllebigkeit und die rasanten technologischen Entwicklungen ermöglichen es kaum mehr reifer zu werden und Erfahrungen auszutauschen, so Strauss. Die Schauspielerin zeigt sich überzeugt, dass Herzenswissen, Reife und tiefes Verständnis des Lebens wichtig ist, aber heute einfach nicht sein darf.

Klaudia Bachinger GrowWisr Erfahrungsschatz
Klaudia Bachinger, GrowWisr

Diese berührenden Worte erinnerten mich an das Projekt der Filmemacherin Klaudia Bachinger, die ich im Impact Hub Vienna kennenlernte. Gemeinsam mit ihrem Team gründete sie das Start-up GrowWisR. Überzeugt, dass Unternehmen von dem Erfahrungsschatz älterer Menschen lernen und profitieren können. Aber auch mit der Leidenschaft, den sogenannten Silver Talents, eine Möglichkeit zu geben, nach ihrer Pensionierung Sinn und Beschäftigung zu finden.

Lena im Oma Garten Erfahrungsschatz
Ich, im Garten der Oma

Seit meiner Kindheit liebe ich die Zeit mit meinen Großeltern; ihre spannenden Erzählungen, die lustigen Anekdoten,  schmerzhafte Erfahrungen, ihre genauen Erinnerungen. Aus diesen Gesprächen nahm ich ganz viel mit, erst jetzt wird mir klar, wie sie meine persönliche Entwicklung beeinflussen.

Wenn wir uns bewusst machen, welchen Erfahrungsschatz die Älteren mit uns teilen können; wenn wir aktiv auf sie zugehen und nach ihrem Wissen fragen, dann schaffen wir es von ihnen zu lernen und das Wissen vor der Schnelllebigkeit und den sich rasant entwickelten neuen Technologien zu schützen.

Lena, Founding Editor

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Dort wo die einzigartigen Ideen wachsen – Wiens Co-working spaces

Markhof Co-working
Markhof Co-learning, Wien

Hier arbeiten Menschen auf neue Art und Weise zusammen, tauschen sich aus und entwickeln ihre eigenen Ideen. Ein Streifzug durch Wiens Co-working spaces.

Autorin: Lena Marie Glaser

Als Teil einer Learning Journey der Wirtschaftsagentur Wien (Kooperation mit Doris Rothauer, Büro für Transfer) entdeckte ich 2017 Wiens Co-working spaces. Unsere Tour führte uns von Wiens erstem Co-working Café nach amerikanischem Vorbild zum einzigartigen Co-learning Projekt in einer aufgelassenen Druckerei und schließlich ins Hub für Designer von Computerspielen.

Unsere erste Station ist das Cocoquadrat (1040 Wien). Wir treten in ein helles Café, das Wolfgang Bretschko (ehem. Vorstand des Styria-Medienkonzerns) 2014 als erstes Co-working Café Wiens inspiriert von einer Reise ins Silicon Valley gründete (Trending Topics).

Cocoquadrat Co-working Café
Cocoquadrat Co-working Café

Im Erdgeschoß arbeitet man im Café oder in einem mit Vorhang abgegrenzten Bereich. Dieser bietet Arbeitsplätze, die entweder vorab gebucht oder einfach spontan belegt werden können. Im ersten Stock erwartet uns bereits im ruhigeren Meetingraum das Gründungsteam von Hilda.Henri.

Verena Wondrak und Mirkus Hahn gründeten mit Hilda.Henri ein Modelabel für Kinder, das wunderschöne Kleidung aus dem traditionellen österreichischen Walkloden und Stoffen mit eigenen innovativen Drucken anbietet. Der Co-working space in Wien dient als Ort in der Stadt, zum Austausch und Inspiration.

Markhof Co-working Co-learning
Markhof Co-learning, Wien

Vom Cocoquadrat geht es in den größeren Markhof. In einer ehemaligen Druckerei (1030 Wien) hat der Pionier des Co-workings in Wien, Stefan Leitner-Sidl einen besonderen Ort geschaffen. Neben dem weitläufigen Co-working space mit fixen Arbeitsbereichen und Flexidesks gibt es hier Ateliers, Musikräume und Werkstätten.

Kinder aller Altersgruppen bereiten gerade ihr eigenes Mittagessen zu – wir befinden uns in einer neuen Form der Schule, dem Co-learning. Daneben finden innovative Unternehmen ideale Bedingungen; so wie ein junges Wiener Start-up, das ein Produkt zur Entfaltung der Persönlichkeit von Kindern entwickelt. Das Gründungsteam teilt sich die Aufenthaltsräume mit den Kindern – neue Perspektiven entstehen so.

Abschließend besuchen wir das SUBOTRON, eine Plattform für Computerspiele im Wiener Museumsquartier. Jogi Neufeld und Felix Bohatsch (Broken rules) geben uns Einblicke in die Welt des Designs, der Produktion und Community rund um die Games.

subotron hub
SUBOTRON Hub – MQ Wien (c) SUBOTRON

Was verbindet Veronika, Mirkus, Stefan, Jogi und Felix? Sie haben ihre persönliche Begeisterung zum Beruf gemacht. Sie gehen ihren Weg trotz administrativer Lasten und finanziellen Herausforderungen. Co-working spaces bieten ihnen die Infrastruktur dafür; als Ort der Zusammenarbeit, für einen gemütlichen Kaffeeplausch, neue Ideen und gegenseitige Unterstützung.

Bald mache ich mich als Mystery Shopperin für Co-working spaces undercover auf die Suche nach der schönsten Atmosphäre, der besten Crowd, dem schnellsten WLAN und dem schlechtesten Kaffee. Wo arbeiten die ITler und wo die Grafikdesignerinnen? Als kleine Unterstützung für alle, die bald einen neuen Arbeitsplatz suchen…

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Jobwechsel – So macht dich deine Arbeit glücklich in 10 Schritten

Parallel Fair 2017, Wien
Parallel Art Fair 2017, Wien

Jobwechsel – So macht dich deine Arbeit glücklich in 10 Schritten

Autorin: Lena Marie Glaser

Hast du schon mal deinen Job gewechselt? In Zukunft wird das zur Regel. Manche von uns sind bereits routinierte Jobhopper, für andere ist es eine große Herausforderung. Der Jobwechsel kann sehr unterschiedliche Gründe haben: Manche möchten sich selbst verwirklichen, andere fliehen vor der großen psychischen Belastung am Arbeitsplatz, andere verlieren diesen ungewollt. Bei Freelancern liegt es in der Natur regelmäßig einen neuen Job anzunehmen, die Gig Economy lässt grüßen.

Für BASICALLY INNOVATIVE möchte ich zeigen, wie wir diese Veränderung für uns persönlich nutzen können. Meine eigenen Erfahrungen und viele Gespräche mit Menschen, die ihren Beruf erfolgreich gewechselt haben sind die Grundlage. Im Mittelpunkt steht die Frage: Wie will ich eigentlich arbeiten?

So kann der Jobwechsel in 10 Schritten gelingen:

1. Zunächst finde heraus, was dir liegt und welche Aufgabenbereiche für dich passen könnten. So könnte es hilfreich sein, Tätigkeiten zu sammeln und aufzuschreiben, die dir Spaß machen und besonders leicht gelingen. Sei offen und kreativ, erinnere dich an deine Kindheit. Vielleicht hilft dir auch dieses Gedankenexperiment: Stelle dir vor, du hast genug Geld, es gibt keinerlei Hindernisse, wie würde dein Alltag dann aussehen, was würdest du arbeiten?

2. Verschaffe dir einen guten Überblick über die aktuelle Arbeitsmarktsituation, auf Messen (Unis, BeSt) oder Jobportalen wie derstandard.at, karriere.at, Watchado oder den AMS-Berufskompass. Auch Beratungsstellen wie das UNIPORT-Karriereservice helfen hier.

3. Welche Berufsbilder, welche Branchen davon findest du spannend? Kennst du jemanden, der in diesem Bereich arbeitet? Frage nach, sei kritisch.

4. Besuche Workshops, Fortbildungen, Veranstaltungen in allen möglichen Bereichen, die du spannend findest. Vielleicht ergeben sich hier bereits neue Ideen und Kontakte.

5. Versuche gelassen zu sein, denn zu viel Druck ist eher hinderlich. Mach dir bewusst, dass es ein längerer Weg ist, der sich auszahlt. Vertraue dabei auf deine eigenen Stärken.

6. Ein Jobwechsel erfordert Mut, da wir die eigene Komfortzone verlassen. Vertraute, die dich immer wieder bestärken und unterstützen, sind in dieser Zeit unglaublich wichtig. Meine eigene Erfahrung zeigt, dass neue Menschen ins Leben treten und das bisherige Umfeld sich möglicherweise verändert.

7. Überlege professionelle Unterstützung anzunehmen. Ich absolvierte zB ein Business-Coaching bei Dr. Andrea Tschirf. Das für mich überraschendste Ergebnis dieser Sitzungen über mehrere Monate: Mein idealer Traumjob stellte sich als Illusion dar. Schließlich wurde mir klar, warum ich in diesem Bereich nie wirklich Fuß gefasst hatte. Im Gegenzug dazu wurde ich auf neue Berufsbilder aufmerksam; der Grundstein für meine weitere Entdeckungsreise war gelegt.

8. Yoga, Meditation, Bewegung und eine ausgewogene Ernährung (zb Nüsse, Bananen, Fisch) bieten die ideale Unterstützung. Hier mein Rezept gegen Stress: Link

9. Auch wenn du dich freust endlich einen Job in Aussicht zu haben, nicht jedes Angebot passt zu dir. Achte auf deine innere Stimme: Wie fühlt es sich an, wenn du dir vorstellst dort zu arbeiten?

10. Einen schönen Rat gab mir schließlich eine Freundin mit auf den Weg: Es ist wichtig zu SÄEN – nur dann kann Neues entstehen.

Falls ihr Freundinnen und Freunde habt, die gerne ihren Job wechseln würden, oder schon länger etwas Neues suchen, lädt sie ein, mir auf Facebook zu folgen oder direkt Kontakt aufzunehmen: info@basicallyinnovative.com

Lena, Founding Editor

Als Herausgeberin von basicallyinnovative.com geht es mir darum, den aktuellen Wandel der Arbeitswelt als Chance zu begreifen. Wie wollen wir eigentlich arbeiten? Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf Frauen und deren Blick auf die Zukunft der Arbeit (mehr). Schreib mir, wenn du Interesse an einem regelmäßigen Update hast: eMail und folge mir auf Facebook.

Zukunftsberuf Chief Happiness Officer – Kommt so das GLÜCK in unsere Arbeitswelt?

Chief Happiness Officer Collage

Zukunftsberuf Chief Happiness Officer – Kommt so das GLÜCK in unsere Arbeitswelt?

Autorin: Lena Marie Glaser

Ich bin auf einen neuen Zukunftsberuf aufmerksam geworden, den Chief Happiness Officer (CHO), auch Glücksbeauftragte genannt. Es geht darum, die Unternehmenskultur zu stärken, so dass sich die Mitarbeiter verstanden und wahrgenommen fühlen. Dazu gehört auch, zwischenmenschliche Beziehungen zu kitten (Karrierebibel.de). Ein Trend, der natürlich aus dem innovationsstarken Silicon Valley kommt; Google und Co machen es vor. Doch ich frage mich, was kann dieser berufliche Glücksmanager eigentlich leisten in der zukünftigen Arbeitswelt?

Viele Menschen die ich kenne, streben nach sinnvoller Arbeit, wollen sich mit den Zielen ihres Arbeitgebers identifizieren können. Das gilt für die jungen Eltern Eva und Michi genauso, wie für die karriereorientierte Martina oder Rudi und Andrea, die arbeiten, um sich ihre eigentlichen Interessen bzw. einfach ihr Leben zu finanzieren. Künftig werden wir uns daher Jobs suchen, die zu unseren Vorstellungen und Werten passen; sei es als feste Angestellte oder vermehrt als Freelancer. Wir werden uns nicht mehr den gegebenen Strukturen ein- und unterordnen, sondern verlangen, als Individuum mit spezifischen Fähigkeiten und Interessen wahrgenommen zu werden. Ein zu begrüßender Wandel der laut Expertinnen angeblich sowieso nicht mehr aufzuhalten ist (zumindest für einen Teil der arbeitenden Bevölkerung).

Eigentlich ist klar, dass eine ‚von oben‘ eingesetzte Glücksbeauftragte mangels offener und wertschätzender Kultur in Unternehmen nicht erfolgreich sein kann. Genauso wenig wie unglaubwürdige unternehmerische Versuche sich als innovativ und sozial nachhaltig zu präsentieren, um im Wettstreit um die besten Mitarbeiterinnen zu gewinnen.

Für alle, die in der Position sind ihre Stimme zu erheben ohne gleich um den Job bangen zu müssen, stellt sich die Frage: Finde ich mich mit den Gegebenheiten am Arbeitsplatz ab ODER fordere ich Veränderungen für andere und mich sich selbst ein – gerade auch in Zeiten der Digitalisierung. Mit oder ohne Glücksbeauftragte.

Lena, Founding Editor

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Millennials und die Zukunft der Arbeit. Wie wir arbeiten wollen und nicht nur sozial nachhaltige Unternehmen davon profitieren

Exhibition How will we work? Angewandte Innovation Lab
‚How Will We Work?’ Angewandte Innovation Lab, Juli 2017


Millennials und die Zukunft der Arbeit. Wie wir arbeiten wollen und nicht nur sozial nachhaltige Unternehmen davon profitieren.

Autorin: Lena Marie Glaser

I don’t know, finding your own path is not for the faint of heart. It’s the harder path. It’s easier to just keep doing the same shit over and over again and then be surprised when it’s still the same results. Somehow that’s easier than just doing something different. – Lana del Rey (31), in complex.com, Juli 2017.

Warum habe ich nach 8 Jahren meinen sicheren Job im öffentlichen Dienst aufgegeben? Eine Frage, die nicht nur Kolleginnen, sondern auch meine ganze Familie beschäftigte. Eigentlich ganz einfach: Meine Arbeit machte keinen Sinn mehr für mich. Meine Motivation als Juristin im Bundesdienst zum Allgemeinwohl beizutragen war verschwunden. Und ja – ich habe einiges versucht: Ich entwickelte innovative Konzepte für eine zeitgemäße Unternehmenskultur, baute neue Prozesse auf und kümmerte mich um Probleme meiner Kolleginnen. Doch keine tollen Fortbildungen, kein neuer Aufgabenbereich reichte aus um mich zu halten. Warum? Ja genau – weil ich keinen Sinn mehr erkannte in meiner Aufgabe, keine Möglichkeit meine Kreativität umzusetzen. Trotz allem: Die Verwaltung ist ein toller Arbeitgeber, bietet flexible Arbeitszeitmodelle, sichere Arbeitsplätze und ausreichend Bezahlung. Also war ich nur zu gierig, wollte zu viel?

Nicht nur mein persönliches Umfeld bestätigt mich darin, dass eine ganze Generation von Menschen andere Bedürfnisse und Vorstellungen von Arbeit hat. Everything you thought you knew about millennials is wrong  ist ein Artikel, der im Rahmen des World Economic Forum Annual Meeting 2017 publiziert wurde und beschreibt diese Generation so:

1. Millennials aren’t lazy, they’re workaholics. 2. Millennials want a job with purpose – but they’ve also got bills to pay. 3. Not as self-centred as they say. 4. A generation of optimists.

Und auch Adam Smiley Poswolsky, der als international anerkannter millennial workplace expert mit dem Buch The Quarter-Life Breakthrough: Invent Your Own Path, Find Meaningful Work, and Build a Life That Matters, 2016 einen Karriere-Ratgeber für Menschen zwischen twenty- and thirty-somethings veröffentlicht hat, spricht von einer Generation auf der Suche nach how to work with purpose (and still pay their rent).

Immer mehr Menschen streben nach einem nachhaltigen Leben; sie essen vegan, reduzieren ihren Müll, kaufen bewusst fair und ökologisch produzierte Kleidung, Kosmetik und Kinderspielzeug ein. Eigentlich völlig klar, dass sich diese Entwicklung auch im Arbeitsleben niederschlägt. Dauerhaft ist der Job in einem ‚herzlosen‘ corporate nicht zu ertragen, wenn sich das restliche Leben doch nachhaltig gestalten soll – nein, das geht sich wohl nicht aus…

Es sieht so aus, als gebe es ein Problem: Einerseits sind Unternehmen auf der Suche nach den Besten meiner Generation, suchen motivierte, bestausgebildete Mitarbeiterinnen. Employer Branding und Personalmarketing sind heute wichtige Themen in Unternehmen. Einmal gefunden, ist es allerdings die Herausforderung sie zu halten. Und Wir – und damit meine ich Menschen meiner Generation zwischen Mitte 20 und Mitte 30 – sind es gewohnt flexibel zu sein, wir kennen unsere Möglichkeiten, sind zwar keine digital natives, aber doch mit Handys und Internet aufgewachsen. Wir haben studiert, zahlreiche unbezahlte (internationale) Praktika absolviert und jetzt wollen wir einen Job, der neben finanzieller Sicherheit, flexiblen Arbeitszeiten auch Selbstentfaltung und eine sinnvolle Tätigkeit bietet, die zu unserem nachhaltigen Lebensstil passt.

Natürlich gibt es bereits Unternehmen, die sich ihrer Verantwortung bewusst sind. Sie fokussieren sich im Rahmen ihrer Corporate Social Responsibilty (CSR) auf nachhaltige Maßnahmen. Die Wirtschaftskammer Österreich definiert CSR als die Verantwortung von Unternehmen für ihre Auswirkungen auf die Gesellschaft. Unternehmen, die sich der Herausforderung stellen und Nachhaltigkeit in ihrem Betrieb realisieren, schaffen einen gemeinsamen Mehrwert. Sie leisten nicht nur einen wertvollen Beitrag für Gesellschaft und Umwelt, sondern minimieren ihre Risiken, steigern die Mitarbeitermotivation, stärken Kundenbindung und –vertrauen, erhöhen ihr Innovationspotenzial und generieren so Wettbewerbsvorteile, so die WKÖ. Zahlreiche Preise bezeugen die zunehmende Bedeutung von CSR für Unternehmen; wie der TRIGOS Österreich 2017 der zum 14. Mal im Juni 2017 an Unternehmen verliehen wurde, die ihre Verantwortung gegenüber Umwelt und Gesellschaft vorbildhaft wahrnehmen.

Aber – Corporate Social Responsibility darf nicht als bloße Marketingmaßnahme instrumentalisiert werden. Unternehmen muss bewusst sein, dass ihre Zielgruppe, sei es am Arbeitsmarkt oder doch als Konsumentinnen, sehr rasch erfasst, ob reines Marketing oder doch authentisches Engagement gelebt wird. Spätestens nach den ersten Monaten bzw. Jahren wird den jungen Mitarbeiterinnen klar, ob die Unternehmenskultur mit den eigenen Ansprüchen zusammenpasst. Liegt den Unternehmen daran, ihre Mitarbeiterinnen an sich zu binden und neue Kundschaft zu gewinnen und zu halten, sollten daher tatsächlich nachhaltige Maßnahmen gesetzt werden – nach außen wie auch nach innen. Es zählt daher: Authentizität. Die Maßnahmen müssen zum Unternehmen passen und nicht nur an der Oberfläche kratzen.

Der Blick über den Tellerrand in die USA zeigt, dass soziale Nachhaltigkeit auch dort ein großes Thema ist; so berichtete kürzlich das Forbes Magazin über die 10 Unternehmen with the best CSR reputation. Unternehmen wie Microsoft und Google sind darunter zu finden. Als Quelle wurde eine Studie des Reputation Institute aus New York herangezogen; Konsumentinnen wurden befragt, welche Unternehmen für sie die beste Reputation im Bereich CSR haben. Eine wesentliche Erkenntnis dieser Studie war Forbes zufolge, dass 42% der befragten Konsumentinnen ihre Meinung über ein Unternehmen davon abhängig machten, wie sie deren CSR Bemühungen bewerteten.

Eigentlich ist somit offensichtlich, dass sozial nachhaltige Unternehmen Vorteile für uns alle haben:

Für die Unternehmen selbst, da eine verbesserte Unternehmenskultur motivierte (junge) Mitarbeiterinnen ans Unternehmen bindet sowie neue Konsumentinnen gewonnen und langfristig gehalten werden können.

Für jeden einzelnen Menschen, da sinnvolle Arbeit bei der die persönlichen Bedürfnisse im Mittelpunkt stehen zu mehr Motivation und so zu Gelassenheit und körperlicher Gesundheit führt.

Für unsere Gesellschaft, da wir in einer Zukunft der Automatisierung und Robotisierung aktiv darauf achten müssen, die eigentlichen Bedürfnisse der Menschen nicht zu übersehen.

Lena, Founding Editor

Als Herausgeberin von basicallyinnovative.com geht es mir darum, den aktuellen Wandel der Arbeitswelt als Chance zu begreifen. Wie wollen wir eigentlich arbeiten? Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf Frauen und deren Blick auf die Zukunft der Arbeit (mehr). Schreib mir, wenn du Interesse an einem regelmäßigen Update hast: eMail und folge mir auf Facebook.

 

Gestresst? Mein persönliches Rezept für mehr Mindfulness

Venice Beach Los Angeles

Von Lena Marie Glaser, Gründerin von basicallyinnovative.com

Ich war die ganze Zeit so im Stress. Begonnen hat das bereits während des Studiums und sich dann in meinem Job als Juristin fortgesetzt. Zum Glück gibt es ja unzählige Wege sich zu entspannen: Yoga, Meditation, Atemtechniken, Sport, Schokolade essen. Ich habe vieles ausprobiert, verschiedene Techniken kennengelernt. Dabei war ich immer auf der Suche nach einem Weg, der zu mir persönlich passt.

Schließlich bin ich auf die Begriffe Achtsamkeit und Mindfulness aufmerksam geworden. Der neue Lifestyle-Trend der Burn-out-Generation, so titelte der online Kurier. Doch ich fand heraus, das ist viel mehr. Mit Achtsamkeitsmethoden können wir unsere Aufmerksamkeit auf das Hier und Jetzt lenken und so gelassener werden, im Job, im Alltag. Dabei ist es wichtig, auf den Moment zu achten, genau zu beobachten, zu verstehen, aber nicht zu werten.

Mindfulness Achtsamkeit Capturing the moment
Capturing a moment im Volksgarten Wien, Juli 2017
Mein Mindfulness Rezept

Meine ersten persönlichen Erfahrungen mit Mindfulness sammelte ich vor vielen Jahren am Universitätssportinstitut (USI) der Uni Wien. In einem Workshop für Autogenes Training lernte ich eine Entspannungstechnik kennen, die mich seither begleitet – sei es im Berufsleben oder Privat.

Yoga Kurse hingegen stressten mich leider oft mehr, als dass sie mich entspannten – bis ich auf Yin Yoga aufmerksam wurde. Mittlerweile wird es in vielen Yogastudios angeboten und bietet eine ganz wunderbare Alternative.

Um gelassener mit schwierigen Situationen im Job umzugehen, wurden mir MBSR (Mindfulness-Based Stress Reduction) und die Gewaltfreie Kommunikation ans Herz gelegt.

Yin Yoga
Sophie Humer Portrait
Sophie Humer, Yin Yoga Lehrerin

Beim Besuch der ersten Yin Yoga Stunde war mir sofort klar – hier ist etwas anders als bei herkömmlichen Yogaklassen. Ausgestattet mit Gegenständen, Matten, Decken, Rollen und Klötzen, streben wir tiefe Entspannung an. Kein schneller Sonnengruß, kein Flow, sondern längeres Verweilen, an die 3-5 Minuten, in dehnenden Positionen. Und so wird sogar diese sanfte Yogaform richtig anstrengend.

Beim Yin Yoga sollen bestimmte Meridiane aktiviert und die Faszien stimuliert werden. Das löst verklebtes Bindegewebe und entspannt Körper als auch Geist. Vor allem wird die Konzentration auf das Hier und Jetzt trainiert – das führt zu nachhaltigen Ergebnissen und Gelassenheit.

Sophie Humer ist eine meiner Lieblingsyogalehrerinnen und im Perform Zentrum Wien sowie im One Yoga anzutreffen.

Mehr Infos: Sophie Humer (Facebook)

Sophie Humer Portrait
Sophie Humer, Yin Yoga Lehrerin
MBSR

MBSR lernte ich in einem Coaching kennen. Besonders wirkungsvoll ist der Bodyscan: Gefühle wie Wut und Frustration werden zunächst an konkreten Körperstellen festgemacht und dann in einigen Schritten mental gelöst.

Hinter MBSR steckt die englische Abkürzung für Mindfulness-Based Stress Reduction, also der Stressbewältigung durch Achtsamkeit. MBSR wurde an der Universitätsklinik von Worcester/Massachusetts (USA) entwickelt. Üblicherweise wird es in Gruppen innerhalb eines achtwöchigen Programmes vermittelt.

Mehr Infos: Homepage des MBSR Verbandes Austria

Gewaltfreie Kommunikation (GfK) – Nonviolent Communication (NvC)

Zu Beginn des GfK-Einführungsseminars von Kersten Kloser-Pitcher hatte ich keine Ahnung, dass ich danach viele Dinge so anders sehen würde… Nun kenne ich den Unterschied zwischen Gefühlen und Bedürfnissen. Ich weiß, dass bestimmte Bedürfnisse nicht nur durch eine einzige Sache erfüllt werden können. Ich kann Hintergründe von schwierigen Beziehungen, Gesprächen und Situationen anhand konkreter Fragen analysieren und somit durch bewusste Kommunikation besser meistern. Aber besonders schön war es neue Begriffe kennenzulernen, die meine eigenen Bedürfnisse ausdrücken.

Kersten Kloser-Pitcher Portrait
Kersten Kloser-Pitcher, GfK Trainerin

Die Gewaltfreie Kommunikation ist ein Kommunikations- und Konfliktlösungsprozess. In Seminaren lernt jede Teilnehmerin, jeder Teilnehmer in praktischen Übungen Empathie zu sich und anderen Menschen zu entwickeln, die eigenen Gefühle und Bedürfnisse zu erkennen, auszudrücken und dabei andere nicht anzugreifen. Auch bei der GfK ist die Konzentration auf das Hier und Jetzt zentral.

Mehr Infos: GfK-Trainerin Kersten Kloser-Pitcher (Plattform Gesprächskultur), Gewalfreie Kommunikation Österreich

Autogenes Training

Meine Beine werden schwer. Ich bin ganz ruhig. In 15 Minuten bin ich frisch und munter. Meine Armen werden schwer. Ich bin ganz ruhig. In 15 Minuten bin ich frisch und munter…. Durch das Wiederholen von kurzen, prägnanten Sätzen, die je nach gewünschtem Zustand angepasst werden können, schaffe ich es meine Batterien aufzuladen. Autogenes Training ist eine klassische, effektive Entspannungsmethode. Die Übungen können in Kursen erlernt werden und dauern rund 2-3 Minuten.

Viel Spaß auf eurem ganz persönlichen Weg zu mehr Mindfulness!

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Lena Marie Glaser, Founder of b_i

Wie sieht zeitgemäßes Arbeiten aus? basicallyinnovative.com ist mein virtual space für neue Perspektiven. Inspirierende Frauen meiner Generation zeigen, worauf es ankommt. Multimedial und unabhängig. Interesse an mehr? Click here. Oder schreibt mir: lena@basicallyinnovative.com Follow me:  Facebook Twitter Instagram

Tanzende Roboter in Wien. Der Beginn meiner Reise in die Zukunft der Arbeit

pepper robot MAK Vienna Biennale 2017 future of work
Pepper Robot (Humanizing Technologies), MAK 2017

Tanzende Roboter in Wien. Der Beginn meiner Reise in die Zukunft der Arbeit.

Autorin: Lena Marie Glaser

Süß schaut er irgendwie aus, wie ein Tier oder gar ein Baby und alle wollen ihn angreifen und echt lustig ist er: Pepper Robot, der angeblich fortschrittlichste humanoide Roboter der Welt. Pepper kann Kundinnen und Gäste begrüßen, beim Verkauf unterstützen, Produkte empfehlen oder mit Scherzen und Tanzeinlagen unterhalten. Und so tanzt Pepper bei der Eröffnung der 2. Wiener Biennale für Architektur, Design und Kunst durch die Hallen des MAK. Eigentlich ist Pepper der Star dieser Eröffnung.

Aber diese niedliche Erscheinung machte mir eines klar: Die Zukunft ist da. Wir hören zwar tagtäglich von der Digitalisierung unserer Welt und den damit einhergehenden Veränderungen am Arbeitsplatz; die meisten der heute bestehenden Jobs soll es künftig aufgrund von Digitalisierung, Robotisierung und Automatisierung nicht mehr geben. Über die Frage, wie wir künftig selbst leben und arbeiten wollen, denken die meisten jedoch leider nicht so nach. So stellt sich doch die Frage: Was passiert, wenn Roboter und Computer unsere Jobs übernehmen? Massenarbeitslosigkeit, genug neue Jobs oder doch einfach mehr Freizeit und Möglichkeiten zur Selbstentfaltung in einem neuen System?

Diese Fragen rumorten in meinem Kopf… ich begann zu recherchieren und meine Ergebnisse in einer Annäherung an das Thema der nächsten Jahre und Jahrzehnte aufzuzeichnen. Mit BASICALLY INNOVATIVE invites… lade ich darüber hinaus innovative Gründerinnen, Gründer und zukunftsorientierte Expertinnen, Experten ein, ihre Sicht auf die Zukunft unserer Arbeitswelt zu teilen.

Bereits vor über 80 Jahren sagte der britische Ökonom John Maynard Keynes voraus, dass es in der Zukunft hohe Arbeitslosigkeit geben wird, “due to our discovery of means of economising the use of labour outrunning the pace at which we can find new uses for labour” (Keynes, 1933, p. 3 in The future of employment: How susceptible are jobs to computerisation? Freya/Osborne in Technological Forecasting; Social Change). Heute belegen wirtschaftswissenschaftliche Studien, dass im Jahre 2030 die Hälfte aller heute bestehenden Arbeitsplätze aufgrund von Automatisierung und Digitalisierung nicht mehr existieren werden. Es gibt gar Zukunftsforscherinnen die argumentieren, in der zukünftigen Arbeitswelt werden wir vier oder mehr Jobs benötigen um finanziell abgesichert zu sein (FAZ).

Dagegen argumentiert der deutsche Zukunftsforscher Matthias Horx, Gründer des Zukunftsinstituts. In seinen Fünf Thesen zur Zukunft der Arbeit verweist Horx darauf, dass die Befürchtung, es werde nicht genug Arbeit für alle geben, kein neues Phänomen ist. Er schreibt: „In zyklischen Abständen geht im Reich der Arbeitsdebatte das Gespenst der radikalen Verknappung um.“ Allerdings, so Horx, erzeuge jeder Technologieschub „eine Rekursion, eine Komplexitäts-Kaskade, die zu gesteigerten Nachfragen und ganz neuen Bedürfnissen führt.“ Es werde daher immer genug Arbeit geben. Weiters spricht er von Transformationsprozessen, die den Organismus der Arbeit tief verändert haben und weiter beeinflussen werden. So beispielsweise Flexicurity, die Entwicklung hin zu flexiblen, mobilen Erwerbsformen und flachen Hierarchien wobei Sicherheit mit Mobilität kombiniert wird. Auch verweist der deutsche Zukunftsforscher auf den Megatrend Gender Shift, wodurch auch für Männer flexible Arbeitsmodelle abseits der klassischen 8-Stunden-Woche entstehen.

Bei der Veranstaltung Zukunft jetzt #1: Die Zukunft der Arbeit im Depot (1070 Wien) wurde ich auf die spannende Diskussion rund um das umstrittene Modell des bedingungslosen Grundeinkommens aufmerksam. Philip Kovce, ein junger deutscher Philosoph und Ökonom aus Berlin, aktiv im Think Tank Club of Rome und leidenschaftlicher Verfechter des bedingungslosen Grundeinkommens war Podiumsteilnehmer. In seinem „Manifest zum Grundeinkommen“ (Ecowin Verlag 2017) stellt er die Frage: Was würdest du arbeiten, wenn für dein Einkommen gesorgt wäre? Für ihn ist das bedingungslose Grundeinkommen ein neues Grundrecht. „Es wird in existenzsichernder Höhe, von der Wiege bis zur Bahre, ohne Arbeitspflicht und Bedürftigkeitsprüfung jedem Einzelnen gewährt. Es ist kein zusätzliches, sondern ein grundsätzliches Einkommen.“ Kovce und sein Mitautor Daniel Häni streichen folgende Schlüsselfragen des Grundeinkommens heraus: Was will ich eigentlich tun? Wie will ich tätig sein? Und für wen? Außerdem halten die beiden Autoren fest: „Arbeit ist nicht bloß Erwerbsarbeit. Arbeit ist nicht bloß das, was bezahlt wird. Arbeit ist nicht bloß das, was der Arbeitsmarkt oder die Arbeitsämter diktieren. Arbeit ist die Tätigkeit – das, was ich tue, wenn ich etwas tue. Arbeit ist das, was ich für andere und mit anderen gemeinsam bewege. Arbeit ist Identifikation und Sinnstiftung.“

Tatsächlich interessierten sich vor einigen Jahren lediglich wenige wissenschaftliche Außenseiter für dieses Thema; nun ist die Debatte in der breiten Öffentlichkeit angekommen. In der Schweiz wurde darüber abgestimmt, in Finnland wird es gerade in einem großen Versuch getestet. (Scheinbar) überraschend stark propagiert wird es von Unternehmen des Silicon Valleys wie Facebook – offenbar aus Kalkül. Es wird befürchtet, dass durch das Verschwinden von Arbeitsplätzen, die Armut steigen und sie Kundinnen verlieren würden (FAZ).

Im Juni wurde nun die heurige Biennale für Architektur, Design und Kunst in Wien eröffnet und auch hier wird das spannende Thema der Zukunft der Arbeit, der Robotisierung verhandelt. In den Ausstellungen mit Titeln wie Hello Robot, Artifical Tears, How will we work?, Work it, Feel it wird deutlich, dass hier nicht einfach Innovationen im Bereich der Digitalisierung vorgestellt werden, sondern ein kritischer Blick auf diese Entwicklungen ermöglicht und eine Diskussion angestoßen wird.

Die Zukunft der Arbeit ist ein Thema, das uns als Generation Millenials besonders betrifft. Die Zukunft ist näher als wir denken; auch wenn es den wenigsten so bewusst ist, tragen wir ständig kleine Roboter herum: unsere Smartphones haben zwar keine humanoiden Züge wie Pepper, doch sind sie mittlerweile eine nicht unwesentliche Verlängerung unserer Arme sowie eine Auslagerung unseres Hirns geworden. Den von uns jetzt angestrebten Traumjob gibt es dann in 30 Jahren vielleicht gar nicht mehr, da ihn ein Roboter oder Computer übernommen hat. Vielleicht schaffen wir es künftig Arbeit mit „Sinnstiftung und Identifikation“ (Kovce/Häni 2017) zu verbinden; vielleicht können wir in der Zukunft nur mehr arbeiten was uns gefällt, da Roboter und Computer die ungeliebten Aufgaben übernehmen und wir in einem neuen Wirtschaftsmodell finanziell absichert sind. Neue Ideen und Perspektiven sind gefragt – vielleicht kann ich mit BASICALLY INNOVATIVE etwas dazu beitragen.

Lena, Founding Editor

Als Herausgeberin von basicallyinnovative.com geht es mir darum, den aktuellen Wandel der Arbeitswelt als Chance zu begreifen. Wie wollen wir eigentlich arbeiten? Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf Frauen und deren Blick auf die Zukunft der Arbeit (mehr). Schreib mir, wenn du Interesse an einem regelmäßigen Update hast: eMail und folge mir auf Facebook.

Youareherevienna – A digital guide to be(com)ing a local

Youareherevienna drawings become a local

youareherevienna – A digital guide to be(com)ing a local

Das erste Mal aufmerksam wurde ich auf youareherevienna als Preisträgerin des ERSTE Bank ExtraVALUE Design Recognition Awards 2016 im Rahmen der Vienna Design Week 2016. Youareherevienna entwickelt einen digitalen Guide für in Wien lebende und neu angekommene Menschen.

Das Team aus Design- und Kunstschaffenden, Developerinnen und Developern sowie Übersetzerinnen und Übersetzern rund um die engagierte Gründerin Sabine Ballata besteht aus neuen und alten locals, die „crowdsource, co-write, design and build a multilingual platform“. Als Verein für partizipatives Informationsdesign gegründet, wird bei youareherevienna auf kooperative und respektvolle Weise ein innovativer Zugang zur Unterstützung von Flüchtlingen gelebt.

Mehr Informationen: youareherevienna – Facebook

GOODGOODs – Skandinavisch inspiriertes Design trifft auf Handwerk und sinnvolle Arbeit 

BIGBAG von GOODGOODs, Design von dottings (c)dottings

GOODGOODs – Skandinavisch inspiriertes Design trifft auf Handwerk und sinnvolle Arbeit 

Die Learning Journey der Wirtschaftsagentur Wien zum Thema Social design führte uns im Mai 2017 in die ÖHTB Arbeiten 
Werkstätte in Simmering – ein Ort an dem Menschen mit und ohne Behinderungen auf kooperative Weise die Produkte des Unternehmens GOODGOODs herstellen. Das Design Studio dottings initiierte dieses Projekt, nun steuern auch andere Designerinnen und Designer ihre Entwürfe bei. GOODGOODs zufolge liegt die Essenz der Initiative in der Vernetzung der Fähigkeiten von Menschen mit Behinderung und Designerinnen und Designern.

Im Vordergrund stehen schöne, alltagstaugliche Produkte für den Haushalt. Im Rahmen unseres Besuches unterstützten wir die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Werkstätte bei der Herstellung des Seesacks BIGBAG und des Flaschenöffners OPEN. Der Kritik, das social businesses Menschen für wirtschaftliche Zwecke ausbeuten, wird offen begegnet; anstatt sich (wie früher) mit sinnlosen Puzzles zu beschäftigen, produzieren die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Werkstätte in achtsamer Handarbeit sinnvolle Gegenstände, auf die sie sichtlich stolz sind.

Eis Eis Eis – Meine Lieblinge in Wien

Eis Ice cream EisgreisslerEis Eis Eis – Meine Lieblinge in Wien 

Das cremige Traditionseis vom Schwedenplatz, der italienische Klassiker von Zanoni oder doch die innovativeren Eissorten von Schelato; Eis essen verbindet und spaltet doch die Gemüter. So kann es schon mal zu heftigen Meinungsverschiedenheiten kommen, welches nun das bessere Eis sei.

Seit geraumer Zeit eröffnen in Wien regelmäßig immer wieder neue Eisgeschäfte, die mit kreativen Geschmacksrichtungen die Wienerinnen und Wiener locken. Klar ist, Eisgeschäfte wie Veganista, Eis Greissler, Ferrari Natural Gelato, Gelateria La Romana, Schelato oder auch Traditionsbetriebe wie die Konditorei Demel bringen Abwechslung ins Eis essen.

Seit 2016 gibt es darüber hinaus das Vienna Ice Cream Festival, das heuer im Augarten stattgefunden hat. Zahlreiche Eisgeschäfte aus ganz Österreich können sich hier dem Wiener Publikum präsentieren.

Meine All-time-favourites:

Schelato – Sizilianisches Zitroneneis und salziges Karamell

Veganista – Brownie, Himbeere und Kokos

Eis Greissler – Holunderblüten

Ferrari Natural Gelato – Tiramisu und Sorbets

La Romana – Sacher Eis

Demel Konditorei – Punschkrapfen Eis

 

 

The Great Escape Festival 2017 in Brighton – Ein Fest für Music Lovers

Great Escape Festival 2017 Brighton pop music Mount kimbie The Great Escape Festival 2017 in Brighton – Ein Fest für Music Lovers.

Das Great Escape Festival in Brighton, dem ‚London by the sea‘ an der Südküste Englands, ist eines der wichtigsten UK (Showcase) Music Festivals und war für mich wie in den Vorjahren eine tolle Möglichkeit neue Bands und Musikerinnen – oft noch vor ihrem Durchbruch – zu entdecken. Brighton wird so alljährlich zur Pilgerstätte von Musikerinnen, Bands, der music industry und Musikliebhaberinnen aus der ganzen Welt.

Die großartige Julie Byrne an der Gitarre und betörender Stimme auf der bbc radio stage war neben dem secret gig von Mount Kimbie eines meiner Highlights. Die Bands Dakota, Franc Moody, Panda Blue, Klangstof und the Districts hatten ebenfalls tolle Performances im Gepäck. Ebenso machten Hearts Hearts aus Wien auf sich aufmerksam am so wichtigen englischen Musikmarkt.

Eine weitere Entdeckung des Showcase Festivals waren die großartigen Pumarosa aus London, von denen – so glaubt man dem Record shop Rough Trade in London – noch viel zu hören sein wird.

Beim Great Escape Festival 2017 war wie gewohnt eine unglaublich positive Stimmung zu erleben; Brighton bietet mit seiner Lage direkt am Meer und einer lebendigen eigenen Musikszene den besten Rahmen für Menschen mit der Lust am gemeinsamen Musik machen und genießen.