Ein garantiertes Zukunftsrezept für erfolgreiche Unternehmen? Jungen, qualifizierten Frauen zuhören!

Lena Marie Glaser (c) Pflaum

Lena Marie Glaser erlebt den aktuellen Wandel in unserer Arbeitswelt als Chance, um die Frage aufzuwerfen, wie wir eigentlich arbeiten wollen. UN GLOBAL COMPACT Deutschland, 2018 Zum Expert Paper

Von Lena Marie Glaser

Artikel wurde aktualisiert für den Weltfrauentag 2020.

Viel wird über die Auswirkungen der Digitalisierung auf unseren Arbeitsmarkt berichtet und auf Veranstaltungen diskutiert. Wir lesen, die Generation Y (Millennials) und Z wollen anders arbeiten. Und es stimmt.

Aufgewachsen in einem F.O.M.O. (Fear Of Missing Out) Umfeld, sind wir überwältigt von unseren Möglichkeiten. Wir überlegen und entscheiden nun ganz genau, für wen wir arbeiten wollen. In letzter Konsequenz machen wir uns selbstständig.

Das ganze Berufsleben für ein böses Unternehmen schuften? Nein danke! Lieber wählen wir unsere Arbeitgeber danach aus, welche Rahmenbedingungen und Purpose sie uns bieten.

Besonders reflektierte, junge Frauen wie ich formulieren ihre Anforderungen an Arbeitgeber sehr konkret. Wir fordern Respekt ein, faire Bezahlung und Mitbestimmung. Wir befinden uns im Jahr 2020. Eigentlich unglaublich, dass wir noch immer benachteiligt sind, in dieser Arbeitswelt von heute. Unzählige persönliche Geschichten bestätigen das.

Mit Basically Innovative gebe ich diesen engagierten Stimmen seit 2017 eine Plattform. Als ausgebildete Juristin artikuliere ich Ungerechtigkeiten und Fehlentwicklungen, zeige zukunftsorientierte Lösungen auf. Ich setze mich für eine wertschätzende Arbeitskultur ein, die nicht krank macht. Mehr dazu

Für meine Basically Innovative Learning Journey 2019 habe ich genau analysiert und diskutiert, wie sich die Arbeitswelt in Österreich ändern soll und wie das gehen könnte. Ich besuchte Veranstaltungen, aber auch Unternehmen und unterwegs sprach ich mit ganz unterschiedlichen Menschen aller Altersgruppen.

Mit mutigen Aussteigerinnen und etablierten Personalentwicklern. Mit engagierten Nachwuchsführungskräften, einfachen Angestellten aber auch mit Arbeitssoziologinnen und Sozioökonomen, PolitikerInnen, Studierenden, LehrerInnen und UnternehmensberaterInnen, ArchitektInnen und Künstlerinnen.

Egal wen ich getroffen habe, auf welcher Konferenz oder in welchem Unternehmen ich war – das Thema Arbeit lässt niemanden kalt. Der eigene Job hat für die meisten eine sehr große Bedeutung, viele hat er krank gemacht.

Früher machte Arbeit körperlich krank, heute psychisch. Seit 2004 haben die Krankheitstage aufgrund psychischer Erkrankungen um nahezu 71,9 % zugenommen, so die Soziologin Prof. Dr. Heike Ohlbrecht bei der Demografietagung in Wien.

Es muss sich daher etwas ändern. Das ist der Grundtenor meiner Forschungsreise. Organisationen müssen sich um das Wohl ihrer MitarbeiterInnen kümmern. Rechtliche Rahmenbedingungen müssen geschaffen werden, die unseren heutigen Anforderungen entsprechen – im Interesse der arbeitenden Menschen.

Doch wie genau? Ganz konkret wünschten sich viele meiner GesprächspartnerInnen eine offene, wertschätzende Gesprächskultur mit der Führungskraft, mehr Autonomie und weniger Kontrolle, Arbeitszeitmodelle, die wir selbst mitbestimmen können und Unterstützung bei der persönlichen Weiterentwicklung.

Wir brauchen Rahmenbedingungen, die uns nicht hindern, sondern fördern.

Besonders qualifizierte Nachwuchskräfte wählen hier genau aus. Bietet mir der potentielle Arbeitgeber meine gewünschten Rahmenbedingungen? Wir fragen bereits im Jobinterview nach Home-Office, Bildungskarenz, Teilzeit oder Fortbildungsmöglichkeiten und achten auf die Atmosphäre im Büro.

Mein ORF 1 Live Studiointerview

Überraschend viel wurde auch beim Industriefestival in der Linzer Tabakfabrik von einer neuen Unternehmenskultur gesprochen, die Menschen im digitalen Wandel mitnimmt. Ich tauchte in die sehr traditionell, männlich geprägte Welt einer technischen Branche ein.

Hier fehlten leider die reflektierten, jungen Expertinnen, die Impulse geben. Schade für die Branche, denn wir wollen eine Unternehmenskultur für alle und wissen wie das geht.

Im Gespräch mit Christian Kabusch, HR Business Partner / Head of Digitalization and Transformation bei Siemens Österreich waren wir uns beide einig. Es braucht mehr Vielfalt und Diversität in Industrieunternehmen.

Siemens ist es wichtig, sich als guter Arbeitgeber für junge Menschen zu positionieren. Neue spannende Konzepte werden entwickelt. Doch werden sie auch die Perspektive qualifizierter, junger Frauen berücksichtigen?

Eine absolute Notwendigkeit für Unternehmen, wie die Studie Deloitte Millennials Survey 2019 für Österreich eindeutig aufzeigt. Unternehmen müssen Diversität ernst nehmen, um für Nachwuchskräfte interessant zu bleiben. Dieser weltweiten Befragung von rund 16.000 Millenials zufolge,

… müssen Unternehmen daher eine Unternehmenskultur entwickeln, die Diversität und Inklusion ermöglicht.

Mehr und mehr qualifizierte Nachwuchskräfte arbeiten daher lieber im Social Business, als im gewinnorientierten Corporate. Bei den Wiener Impact Days 2019, sprach ich mit einigen von ihnen. Diese Veranstaltung ist eine Plattform für Unternehmen, Startups und Investoren, die soziale Innovation bei ihren Geschäftsmodellen in den Vordergrund stellen.

Marie, Anfang 20 und Studentin der Sozial- und Kulturanthropologie: Junge Frauen denken anders. Daher sollten Unternehmen uns zuhören, um in Zukunft als Arbeitgeber attraktiv zu bleiben.

Davon könnte auch die exklusive Welt des Darwin’s Circle, der Digitalisierungskonferenz in Wien, lernen. Als aufmerksame Beobachterin auf Einladung der Wirtschaftsagentur Wien besuchte ich die hochkarätigen Vorträge mit Impulsgebern vom Wikipedia Gründer bis zum deutschen Minister aD. im Wiener Palais.

Doch auch hier fehlten wir wieder. Als Impulsgeber waren fast ausschließlich ältere und jüngere Männer geladen. Junge Frauen sind hier Zuhörerinnen oder Hostessen.

Mit einer dieser engagierten Studienabsolventinnen, die hier ohne Bezahlung das Event hosteten, sprach ich darüber: Ich arbeite auch ehrenamtlich mit Kindern, sagte die Anfang 20jährige sinngemäß, doch das ist für mich etwas ganz Anderes. Hier geht es darum, mögliche Kontakte für spannende Jobs zu bekommen.

Dass ihre kluge Stimme gehört wird, darum geht es bei diesem Event nicht. Die gleichaltrigen, eher farblosen Männer hingegen laufen an diesem Tag in ihren Anzügen herum, bieten den hochkarätigen Gästen auf Augenhöhe ihre Visitenkarten an.

Die deutsche Zeit Online schreibt dazu: Es geht Männern weniger darum, jungen Frauen eine Chance zu geben, sondern vielmehr um den eigenen Machterhalt. An dieser Stelle hat sich die Unternehmenskultur trotz Quotengesetz nicht ernsthaft gewandelt. Zum Artikel

Doch es gibt viele hoch qualifizierte Frauen so zwischen Mitte 20 – 40, die diese enge, verstaubte Arbeitswelt aufbrechen wollen. Beim Business Riot diskutierten wir die Möglichkeiten von New Work für ein besseres Arbeiten und erarbeiteten konkrete Umsetzungsstrategien.

Auch beim Kick-off des jungen Frauen Mentoringprogrammes WoMentor im Wiener DasPackhaus tauschten wir uns darüber aus und entwickelten zukunftsorientierte Lösungsansätze. Ich selbst bin Mentorin in diesem Programm und begleite eine aufstrebende, junge Frau auf ihrem Karriereweg in die Zukunft. Über Mentoring

Immer mehr tolle Frauen schließen sich zusammen. Sie wollen gemeinsam die Arbeitswelt für alle verbessern. Auch ich bin Teil so eines Kollektives erfahrener, reflektierter junger Frauen. Wir wollen Menschen und Organisationen ganzheitlich und nachhaltig dabei unterstützen, bessere Arbeitgeber zu werden. Daher…

Liebe Veranstalter und Unternehmer holt euch die Expertise und den Weitblick reflektierter, qualifizierter junger Frauen! Denn sie sind es, die euch erfolgreich machen. Ich unterstütze euch dabei, diese richtig anzusprechen und für euch zu gewinnen.

Bekommen wir dann die richtigen Rahmenbedingungen, top-down Unterstützung und Handlungsfreiräume, habt ihr das Erfolgsrezept für eure Zukunft gefunden. Denn so verbessert sich garantiert die Unternehmenskultur und Produktivität sowie Innovationskraft steigen. Mehr dazu

Und jetzt? Die umfassenden Erkenntnisse meiner intensiven Learning Journeys teile ich mit euch seit 2017. Daher seid ihr nun gefragt!

Schreibt mir, wie wir gemeinsam etwas verändern können. Ich unterstütze ausgewählte Unternehmen mit meiner Expertise.

Für Anfragen zu meinem Angebot und Terminvereinbarungen schreibt mir ein Email!

Future of Leadership. Wie sieht die ideale Führungskraft von morgen aus? Eine Antwort aus der Perspektive der Generation Y & Z

(c) Apollonia Bitzan

Von Lena Marie Glaser

Auf meinen Future of Work Learning Journeys lerne ich regelmäßig engagierte Menschen kennen, die ihr Arbeitsumfeld aktiv verbessern wollen. Sie sehen genau, was schief läuft und haben konkrete Ideen, wie diese Probleme zu lösen sind. Doch oft stoßen sie auf Widerstand oder Desinteresse.

Es sind diejenigen, denen es eben nicht egal ist, wie sie und ihr Umfeld arbeiten. Die Verantwortung übernehmen wollen. Ohne gleich eine klassische Karriere als Führungskraft anzustreben. Die besonders qualifiziert sind und irgendwann keine Lust mehr haben, nicht gehört zu werden.

Es sind besonders die motivierten, innovativen Frauen, um die sich Unternehmen in Zeiten des Fachkräftemangels bemühen sollten. Ich denke mir dann oft, in einer anderen perfekten Arbeitswelt wären das die super erfolgreichen Führungskräfte. Die nämlich reflektieren, die zuhören, die eine klare Vision kommunizieren können.

Aber so wie „Chefsein“ heute gelebt wird, darauf haben besonders viele engagierte und kritische junge Menschen keine Lust mehr. Lieber wollen sie Fachexpertin oder Fachexperte im eigenen Gebiet sein als im mittleren Management zerrieben zu werden zwischen mangelnder Wertschätzung und Dauerstress. Sie ziehen Work-Life-Balance dem Burn-out vor.

Gerade meiner Altersgruppe, den Millennials / Generation Y wird oft nachgesagt, faul zu sein und keine Verantwortung übernehmen zu wollen. Doch da schließe ich mich der Autorin und Wirtschaftsredakteurin Kerstin Bund (Die Zeit) an, die in ihrem Buch Glück schlägt Geld. Generation Y: Was wir wirklich wollen festhält:

„Wir sind nicht faul! Wir wollen arbeiten. Nur eben anders. Nachhaltiger. Im Einklang mit unseren Bedürfnissen.“

Leadership zeigen, Verantwortung übernehmen und Entscheidungen im Interesse des Teams treffen, dabei kein kontrollierender „Boss“ zu sein. So stellt sich die Generation Z ihre idealen Führungskräfte vor. Jene Generation über die auf HR Messen und in den Medien aktuell wild spekuliert wird.

Ich wollte mehr wissen und mit den Jugendlichen selbst sprechen. Im Dezember 2019 besuchte ich das Wiener Amerlinggymnasium und erarbeitete mit den 16-17 jährigen Jugendlichen der 7. Klasse, wie sie sich ihre Arbeitswelt der Zukunft vorstellen und was sie brauchen, um gut arbeiten zu können.

(c) Apollonia Bitzan

Erstaunlich klar und pragmatisch formulierten vor allem die Mädchen ihre Bedürfnisse und Wünsche. Dabei spielte das Thema „Leadership“ eine wichtige Rolle. Die Jugendlichen in der Schlussrunde:

Böse Chefs werden aussterben. Wer kommt? Führungskräfte, die unterstützen, nicht abwerten und kontrollieren.

Chef/Chefin soll Leitfigur sein und wissen, wie man Menschen behandelt, soll fair sein, soll Vision vorgeben.

Chef/Chefin als Leader und nicht als Boss, soll motivierend sein.

(c) Apollonia Bitzan

Gleich danach war ich im Jänner 2020 auf Learning Journey in Kopenhagen #copenhagen2020. Dort erforschte ich, wie wir von der nordischen Arbeitskultur lernen können. Ich führte Gespräche mit jungen Frauen und Männern aus Österreich, Deutschland und der Schweiz, die in Dänemark arbeiten. Diese Expats waren sich einig:

In Dänemark gibt es einfach eine ganz andere Arbeitskultur. Eine Kultur, in der wir viel lieber arbeiten: Keine Angst vor Fehlern, die Führungskraft gibt den Rahmen aber lässt autonom arbeiten, Vertrauen vor Kontrolle.

Was heißt das nun für Unternehmen hier bei uns? Wollen sie in Zukunft die besten Talente, besonders Frauen, als Führungskräfte gewinnen und halten, müssen sie umdenken und handeln. Der Vorteil: Unternehmen profitieren von kritischen, engagierten Köpfen, die neue Herausforderungen der Zukunft professionell, klug und empathisch lösen.

Wie kann das gehen? Sie müssen beginnen, im Recruiting Führungskräfte nach Kompetenzen wie Empathie, Mut und Reflexion auszuwählen. Dabei bereits im eigenen Unternehmen nach den engagierten VordenkerInnen Ausschau halten und diese ermutigen, sich zu trauen Verantwortung zu übernehmen.

Dabei hilft es, Rolemodels sichtbar zu machen und begleitende Weiterbildungen, Supervision, Coaching und Mentoring anzubieten. Außerdem können Veranstaltungen helfen, hier Bewusstsein zu schaffen und den Wissenstransfer zu ermöglichen. Mein Salon Ende Jänner 2020 in Wien hat gezeigt, wie das gehen kann.

Und was machst du so beruflich? Warum es stressig sein kann, darauf keine einfache Antwort zu haben. Meine Einblicke aus der neuen Arbeitswelt.

Lena Marie Glaser (c) Pflaum

Von Lena Marie Glaser

Was machst du so? Früher konnte ich diese Frage ziemlich schnell beantworten: Ich bin Juristin und arbeite im öffentlichen Dienst. Viel wurde dann nicht mehr nachgefragt. Auf den 1. Blick erschien alles klar. Ich war in einer Schublade drinnen, aber wurde automatisch ernst genommen. Obwohl wie eine „typische“ Juristin fühlte ich mich eigentlich nie.

2017 brach ich ja aus meiner sicheren, beruflichen Laufbahn aus, um mir meinen eigenen Job zu schaffen. Da spürte ich langsam eine neue Herausforderung: Wie bezeichne ich mich jetzt eigentlich? Viele wollten mich als Bloggerin oder später als Unternehmensberaterin einordnen. Damit fühlte ich mich nie wohl.

(c) Pflaum

Ich machte mich daher auf die Suche nach einer Bezeichnung, die zu mir passt. Eigentlich ziemlich aufregend, und doch löste bei mir die Frage: Was machst du so? sehr lange den größten Stress aus. Ich wollte offenbar unbedingt verstanden werden, in eine Kategorie reinpassen. Gleichzeitig aber entzog ich mich ja bewusst der klassischen Jobdescription.

ÄrztInnen, BuchhalterInnen, JournalistInnen, LehrerInnen, TechnikerInnen, ArchitektInnen, VerkäuferInnen, WissenschaftlerInnen usw. – das sind klare Bezeichnungen. Doch es entstehen neue Berufsbilder: von der Social Media Managerin, UX Designerin bis zum Agil Coach. Und immer öfter begegne ich Menschen, die sich selbst neue Berufstitel geben.

Kürzlich traf ich mich mit einer Regisseurin und Drehbuchautorin, die auch als Moderatorin arbeitet. Wir diskutierten genau diese Fragestellung. Ist es wirklich so wichtig, ein Wort für unsere berufliche Tätigkeit zu haben? Warum müssen wir unbedingt in eine Schublade passen?

Für viele ist ihre Berufsbezeichnung auch gleichzeitig ein Statussymbol. Ich kenne das nur zu gut. Es macht tatsächlich einen Unterschied, ob ich mich als Bloggerin oder Unternehmensberaterin vorstelle. Mir passiert es noch immer, dass ich mehr Respekt bekomme, wenn ich ergänze ausgebildete Juristin zu sein.

Für mich hat diese Suche nach einer geeigneten Berufsbezeichnung vor allem damit zu tun, ernst genommen zu werden. Ich möchte als Expertin anerkannt sein, um in der öffentlichen Diskussion etwas bewirken zu können. Eine Stimme zu haben, um den Wandel in der Arbeitswelt aktiv mitgestalten zu können.

Mittlerweile habe ich einen Titel gefunden, der viel Raum lässt, aber doch beschreibt wie ich mich wahrnehme und wahrgenommen werden möchte. Und das fühlt sich grad ziemlich gut an.

Ihr wollt mehr wissen? Schreibt mir! Lena@basicallyinnovative.com

New Work Learning Journey: Raus aus dem Hamsterrad!

Basically Innovative x Salon im Das Packhaus Wien (c) Marlena König

Raus aus dem Hamsterrad! Kommt mit auf die nächste New Work Learning Journey von Basically Innovative. Wir besuchen neue Arbeitswelten, bekommen so frische Impulse und die Möglichkeit zu reflektieren. Nur so können wir aus der Corona Krise lernen und gemeinsam eine Arbeitskultur auf Augenhöhe gestalten.

Euer Host: Lena Marie Glaser, die Gründerin von Basically Innovative Mehr dazu

Sichert euch ein Ticket für die nächste New Work Tour und tauscht euch aus mit VordenkerInnen in innovativen Start-ups und etablierten Unternehmen, in lebendigen Co-Working Spaces und modernen Handwerksbetrieben, in Architektur und Design Büros.

Lena Marie Glaser (c) Vilma Pflaum

Danke… es war wirklich toll… ein super Format… modern, frisch und jung… super Inputs und Austausch…

Christian Hillgartner, SIEMENS HR Product Owner Digitalization auf LinkedIn über mein Lernformat Basically Innovative x Salon

Vielen Dank für deine Erfahrungen und Impressionen und vor allem für den angenehmen und lockeren Rahmen!

Andrea König, WIEN ENERGIE HR Trendscout & Employer Branding auf LinkedIn über mein Lernformat Basically Innovative x Salon

Basically Innovative x Salon Jänner 2020 (c) Marlena König

I can’t wait for the next one already Lena – danke für alles gestern!

Imran Rehman, Leadership Coach, Consultant & Co-Founder kokoro, Start-up

Ein paar Eindrücke von meiner Learning Journey Edition Kopenhagen #copenhagen2020:

Ihr wollt an der nächsten New Work Learning Journey von Basically Innovative teilnehmen? Schreibt an: info@basicallyinnovative.com

Basically Innovative x Salon für VordenkerInnen der neuen Arbeitswelt

(c) Marlena König

Von Lena Marie Glaser

Der Kick-off fand am 30. Jänner 2020 im Wiener Co-working Space Das Packhaus statt: Basically Innovative x Salon – Ein Abend für VordenkerInnen der Arbeitswelt von Lena Marie Glaser entwickelt, kuratiert und moderiert. Für alle, die sich die Frage stellen: Wie wollen wir in Zukunft arbeiten?

Nach dem Impulsvortrag von Lena Marie Glaser über ihre Forschungsergebnisse aus der New Work Learning Journey in Kopenhagen 2020 tauschten sich die Gäste beim gemütlichen Abendessen und inspirierenden Slow Dating auf Augenhöhe im entspannten Umfeld aus. Ein Format, in dem sich alle wohl fühlten, mit glücklichen Gesichtern, angeregten Diskussionen und neuen Lösungsansätzen.

Danke… es war wirklich toll… ein super Format… modern, frisch und jung… super Inputs und Austausch…

Christian Hillgartner, SIEMENS HR Product Owner Digitalization auf LinkedIn über mein Lernformat Basically Innovative x Salon

Jede/r konnte sein, wie sie/er ist. In der Abschlussrunde meldeten sich sogar introvertierte Menschen zu Wort und teilten ihre Ideen und Gedanken. Es entstand ein Raum, um „vom Hamsterrad zur Inspiration zu kommen.“

(c) Marlena König

Vielen Dank für deine Erfahrungen und Impressionen und vor allem für den angenehmen und lockeren Rahmen!

Andrea König, WIEN ENERGIE HR Trendscout & Employer Branding auf LinkedIn über mein Lernformat Basically Innovative x Salon

(c) Marlena König

I can’t wait for the next one already Lena – danke für alles gestern!

Imran Rehman, Leadership Coach, Consultant & Co-Founder kokoro, Start-up

(c) Marlena König

Ihr wollt ein Basically Innovative Lernformat für eure Organisation buchen? Schreibt an: info@basicallyinnovative.com

So geht New Work. Das können Unternehmen von uns Millennials lernen.

Gründerin Lena Marie Glaser (c) Pflaum

Von Lena Marie Glaser

2017 hat sich mein Leben radikal verändert. Früher bin ich von 9.00 bis 17.00 am Schreibtisch gesessen, habe mit Bauchweh Dienst nach Vorschrift gemacht und mich um 10.00 auf die Mittagspause gefreut. Jetzt lebe ich so, wie es zu mir und meinen Bedürfnissen passt.

Ich bin unterwegs, folge achtsam meiner Intuition, arbeite wann ich Lust habe und entscheide jeden Tag aufs Neue, wo ich arbeiten will. Ich sammle Ideen, erforsche neue Strategien, treffe auf inspirierende Vordenkerinnen und Vordenker. Bin offen für neue Begegnungen und schnelle Veränderungen.

Dabei versuche ich die Balance zu finden, um mich nicht zu überfordern. Denn Grenzen setzt mir hier niemand. Das muss ich schon selber tun. Und das kostet manchmal echt viel Kraft. Dafür ist es hilfreich und notwendig, dass ich mich sehr gut kenne, hochgradig reflektiert bin. Ich setze mich viel mit mir selbst auseinander, mit meinen Bedürfnissen und Wünschen.

Ich habe in der Zwischenzeit unglaublich viele junge, engagierte Leute getroffen, die so wie ich keine Lust mehr auf diese alte Arbeitswelt haben. Genervt vom Dauerstress frustriert gegen Betonwände zu laufen in einer Kultur, die geprägt ist von „So haben wir das immer schon gemacht“. Umgeben von überforderten und ungeeigneten Chefs und starren Strukturen.

Eine repräsentative Umfrage 2016/17 des BMASK zur Häufigkeit von Burnout in Österreich zeigt, dass nur 52 Prozent als gesund zu betrachten sind. Besonders unter 30-jährige sind besonders betroffen. Link

Jeden Tag höre ich Menschen zu, die ihre Arbeit krank gemacht hat, die frustriert und unmotiviert sind. So unterschiedlich die einzelnen Geschichten sind, doch alle eint eine große Unzufriedenheit mit dem Status-Quo. Besonders junge, hoch-qualifizierte Beschäftigte ziehen daraus ihre Konsequenzen.

Parallel Fair 2017, Wien
(c) Glaser

Sie suchen sich Unternehmen, die ihnen Arbeitsbedingungen bieten, die auf ihre Lebensumstände Rücksicht nehmen. Wo sie fair bezahlt werden, viel Autonomie haben und ein wertschätzendes Arbeitsklima spüren. Das können junge Start-ups sein oder zukunftsorientierte Unternehmen, die schon begriffen haben, dass sie etwas ändern müssen.

Auf meinen Forschungsreisen und beim Aufbau meines eigenen Unternehmens treffe ich laufend tolle, visionäre Changemaker, die traditionellen Organisationen den Rücken gekehrt haben. Sie haben beschlossen, sich selbstständig zu machen oder zumindest ihre Arbeitszeit zu reduzieren. Ihrem Traum folgend, selbstbestimmt leben zu wollen.

Lena Glaser (c) Pflaum

Mit einigen dieser wunderbaren Menschen arbeite ich zusammen. Mit Fotografinnen und Designern, mit Projektmanagerinnen und Coaches, mit Architektinnen, Soziologinnen und Ökonomen, mit Lehrerinnen, Start-up Gründern und Developern.

Uns eint eine offene Haltung, Neugierde, Achtsamkeit und Wertschätzung, Respekt. Teamorientierung und Kollaboration stehen im Vordergrund. Projektbezogen arbeiten wir zusammen, in Kollektiven stärken wir uns.

Doch nicht jeder Mensch ist für die Selbstständigkeit geschaffen. Es braucht daher neue Organisationen, die Autonomie anbieten, uns fördern und stärken und absichern. Wo wir mehr sind als kleine Zahnräder in einer großen Maschine. Doch leider drängen viele Arbeitgeber ihre Beschäftigten in Richtung Selbstständigkeit.

Organisationen müssen umdenken, wenn sie Innovation fördern und die besten Leute halten wollen. Arbeit neu denken, auf Augenhöhe treffen ist die Devise. Mehr dazu im Blog

Das geht Schritt für Schritt, mit Pilotprojekten und viel Achtsamkeit. Mit Mut und Austausch auf Augenhöhe, Lernen von Vorreitern und internationalen Beispielen. Die skandinavische Arbeitskultur sehe ich als Inspiration, dort ist die Vereinbarkeit von Arbeit und Privatleben Normalität, der wertschätzende Umgang miteinander, viel Selbstverantwortlichkeit. Da macht auch mal der Chef Kaffee für sein ganzes Team. Brandeins Blog

Im schwedischen Unternehmen Sweco gibt es keine Meetings vor 9 und nicht am Abend, Manager sollen früh oder nachts keine eMails schreiben. Es wird erwartet, dass sie ein Leben außerhalb des Büros haben. Viel wird miteinander auf Augenhöhe gesprochen, Transparenz ist zentral, es gibt Karrierepläne und Coaching für den Nachwuchs, deren Ideale und Bedürfnisse werden ernst genommen.

3 Dinge die es braucht: Wertschätzung, Achtsamkeit und Offenheit für neue Zugänge. Dann kommt die Innovation und die besten Talente bleiben.

Bietet mir der potentielle Arbeitgeber meine gewünschten Rahmenbedingungen? Gerade die Jüngeren suchen sich ihre Arbeitgeber gezielt danach aus. Studien belegen das (Shell, Deloitte Millennials Survey, Institut für Jugendkulturforschung). Dazu habe ich schon viel geschrieben. Zum Blog UN Global Compact Expert Paper. Sehen wir das als Chance und nicht als Bedrohung – im Interesse von uns allen!

Daher liebe Arbeitgeber, wenn ihr in Zukunft engagierte, kreative und zufriedene Beschäftigte wollt, dann müsst ihr handeln!

Wir und die Zukunft der Arbeit – Die Expertinnen Interviews

(c) Miriam Mlczoch

Lena Marie Glaser befragte Expertinnen der neuen Arbeitswelt, wie sie arbeiten wollen. Die Interviews zeigen auf, wie Arbeit neu gedacht werden kann. Hier geht es zu den Interviews

Das sind meine Lieblingszitate der Expertinnen:

Lena Glaser (c) Pflaum

Flexibilität und Selbstbestimmung sind für mich extrem wichtig und wertvoll. Ich mag die Abwechslung und die Entscheidung, wann und wo ich mich welchen Inhalten widmen mag.“ Julia Andorfer

Isabel Oost Frauen und die Zukunft der Arbeit
(c) Isabel Oostvogel

„Arbeit bedeutet für mich eine Form der Weiterentwicklung meines Selbst, eine Art der eigenen Entfaltung sowie des Lernens und Umgeben sein von neuen Herausforderungen.“ Isabel Oostvogel

„Kreativ sein, Ideen spinnen, Spaß haben, nach Lösungen suchen, um den Status Quo zu verbessern, immer wieder neue Herausforderungen meistern. Und natürlich auch: ein Einkommen haben.“ Miriam Mlczoch

„Aber auch für Menschen ohne Betreuungspflichten erscheint es mir wichtig, dass Arbeitsverhältnisse so gestaltet sind, dass sie uns ausreichend Energie für andere Dinge im Leben lassen.“ Antonia Wenzl

Wahre Bedeutung zu schaffen anstatt irgendwelchen Zahlen/Euros zu dienen.“ Monika Kletzmayr

„Ich denke, es geht nicht immer um das „Was“, sondern darum, welche Qualitäten von Arbeit einem wichtig sind. Und die kann man dann ganz gratis in das einbauen, was man gerade so macht. Und die meisten Beschränkungen macht man sich sowieso selbst. Mal ganz ehrlich: was hält uns denn WIRKLICH ab?“ Monika Kletzmayr

(c) Miriam Mlczoch

„Meine Arbeit sollte möglichst flexibel organisiert sein. Ich will, dass Arbeit und Familie kompatibel sind. Andererseits wünsche ich mir klare Arbeitsbereiche und -zeiten.“ Miriam Mlczoch

„Arbeit macht mich glücklich, wenn es sich nicht wie anstrengende Arbeit anfühlt, sondern leicht und erfüllend ist, ich in einem Flow-Gefühl schwebe und andere durch mein Tun bereichern und bestärken darf.“ Julia Andorfer

„Vor allem ist mir wichtig, dass ich mich durch meine Arbeit ausdrücken kann, dass ich immer Neues lerne, dass ich in guter Gesellschaft bin, dass ich was Sinnvolles machen kann – genau wie in anderen Bereichen meines Lebens.“ Lena Robinson

„Mein idealer Arbeitsplatz schafft die Möglichkeit, von den Erfahrungen anderer zu lernen und gemeinsam zu wachsen. Er gibt mir die Freiheit, Dinge auszuprobieren, aber stellt mir Inhalte sowie Sparringpartner bereit, die meine Arbeit herausfordern.“ Isabel Oostvogel

„Früher dachte ich, es sei so wichtig, dass jeder seinen Purpose findet und den „richtigen“ Job dazu. Mittlerweile bin ich da gelassener geworden.“ Monika Kletzmayr

„Im Laufe der Jahre habe ich herausgefunden, dass es mir besonders wichtig ist mit Menschen zusammenzuarbeiten, die ähnliche Grundhaltungen haben. Auch ein wertschätzender, kollegialer Umgang und transparente Strukturen sind mir wichtig.“ Antonia Wenzl

Antonia Wenzl, WAFF
(c) Antonia Wenzl

„Ganz egal, was ich mache, ich möchte es mit Freude und Begeisterung tun können, denn das ist der Motor, der mich antreibt Herausforderung anzunehmen und Krisen zu überstehen.“ Julia Fabrick

„Die Unternehmen sollten starten, die eigene Organisation wie die Kundenwelt zu betrachten und auf die Bedürfnisse der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hören: Wer seine Kunden kennt, der darf sich glücklich schätzen, denn das führt zu Erfolg.“ Isabel Oostvogel

„Flexibilität ist ein ganz wesentlicher Faktor für mich für eine gute Work/Life-Balance und ein Aspekt meiner Selbstständigkeit. Daher bin ich auch ein großer Fan von Jobsharing.“ Julia Andorfer

(c) Julia Andorfer

„Wie können wir Arbeiten und Wirken ohne uns auszupowern? Wie können wir das tun was in uns brennt und dennoch Geld verdienen? Wie können wir Sinn in dem finden was es zu tun gibt?“ Kersten Kloser-Pitcher

„Also momentan brauche ganz viel Freiraum. Ich will mir alles selbst einteilen können und auch Aufgaben und Projekte ablehnen können, wenn ich nicht dahinter bin. Dafür bin ich, glaube ich, extrem committed. Deshalb geht das.“ Lena Robinson

„Mein Traum wäre es, mehr körperlich und vor Ort aktiv zu sein, mich für die Gesellschaft oder Natur einzusetzen und nicht mehr so viel vor dem PC zu sitzen. Ich möchte raus und dort sein, wo Hilfe benötigt, wo etwas umgesetzt, zusammengearbeitet, Mehrwerte geschaffen, Menschen befähigt und in Lösungen gedacht wird.“ Isabel Oostvogel

Zusammenarbeit ist mir am allerwichtigsten. Ich merke, dass mich die Projekte am meisten motivieren in denen eine gute Zusammenarbeit besteht. Ich denke, einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren ist Klarheit und eine gewisse Übereinstimmung über den Sinn und Zweck des gemeinsamen Unterfangens.“ Lena Robinson

Lena Robinson b_i Fragebogen
(c) Lena Robinson

„Ich arbeite derzeit ausschließlich im Büro und weiß diese Abgrenzung vom Privaten sehr zu schätzen. Natürlich bringt es auch Freiheiten mit sich an unterschiedlichen Orten tätig zu sein. Ich tue mir aber ohnehin schwer, die Arbeit im Kopf nicht mit nach Hause zu nehmen. Wenn sie zumindest physisch dort verortet bleibt, wo ich auch arbeite, dann macht es das für mich einfacher.“ Antonia Wenzl

„Menschen arbeiten unterschiedlich und haben in einer Zusammenarbeit auch unterschiedliche Bedürfnisse. Wichtig ist, dass die Kommunikation gut funktioniert und dass es Raum für die Meta-Ebene gibt.“ Lena Robinson

Wichtig ist, dass man in Bewegung bleibt, Neues ausprobiert, hin und wieder eine Lebensklausur einlegt und sich immer wieder fragt, ob man mit seiner Arbeit, mit dem was man tut, glücklich ist. Falls nicht, ist es Zeit für Veränderung – immerhin verbringen wir den Großteil unseres Lebens damit. Ich glaube nichts im Leben ist unmöglich, solange man bereit ist seine Perspektive auch mal zu verändern.“ Julia Fabrick

Lena Glaser (c) Pflaum

„Für mich ist es unglaublich bereichernd, dass ich mich täglich mit Menschen austauschen kann, die vor den gleichen Herausforderungen stehen und von denen ich lernen kann. Sehr wertvoll erlebe ich eine möglichst große Diversität in Teams und die Fähigkeit unterschiedliche Sichtweisen und Problemlösungszugänge wertschätzen zu können.“ Antonia Wenzl

Zu den Interviews

Glossary der neuen Arbeitswelt – NEW WORK

Ein Glossary der neuen Arbeitswelt von Lena Marie Glaser. Begriffe, die einem immer wieder unterkommen. Doch was heißt das eigentlich?

Von Lena Marie Glaser

Was heißt eigentlich… New Work / Neues Arbeiten?

„Umbrüche in der Gesellschaft und neue Prozesse in der Wirtschaft führen zu fundamentalen Veränderungen in der Arbeitswelt, sie bestimmen den Megatrend New Work. In einer so digitalisierten wie globalisierten Zukunft wird Arbeit im Leben der Menschen einen neuen Stellenwert einnehmen, Arbeit und Freizeit fließen ineinander. Technologie ist wichtig, aber nicht dominant – der Mensch bleibt entscheidend. Seine Talente zählen, in der neuen Arbeitswelt setzt die Ära des Talentismus ein.“ Zukunftsinstitut

New Work (Neues Arbeiten) ist ein Begriff aus den 1980er Jahren, geprägt vom österreichisch-amerikanischen Philosophen Frithjof Bergmann. New Work umschreibt ein Gegenkonzept zur alten, bestehenden Arbeitswelt: Flache Hierarchien, neues Leadership, Vertrauen anstatt Kontrolle, wertschätzende Arbeitskultur, flexible Arbeitszeitmodelle, Autonomie und Mitgestaltung bei Gehalt, Arbeitszeit, Urlaub, Transparenz, bessere Vereinbarkeit von Privat und Arbeit, Gestaltung neuer Arbeitsräume, die kollaborative Zusammenarbeit fördern.

New Work Porträts – Wie arbeitet eigentlich die Virtual Reality Kuratorin Eva Fischer?

Eva Fischer (c) Lena Glaser

New Work Porträts. Es gibt Menschen, die haben Arbeit für sich neu gedacht. Sie sind aus den bestehenden Organisationen ausgebrochen, um sich eine Welt zu schaffen, die zu ihren Bedürfnissen passt. Lena Marie Glaser besucht diese inspirierenden, mutigen Frauen und erzählt ihre Geschichte in kleinen selbstgedrehten Videos und Texten.

„Es ist zwar manchmal echt anstrengend. Aber ich bin einfach happy, wie es ist.“

Eva Fischer ist selbstständige Kuratorin, Kulturmanagerin und Dozentin im Bereich audiovisueller Kunst, Virtual Reality und experimenteller Medien. Seit 2016 leitet sie die Produktion der Diagonale – Festival des österreichischen Films.

Für meinen Studiovisit habe ich Eva ins Wiener Home-Office und Diagonale Filmfestival HQ in Wien begleitet. Spannende Einblicke in Evas Arbeit, ihre Arbeitsweise und was ihr wichtig ist. Zum Video:

Mentoring & die Zukunft der Arbeit – Meine 3 Learnings für New Work

Von Lena Marie Glaser

DerStandard berichtet in der Wochenendausgabe im September 2019 über mich und meine erfolgreiche Mentoring Beziehung mit der Stv. Chefredakteurin Nana Siebert. Mentoring begleitet mich seit Beginn meiner Berufstätigkeit. Egal ob als Juristin im BMF oder als Gründerin von Basically Innovative.

Ich habe daher meine Learnings in einem LinkedIn Artikel zusammengefasst. Was bedeutet Mentoring für die Zukunft der Arbeit? Was hat es mit „New Work“ zu tun? Für mich bedeutet es voneinander lernen, offen sein, sich gegenseitig unterstützen. Mentoring Programme bieten einen Rahmen dafür, allerdings nur wenn bestimmte Grundvoraussetzungen eingehalten werden.

Mehr dazu in diesem Artikel über meine Erfahrungen & Learnings, die Möglichkeiten des Mentoring, New Work und die Zukunft der Arbeit:

Der LinkedIn Artikel

Warum geht das nicht anders? Millennials fordern eine flexiblere Arbeitswelt

Lena Marie Glaser (c) Pflaum

Für viele ist es einfach Realität, aber immer mehr wollen sich damit nicht abfinden: Lange Arbeitstage gefesselt an den Arbeitsplatz, ohne Freiräume und Mitgestaltung. Besonders meine Generation, die Millennials, fordern Arbeitsbedingungen, die zu ihren Bedürfnissen passen. Doch wie kann das aussehen?

Von Lena Marie Glaser

Immer mehr Menschen, inbesondere aber Millennials, fordern flexiblere Arbeitsbedingungen. Sie wollen ihren Alltag selbstbestimmt gestalten können. Sie wollen gehört werden. Sie wollen sich nicht ausbeuten lassen.

Manche wünschen sich eine 4 Tage-Woche. Oder wollen ohne schlechtes Gewissen schon mal um 15.00 nach Hause gehen, wenn die Arbeit erledigt ist.

Andere möchten ihre eigenen Projekte in der Arbeitszeit vorantreiben. Sie sehnen sich nach einer Auszeit, um zu studieren, ihren persönlichen Interessen nachzugehen oder eine Radtour mit Freundinnen zu machen.

Für Arbeitgeber ist das oft eine Herausforderung. Sie wissen noch nicht, wie sie damit umgehen sollen. Führungskräfte und Mitarbeiterinnen erzählen mir das.

Es gibt Unternehmer, die wollen auf diese Bedürfnisse eingehen, aber die Rahmenbedingungen ermöglichen es oft nicht. So ist es in vielen Service-Branchen einfach üblich, auf Abruf verfügbar zu sein: Der Kunde ist König.

Für viele gehört es auch zum Selbstverständnis, lange, hart und viel zu arbeiten. ‚Work hard, play hard‘. Sie holen sich so Anerkennung und sind überzeugt, nur so die beste Arbeit erbringen zu können.

Doch egal wo ich unterwegs bin, auf New Work Konferenzen für Führungskräfte, Business Festivals für Frauen meiner Generation oder im privaten Umfeld, es ist ganz stark spürbar:

Es besteht eine Sehnsucht nach einer Arbeitswelt in der unsere individuellen Bedürfnisse im Mittelpunkt stehen.

Diese können völlig unterschiedlich sein. Dennoch geht es darum, sie zu berücksichtigen. Jede sich selbst gegenüber mit mehr Achtsamkeit, aber vor allem als Verantwortung der Unternehmer und der Politiker.

Es ist es natürlich eine große Herausforderung, all diese Bedürfnisse unter einen Hut zu bekommen. Viele Interessen prallen da aufeinander. Aber es ist auch möglich.

Beispiele wie Premium Cola, BUURTZORG oder Patagonia zeigen es. Die Corporate Rebels und Nicole Thurn von New Work Stories besuchen diese Vorbild-Unternehmen und berichten darüber. Tandemploy lebt es vor und hilft dabei Jobsplitting und Co technisch umzusetzen.

Denn schließlich ist es im Interesse von allen, wenn die Arbeit uns nicht krank macht. Arbeitgeber und Staat können Kosten senken, die Produktivität erhöhen. Und jede einzelne von uns kann ein gutes Leben führen, das zu den eigenen Bedürfnissen passt.

Die Arbeitsräume der Zukunft – Wo willst du arbeiten?

DasPackhaus workspaces
DasPackhaus Wien (c) Glaser

Unsere Arbeitsräume sagen viel über die gegenwärtige Arbeitskultur. Jump-seat Desks und Open Spaces offenbaren ein großes Problem: Unsere menschlichen Bedürfnisse spielen hier selten eine Rolle. Ich machte mich für Basically Innovative auf die Suche nach dem perfekten Arbeitsort. Wie sieht er aus? Wo finde ich ihn?

Von Lena Marie Glaser

Die zunehmende Digitalisierung verändert unsere gewohnten Arbeitswelten. Mit Smartphones, Laptops und Clouds können wir 24/7 im Bett oder am Strand arbeiten. Die Grenze zwischen Arbeit und Privatem löst sich immer mehr auf. Homeoffice, Jump-seat desks oder Co-working space anstatt Einzelbüro im Firmensitz.

Niemand kann mit Sicherheit vorhersehen, wie unsere Arbeitswelt in Zukunft tatsächlich aussehen wird. Trotzdem werden heute schon weltweit neue Büros erbaut. Oft ohne Rücksicht auf unsere menschlichen Bedürfnisse.

Doch wo und wie wollen wir arbeiten? Für Eva, die freie Journalistin, am Frühstückstisch, da sie hier Licht und Atmosphäre liebt. Thomas, der Beamte, schätzt sein Einzelzimmer mit Familienfotos am Schreibtisch, das er auch mal abschließen kann.

Julia, die IT-Angestellte, wechselt jeden Tag im Großraumbüro ihren Arbeitsplatz, bevorzugt aber ihr Homeoffice. Für Mascha, die Architektin, ist es ihr Büro im sanierten Altbau mit offenem Raumkonzept und individueller Note.

Wir verbringen viele Stunden unseres Lebens dort und möchten uns dort wohlfühlen, als ganze Menschen wahrgenommen werden. Dieser Ort soll unseren individuellen Bedürfnissen entsprechen.

Eine Kurzumfrage in meinem persönlichen Umfeld ergab, dass das Büro mehr ist als nur der Ort an dem wir arbeiten. Er gibt uns Sicherheit und Halt, ermöglicht Austausch und neue Ideen.

Aber die Realität ist für viele anders: Anstatt Einzelbüros mit persönlichen Schreibtischen gibt es nun laute, unpersönliche Strukturen und Shared-working Stations. Schon mal was von Büros mit Jump-seat Desks, Paperless office, Clean-desk Policy gehört?

weXelerate Start-up and Innovation Hub, Sofitel Wien
weXelerate Start-up and Innovation Hub, Sofitel Wien (c) Glaser

Diese neuen Formen der Gestaltung von Büros sollen Arbeitsabläufe beschleunigen, sollen die interne Kommunikation erleichtern und durch bewusst gesteuerte Kreativität mehr Innovation ermöglichen.

Im Vordergrund: Effizienzsteigerung anstatt individueller Bedürfnisse. Zunehmend lässt sich beobachten, dass Menschen von dieser Form von Flexibilisierung überfordert sind. Ohne Schutz des persönlichen Arbeitsplatzes nehmen Burn-outs und Erkrankungen zu. Das perfekte Arbeitsumfeld sieht anders aus.

Eine von neuen Technologien geprägte Arbeitswelt kommt vermutlich auch ohne diese Arbeitsräume aus. Doch für Unternehmen sprechen einige Gründe dafür weiterhin auf Büros zu setzen (Planing Office Spaces – A practical guide for managers and designers, Laurence King Publishing, 2010):

1. Aufgaben und Tätigkeiten können effizienter erledigt werden, 2. die Kommunikation wird erleichtert, 3. sie haben eine bedeutende Rolle für die Identität des Unternehmens.

Aus Sicht der Menschen ist es das Bedürfnis nach Gemeinschaft, Zugehörigkeit und persönlichen Gesprächen, die gemeinsame Arbeitsorte auch in Zukunft wahrscheinlich machen.

Angelika Fitz betont in ihrem Buch Arbeitende Orte (Springer 2012), dass selbst die digitale Boheme auf Dauer unzufrieden mit improvisierten Heim- und Kaffeehausbüros ist und sich in Co-Working-Arealen organisiert. 

Die britische Tageszeitung TheGuardian berichtete im Juni 2017 über das geplante neue Google Headquarter London, Baubeginn 2018: 

„Floor plans for the building show a wellness centre containing gyms, massage rooms a narrow swimming pool and multi-use indoor sports pitch, and a rooftop garden split over multiple storeys and themed around three areas: a plateau, gardens and fields, planted with strawberries, gooseberries and sage.“ TheGuardian

Können wir nun in Zukunft mit Wohlfühloasen rechnen? Raphael Gielgen, Trendforscher des Schweizer Möbel-Unternehmens VITRA, ist davon überzeugt, dass das Büro der Zukunft Halt und Orientierung gibt.

Er sieht eine Renaissance von Headquarter, Büro und Campus, da sich Menschen nach Gemeinschaft sehnen. Es sind kuratierte Orte mit Charakter, die der Community eine Heimat bieten, so der Experte (in 100 Working Spaces – Büros der Zukunft, 2016/17).

In Activity-based Workspaces mit Ruhezonen, Bereichen für individuelle und gemeinschaftliche Arbeit in offenen Strukturen und mit Führungskräfte-Tischen, sieht Bernhard Herzog die Zukunft der Arbeit.

Als Experte für das neue Arbeiten von M.O.O.CON, einem deutsch-österreichischen Strategieberater für Organisations- und Objektentwicklung, beschäftigt er sich damit, wie das ideale Arbeitsumfeld aussieht.

Immer mehr Unternehmen nehmen die Beratung von M.O.O.CON in Anspruch. Die Kunden reichen von NGO (Caritas Österreich),  öffentlichen Institutionen (Arbeiterkammer) bis zu internationalen Finanzdienstleistern (Deutsche Bank). 

Unternehmen stehen dabei oft vor der Entscheidung, einen schnellen Weg zu gehen und dabei zu riskieren, Mitarbeiterinnen zu verschrecken oder aber einen Wettbewerbsnachteil zu riskieren, sagt Herzog.

Für den M.O.O.CON Experten ist klar, dass Bürokonzepte mit der veränderten Arbeitswelt mithalten müssen. Diese können gar notwendige Veränderungen in Unternehmenskultur und Arbeitsweise bewirken, ist Herzog überzeugt.

Angesprochen auf die Kritik an allzu flexiblen Arbeitsplätzen, erklärt Bernhard Herzog die Überforderung damit, dass Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bisher gewohnt waren, klar abgegrenzte Aufgaben in individuellen Einzelzellen zu erledigen.

In einer veränderten neuen Arbeitswelt werden sie nun gefordert mit ihren Kolleginnen und Kollegen in offenen Strukturen zu arbeiten und so das große Ganze zu sehen.

In der Wiener M.O.O.CON Niederlassung wird dieses Activity-based Konzept gelebt. Außer dem Sekretariat hat hier niemand einen fixen Arbeitsplatz. Jeden Tag suchen sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einen neuen Arbeitsplatz, ihre Laptops und Unterlagen werden am Ende des Tages in einem persönlichen Kästchen verstaut.

Das Paperless Office ist dafür erforderlich. Ein Modell, das hier sehr gut funktioniert, da diese Menschen regelmäßig unterwegs bei ihren Kunden sind.

Microsoft Austria, Headquarter Wien
Microsoft Austria, Headquarter Wien (c) Glaser

Auch Microsoft Austria sieht sich als Vorreiter der neuen Arbeitswelt. Werde ich hier den perfekten Arbeitsplatz finden? Vor Ort unterstreicht die eloquente Marketingmitarbeiterin, wie wichtig es Microsoft ist, eine Wohlfühlumgebung zu schaffen: viel Natur, die bunte Bürogestaltung, eine Rutsche sollen dazu beitragen.

Bei meiner Tour entdecke ich offene Raumstrukturen mit Shared-working Stations, Kästchen zum Verstauen der persönlichen Dinge am Ende des Tages, schalldichte Zellen für Telefonate, farbenfrohe Meetingräume, inspiriert vom Wiener Kaffeehaus bis zur New Yorker Graffiti Wand.

Ein besonderes Unterscheidungsmerkmal zu gewöhnlichen Büros: Auch die Geschäftsführerin hat hier keinen festen Arbeitsplatz. Außerdem gibt es keine Kernarbeitszeit, den Microsoft Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern steht es also offen 24/7 zu arbeiten. Doch eines fällt uns als Besuchergruppe auf: Vor Ort treffen wir kaum jemanden. Arbeiten die alle zu Hause?

Einen Blick in die Vergangenheit ermöglicht die ehemalige Postsparkasse in der Nähe der Wiener Ringstraße. Das von Otto Wagner entworfene und zwischen 1904-1912 erbaute Postsparkassengebäude ist unerwartet modern in der Innengestaltung, aber mit klarer Abbildung sozialer Hierarchien in Materialauswahl, Ausstattung sowie Raumlogistik.

Post Otto Wagner, Wien
Post Otto Wagner, Wien (c) Glaser

Für die einfachen Jobs niedrige, eher trostlose Räume, für die Führungsetage kräftige Farben und protzige Möbel. Ein klarer Kontrast zum aktuellen Trend der offenen Strukturen, Shared-working Stations und Führungskräfte-Tischen.

Das Architekturbüro kadawittfeldarchitektur sieht die Lösung in einem Mittelweg: 

Wo kann man angekommen sein und doch offen bleiben für Veränderung. Workspaces müssen zwar immer flexibler werden, aber gleichzeitig auch Stabilität bieten (in Arbeitende Orte, Fitz).

Das Wiener DasPackhaus verbindet diese scheinbar widersprüchlichen Pole von Lebendigkeit und Stabilität. Als Zwischennutzungsprojekt in der Wiener Marxergasse ist es ein kreativer, improvisierter Ort auf Zeit.

Mit viel Charme wurde das alte Bürogebäude der Finanzverwaltung renoviert. Die Nutzerinnen und Nutzer haben die Möglichkeit, ihre Büros individuell zu gestalten.

Das Packhaus, Vienna Find your own co-working space Review
Das Packhaus, Vienna (c) Glaser

Für mich wurde klar, dass der ideale Workspace der Zukunft Halt und Orientierung, Lebendigkeit und Kommunikation ermöglicht. Ein Ort der Zusammenarbeit, des Austausches ist. Im besten Fall flexibel und sich an unsere individuellen Bedürfnisse anpassend.

Jedenfalls ist er keine Kopie eines amerikanischen IT-Unternehmens, kein Umfeld das überfordert. Arbeitsräume müssen uns unterstützen und nicht das Gefühl vermitteln, eine reine Human Resource zu sein.

Wie genau dieser Ort aussieht, steht nicht im Vordergrund. Sondern welches Menschenbild damit vermittelt wird.