Ein garantiertes Zukunftsrezept für erfolgreiche Unternehmen? Jungen, qualifizierten Frauen zuhören!

Lena Marie Glaser (c) Pflaum

Lena Marie Glaser erlebt den aktuellen Wandel in unserer Arbeitswelt als Chance, um die Frage aufzuwerfen, wie wir eigentlich arbeiten wollen. UN GLOBAL COMPACT Deutschland, 2018 Zum Expert Paper

Von Lena Marie Glaser

Artikel wurde aktualisiert für den Weltfrauentag 2020.

Viel wird über die Auswirkungen der Digitalisierung auf unseren Arbeitsmarkt berichtet und auf Veranstaltungen diskutiert. Wir lesen, die Generation Y (Millennials) und Z wollen anders arbeiten. Und es stimmt.

Aufgewachsen in einem F.O.M.O. (Fear Of Missing Out) Umfeld, sind wir überwältigt von unseren Möglichkeiten. Wir überlegen und entscheiden nun ganz genau, für wen wir arbeiten wollen. In letzter Konsequenz machen wir uns selbstständig.

Das ganze Berufsleben für ein böses Unternehmen schuften? Nein danke! Lieber wählen wir unsere Arbeitgeber danach aus, welche Rahmenbedingungen und Purpose sie uns bieten.

Besonders reflektierte, junge Frauen wie ich formulieren ihre Anforderungen an Arbeitgeber sehr konkret. Wir fordern Respekt ein, faire Bezahlung und Mitbestimmung. Wir befinden uns im Jahr 2020. Eigentlich unglaublich, dass wir noch immer benachteiligt sind, in dieser Arbeitswelt von heute. Unzählige persönliche Geschichten bestätigen das.

Mit Basically Innovative gebe ich diesen engagierten Stimmen seit 2017 eine Plattform. Als ausgebildete Juristin artikuliere ich Ungerechtigkeiten und Fehlentwicklungen, zeige zukunftsorientierte Lösungen auf. Ich setze mich für eine wertschätzende Arbeitskultur ein, die nicht krank macht. Mehr dazu

Für meine Basically Innovative Learning Journey 2019 habe ich genau analysiert und diskutiert, wie sich die Arbeitswelt in Österreich ändern soll und wie das gehen könnte. Ich besuchte Veranstaltungen, aber auch Unternehmen und unterwegs sprach ich mit ganz unterschiedlichen Menschen aller Altersgruppen.

Mit mutigen Aussteigerinnen und etablierten Personalentwicklern. Mit engagierten Nachwuchsführungskräften, einfachen Angestellten aber auch mit Arbeitssoziologinnen und Sozioökonomen, PolitikerInnen, Studierenden, LehrerInnen und UnternehmensberaterInnen, ArchitektInnen und Künstlerinnen.

Egal wen ich getroffen habe, auf welcher Konferenz oder in welchem Unternehmen ich war – das Thema Arbeit lässt niemanden kalt. Der eigene Job hat für die meisten eine sehr große Bedeutung, viele hat er krank gemacht.

Früher machte Arbeit körperlich krank, heute psychisch. Seit 2004 haben die Krankheitstage aufgrund psychischer Erkrankungen um nahezu 71,9 % zugenommen, so die Soziologin Prof. Dr. Heike Ohlbrecht bei der Demografietagung in Wien.

Es muss sich daher etwas ändern. Das ist der Grundtenor meiner Forschungsreise. Organisationen müssen sich um das Wohl ihrer MitarbeiterInnen kümmern. Rechtliche Rahmenbedingungen müssen geschaffen werden, die unseren heutigen Anforderungen entsprechen – im Interesse der arbeitenden Menschen.

Doch wie genau? Ganz konkret wünschten sich viele meiner GesprächspartnerInnen eine offene, wertschätzende Gesprächskultur mit der Führungskraft, mehr Autonomie und weniger Kontrolle, Arbeitszeitmodelle, die wir selbst mitbestimmen können und Unterstützung bei der persönlichen Weiterentwicklung.

Wir brauchen Rahmenbedingungen, die uns nicht hindern, sondern fördern.

Besonders qualifizierte Nachwuchskräfte wählen hier genau aus. Bietet mir der potentielle Arbeitgeber meine gewünschten Rahmenbedingungen? Wir fragen bereits im Jobinterview nach Home-Office, Bildungskarenz, Teilzeit oder Fortbildungsmöglichkeiten und achten auf die Atmosphäre im Büro.

Mein ORF 1 Live Studiointerview

Überraschend viel wurde auch beim Industriefestival in der Linzer Tabakfabrik von einer neuen Unternehmenskultur gesprochen, die Menschen im digitalen Wandel mitnimmt. Ich tauchte in die sehr traditionell, männlich geprägte Welt einer technischen Branche ein.

Hier fehlten leider die reflektierten, jungen Expertinnen, die Impulse geben. Schade für die Branche, denn wir wollen eine Unternehmenskultur für alle und wissen wie das geht.

Im Gespräch mit Christian Kabusch, HR Business Partner / Head of Digitalization and Transformation bei Siemens Österreich waren wir uns beide einig. Es braucht mehr Vielfalt und Diversität in Industrieunternehmen.

Siemens ist es wichtig, sich als guter Arbeitgeber für junge Menschen zu positionieren. Neue spannende Konzepte werden entwickelt. Doch werden sie auch die Perspektive qualifizierter, junger Frauen berücksichtigen?

Eine absolute Notwendigkeit für Unternehmen, wie die Studie Deloitte Millennials Survey 2019 für Österreich eindeutig aufzeigt. Unternehmen müssen Diversität ernst nehmen, um für Nachwuchskräfte interessant zu bleiben. Dieser weltweiten Befragung von rund 16.000 Millenials zufolge,

… müssen Unternehmen daher eine Unternehmenskultur entwickeln, die Diversität und Inklusion ermöglicht.

Mehr und mehr qualifizierte Nachwuchskräfte arbeiten daher lieber im Social Business, als im gewinnorientierten Corporate. Bei den Wiener Impact Days 2019, sprach ich mit einigen von ihnen. Diese Veranstaltung ist eine Plattform für Unternehmen, Startups und Investoren, die soziale Innovation bei ihren Geschäftsmodellen in den Vordergrund stellen.

Marie, Anfang 20 und Studentin der Sozial- und Kulturanthropologie: Junge Frauen denken anders. Daher sollten Unternehmen uns zuhören, um in Zukunft als Arbeitgeber attraktiv zu bleiben.

Davon könnte auch die exklusive Welt des Darwin’s Circle, der Digitalisierungskonferenz in Wien, lernen. Als aufmerksame Beobachterin auf Einladung der Wirtschaftsagentur Wien besuchte ich die hochkarätigen Vorträge mit Impulsgebern vom Wikipedia Gründer bis zum deutschen Minister aD. im Wiener Palais.

Doch auch hier fehlten wir wieder. Als Impulsgeber waren fast ausschließlich ältere und jüngere Männer geladen. Junge Frauen sind hier Zuhörerinnen oder Hostessen.

Mit einer dieser engagierten Studienabsolventinnen, die hier ohne Bezahlung das Event hosteten, sprach ich darüber: Ich arbeite auch ehrenamtlich mit Kindern, sagte die Anfang 20jährige sinngemäß, doch das ist für mich etwas ganz Anderes. Hier geht es darum, mögliche Kontakte für spannende Jobs zu bekommen.

Dass ihre kluge Stimme gehört wird, darum geht es bei diesem Event nicht. Die gleichaltrigen, eher farblosen Männer hingegen laufen an diesem Tag in ihren Anzügen herum, bieten den hochkarätigen Gästen auf Augenhöhe ihre Visitenkarten an.

Die deutsche Zeit Online schreibt dazu: Es geht Männern weniger darum, jungen Frauen eine Chance zu geben, sondern vielmehr um den eigenen Machterhalt. An dieser Stelle hat sich die Unternehmenskultur trotz Quotengesetz nicht ernsthaft gewandelt. Zum Artikel

Doch es gibt viele hoch qualifizierte Frauen so zwischen Mitte 20 – 40, die diese enge, verstaubte Arbeitswelt aufbrechen wollen. Beim Business Riot diskutierten wir die Möglichkeiten von New Work für ein besseres Arbeiten und erarbeiteten konkrete Umsetzungsstrategien.

Auch beim Kick-off des jungen Frauen Mentoringprogrammes WoMentor im Wiener DasPackhaus tauschten wir uns darüber aus und entwickelten zukunftsorientierte Lösungsansätze. Ich selbst bin Mentorin in diesem Programm und begleite eine aufstrebende, junge Frau auf ihrem Karriereweg in die Zukunft. Über Mentoring

Immer mehr tolle Frauen schließen sich zusammen. Sie wollen gemeinsam die Arbeitswelt für alle verbessern. Auch ich bin Teil so eines Kollektives erfahrener, reflektierter junger Frauen. Wir wollen Menschen und Organisationen ganzheitlich und nachhaltig dabei unterstützen, bessere Arbeitgeber zu werden. Daher…

Liebe Veranstalter und Unternehmer holt euch die Expertise und den Weitblick reflektierter, qualifizierter junger Frauen! Denn sie sind es, die euch erfolgreich machen. Ich unterstütze euch dabei, diese richtig anzusprechen und für euch zu gewinnen.

Bekommen wir dann die richtigen Rahmenbedingungen, top-down Unterstützung und Handlungsfreiräume, habt ihr das Erfolgsrezept für eure Zukunft gefunden. Denn so verbessert sich garantiert die Unternehmenskultur und Produktivität sowie Innovationskraft steigen. Mehr dazu

Und jetzt? Die umfassenden Erkenntnisse meiner intensiven Learning Journeys teile ich mit euch seit 2017 über meinen Blog, in Medienauftritten und meinen Vorträgen. Daher seid ihr nun gefragt!

Schreibt mir, wie wir gemeinsam etwas verändern können. Ich unterstütze ausgewählte Unternehmen mit meiner Expertise. Demnächst mit der 1. „Future of Work in Practice“ Learning Journey für Unternehmen. Mehr dazu

Für Anfragen zu meinem Angebot und Terminvereinbarungen schreibt mir ein Email!

Future of Leadership. Wie sieht die ideale Führungskraft von morgen aus? Eine Antwort aus der Perspektive der Generation Y & Z

(c) Apollonia Bitzan

Von Lena Marie Glaser

Auf meinen Future of Work Learning Journeys lerne ich regelmäßig engagierte Menschen kennen, die ihr Arbeitsumfeld aktiv verbessern wollen. Sie sehen genau, was schief läuft und haben konkrete Ideen, wie diese Probleme zu lösen sind. Doch oft stoßen sie auf Widerstand oder Desinteresse.

Es sind diejenigen, denen es eben nicht egal ist, wie sie und ihr Umfeld arbeiten. Die Verantwortung übernehmen wollen. Ohne gleich eine klassische Karriere als Führungskraft anzustreben. Die besonders qualifiziert sind und irgendwann keine Lust mehr haben, nicht gehört zu werden.

Es sind besonders die motivierten, innovativen Frauen, um die sich Unternehmen in Zeiten des Fachkräftemangels bemühen sollten. Ich denke mir dann oft, in einer anderen perfekten Arbeitswelt wären das die super erfolgreichen Führungskräfte. Die nämlich reflektieren, die zuhören, die eine klare Vision kommunizieren können.

Aber so wie „Chefsein“ heute gelebt wird, darauf haben besonders viele engagierte und kritische junge Menschen keine Lust mehr. Lieber wollen sie Fachexpertin oder Fachexperte im eigenen Gebiet sein als im mittleren Management zerrieben zu werden zwischen mangelnder Wertschätzung und Dauerstress. Sie ziehen Work-Life-Balance dem Burn-out vor.

Gerade meiner Altersgruppe, den Millennials / Generation Y wird oft nachgesagt, faul zu sein und keine Verantwortung übernehmen zu wollen. Doch da schließe ich mich der Autorin und Wirtschaftsredakteurin Kerstin Bund (Die Zeit) an, die in ihrem Buch Glück schlägt Geld. Generation Y: Was wir wirklich wollen festhält:

„Wir sind nicht faul! Wir wollen arbeiten. Nur eben anders. Nachhaltiger. Im Einklang mit unseren Bedürfnissen.“

Leadership zeigen, Verantwortung übernehmen und Entscheidungen im Interesse des Teams treffen, dabei kein kontrollierender „Boss“ zu sein. So stellt sich die Generation Z ihre idealen Führungskräfte vor. Jene Generation über die auf HR Messen und in den Medien aktuell wild spekuliert wird.

Ich wollte mehr wissen und mit den Jugendlichen selbst sprechen. Im Dezember 2019 besuchte ich das Wiener Amerlinggymnasium und erarbeitete mit den 16-17 jährigen Jugendlichen der 7. Klasse, wie sie sich ihre Arbeitswelt der Zukunft vorstellen und was sie brauchen, um gut arbeiten zu können.

(c) Apollonia Bitzan

Erstaunlich klar und pragmatisch formulierten vor allem die Mädchen ihre Bedürfnisse und Wünsche. Dabei spielte das Thema „Leadership“ eine wichtige Rolle. Die Jugendlichen in der Schlussrunde:

Böse Chefs werden aussterben. Wer kommt? Führungskräfte, die unterstützen, nicht abwerten und kontrollieren.

Chef/Chefin soll Leitfigur sein und wissen, wie man Menschen behandelt, soll fair sein, soll Vision vorgeben.

Chef/Chefin als Leader und nicht als Boss, soll motivierend sein.

(c) Apollonia Bitzan

Gleich danach war ich im Jänner 2020 auf Learning Journey in Kopenhagen #copenhagen2020. Dort erforschte ich, wie wir von der nordischen Arbeitskultur lernen können. Ich führte Gespräche mit jungen Frauen und Männern aus Österreich, Deutschland und der Schweiz, die in Dänemark arbeiten. Diese Expats waren sich einig:

In Dänemark gibt es einfach eine ganz andere Arbeitskultur. Eine Kultur, in der wir viel lieber arbeiten: Keine Angst vor Fehlern, die Führungskraft gibt den Rahmen aber lässt autonom arbeiten, Vertrauen vor Kontrolle.

Was heißt das nun für Unternehmen hier bei uns? Wollen sie in Zukunft die besten Talente, besonders Frauen, als Führungskräfte gewinnen und halten, müssen sie umdenken und handeln. Der Vorteil: Unternehmen profitieren von kritischen, engagierten Köpfen, die neue Herausforderungen der Zukunft professionell, klug und empathisch lösen.

Wie kann das gehen? Sie müssen beginnen, im Recruiting Führungskräfte nach Kompetenzen wie Empathie, Mut und Reflexion auszuwählen. Dabei bereits im eigenen Unternehmen nach den engagierten VordenkerInnen Ausschau halten und diese ermutigen, sich zu trauen Verantwortung zu übernehmen.

Dabei hilft es, Rolemodels sichtbar zu machen und begleitende Weiterbildungen, Supervision, Coaching und Mentoring anzubieten. Außerdem können Veranstaltungen helfen, hier Bewusstsein zu schaffen und den Wissenstransfer zu ermöglichen. Mein Salon Ende Jänner 2020 in Wien hat gezeigt, wie das gehen kann. Zum Artikel

Übrigens… Für alle unter euch, die sich mit mir gemeinsam auf die Reise machen wollen, um in Pionierunternehmen und andere Arbeitswelten einzutauchen: Ihr könnt demnächst Tickets für meine 1. Learning Journey Edition Wien #vienna2020 für Unternehmen im April 2020 bestellen. Infos Vorbestellung

Eure Lena

Mehr dazu gibts auf meinem Blog, Instagram, Linkedin oder Facebook. Oder schreibt mir an: Lena@basicallyinnovative.com

Und was machst du so beruflich? Warum es stressig sein kann, darauf keine einfache Antwort zu haben. Meine Einblicke aus der neuen Arbeitswelt.

Lena Marie Glaser (c) Pflaum

Von Lena Marie Glaser

Was machst du so? Früher konnte ich diese Frage ziemlich schnell beantworten: Ich bin Juristin und arbeite im öffentlichen Dienst. Viel wurde dann nicht mehr nachgefragt. Auf den 1. Blick erschien alles klar. Ich war in einer Schublade drinnen, aber wurde automatisch ernst genommen. Obwohl wie eine „typische“ Juristin fühlte ich mich eigentlich nie.

2017 brach ich ja aus meiner sicheren, beruflichen Laufbahn aus, um mir meinen eigenen Job zu schaffen. Da spürte ich langsam eine neue Herausforderung: Wie bezeichne ich mich jetzt eigentlich? Viele wollten mich als Bloggerin oder später als Unternehmensberaterin einordnen. Damit fühlte ich mich nie wohl.

(c) Pflaum

Ich machte mich daher auf die Suche nach einer Bezeichnung, die zu mir passt. Eigentlich ziemlich aufregend, und doch löste bei mir die Frage: Was machst du so? sehr lange den größten Stress aus. Ich wollte offenbar unbedingt verstanden werden, in eine Kategorie reinpassen. Gleichzeitig aber entzog ich mich ja bewusst der klassischen Jobdescription.

ÄrztInnen, BuchhalterInnen, JournalistInnen, LehrerInnen, TechnikerInnen, ArchitektInnen, VerkäuferInnen, WissenschaftlerInnen usw. – das sind klare Bezeichnungen. Doch es entstehen neue Berufsbilder: von der Social Media Managerin, UX Designerin bis zum Agil Coach. Und immer öfter begegne ich Menschen, die sich selbst neue Berufstitel geben.

Kürzlich traf ich mich mit einer Regisseurin und Drehbuchautorin, die auch als Moderatorin arbeitet. Wir diskutierten genau diese Fragestellung. Ist es wirklich so wichtig, ein Wort für unsere berufliche Tätigkeit zu haben? Warum müssen wir unbedingt in eine Schublade passen?

Für viele ist ihre Berufsbezeichnung auch gleichzeitig ein Statussymbol. Ich kenne das nur zu gut. Es macht tatsächlich einen Unterschied, ob ich mich als Bloggerin oder Unternehmensberaterin vorstelle. Mir passiert es noch immer, dass ich mehr Respekt bekomme, wenn ich ergänze ausgebildete Juristin zu sein.

Für mich hat diese Suche nach einer geeigneten Berufsbezeichnung vor allem damit zu tun, ernst genommen zu werden. Ich möchte als Expertin anerkannt sein, um in der öffentlichen Diskussion etwas bewirken zu können. Eine Stimme zu haben, um den Wandel in der Arbeitswelt aktiv mitgestalten zu können.

Mittlerweile habe ich einen Titel gefunden, der viel Raum lässt, aber doch beschreibt wie ich mich wahrnehme und wahrgenommen werden möchte. Und das fühlt sich grad ziemlich gut an.

Ihr wollt mehr wissen? Schreibt mir! Lena@basicallyinnovative.com

„Future of Work in Practice“ Ich nehme dich mit auf meine nächste Learning Journey! Edition Wien #vienna2020

Von Lena Marie Glaser

Basically Innovative x Salon im Das Packhaus Wien (c) Marlena König

Die Learning Journey ist mein wichtigstes Tool. Bisher konntet ihr mich nur digital begleiten. Aber ab sofort seid ihr persönlich dabei. Auf meiner Reise in die Zukunft der Arbeit Blog Raus aus dem Hamsterrad besuchen wir Arbeitswelten, die wir noch nicht kennen, bekommen so neue Impulse und die notwendige Reflexion sowie Austausch, um die Veränderung aktiv mitzugestalten.

Die Gastgeberin: Lena Marie Glaser Trendforscherin, Gründerin von Basically Innovative und ausgebildete Juristin. Mehr dazu

Lena Marie Glaser (c) Vilma Pflaum

Für die Edition Wien #vienna2020 besuchen wir in meiner schönen Heimatstadt Wien innovative Unternehmen vom aufstrebenden Start-up zum etablierten Konzern, lebendige Co-Working Spaces und moderne Handwerksbetriebe, coole Büros von ArchitektInnen, KünstlerInnen und DesignerInnen, sowie Bildungs- und Forschungsorte.

„Future Work School Lab“, Amerlinggymnasium Wien (c) Apollonia Theresa Bitzan

Danke… es war wirklich toll… ein super Format… modern, frisch und jung… super Inputs und Austausch…

Christian Hillgartner, SIEMENS HR Product Owner Digitalization auf LinkedIn über mein Lernformat Basically Innovative x Salon

Vielen Dank für deine Erfahrungen und Impressionen und vor allem für den angenehmen und lockeren Rahmen!

Andrea König, WIEN ENERGIE HR Trendscout & Employer Branding auf LinkedIn über mein Lernformat Basically Innovative x Salon

Basically Innovative x Salon Jänner 2020 (c) Marlena König

I can’t wait for the next one already Lena – danke für alles gestern!

Imran Rehman, Leadership Coach, Consultant & Co-Founder kokoro, Start-up

Was erwartet dich? Das Tagesprogramm

  1. Check-in und Willkommen
  2. Meet the experts – Besuch der Stationen
  3. Lunchtime
  4. DIY: Dinge praktisch ausprobieren
  5. Coffee Time
  6. Check-out

Ein paar Eindrücke von meiner Learning Journey Edition Kopenhagen #copenhagen2020:

Der nächste Termin: April 2020 Infos, Termine & Preise: info@basicallyinnovative.com

Was tun gegen das New Work Bullshit Bingo? Lernformate für die neue Arbeitswelt. Der Basically Innovative x Salon von Lena Marie Glaser

(c) Marlena König

Von Lena Glaser

Arbeit neu denken, auf Augenhöhe treffen. Was wir von der dänischen Arbeitskultur lernen können. Das war der Titel meines 1. Basically Innovative x Salon, der am 30.1.2020 in Wien stattfand.

Ein Abend für QuerdenkerInnen der Arbeitswelt von mir entwickelt, kuratiert und moderiert. Für alle, die sich die Frage stellen: Wie wollen wir in Zukunft arbeiten? Was muss sich ändern? Wie kann das gehen? Und sich dafür neue Impulse und Unterstützung bei Gleichgesinnten wünschten.

Im Das Packhaus in der Marxergasse trafen im gemütlichen Rahmen HR ExpertInnen auf JungunternehmerInnen, Coaches auf JournalistInnen, Kreative auf ReferentInnen öffentlicher Institutionen für frische Impulse, Wissenstransfer, Erfahrungsaustausch und achtsames Slow Dating.

(c) Marlena König

Frisch zurück aus Kopenhagen präsentierte ich die Learnings meiner aktuellen basicallyinnovative.com Forschungsreise. Was können wir von der dänischen Arbeitskultur lernen?

In Dänemark gibt es eine völlig andere Fehler-, Vertrauens- und Leadership-Kultur. Angestellte haben hier hohe Eigenverantwortung und Selbstbestimmung wird groß geschrieben. Aus Fehlern wird gelernt, sie werden als Chance gesehen. On-boarding und gemeinsame Essen sind wichtige Elemente für die gute Stimmung. In einer Kultur in der es verpönt ist, sich über andere zu stellen.

(c) Marlena König

Nach dem 1. Impuls von mir, zeigten Evelyne und Christina vom Kollektiv In Good Company, wie Achtsamkeit im stressigen Alltag geübt werden kann. Für die Verpflegung sorgten Karma Food, die Getränke wurden von Vöslauer, Kalé, Ottakringer und Ott Wein gesponsert.

Für den 2. Teil hatte ich vorab Pärchen für das Slow-Dating ausgewählt. So kamen Menschen ins Gespräch, die sich sonst eher nicht getroffen hätten. Was dabei rauskam? Ein Austausch auf Augenhöhe im entspannten Umfeld, viel Inspiration und Wärme und ein unerwarteter Höhepunkt…

(c) Marlena König

Jede/r konnte sein, wie sie/er ist. In der Abschlussrunde meldeten sich sogar die Stillen zu Wort und teilten mit dem Mikrophon in der Hand ihre Ideen und Gedanken. Für mich eine wunderschöne Bestätigung meiner Arbeit. Dafür braucht es Formate, in denen sich alle wohl fühlen.

Die Lauten und die Leisen, die Schnellen und die Langsamen. Ein Ort, um „vom Hamsterrad zur Inspiration zu kommen.“ Mit Basically Innovative geht es mir gerade darum: mehr Menschlichkeit und Wärme in kühle Arbeitsorganisationen bekommen.

Ihr wollt beim nächsten Salon dabei sein oder ein kreatives Basically Innovative Lernformat für eure Organisation buchen? Mehr über die dänische Arbeitskultur wissen und neue Impulse für eure Arbeit bekommen? Schreibt mir an: Lena@basicallyinnovative.com

So geht New Work. Das können Unternehmen von uns Millennials lernen.

Lena Glaser (c) Pflaum

Arbeit neu denken, auf Augenhöhe treffen. Ein neuer Artikel aus der basically innovative Learning Journey 2019. Vorfreude! Im Jänner 2020 startet schon die nächste aufregende Forschungsreise mit einem Eintauchen in die skandinavische Arbeitskultur in Kopenhagen. Folgt mir auf Instagram, Facebook und LinkedIn! Für Anfragen zum Angebot und Terminvereinbarung schreibt mir ein Email an Info@basicallyinnovative.com

Von Lena Glaser

2017 hat sich mein Leben radikal verändert. Früher bin ich von 9.00 bis 17.00 am Schreibtisch gesessen, habe mit Bauchweh Dienst nach Vorschrift gemacht und mich um 10.00 auf die Mittagspause gefreut. Jetzt lebe ich so, wie es zu mir und meinen Bedürfnissen passt.

Ich bin unterwegs, folge achtsam meiner Intuition, arbeite wann ich Lust habe und entscheide jeden Tag aufs Neue, wo ich arbeiten will. Ich sammle Ideen, erforsche neue Strategien, treffe auf inspirierende Vordenkerinnen und Vordenker. Bin offen für neue Begegnungen und schnelle Veränderungen.

Dabei versuche ich die Balance zu finden, um mich nicht zu überfordern. Denn Grenzen setzt mir hier niemand. Das muss ich schon selber tun. Und das kostet manchmal echt viel Kraft. Dafür ist es hilfreich und notwendig, dass ich mich sehr gut kenne, hochgradig reflektiert bin. Ich setze mich viel mit mir selbst auseinander, mit meinen Bedürfnissen und Wünschen.

Ich habe in der Zwischenzeit unglaublich viele junge, engagierte Leute getroffen, die so wie ich keine Lust mehr auf diese alte Arbeitswelt haben. Genervt vom Dauerstress frustriert gegen Betonwände zu laufen in einer Kultur, die geprägt ist von „So haben wir das immer schon gemacht“. Umgeben von überforderten und ungeeigneten Chefs und starren Strukturen.

Eine repräsentative Umfrage 2016/17 des BMASK zur Häufigkeit von Burnout in Österreich zeigt, dass nur 52 Prozent als gesund zu betrachten sind. Besonders unter 30-jährige sind besonders betroffen. Link

Jeden Tag höre ich Menschen zu, die ihre Arbeit krank gemacht hat, die frustriert und unmotiviert sind. So unterschiedlich die einzelnen Geschichten sind, doch alle eint eine große Unzufriedenheit mit dem Status-Quo. Besonders junge, hoch-qualifizierte Beschäftigte ziehen daraus ihre Konsequenzen.

Parallel Fair 2017, Wien
(c) Glaser

Sie suchen sich Unternehmen, die ihnen Arbeitsbedingungen bieten, die auf ihre Lebensumstände Rücksicht nehmen. Wo sie fair bezahlt werden, viel Autonomie haben und ein wertschätzendes Arbeitsklima spüren. Das können junge Start-ups sein oder zukunftsorientierte Unternehmen, die schon begriffen haben, dass sie etwas ändern müssen.

Auf meinen Forschungsreisen und beim Aufbau meines eigenen Unternehmens treffe ich laufend tolle, visionäre Changemaker, die traditionellen Organisationen den Rücken gekehrt haben. Sie haben beschlossen, sich selbstständig zu machen oder zumindest ihre Arbeitszeit zu reduzieren. Ihrem Traum folgend, selbstbestimmt leben zu wollen.

Lena Glaser (c) Pflaum

Mit einigen dieser wunderbaren Menschen arbeite ich zusammen. Mit Fotografinnen und Designern, mit Projektmanagerinnen und Coaches, mit Architektinnen, Soziologinnen und Ökonomen, mit Lehrerinnen, Start-up Gründern und Developern.

Uns eint eine offene Haltung, Neugierde, Achtsamkeit und Wertschätzung, Respekt. Teamorientierung und Kollaboration stehen im Vordergrund. Projektbezogen arbeiten wir zusammen, in Kollektiven stärken wir uns.

Doch nicht jeder Mensch ist für die Selbstständigkeit geschaffen. Es braucht daher neue Organisationen, die Autonomie anbieten, uns fördern und stärken und absichern. Wo wir mehr sind als kleine Zahnräder in einer großen Maschine. Doch leider drängen viele Arbeitgeber ihre Beschäftigten in Richtung Selbstständigkeit.

Organisationen müssen umdenken, wenn sie Innovation fördern und die besten Leute halten wollen. Arbeit neu denken, auf Augenhöhe treffen ist die Devise. Mehr dazu im Blog

Das geht Schritt für Schritt, mit Pilotprojekten und viel Achtsamkeit. Mit Mut und Austausch auf Augenhöhe, Lernen von Vorreitern und internationalen Beispielen. Die skandinavische Arbeitskultur sehe ich als Inspiration, dort ist die Vereinbarkeit von Arbeit und Privatleben Normalität, der wertschätzende Umgang miteinander, viel Selbstverantwortlichkeit. Da macht auch mal der Chef Kaffee für sein ganzes Team. Brandeins Blog

Im schwedischen Unternehmen Sweco gibt es keine Meetings vor 9 und nicht am Abend, Manager sollen früh oder nachts keine eMails schreiben. Es wird erwartet, dass sie ein Leben außerhalb des Büros haben. Viel wird miteinander auf Augenhöhe gesprochen, Transparenz ist zentral, es gibt Karrierepläne und Coaching für den Nachwuchs, deren Ideale und Bedürfnisse werden ernst genommen.

3 Dinge die es braucht: Wertschätzung, Achtsamkeit und Offenheit für neue Zugänge. Dann kommt die Innovation und die besten Talente bleiben.

Bietet mir der potentielle Arbeitgeber meine gewünschten Rahmenbedingungen? Gerade die Jüngeren suchen sich ihre Arbeitgeber gezielt danach aus. Studien belegen das (Shell, Deloitte Millennials Survey, Institut für Jugendkulturforschung). Dazu habe ich schon viel geschrieben. Zum Blog UN Global Compact Expert Paper. Sehen wir das als Chance und nicht als Bedrohung – im Interesse von uns allen!

Daher liebe Arbeitgeber, wenn ihr in Zukunft engagierte, kreative und zufriedene Beschäftigte wollt, dann müsst ihr handeln!

Schreibt mir an Lena@basicallyinnovative.com

Wir und die Zukunft der Arbeit – Die Expertinnen Interviews

(c) Miriam Mlczoch

Lena Glaser befragt Expertinnen der neuen Arbeitswelt, wie sie arbeiten wollen. Die Interviews zeigen auf, wie Arbeit neu gedacht werden kann. Schreibt mir eure Anregungen und Kommentare: Lena@basicallyinnovative.com

Hier geht es zu den Interviews

Lena Glaser (c) Pflaum

Das sind meine Lieblingszitate der Expertinnen:

Flexibilität und Selbstbestimmung sind für mich extrem wichtig und wertvoll. Ich mag die Abwechslung und die Entscheidung, wann und wo ich mich welchen Inhalten widmen mag.“ Julia Andorfer

Isabel Oost Frauen und die Zukunft der Arbeit
(c) Isabel Oostvogel

„Arbeit bedeutet für mich eine Form der Weiterentwicklung meines Selbst, eine Art der eigenen Entfaltung sowie des Lernens und Umgeben sein von neuen Herausforderungen.“ Isabel Oostvogel

„Kreativ sein, Ideen spinnen, Spaß haben, nach Lösungen suchen, um den Status Quo zu verbessern, immer wieder neue Herausforderungen meistern. Und natürlich auch: ein Einkommen haben.“ Miriam Mlczoch

„Aber auch für Menschen ohne Betreuungspflichten erscheint es mir wichtig, dass Arbeitsverhältnisse so gestaltet sind, dass sie uns ausreichend Energie für andere Dinge im Leben lassen.“ Antonia Wenzl

Wahre Bedeutung zu schaffen anstatt irgendwelchen Zahlen/Euros zu dienen.“ Monika Kletzmayr

„Ich denke, es geht nicht immer um das „Was“, sondern darum, welche Qualitäten von Arbeit einem wichtig sind. Und die kann man dann ganz gratis in das einbauen, was man gerade so macht. Und die meisten Beschränkungen macht man sich sowieso selbst. Mal ganz ehrlich: was hält uns denn WIRKLICH ab?“ Monika Kletzmayr

(c) Miriam Mlczoch

„Meine Arbeit sollte möglichst flexibel organisiert sein. Ich will, dass Arbeit und Familie kompatibel sind. Andererseits wünsche ich mir klare Arbeitsbereiche und -zeiten.“ Miriam Mlczoch

„Arbeit macht mich glücklich, wenn es sich nicht wie anstrengende Arbeit anfühlt, sondern leicht und erfüllend ist, ich in einem Flow-Gefühl schwebe und andere durch mein Tun bereichern und bestärken darf.“ Julia Andorfer

„Vor allem ist mir wichtig, dass ich mich durch meine Arbeit ausdrücken kann, dass ich immer Neues lerne, dass ich in guter Gesellschaft bin, dass ich was Sinnvolles machen kann – genau wie in anderen Bereichen meines Lebens.“ Lena Robinson

„Mein idealer Arbeitsplatz schafft die Möglichkeit, von den Erfahrungen anderer zu lernen und gemeinsam zu wachsen. Er gibt mir die Freiheit, Dinge auszuprobieren, aber stellt mir Inhalte sowie Sparringpartner bereit, die meine Arbeit herausfordern.“ Isabel Oostvogel

„Früher dachte ich, es sei so wichtig, dass jeder seinen Purpose findet und den „richtigen“ Job dazu. Mittlerweile bin ich da gelassener geworden.“ Monika Kletzmayr

„Im Laufe der Jahre habe ich herausgefunden, dass es mir besonders wichtig ist mit Menschen zusammenzuarbeiten, die ähnliche Grundhaltungen haben. Auch ein wertschätzender, kollegialer Umgang und transparente Strukturen sind mir wichtig.“ Antonia Wenzl

Antonia Wenzl, WAFF
(c) Antonia Wenzl

„Ganz egal, was ich mache, ich möchte es mit Freude und Begeisterung tun können, denn das ist der Motor, der mich antreibt Herausforderung anzunehmen und Krisen zu überstehen.“ Julia Fabrick

„Die Unternehmen sollten starten, die eigene Organisation wie die Kundenwelt zu betrachten und auf die Bedürfnisse der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hören: Wer seine Kunden kennt, der darf sich glücklich schätzen, denn das führt zu Erfolg.“ Isabel Oostvogel

„Flexibilität ist ein ganz wesentlicher Faktor für mich für eine gute Work/Life-Balance und ein Aspekt meiner Selbstständigkeit. Daher bin ich auch ein großer Fan von Jobsharing.“ Julia Andorfer

(c) Julia Andorfer

„Wie können wir Arbeiten und Wirken ohne uns auszupowern? Wie können wir das tun was in uns brennt und dennoch Geld verdienen? Wie können wir Sinn in dem finden was es zu tun gibt?“ Kersten Kloser-Pitcher

„Also momentan brauche ganz viel Freiraum. Ich will mir alles selbst einteilen können und auch Aufgaben und Projekte ablehnen können, wenn ich nicht dahinter bin. Dafür bin ich, glaube ich, extrem committed. Deshalb geht das.“ Lena Robinson

„Mein Traum wäre es, mehr körperlich und vor Ort aktiv zu sein, mich für die Gesellschaft oder Natur einzusetzen und nicht mehr so viel vor dem PC zu sitzen. Ich möchte raus und dort sein, wo Hilfe benötigt, wo etwas umgesetzt, zusammengearbeitet, Mehrwerte geschaffen, Menschen befähigt und in Lösungen gedacht wird.“ Isabel Oostvogel

Zusammenarbeit ist mir am allerwichtigsten. Ich merke, dass mich die Projekte am meisten motivieren in denen eine gute Zusammenarbeit besteht. Ich denke, einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren ist Klarheit und eine gewisse Übereinstimmung über den Sinn und Zweck des gemeinsamen Unterfangens.“ Lena Robinson

Lena Robinson b_i Fragebogen
(c) Lena Robinson

„Ich arbeite derzeit ausschließlich im Büro und weiß diese Abgrenzung vom Privaten sehr zu schätzen. Natürlich bringt es auch Freiheiten mit sich an unterschiedlichen Orten tätig zu sein. Ich tue mir aber ohnehin schwer, die Arbeit im Kopf nicht mit nach Hause zu nehmen. Wenn sie zumindest physisch dort verortet bleibt, wo ich auch arbeite, dann macht es das für mich einfacher.“ Antonia Wenzl

„Menschen arbeiten unterschiedlich und haben in einer Zusammenarbeit auch unterschiedliche Bedürfnisse. Wichtig ist, dass die Kommunikation gut funktioniert und dass es Raum für die Meta-Ebene gibt.“ Lena Robinson

Wichtig ist, dass man in Bewegung bleibt, Neues ausprobiert, hin und wieder eine Lebensklausur einlegt und sich immer wieder fragt, ob man mit seiner Arbeit, mit dem was man tut, glücklich ist. Falls nicht, ist es Zeit für Veränderung – immerhin verbringen wir den Großteil unseres Lebens damit. Ich glaube nichts im Leben ist unmöglich, solange man bereit ist seine Perspektive auch mal zu verändern.“ Julia Fabrick

Lena Glaser (c) Pflaum

„Für mich ist es unglaublich bereichernd, dass ich mich täglich mit Menschen austauschen kann, die vor den gleichen Herausforderungen stehen und von denen ich lernen kann. Sehr wertvoll erlebe ich eine möglichst große Diversität in Teams und die Fähigkeit unterschiedliche Sichtweisen und Problemlösungszugänge wertschätzen zu können.“ Antonia Wenzl

Zu den Interviews

Für Anfragen zu meinem Angebot und Terminvereinbarungen schreibt mir an Lena@basicallyinnovative.com

Glossary der neuen Arbeitswelt – NEW WORK

Ein Glossary der neuen Arbeitswelt von Lena Glaser. Begriffe, die einem immer wieder unterkommen. Doch was heißt das eigentlich?

Von Lena Glaser

Was heißt eigentlich… New Work / Neues Arbeiten?

„Umbrüche in der Gesellschaft und neue Prozesse in der Wirtschaft führen zu fundamentalen Veränderungen in der Arbeitswelt, sie bestimmen den Megatrend New Work. In einer so digitalisierten wie globalisierten Zukunft wird Arbeit im Leben der Menschen einen neuen Stellenwert einnehmen, Arbeit und Freizeit fließen ineinander. Technologie ist wichtig, aber nicht dominant – der Mensch bleibt entscheidend. Seine Talente zählen, in der neuen Arbeitswelt setzt die Ära des Talentismus ein.“ Zukunftsinstitut

New Work (Neues Arbeiten) ist ein Begriff aus den 1980er Jahren, geprägt vom österreichisch-amerikanischen Philosophen Frithjof Bergmann. New Work umschreibt ein Gegenkonzept zur alten, bestehenden Arbeitswelt: Flache Hierarchien, neues Leadership, Vertrauen anstatt Kontrolle, wertschätzende Arbeitskultur, flexible Arbeitszeitmodelle, Autonomie und Mitgestaltung bei Gehalt, Arbeitszeit, Urlaub, Transparenz, bessere Vereinbarkeit von Privat und Arbeit, Gestaltung neuer Arbeitsräume, die kollaborative Zusammenarbeit fördern.

Schreibt mir: Lena@basicallyinnovative.com

New Work Porträts – Wie arbeitet eigentlich die Virtual Reality Kuratorin Eva Fischer?

Eva Fischer (c) Lena Glaser

New Work Porträts. Es gibt Menschen, die haben Arbeit für sich neu gedacht. Sie sind aus den bestehenden Organisationen ausgebrochen, um sich eine Welt zu schaffen, die zu ihren Bedürfnissen passt. Lena Glaser besucht diese inspirierenden, mutigen Frauen und erzählt ihre Geschichte in kleinen selbstgedrehten Videos und Texten.

„Es ist zwar manchmal echt anstrengend. Aber ich bin einfach happy, wie es ist.“

Eva Fischer ist selbstständige Kuratorin, Kulturmanagerin und Dozentin im Bereich audiovisueller Kunst, Virtual Reality und experimenteller Medien. Seit 2016 leitet sie die Produktion der Diagonale – Festival des österreichischen Films.

Für meinen Studiovisit habe ich Eva ins Wiener Home-Office und Diagonale Filmfestival HQ in Wien begleitet. Spannende Einblicke in Evas Arbeit, ihre Arbeitsweise und was ihr wichtig ist. Zum Video:

Habt ihr Fragen oder Anregungen? Schreibt mir: Lena@basicallyinnovative.com

Mentoring & die Zukunft der Arbeit – Meine 3 Learnings für New Work

Von Lena Glaser

DerStandard berichtet in der Wochenendausgabe im September 2019 über mich und meine erfolgreiche Mentoring Beziehung mit der Stv. Chefredakteurin Nana Siebert.

Mentoring begleitet mich seit Beginn meiner Berufstätigkeit. Egal ob als Juristin im BMF oder als Future of Speakerin und Gründerin von BASICALLY INNOVATIVE.

Ich habe daher meine Learnings in einem LinkedIn Artikel zusammengefasst. Was bedeutet Mentoring für die Zukunft der Arbeit? Was hat es mit „New Work“ zu tun?

Viele fragen mich: Was ist eigentlich dieses „New Work“? Für mich bedeutet es voneinander lernen, offen sein, sich gegenseitig unterstützen. Mentoring Programme bieten einen Rahmen dafür, allerdings nur wenn bestimmte Grundvoraussetzungen eingehalten werden.

Mehr dazu in diesem Artikel über meine Erfahrungen & Learnings, die Möglichkeiten des Mentoring, New Work und die Zukunft der Arbeit:

Der LinkedIn Artikel

Mehr dazu in meinem Blog. Ihr habt Fragen? Schreibt mir! eMail

Die neue Arbeitswelt: Arbeit neu denken, die Kommunikation verbessern.

Lena Glaser (c) Pflaum

Mein Artikel der zeigt, was Organisationen tun können, um Fach- und Führungskräfte der Generation Y (Millennials) zu gewinnen und zu halten. Das Rezept: Arbeit neu denken und die Kommunikation verbessern. Mit praktischen Anleitungen und Erfolgsgeschichten.

Von Lena Glaser

Oft werde ich ja gefragt, gibt es überhaupt diesen großen Unterschied zwischen den Generationen in der Arbeitswelt? Wollen nur Millennials (also die Generation Y) Work-Life Balance, Sinn im Job, gelobt werden, Spaß und das eigene Arbeitsumfeld mitgestalten? Ist das nicht eher eine Persönlichkeitssache? Da ist sicher etwas dran.

Doch wie auch die Leiterin des Instituts für Jugendkulturforschung in Wien, Dr. Beate Großegger, kürzlich bei unserem Gespräch unterstrich: Ja, es gibt Unterschiede. Das beginnt bei der Kommunikation und dem Bedürfnis nach persönlichem Feedback.

Auch große Beraterfirmen wie Deloitte widmen sich meiner Generation. Erst kürzlich veröffentlichte Deloitte ihre Millennial Survey 2019. Dieses Mal wurde auch die österreichische Generation Y befragt. Offenbar der Unterschied zum Rest der Welt: Wir sind im internationalen Vergleich besonders pessimistisch.

Journalistinnenkongress 2018 Gamperl

Allerdings ein Ergebnis dieser Studie macht mich persönlich optimistisch: „Soziale Verantwortung hoch im Kurs: Klimaschutz und Gleichstellung sind die größten Anliegen bei den Millennials.“ Die Studie zeigt auf, dass sich die Werte verändern.

Viele von uns fordern – im Gegensatz zu unseren Eltern – ein anderes Arbeiten vermehrt ein. Bei meinen Recherchen für basicallyinnovative.com höre ich eigentlich immer:

„So wie meine Mama oder mein Papa arbeiten, will ich das echt nicht. Ich will mein Leben genießen, ernst genommen werden, sonst geh ich und such mir einen neuen Job.“

Das hat Schattenseiten. Viele empfinden, dass „die Jungen“ nur fordern, ohne selbst etwas beizutragen. Dass sie privilegiert sind. Für einzelne Fälle mag das stimmen, doch in meinen Gesprächen hatte ich eigentlich immer den Eindruck, da prallen einfach unterschiedliche Denkweisen und Kommunikationsmuster aufeinander.

Ich kenne das auch zu gut aus meiner persönlichen Erfahrung. Egal ob im Ministerium, wo erfahrene Juristen ihre Jahrzehnte alten Rituale pflegten und wir als die „Jungen“ neue Wege gehen wollten. Oder in der kleinen Unternehmensberatung mit einer herzlichen Kultur, in der wir klare Strukturen und bessere interne Kommunikation einforderten.

Ich sehe hier eine Chance. Und zwar indem wir voneinander lernen. Offen sein für die andere Perspektive, mit Empathie versuchen, das Gegenüber zu verstehen. Die Kommunikationstechnik „Gewaltfreie Kommunikation nach Marshall B. Rosenberg“ hat mir persönlich sehr geholfen.

Wie kann das funktionieren? Aus meiner Erfahrung: Miteinander auf Augenhöhe sprechen! Und zwar nicht über die nächste Deadline oder den mühsamen Kunden. Sondern über die eigene Zusammenarbeit.

In Gesprächen mit Führungskräften habe ich festgestellt, dass es oft eine Scheu gibt, direkt mit den eigenen Angestellten zu sprechen. Die Teamleiter und Geschäftsführerinnen fragten mich, was sie tun können, um die besten Nachwuchskräfte zu halten und neue zu gewinnen.

Meine 1. Empfehlung: Sprich persönlich mit deinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auf Augenhöhe. Frage nach ihren Bedürfnissen!

Was brauchst du, um gut arbeiten zu können? Das ist eine Frage, die mir meine Chefin öfters gestellt hat. Das gab mir das Gefühl, gehört und respektiert zu werden und es lud mich ein, aktiv die Organisation mitzugestalten.

Ich unterstütze Organisationen, Führungskräfte und engagierte Nachwuchskräfte dabei, diese Kommunikationslücke zu füllen. Ich spreche mit allen Seiten und analysiere von außen und objektiv, wie sich die Organisation präsentiert. Wie wirkt die Kultur und Struktur nach außen auf die Zielgruppe neuer Nachwuchskräfte?

Ich zeige in Vorträgen und Workshops neue Wege auf und schaffe Räume, in denen die Nachwuchskräfte selbst Lösungsansätze und Maßnahmen entwickeln, um die Organisation gemeinsam mitzugestalten.

Ich bin das Bindeglied zur Führungsebene und begleite diese bei der Umsetzung. Diese Verknüpfung von top-down und bottom-up finde ich besonders wichtig.

Das Ziel? Eine höhere Zufriedenheit. Das ist gut für die wirtschaftlichen Ziele, aber vor allem für das Wohlbefinden der Menschen in der Organisation.

Demnächst beginnt meine Forschungsreise in Pionierorganisationen, die sich als gute Arbeitgeber positionieren konnten. Was macht sie so erfolgreich? Ich möchte mit BOSCH und IKEA sprechen, mit der kleinen Werbeagentur bis zur öffentlichen Einrichtung. Bald mehr dazu. Wer sich international umschauen möchte, empfehle ich den Blog Corporate Rebels.

Schreibt mir: Lena@basicallyinnovative.com

Die neue Arbeitswelt: So findest du deinen Traumjob

Ana Popescu In the Studio basically innovative

In der neuen Arbeitswelt wechseln wir immer wieder unseren Job. Besonders meine Generation, die Millennials. Wir können es uns gar nicht vorstellen, so wie unsere Eltern, das ganze Leben im selben Unternehmen zu bleiben. Ein Artikel, der aufzeigt, wie wir immer wieder den persönlichen Traumjob finden.

Von Lena Glaser

2017 habe ich einen sicheren Job aufgegeben, der mich unglücklich gemacht hat. Ich machte mich auf die Suche nach meinem Traumjob. Auf diesem Weg habe ich vieles gelernt und mit anderen über ihre Erfahrungen gesprochen.

Das sind meine Tips und Erfahrungen, um immer wieder den Traumjob zu finden.

Mehr über mich

Analysiere dich. Finde deine echten Stärken und wahre Leidenschaft. Wie das bei mir funktioniert hat? Mein Coach hat mir dazu geraten, in mein eigenes Notizbuch zu notieren, was ich seit meiner Kindheit am liebsten gemacht habe. Dann habe ich überlegt, welche Tätigkeiten und Aufgaben mir jetzt am meisten Spaß machen und besonders leicht gelingen. Alles notieren, sammeln, strukturieren.

Mache ein Gedankenexperiment. Stelle dir vor, es ist alles möglich. Du kannst beruflich alles machen, was du willst. Wie würde dein Alltag dann aussehen, was würdest du tun? Das ganze funktioniert bei mir auch besonders gut mit einem weißen Blatt Papier und einem Stift: Einfach drauf los schreiben. Was willst du am allerliebsten beruflich machen?

Recherchiere. Es gibt mittlerweile unzählige Plattformen, die uns Ideen für neue Jobs geben. Bewertungsplattformen wie kununu oder Great Place to Work zeigen, welche Unternehmen sich (zumindest öffentlich) als gute Arbeitgeber auszeichnen. Auf Whatchado findet ihr Videos mit Berufstätigen aus allen Branchen, die ihre persönlichen Erfahrungen teilen.

Frage nach. Kennst du jemanden, der einen Beruf hat, den du interessant findest? Verabredet und tauscht euch aus. Erkundige dich auch nach den negativen Seiten im Alltag.

Besuche Netzwerkveranstaltungen. Wie du die richtigen findest? Frage Bekannte aus der Branche deiner Wahl, abonniere Newsletter von Events und Workshop-Organisatoren, suche online nach Gruppen (zb Facebook, Xing, LinkedIn). So verpasst du keine Veranstaltung mehr, die vielleicht schon die zündende Idee oder einen nützlichen Kontakt bringt.

Lena Glaser (c) Pflaum

Baue deine Personal Brand. In der neuen Arbeitswelt wird es immer wichtiger, sichtbar zu werden mit den eigenen Stärken und Interessen. Nur so kommt der Traumjob zu uns. Artikel der SZ

Für mich war es ein ziemlich großer Sprung: Von der Juristin im öffentlichen Dienst zur Bloggerin über die neue Arbeitswelt und Kommunikationsexpertin. Ich wollte öffentlich so wahrgenommen werden, wie ich bin und nicht was meine Zeugnisse sagen. Mein Blog hat mir sehr dabei geholfen, mich so zu positionieren. Du willst das auch? In Workshops unterstütze ich dich dabei. Schreib mir!

Bleib gelassen. So eine berufliche Veränderung kann manchmal echt anstrengend sein. Du befindest dich auf einem Weg, einem längeren Prozess, der sich aber auszahlt. Es heißt dran bleiben. Vertraue dabei auf deine eigenen Stärken.

Such dir neue Vertraute, die dich verstehen. Meine persönliche Erfahrung war, dass sich das bekannte Umfeld verändert. Viele verstehen nicht, was los ist oder warum ihr euch verändern wollt. Jobwechsel erfordert Mut – wir verlassen die eigene Komfortzone. Menschen, die dich immer wieder bestärken und unterstützen, sind in dieser Zeit unglaublich wichtig.

Hol dir professionelle Unterstützung. Ich persönlich habe unglaublich wertvolle Erkenntnisse in meinen Coachingstunden gewonnen. Mir wurde klar, mein vermeintlicher Traumjob ist eine Illusion. Dadurch sind neue Ideen entstanden. Ich konnte mich weiterentwickeln und hab zu mir gefunden. Bin reflektierter als je zuvor. Weiß was ich will und was nicht.

Höre auf die innere Stimme. Du hast ein tolles Jobangebot, doch irgendwas fühlt sich nicht richtig an? Dann vertraue auf dieses Gefühl. Denn meistens stimmt da etwas nicht. Daher stell dir ganz klar die Frage: Wie fühlt es sich an, wenn du dir vorstellst, dort zu arbeiten?

Wie seht ihr das? Schreibt mir: Lena@basicallyinnovative.com

Die neue Arbeitswelt: Achtsam leben, um etwas zu bewegen.

Lena Glaser (c) Pflaum

Ein Artikel über die Notwendigkeit bewusst zu leben, um etwas zu bewegen. Ein Rezept für mehr Achtsamkeit. Mit persönlichen Tips und Erfahrungen.

Von Lena Glaser

Als ich mich Anfang 2019 dazu entschied mich selbstständig zu machen, begann mein Leben in der Hochschaubahn. Manchmal geht es sehr hoch hinaus. Momente wie der ORF 1 Livestudio Auftritt als Expertin für Millennials und die neue Arbeitswelt gehören da definitiv dazu.

Doch dann gibt es Enttäuschungen, Selbstzweifel und Stress. Zum Glück habe ich bereits vor einigen Jahren begonnen, bewusster zu leben. Meine Bedürfnisse anzuerkennen, Pausen zu machen, mich mit Dingen zu umgeben, die mir gut tun. Achtsam zu sein.

Das brauche ich, um weiter machen zu können. Ich möchte etwas bewegen in dieser Welt und dazu brauche ich Kraft, Ruhe und Gelassenheit. Und die muss ich mir immer wieder erkämpfen.

Ich habe einige Tools ausprobiert. Das ist eine Auswahl meiner Liebsten und Besten.

Yin Yoga

Beim Besuch der ersten Yin Yoga Stunde war mir sofort klar: Hier ist etwas anders als bei anderen Yogaklassen. Ausgestattet mit Gegenständen, Matten, Decken, Rollen und Klötzen, streben wir tiefe Entspannung an. Kein schneller Sonnengruß, kein Flow, sondern längeres Verweilen, an die 3-5 Minuten, in dehnenden Positionen. Und so wird sogar diese sanfte Yogaform richtig anstrengend.

Beim Yin Yoga sollen bestimmte Meridiane aktiviert und die Faszien stimuliert werden. Das löst verklebtes Bindegewebe und entspannt Körper als auch Geist. Vor allem wird die Konzentration auf das Hier und Jetzt trainiert – das führt zu nachhaltigen Ergebnissen und Gelassenheit.

Mindfulness-Based Stress Reduction (MBSR)

MBSR lernte ich in einer Coachingstunde kennen. Besonders wirkungsvoll ist der Bodyscan: Gefühle wie Wut und Frustration werden zunächst an konkreten Körperstellen festgemacht und dann in einigen Schritten mental gelöst.

Hinter MBSR steckt die englische Abkürzung für Mindfulness-Based Stress Reduction, also der Stressbewältigung durch Achtsamkeit. MBSR wurde an der Universitätsklinik von Worcester/Massachusetts (USA) entwickelt.

Üblicherweise wird es in Gruppen innerhalb eines achtwöchigen Programmes vermittelt. Mehr dazu

Gewaltfreie Kommunikation nach Marshall Rosenberg

Zu Beginn des Einführungsseminars von Kersten Kloser-Pitcher hatte ich keine Ahnung, dass ich danach viele Dinge so anders sehen würde. Nun kenne ich den Unterschied zwischen Gefühlen und Bedürfnissen. Ich weiß, dass bestimmte Bedürfnisse nicht nur durch eine einzige Sache erfüllt werden können.

Kersten Kloser-Pitcher Portrait
(c) Kersten Kloser-Pitcher

Ich kann Hintergründe von schwierigen Beziehungen, Gesprächen und Situationen anhand konkreter Fragen analysieren und somit durch bewusste Kommunikation besser meistern. Aber besonders schön war es neue Begriffe kennenzulernen, die meine eigenen Bedürfnisse ausdrücken.

Die Gewaltfreie Kommunikation ist ein Kommunikations- und Konfliktlösungsprozess. In Seminaren lernt jede Teilnehmerin, jeder Teilnehmer in praktischen Übungen Empathie zu sich und anderen Menschen zu entwickeln, die eigenen Gefühle und Bedürfnisse zu erkennen, auszudrücken und dabei andere nicht anzugreifen. Auch bei der GfK ist die Konzentration auf das Hier und Jetzt zentral.

Mehr dazu

Autogenes Training

Meine Beine werden schwer. Ich bin ganz ruhig. In 15 Minuten bin ich frisch und munter. Meine Armen werden schwer. Ich bin ganz ruhig. In 15 Minuten bin ich frisch und munter….

Durch das Wiederholen von kurzen, prägnanten Sätzen, die je nach gewünschtem Zustand angepasst werden können, schaffe ich es meine Batterien aufzuladen.

Autogenes Training ist eine klassische, effektive Entspannungsmethode. Die Übungen können in Kursen erlernt werden und dauern rund 2-3 Minuten.

Viel Spaß beim Ausprobieren.

Wie seht ihr das? Schreibt mir: Lena@basicallyinnovative.com

Warum geht das nicht anders? Millennials fordern eine flexiblere Arbeitswelt

Lena Glaser (c) Pflaum

Für viele ist es einfach Realität, aber immer mehr wollen sich damit nicht abfinden: Lange Arbeitstage gefesselt an den Arbeitsplatz, ohne Freiräume und Mitgestaltung. Besonders meine Generation, die Millennials, fordern Arbeitsbedingungen, die zu ihren Bedürfnissen passen. Doch wie kann das aussehen?

Von Lena Glaser

Immer mehr Menschen, inbesondere aber Millennials, fordern flexiblere Arbeitsbedingungen. Sie wollen ihren Alltag selbstbestimmt gestalten können. Sie wollen gehört werden. Sie wollen sich nicht ausbeuten lassen.

Manche wünschen sich eine 4 Tage-Woche. Oder wollen ohne schlechtes Gewissen schon mal um 15.00 nach Hause gehen, wenn die Arbeit erledigt ist.

Andere möchten ihre eigenen Projekte in der Arbeitszeit vorantreiben. Sie sehnen sich nach einer Auszeit, um zu studieren, ihren persönlichen Interessen nachzugehen oder eine Radtour mit Freundinnen zu machen.

Für Arbeitgeber ist das oft eine Herausforderung. Sie wissen noch nicht, wie sie damit umgehen sollen. Führungskräfte und Mitarbeiterinnen erzählen mir das.

Es gibt Unternehmer, die wollen auf diese Bedürfnisse eingehen, aber die Rahmenbedingungen ermöglichen es oft nicht. So ist es in vielen Service-Branchen einfach üblich, auf Abruf verfügbar zu sein: Der Kunde ist König.

Für viele gehört es auch zum Selbstverständnis, lange, hart und viel zu arbeiten. ‚Work hard, play hard‘. Sie holen sich so Anerkennung und sind überzeugt, nur so die beste Arbeit erbringen zu können.

Doch egal wo ich unterwegs bin, auf New Work Konferenzen für Führungskräfte, Business Festivals für Frauen meiner Generation oder im privaten Umfeld, es ist ganz stark spürbar:

Es besteht eine Sehnsucht nach einer Arbeitswelt in der unsere individuellen Bedürfnisse im Mittelpunkt stehen.

Diese können völlig unterschiedlich sein. Dennoch geht es darum, sie zu berücksichtigen. Jede sich selbst gegenüber mit mehr Achtsamkeit, aber vor allem als Verantwortung der Unternehmer und der Politiker.

Es ist es natürlich eine große Herausforderung, all diese Bedürfnisse unter einen Hut zu bekommen. Viele Interessen prallen da aufeinander. Aber es ist auch möglich.

Beispiele wie Premium Cola, BUURTZORG oder Patagonia zeigen es. Die Corporate Rebels und Nicole Thurn von New Work Stories besuchen diese Vorbild-Unternehmen und berichten darüber. Tandemploy lebt es vor und hilft dabei Jobsplitting und Co technisch umzusetzen.

Denn schließlich ist es im Interesse von allen, wenn die Arbeit uns nicht krank macht. Arbeitgeber und Staat können Kosten senken, die Produktivität erhöhen. Und jede einzelne von uns kann ein gutes Leben führen, das zu den eigenen Bedürfnissen passt.

Wie seht ihr das? Schreibt mir: Lena@basicallyinnovative.com

Die Arbeitsräume der Zukunft – Wo willst du arbeiten?

DasPackhaus workspaces
DasPackhaus Wien (c) Glaser

Unsere Arbeitsräume sagen viel über die gegenwärtige Arbeitskultur. Jump-seat Desks und Open Spaces offenbaren ein großes Problem: Unsere menschlichen Bedürfnisse spielen hier selten eine Rolle. Ich mache mich daher auf die Suche nach dem perfekten Arbeitsort. Wie sieht er aus? Wo finde ich ihn?

Von Lena Glaser

Die zunehmende Digitalisierung verändert unsere gewohnten Arbeitswelten. Mit Smartphones, Laptops und Clouds können wir 24/7 im Bett oder am Strand arbeiten. Die Grenze zwischen Arbeit und Privatem löst sich immer mehr auf. Homeoffice, Jump-seat desks oder Co-working space anstatt Einzelbüro im Firmensitz.

Niemand kann mit Sicherheit vorhersehen, wie unsere Arbeitswelt in Zukunft tatsächlich aussehen wird. Trotzdem werden heute schon weltweit neue Büros erbaut. Oft ohne Rücksicht auf unsere menschlichen Bedürfnisse.

Doch wo und wie wollen wir arbeiten? Für Eva, die freie Journalistin, am Frühstückstisch, da sie hier Licht und Atmosphäre liebt. Thomas, der Beamte, schätzt sein Einzelzimmer mit Familienfotos am Schreibtisch, das er auch mal abschließen kann.

Julia, die IT-Angestellte, wechselt jeden Tag im Großraumbüro ihren Arbeitsplatz, bevorzugt aber ihr Homeoffice. Für Mascha, die Architektin, ist es ihr Büro im sanierten Altbau mit offenem Raumkonzept und individueller Note.

Wir verbringen viele Stunden unseres Lebens dort und möchten uns dort wohlfühlen, als ganze Menschen wahrgenommen werden. Dieser Ort soll unseren individuellen Bedürfnissen entsprechen.

Eine Kurzumfrage in meinem persönlichen Umfeld ergab, dass das Büro mehr ist als nur der Ort an dem wir arbeiten. Er gibt uns Sicherheit und Halt, ermöglicht Austausch und neue Ideen.

Aber die Realität ist für viele anders: Anstatt Einzelbüros mit persönlichen Schreibtischen gibt es nun laute, unpersönliche Strukturen und Shared-working Stations. Schon mal was von Büros mit Jump-seat Desks, Paperless office, Clean-desk Policy gehört?

weXelerate Start-up and Innovation Hub, Sofitel Wien
weXelerate Start-up and Innovation Hub, Sofitel Wien (c) Glaser

Diese neuen Formen der Gestaltung von Büros sollen Arbeitsabläufe beschleunigen, sollen die interne Kommunikation erleichtern und durch bewusst gesteuerte Kreativität mehr Innovation ermöglichen.

Im Vordergrund: Effizienzsteigerung anstatt individueller Bedürfnisse. Zunehmend lässt sich beobachten, dass Menschen von dieser Form von Flexibilisierung überfordert sind. Ohne Schutz des persönlichen Arbeitsplatzes nehmen Burn-outs und Erkrankungen zu. Das perfekte Arbeitsumfeld sieht anders aus.

Eine von neuen Technologien geprägte Arbeitswelt kommt vermutlich auch ohne diese Arbeitsräume aus. Doch für Unternehmen sprechen einige Gründe dafür weiterhin auf Büros zu setzen (Planing Office Spaces – A practical guide for managers and designers, Laurence King Publishing, 2010):

1. Aufgaben und Tätigkeiten können effizienter erledigt werden, 2. die Kommunikation wird erleichtert, 3. sie haben eine bedeutende Rolle für die Identität des Unternehmens.

Aus Sicht der Menschen ist es das Bedürfnis nach Gemeinschaft, Zugehörigkeit und persönlichen Gesprächen, die gemeinsame Arbeitsorte auch in Zukunft wahrscheinlich machen.

Angelika Fitz betont in ihrem Buch Arbeitende Orte (Springer 2012), dass selbst die digitale Boheme auf Dauer unzufrieden mit improvisierten Heim- und Kaffeehausbüros ist und sich in Co-Working-Arealen organisiert. 

Die britische Tageszeitung TheGuardian berichtete im Juni 2017 über das geplante neue Google Headquarter London, Baubeginn 2018: 

„Floor plans for the building show a wellness centre containing gyms, massage rooms a narrow swimming pool and multi-use indoor sports pitch, and a rooftop garden split over multiple storeys and themed around three areas: a plateau, gardens and fields, planted with strawberries, gooseberries and sage.“ TheGuardian

Können wir nun in Zukunft mit Wohlfühloasen rechnen? Raphael Gielgen, Trendforscher des Schweizer Möbel-Unternehmens VITRA, ist davon überzeugt, dass das Büro der Zukunft Halt und Orientierung gibt.

Er sieht eine Renaissance von Headquarter, Büro und Campus, da sich Menschen nach Gemeinschaft sehnen. Es sind kuratierte Orte mit Charakter, die der Community eine Heimat bieten, so der Experte (in 100 Working Spaces – Büros der Zukunft, 2016/17).

In Activity-based Workspaces mit Ruhezonen, Bereichen für individuelle und gemeinschaftliche Arbeit in offenen Strukturen und mit Führungskräfte-Tischen, sieht Bernhard Herzog die Zukunft der Arbeit.

Als Experte für das neue Arbeiten von M.O.O.CON, einem deutsch-österreichischen Strategieberater für Organisations- und Objektentwicklung, beschäftigt er sich damit, wie das ideale Arbeitsumfeld aussieht.

Immer mehr Unternehmen nehmen die Beratung von M.O.O.CON in Anspruch. Die Kunden reichen von NGO (Caritas Österreich),  öffentlichen Institutionen (Arbeiterkammer) bis zu internationalen Finanzdienstleistern (Deutsche Bank). 

Unternehmen stehen dabei oft vor der Entscheidung, einen schnellen Weg zu gehen und dabei zu riskieren, Mitarbeiterinnen zu verschrecken oder aber einen Wettbewerbsnachteil zu riskieren, sagt Herzog.

Für den M.O.O.CON Experten ist klar, dass Bürokonzepte mit der veränderten Arbeitswelt mithalten müssen. Diese können gar notwendige Veränderungen in Unternehmenskultur und Arbeitsweise bewirken, ist Herzog überzeugt.

Angesprochen auf die Kritik an allzu flexiblen Arbeitsplätzen, erklärt Bernhard Herzog die Überforderung damit, dass Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bisher gewohnt waren, klar abgegrenzte Aufgaben in individuellen Einzelzellen zu erledigen.

In einer veränderten neuen Arbeitswelt werden sie nun gefordert mit ihren Kolleginnen und Kollegen in offenen Strukturen zu arbeiten und so das große Ganze zu sehen.

In der Wiener M.O.O.CON Niederlassung wird dieses Activity-based Konzept gelebt. Außer dem Sekretariat hat hier niemand einen fixen Arbeitsplatz. Jeden Tag suchen sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einen neuen Arbeitsplatz, ihre Laptops und Unterlagen werden am Ende des Tages in einem persönlichen Kästchen verstaut.

Das Paperless Office ist dafür erforderlich. Ein Modell, das hier sehr gut funktioniert, da diese Menschen regelmäßig unterwegs bei ihren Kunden sind.

Microsoft Austria, Headquarter Wien
Microsoft Austria, Headquarter Wien (c) Glaser

Auch Microsoft Austria sieht sich als Vorreiter der neuen Arbeitswelt. Werde ich hier den perfekten Arbeitsplatz finden? Vor Ort unterstreicht die eloquente Marketingmitarbeiterin, wie wichtig es Microsoft ist, eine Wohlfühlumgebung zu schaffen: viel Natur, die bunte Bürogestaltung, eine Rutsche sollen dazu beitragen.

Bei meiner Tour entdecke ich offene Raumstrukturen mit Shared-working Stations, Kästchen zum Verstauen der persönlichen Dinge am Ende des Tages, schalldichte Zellen für Telefonate, farbenfrohe Meetingräume, inspiriert vom Wiener Kaffeehaus bis zur New Yorker Graffiti Wand.

Ein besonderes Unterscheidungsmerkmal zu gewöhnlichen Büros: Auch die Geschäftsführerin hat hier keinen festen Arbeitsplatz. Außerdem gibt es keine Kernarbeitszeit, den Microsoft Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern steht es also offen 24/7 zu arbeiten. Doch eines fällt uns als Besuchergruppe auf: Vor Ort treffen wir kaum jemanden. Arbeiten die alle zu Hause?

Einen Blick in die Vergangenheit ermöglicht die ehemalige Postsparkasse in der Nähe der Wiener Ringstraße. Das von Otto Wagner entworfene und zwischen 1904-1912 erbaute Postsparkassengebäude ist unerwartet modern in der Innengestaltung, aber mit klarer Abbildung sozialer Hierarchien in Materialauswahl, Ausstattung sowie Raumlogistik.

Post Otto Wagner, Wien
Post Otto Wagner, Wien (c) Glaser

Für die einfachen Jobs niedrige, eher trostlose Räume, für die Führungsetage kräftige Farben und protzige Möbel. Ein klarer Kontrast zum aktuellen Trend der offenen Strukturen, Shared-working Stations und Führungskräfte-Tischen.

Das Architekturbüro kadawittfeldarchitektur sieht die Lösung in einem Mittelweg: 

Wo kann man angekommen sein und doch offen bleiben für Veränderung. Workspaces müssen zwar immer flexibler werden, aber gleichzeitig auch Stabilität bieten (in Arbeitende Orte, Fitz).

Das Wiener DasPackhaus verbindet diese scheinbar widersprüchlichen Pole von Lebendigkeit und Stabilität. Als Zwischennutzungsprojekt in der Wiener Marxergasse ist es ein kreativer, improvisierter Ort auf Zeit.

Mit viel Charme wurde das alte Bürogebäude der Finanzverwaltung renoviert. Die Nutzerinnen und Nutzer haben die Möglichkeit, ihre Büros individuell zu gestalten.

Das Packhaus, Vienna Find your own co-working space Review
Das Packhaus, Vienna (c) Glaser

Für mich wurde klar, dass der ideale Workspace der Zukunft Halt und Orientierung, Lebendigkeit und Kommunikation ermöglicht. Ein Ort der Zusammenarbeit, des Austausches ist. Im besten Fall flexibel und sich an unsere individuellen Bedürfnisse anpassend.

Jedenfalls ist er keine Kopie eines amerikanischen IT-Unternehmens, kein Umfeld das überfordert. Arbeitsräume müssen uns unterstützen und nicht das Gefühl vermitteln, eine reine Human Resource zu sein.

Wie genau dieser Ort aussieht, steht nicht im Vordergrund. Sondern welches Menschenbild damit vermittelt wird.

Wie seht ihr das? Schreibt mir: Lena@basicallyinnovative.com

3 Dinge, die wir uns alle im Job wünschen

Collage (c) Lena Marie Glaser, Texte aus Parnass Kunstmagazin 03/16
(c) Lena Glaser

Kaum jemand, der nicht unter Leistungsdruck steht, sich ausgebeutet fühlt oder genervt ist vom Job. Viele wünschen sich anders zu arbeiten und zu leben. Doch was wollen wir eigentlich?

Von Lena Glaser

Beim Abendessen in einem Wiener Lokal sind wir uns – drei Frauen um die 30 – einig: Wertschätzung im Job ist echt ein Luxus. Außerdem ständiger Leistungsdruck, kaum Platz für persönliche Entfaltung, und kein positives Feedback vom Chef. Das sind Erfahrungen, die viele kennen.

Früher als Juristin im Ministerium musste ich dafür kämpfen, ernst genommen zu werden. Sonst wäre ich dauerhaft die Assistentin der älteren männlichen Kollegen geblieben (natürlich im Gegensatz zu den gleichaltrigen, gleichqualifizierten männlichen Kollegen).

Aber auch die übliche Vorgehensweise, Personalentscheidungen zu treffen ohne die Beteiligten einzubinden, empfand ich immer schon als ungerecht.

Als ich im Kunst- und Kulturmanagement arbeitete, konnte ich zunächst gar nicht glauben, wie niedrig die Bezahlung war. Gehälter, die kaum für Miete und Essen reichten. Außer man hatte natürlich reiche Eltern.

Trotzdem gaben alle immer ihr Bestes – und es wurde von ihnen erwartet. Es machte ja Spaß und war immerhin der lang erträumte Traumjob für den bereits viele, viele andere in der Warteschlage standen.

Auspressen und unter Druck setzten

Menschen sind faul, müssen daher ständig unter Druck gesetzt und bis zum letzten ausgepresst werden. Das ist ein Führungsstil, der noch immer sehr verbreitet ist. Die Menschen lassen es sich aus Angst vor Job- und Statusverlust gefallen, so der Arbeitsmediziner Helmut Stadlbauer im derStandard-Interview.

Aber nicht nur in Anwaltskanzleien, Kunstgalerien und internationalen Konzernen herrscht diese Kultur, sondern auch in den neuen, hippen Agenturen und Start-ups, in denen angeblich alle best friends oder wie eine Familie sind.

Gratis Sushi und Ausbeutung

Diese angeblichen Traumarbeitsplätze bieten ihren Leuten kreative Aufgaben, das Arbeiten im Freundeskreis, kostenlosen Kaffee und Kicker im open space. Doch die Wahrheit ist oft eine andere: Hoher Zeitdruck, ruppiger Umgangston, und eine scheinbare heile Welt.

Die französische Autorin Mathilde Ramadier deckte auf, dass Start-ups in Berlin junge Akademikerinnen und Akademiker nach Strich und Faden ausnutzen. Die studierte Philosophin hatte es nach einiger Zeit in solchen Unternehmen satt und beschloss darüber zu schreiben.

Sie spricht von der Lüge „Wir sind eine Familie“ und fragt: Was nutzen uns Gratis-Sushi und Kickertisch, wenn wir ausgebeutet werden? Goodies, gemeinsame Firmen Events in der Freizeit und befristete Jobs machen es verdammt schwer Kritik zu üben, so Ramadier (Zeit Online).

Aber ist das wirklich die Zukunft der Arbeit, die wir wollen? Werden wir künftig unter dem Druck ersticken, gesteuert von Robotern und Algorithmen? Oder aber: Wie könnte ein anderer Weg aussehen?

Sophie Pollak, die Gründerin von WeBandits verkauft hippe koreanische Mode in ihrem Wiener Shop in der Neubaugasse. Bei der Geburtstagsfeier einer gemeinsamen Freundin erzählt sie mir davon, dass sie in ihrer neuen Rolle als Chefin einen anderen Weg gehen will.

Sie lässt sich coachen, informiert sich und versucht für ihr Unternehmen einen eigenen Weg zu finden. Neues Leadership ist das und unterscheidet sich echt grundlegend von den üblichen Macho-Allüren in vielen Agenturen und Start-ups.

Der Hamburger Unternehmern Uwe Lübbermann hat erfolgreich Premium Cola gegründet und sich bewusst für eine andere, neue Form des Arbeitens entschieden. In seinem Unternehmen gibt es ausschließlich Konsens Entscheidungen und gleichen Lohn für alle.

Lübbermann baut dabei auf Vertrauen, schriftliche Verträge gibt es keine. Mit seinem Mitarbeiter, der Lieferantin oder der Kundin spricht er auf Augenhöhe.

Neben vielen Aspekten ist es die Arbeitskultur, die für viele Probleme verantwortlich ist. Also die Art und Weise, wie wir zusammen arbeiten. Zurückblickend auf meine persönlichen Erfahrungen und die vielen Gespräche, die ich zu diesem Thema geführt habe, sind diese 3 Dinge für mich besonders wichtig:

1. Ich kann mitentscheiden und gestalten.

2. Es gibt eine Kultur des Vertrauens.

3. Ich kann mich persönlich entfalten.

Wie seht ihr das? Schreibt mir: Lena@basicallyinnovative.com

7 Dinge für mehr Zufriedenheit am Arbeitsplatz

Wie wollen wir arbeiten? (c) Glaser

Ich kenne viele, die unzufrieden sind in ihrem Job – vor allem in Unternehmen und Organisationen. Genervt von dem Absitzen fixer Arbeitszeiten, kontrollierender Chefs, sinnloser Arbeitsaufträge und dem Widerstand neue Wege zu gehen. Sie wollen mitgestalten, Flexibilität, Sinn und Spaß. Was können wir tun, um das zu bekommen?

Von Lena Glaser

Wie schon KPMG in seinem Paper „Meet the Millennials“ klar festhält: „A happier workforce means a more productive workforce. A more productive workforce means more revenue and more revenue means more reward for our employees. Now, which company wouldn’t to sign up for that?“.

Natürlich ist die Wirtschaft und Politik gefragt, die Arbeitsbedingungen zu verbessern. Für Menschen aller Generationen am Arbeitsmarkt. Denn faire und flexible Arbeitsplätze garantieren eine zufriedene Belegschaft, weniger Krankenstände, geringere Kosten für das Recruiting neuer Talente. Das steigert die Produktivität und den wirtschaftlichen Erfolg.

Aber was kann jede und jeder von uns selbst tun? Wie können wir uns einen Arbeitsplatz schaffen, der uns zufriedener und glücklicher macht? Ohne gleich zu kündigen. Und zwar in dem Unternehmen, in dem wir gerade sind.

Lena Glaser (c) Pflaum

Aus meiner ganz persönlichen Erfahrung und den vielen Gesprächen, die ich führe, sind 7 Vorschläge entstanden. Damit ihr wieder ohne Bauchweh arbeitet.

Gleich vorab: Die Kultur oder gar Strukturen eines Unternehmens lassen sich so nicht sofort verändern. Aber wenn wir es immer wieder einfordern und zeigen warum es auch für die Organisation und alle Menschen im Unternehmen sinnvoll ist, gestalten wir aktiv unsere Arbeitswelt mit.

Meine 7 Dinge für mehr Zufriedenheit am Arbeitsplatz

#1 Schreibt ein Konzept! Was stört euch eigentlich an eurem Arbeitsplatz? Beginnt diese Dinge zu notieren. Seht es als Problem und überlegt was ihr persönlich tun könnt. Mit einem Aufriss über die Ausgangslage, das Problem, eure Lösungsvorschläge und einem groben Zeitplan macht ihr euch einen Termin mit der Chefin aus oder nutzt das Mitarbeitergespräch.

Mein Tipp: Passt auf! Es kann sein, dass Menschen verärgert sind, weil sie denken, ihr greift sie persönlich an. Denkt das mit und versucht wertschätzend zu kommunizieren. Ihr seid ja keine Bedrohung, sondern wollt euch persönlich einbringen und das Unternehmen mitgestalten.

#2 Setzt euch zusammen! Alle im Team jammern und beklagen dieselben Themen? Dann schlägt doch mal vor, euch Zeit und einen Raum zu nehmen diese Probleme zu sammeln, zu brainstormen und dann gemeinsam konkrete Vorschläge zu erarbeiten. Mein Tipp: Alles gut strukturiert in einem Dokument oder einer Präsentation aufbereiten und der nächsten Teamsitzung oder Unternehmensklausur einbringen.

#3 Nehmt Fortbildungen in Anspruch! Klopft mal bei der Chefin oder HR-Zuständigen an. Oder schaut nach im Intranet: Was bietet eigentlich mein Unternehmen intern an? Recherchiert, fragt nach. Bei den Kolleginnen und Kollegen, im Freundeskreis, in der Familie, im Internet bei Bildungsinstitutionen und Bildungsmessen.

Ich war Meisterin darin, neue Fortbildungen genehmigt zu bekommen. Mein Tipp: Konkrete Bildungsangebote recherchieren (mit Preis, Zeitraum) und für deine Führungskraft eine Begründung parat haben, warum diese Fortbildung für euch und das Unternehmen wichtig ist. So lässt sich auch ein Kurs rechtfertigen, der auf den ersten Blick gar nichts mit deinem Arbeitsplatz zu tun hat.

#4 Bildet ein Sparring-Team! Findet jemanden, mit dem ihr euch strukturiert und regelmäßig über berufliche Themen und persönliche Herausforderungen austauscht. Erfolgsversprechend sind Treffen über Teamgrenzen hinweg. Sparring-Teams kann es geben zwischen Menschen mit unterschiedlicher Erfahrung, aus verschiedenen Generationen oder ähnlichen Lebensumständen (bspw. Alleinerziehende Eltern).

#5 Nehmt Mentoring-Programme in Anspruch! Ich selbst bin/war Mentee in dem Cross-Mentoring Programm der österreichischen Verwaltung und in dem WoMentoring Programm von Club alpha in Kooperation mit der österreichischen Tageszeitung derStandard. Was mir das gebracht hat? Ich habe meine eigenen Stärken erkannt, neue Potentiale entdeckt, von den Erfahrungen anderer gelernt, Feedback bekommen und mein Netzwerk vergrößert.

Wie wollen wir arbeiten? (c) Glaser

#6 Gründet eure eigene Interessensgruppe! Ihr läuft gerne eine Runde in der Früh? Dann fragt andere, ob sie mitkommen wollen. Ihr entspannt gerne beim Yoga? Vielleicht hat ja eine Kollegin eine Yoga-Ausbildung und möchte in der Mittagspause gemeinsam praktizieren. Das bringt euch zusammen – über Abteilungsgrenzen und Altersunterschiede hinweg. Und mehr Leichtigkeit und Spaß im Berufsalltag schadet auch nie.

#7 Vernetzt euch außerhalb eures Unternehmens! Welcher Berufsgruppe gehört ihr an? Wo gibt es bestehende Netzwerke und Veranstaltungen? Das erhört eure Sichtbarkeit, ihr werdet als Expertin oder Experte wahrgenommen, ihr kommt herum und vermutlich steigt dann auch die Zufriedenheit am Arbeitsplatz im eigenen Unternehmen.

Und wenn das alles gar nichts bringt, dann ist es Zeit sich ehrlich der Frage zu stellen: Passe ich eigentlich in diese Unternehmenskultur?

Ich habe irgendwann ganz klar erkannt, ich will anders leben! Ich passe nicht mehr in diese Organisation. Mir hat es geholfen, Coaching in Anspruch zu nehmen, Workshops zu besuchen, inspirierende Bücher zu lesen.

So habe ich begonnen, erste Schritte in die richtige Richtung zu gehen. Und jetzt bin ich lebendiger und kreativer als je zuvor.

Eure Lena

Wie seht ihr das? Welche Vorschläge habt ihr? Schreibt mir, kommentiert diesen Artikel: Lena@basicallyinnovative.com

Booklove: MINDSET von Dr. Carol Dweck

Review von Lena Glaser

Meine Cousine forscht und lehrt an der Business School der University of Surrey und hat mir dieses Buch empfohlen. Dr. Carol Dweck ist Professorin für Psychologie an der Stanford University.

Schon nach dem 1. Kapitel habe ich mir gedacht: Wow, so habe ich das noch nie gesehen. Eine unglaubliche Bereicherung für mein privates und berufliches Leben.

Lena Glaser (c) Pflaum

Dr. Carol Dweck ist aufgrund ihrer Research zu einer bahnbrechenden Erkenntnis gelangt: Die Macht des Mindsets. Das heißt in anderen Worten: Alles was wir tun ist davon beeinflusst, wie wir darüber denken. Also welchen Mindset wir haben.

In diesem Buch unterscheidet sie zwischen dem „Fixed Mindset“, also dem Mindset wonach Begabungen fix vorgegeben sind. Im Gegensatz dazu gibt es den „Growth Mindset“, der es uns ermöglicht uns mehr zuzutrauen, neue Fähigkeiten zu entwickeln und Fehler anders zu beurteilen. So können wir auch in Dingen richtig gut werden, die uns nicht schon in die Wiege gelegt sind.

Für mich persönlich wurde klar, warum ich über so viele Jahre geglaubt hatte, dass ich nicht begabt genug bin. Um zu schreiben, Musik zu produzieren, Expertin zu sein, ein eigenes Unternehmen zu gründen.

Doch seit 2017 hat sich das bei mir völlig verändert. Ich tue einfach worauf ich Lust habe. Ich werde besser darin. Ich traue mich einen Weg zu gehen, der nicht der einfachste zu sein scheint. Offensichtlich hat sich mein Mindset von einem „Fixed Mindset“ zu einem „Growth Mindset“ gewandelt.

Habt ihr Anregungen und Lesetips? Schreibt mir: Lena@basicallyinnovative.com

So haben wir das immer schon gemacht – Ein Generationenkonflikt?

Collage (c) Lena Marie Glaser, Texte aus Parnass Kunstmagazin 03/16
(c) Lena Marie Glaser, Texte aus Parnass Kunstmagazin 03/16

Wenn Millennials in der Arbeitswelt auf Babyboomer* treffen, prallen oft Welten aufeinander. Unverständnis und Widerstände sind die Folge. Wie Empathie helfen kann, diese Gräben in Zukunft zu überwinden.

Autorin: Lena Marie Glaser

Ja, viele Menschen meiner Generation haben andere Vorstellungen von Arbeit und Leben als ihre Eltern. Wenn Millennials nun mit erfahrenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Unternehmen zusammenarbeiten, fehlt oft das Verständnis füreinander, unterschiedliche Vorstellungen kollidieren, Konflikte entstehen. Empathie wäre gefragt.

Im Gegensatz zu ihren älteren Zeitgenossen sind Millennials in einem anderen gesellschaftlichen Umfeld aufgewachsen. Anders als für Generationen vor uns ist klar, dass sichere Jobs bis zur Pension eher eine Utopie sind. In meinem Artikel ‚Millennials und die Zukunft der Arbeit. Wie wir arbeiten wollen und nicht nur sozial nachhaltige Unternehmen davon profitieren’ betone ich, dass

Menschen meiner Generation zwischen Mitte 20 und Mitte 30 – es gewohnt sind, flexibel zu sein, wir kennen unsere Möglichkeiten, sind zwar keine digital natives, aber doch mit Handys und Internet aufgewachsen. Wir haben studiert, zahlreiche unbezahlte (internationale) Praktika absolviert und jetzt wollen wir einen Job, der neben finanzieller Sicherheit, flexiblen Arbeitszeiten auch Selbstentfaltung und eine sinnvolle Tätigkeit bietet, die zu unserem nachhaltigen Lebensstil passt.

Aber anders als erwartet, ist es nicht unbedingt ein Konflikt zwischen Alt und Jung, zwischen Babyboomern und Millennials. So soll es ja wieder viele junge Menschen geben, für die ein traditionelles Familienleben wichtiger ist als berufliche Selbstverwirklichung. Oder aber engagierte Pensionistinnen, die sich auch im Ruhestand eine erfüllende Aufgabe suchen.

Wir leben in einer polarisierten Gesellschaft, erklärt der Kommunikationswissenschaftler Josef Seethaler, Deputy Director der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Auf der einen Seite all jene, die sich nach Sicherheit, Planbarkeit, festen Strukturen sehnen und von der Haltung ‚Es soll alles so bleiben, wie es war’ geprägt sind. Am anderen Spektrum Menschen, offen für Veränderung, denen Selbstverwirklichung und Partizipation wichtig sind.

Wiener Leadership Night 2018, Looshaus
Wiener Leadership Night 2018, Looshaus

Jede Generation hat einen anderen Zugang zur Arbeit, ist hingegen Ingrid Thür, langjährige Mitarbeiterin und Führungskraft in dem staatsnahen Unternehmen Austro Control überzeugt. Bei der Wiener Leadership Night 2018 im Februar berichtet sie von Konflikten zwischen den Generationen im Arbeitsalltag.

Davon, dass in der täglichen Arbeit erfahrene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, höchst loyal gegenüber ihrem Arbeitgeber und skeptisch gegenüber neuen Entwicklungen auf neue Kolleginnen und Kollegen treffen, die sich nach Work-Life Balance sehnen, neugierig und offen sind für Neues. Für die Führungskultur eine große Herausforderung; die streng hierarchische Führung funktioniert dann nicht mehr. Hauptaufgabe der Führungskräfte muss es daher sein, die Generationen zusammenzubringen, so Thür.

Wie sieht dieser Generationenkonflikt in österreichischen Familienunternehmen aus? Bei der Wiener Leadership Night 2018 im Wiener Looshaus zum Thema Sind Traditionen Innovationskiller für Unternehmen? kann sich Doris Wallner-Bösmüller (Bösmüller Print Management) noch sehr gut daran erinnern, dass ihr die Führung des Familienbetriebes übertragen wurde, aber bei der erfolgreichen Modernisierung zunächst die Unterstützung versagt blieb.

Auch Georg Gaugusch (Wilhelm Jungmann & Neffe) berichtet von großen Widerständen innerhalb der Familie bei der Neuausrichtung des traditionsbewussten Wiener Modeunternehmens. Johannes Hornig, der mit 25 Jahren die Kaffeerösterei Hornig aus Graz von den Eltern übernahm und das Unternehmen zeitgemäß und international aufstellte, wurde zunächst ins kalte Wasser gestoßen und genießt jetzt den großen Stolz der Eltern.

Das eigene Ego steht hier oft im Weg, ist Jeanny Gucher vom Beratungsunternehmen 4dimensions in der anschließenden Diskussion der Wiener Leadership Night überzeugt. So ist der eigene Selbstwert stark damit verbunden, ‚mit dem was immer schon so gemacht wurde’. Es ist eine Frage der Persönlichkeitsentwicklung von erfahrenen Führungskräften, einen neuen Weg zu gehen, ‚pionierhaft zu denken’, so Gucher.

Viel wurde an diesem Abend über die ‚Jungen‘, die Millennials gesprochen, doch war ich in der Minderheit bei dieser Veranstaltung. Für mich wurde klar, dass viele Vorurteile bestehen und etwas fehlt … die Empathie, der Austausch und Dialog.

Audience Engagement Day 2018, ORF
Audience Engagement Day 2018, ORF

Jung trifft auf Alt, Wertekonservative auf Selbstverwirklicherinnen: Auch in der Medienbranche ist das nicht anders. Beim Audience Engagement Day 2018 im ORF begegneten sich etablierte Print-, Radio- und TV-Journalistinnen und Journalisten und (junge) engagierte Online-Redakteurinnen und Redakteure, Medienmacherinnen mit Lust an neuen Wegen und Kulturpessimisten, um über die Zukunft des Journalismus zu diskutieren.

Eines wurde hier besonders deutlich: Im Onlinebereich sind es die motivierten Jungen, die etwas zu sagen haben. Trotz dem Druck nach Reichweite gibt es immer mehr engagierte Frauen, wie Nana Siebert (woman.at) und Lisa Stadler (derstandard.at), die als wichtige Player der österreichischen Medienlandschaft neue Wege gehen – trotz Widerständen.

Grundsätzlich scheint in unserer heutigen (Arbeits)welt etwas Wichtiges zu fehlen: Das Zuhören, das Verstehen wollen, die Empathie und der Austausch außerhalb der eigenen Elite. Und wie die Kommunikationsexpertin Kersten Kloser-Pitcher in unserem Interview treffend bemerkte, ist

‚es an der Zeit, Brücken zu schlagen und sich nicht mehr in elitäre Felder zu retten und von dort zu bewerten. Aufstehen und reden. Muskeltraining im empathischen Zuhören’. 

Wien, Februar 2018

*Millennials … auch Generation Y. Generation, die zwischen 1980-2000 geboren wurde.
Babyboomer … Generation, die zu den Zeiten steigender Geburtenraten nach dem Zweiten Weltkrieg, zwischen 1940-1964 geboren wurde. (Quelle: Wikipedia)

Traut euch! – Mit Mut den eigenen Weg gehen

Journalistinnenkongress 2018

Der Journalistinnenkongress 2018

Krankenschwester auf der Herzchirurgie bleiben oder doch lieber Journalistin werden? Für Claudia war bald klar: Ich möchte Journalistin sein. Und so rief sie einfach beim ORF an und fragte: Wie werde ich das? Die ernüchternde Antwort: „Dafür brauchen Sie ein Studium, egal welches, Hauptsache Akademikerin“.

Bei ihrer Keynote am Journalistinnenkongress 2018 (JoKo 2018) im Haus der Industrie in Wien erzählte uns die beliebte Moderatorin und renommierte Journalistin Claudia Reiterer, wie sie es geschafft hatte, die vielen Hindernisse auf ihrem Karriereweg zu überwinden.

20 Jahre Jubiläum

Der Journalistinnenkongress feierte sein 20jähriges Jubiläum mit dem Thema „Mut haben“. Ins Leben gerufen von Frau BMin a.D Maria Rauch-Kallat und organisiert vom Club alpha bietet der Kongress jährlich Frauen aus der Medienbranche die Möglichkeit, sich zu vernetzen und von den Erfahrungen erfolgreicher Frauen zu lernen. Und ich war mittendrin.

Neben den Etablierten wie Lisa Totzauer, Lou Lorenz-Dittelbacher, Susanne Schnabl-Wunderlich, Ingrid Thurnher und Cornelia Vospernik (ORF), Nana Siebert und Petra Stuiber (derStandard), Barbara Haas (Wienerin) oder Eva Weissenberger (missing-link) beeindruckten mich besonders die jungen, aufstrebenden Journalistinnen, die neue Wege im Journalismus gehen.

Journalistinnenkongress 2018 Gamperl
Vortrag von Elisabeth Gamperl, Süddeutsche Zeitung

Starke junge Frauen machen Journalismus 4.0

So gab Elisabeth Gamperl von der Süddeutschen Zeitung spannende Einblicke hinter die Kulissen des Mammutprojekts „Paradise Papers“ und Alexandra Stanic von Vice sprach über die Auswirkungen der #metoo-Bewegung auf die Medienbranche. Gemeinsam mit der APA-Finanzjournalistin und Redakteurin des Start-ups Trending Topics, Madlen Stottmeyer reflektierten wir in den Pausen unsere neuen Erfahrungen.

Besonders inspirierte mich der Impuls „Nur Mut – Warum unkonventionelle Entscheidungen zum Erfolg führen“ von Anita Zielina. Die international erfolgreiche Journalistin begann ihre Berufstätigkeit in der Online-Redaktion derStandard.at und baute sich eine internationale Karriere vorbei an ausgetretenen Pfaden (NZZ, Stern) auf. Ihre Karriereentscheidungen waren geprägt von einem Weg außerhalb ihrer „Komfortzone“.

„Machen Sie es, probieren Sie es einfach aus!“

Das riet Anita Zielina den Journalistinnen und Medienmacherinnen. Dabei ist es wichtig, Netzwerke zu knüpfen. Sie zeigte sich davon überzeugt, dass die eigene Leidenschaft und Begeisterung ansteckend sind. Ein persönlicher Wertekompass kann außerdem hilfreich sein: Kann ich hier noch etwas lernen? Fordert es mich? Kann ich in der Rolle und Organisation etwas bewirken? Habe ich die Möglichkeit, Neues zu schaffen und zu gestalten? Arbeite ich in einem Job, der die Welt ein Stück weit verbessert und Menschen gut behandelt?

„Starten Sie doch einfach ein eigenes Medium!“

Zum Abschluss ihrer Rede unterstrich Anita Zielina wie wichtig es ist, eine Führungskraft zu haben, die unterstützt und keine Steine in den Weg legt. Gibt es die nicht, dann „Starten Sie doch einfach ein eigenes Medium!“, so Anita Zielina. „Entrepreneurial Journalism“ heißt das und wurde als Workshop beim Journalistinnenkongress 2018 angeboten. Und ich nahm daran teil.

Die 10 Dinge, die Entrepreneurial Journalism erfolgreich machen

Gemeinsam mit Sahel Zarinfard (Dossier.at) und Lisa Obendorfer (addendum) gab Eva Weissenberger (missing-link.media) persönliche Einblicke, wie es ist, das eigene Medienunternehmen aufzubauen. Ihre Learnings fassten sie so zusammen:

  1. Folge Deiner Leidenschaft.
  2. Schluss mit schüchtern und Werbetrommel rühren.
  3. Finde Deine Zielgruppe.
  4. Babysteps und dann wächst es automatisch.
  5. Perpetual Beta: Ständig am lebenden Produkt arbeiten.
  6. Weg mit Grenzen im Kopf, Deutschland und Schweiz als Markt sehen.
  7. Denke in Produkten.
  8. Baue auf bestehenden Plattformen auf.
  9. Erstelle Business Model Canvas und Mission Statement.
  10. Manchmal gelingt es, manchmal nicht. Dinge passieren nicht über Nacht.
WAS ICH FÜR MICH PERSÖNLICH MITNAHM?

Für mich war der JoKo 2018 ein Tag voller Mut machender Geschichten und inspirierender Momente von und für Frauen. Aber es gab auch den einen Moment, den ich nie vergessen werde… Am Ende des Kongresses präsentierte Eva Weissenberger völlig unerwartet -vor allen anwesenden Journalistinnen-  meine Projekte für basicallyinnovative.com zum Thema Neues Arbeiten. Ein absoluter Höhepunkt.

Alles Liebe, Eure Lena

Wer will spielen? Gamification, innovatives Leadership und die Zukunft unserer Arbeitswelt

Superpower Discovery - Workshop
Superpower Discovery – Workshop

Wer will spielen? Einblicke in neue Trends der Arbeitswelt

Autorin: Lena Marie Glaser

  • Gamification als Trend aus der USA kommt nun auch in Österreichs Arbeitswelt an.
  • So finden wir unsere persönlichen Superpowers: Österreichischer Computerspiel-Forscher setzt mit seinem Start-up internationale Maßstäbe.
  • Innovative Führungskräfte erforschen die Kraft von Kreativität und Wertschätzung in Zeiten des Wandels – Der 3. Wiener Leadership Kongress 2017.
  • Von jung bis alt: Neue Bildungsmodelle und ein Buddysystem – So lernen wir voneinander.

Ein Rückblick. Es ist mitten im Sommer 2017 als der Impact Hub Vienna, Treffpunkt von social entrepreneurs und innovativen Start-ups, auf das Badeschiff zum Thema Zukunft der Arbeit lädt. Hier lerne ich Konstantin Mitgutsch, den Gründer des Start-ups Playful Solutions und Affiliate Researcher am MIT GAME LAB am Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Boston kennen. In Workshops und eigenen Konzeptdesigns setzt der Forscher, Autor und Spieleentwickler seine Expertise im Lernen mit Computerspielen ein, um Unternehmen dabei zu unterstützen innovativer zu werden.

Gamification heißt dieser Trend aus den USA, der sich nun neben Innovation Hubs, Co-working Spaces (Dort wo die einzigartigen Ideen wachsen – Wiens Co-working spaces) und neuen Berufsbildern wie dem Chief Happiness Officer (Zukunftsberuf Chief Happiness Officer – Kommt so das GLÜCK in unsere Arbeitswelt?) in der deutschsprachigen Arbeitswelt durchsetzt. Unter Gamification kann das Übertragen der Elemente von Computerspielen auf andere Bereiche des Lebens verstanden werden (Futurezone).

Superpower Discovery -Workshop, Zacherlfabrik (c) Victoria Koller
Superpower Discovery -Workshop, Zacherlfabrik (c) Victoria Koller

Konstantin Mitgutsch erzählt mir an diesem Abend von seinem Herzensprojekt, den Superpower Discovery -Workshops. Spielerisch können die Teilnehmerinnen dort ihre persönlichen Superpowers, also ihre großen Stärken entdecken; eine interessante Alternative zur klassischen Potenzialanalyse und Business-Coaching. Für alle Interessierten hat Konstantin Mitgutsch einen Artikel darüber publiziert (https://medium.com/the-mission/3-steps-to-discover-your-superpowers-64516d3673ca).

Anfang November 2017. Simone Rack (4dimensions) lädt mich zu dem mit Karin Weigl veranstalteten 3. Wiener Leadership Kongress im Novomatic Forum Wien ein. Der Kongress dient als ‚Plattform für Führungskräfte und UnternehmerInnen, die neue Wege in der Führung gehen‘. Unter Leadership wird hier mehr als das Führen von Mitarbeiterinnen verstanden; vielmehr geht es um Eigenverantwortung, Selbstführung und Selbstreflexion. Die geladene deutsche Unternehmensberaterin Ricarda Droop, ehemalige Expertin für Unternehmenskultur der Deutschen Bahn, lädt in ihrer Keynote speech die anwesenden Führungskräfte zu einem Spiel ein: Sie wirft Äpfel zu, fragt nach der Rolle des Spiels im persönlichen Alltag und Berufsleben. Die Stimmung im Raum ist gelöst. Droop zeigt so den Anwesenden, dass durch den spielerischen Ansatz Raum für Kreativität geschaffen wird; wichtige Prozesse für Unternehmen, um Innovation zu ermöglichen, so die deutsche Beraterin.

Besonders beeindruckt mich dann die 18-jährige Berlinerin Jamila Tressel, die bei ihrem Auftritt eloquent erzählt, wie sie bereits in der Schule bei außergewöhnlichen Projekten (ua. der Initiative ‚Schüler coachen Manager‘) Eigenverantwortung, das Erleben der eigenen Kreativität und Selbstbestimmtheit gelernt hat. Sie lässt uns an ihrem großen Abenteuer teilhaben, als sie mit einem Minimalbudget und geringen Englischkenntnissen gemeinsam mit Mitschülerinnen England bereiste. So wie die Kinder und Jugendlichen des neuen Co-Learning Projekts Markhof von Stefan Leitner-Sidl (www.basicallyinnovative.com/discoveries-co-working-wien/) wurde Jamila von ihren Eltern und Lehrkräften zur Eigenverantwortung motiviert.

3. Wiener Leadership Kongress
3. Wiener Leadership Kongress

Noch am selben Abend des 3. Wiener Leadership Kongresses erzählt der Leiter der ehrenamtlichen Salzburger Lawinenhundestaffel wie sein Team unter schwierigsten Bedingungen mit ihren Hunden Menschenleben retten. Die zentrale Erkenntnis dabei: Die in jahrelanger Praxis aufgebaute Erfahrung weiter zu geben, ist eine der großen Herausforderungen. Die Einführung eines Buddysystems ermöglicht es nun im Team der Lawinenhundstaffel, diese lebensnotwendige Arbeit fortsetzen zu können.

Emotionen, Gefühle und Kreativität im Berufsalltag zu zulassen, Menschen bei ihrer persönlichen Entwicklung zu unterstützen – das sind wichtige Ansatzpunkte für gutes Leadership, finde ich. Das gemeinsame Spielen kann uns dabei unterstützen, wie diese Beispiele erzählen. Führungskräfte in Unternehmen müssen in Zeiten des Umbruches mit Unsicherheiten umgehen lernen und Selbstreflexion üben. Die Grundlage dafür liegt sicher in einem wertschätzenden Menschenbild und einer guten Portion Empathie.

Lena, Founding Editor

Als Herausgeberin von BASICALLY INNOVATIVE – b_i www.basicallyinnovative.com geht es mir darum, den aktuellen Wandel in unserer Arbeitswelt als Chance zu begreifen und die Frage aufzuwerfen, wie wir eigentlich arbeiten wollen. More

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Lernen von den Älteren – So schützen wir ihren Erfahrungsschatz

Autorin: Lena Marie Glaser

Allerheiligen 2017. Die beliebte österreichische Schauspielerin Ursula Strauss (Schnell ermittelt, Revanche) beklagt in der Ö1 Sendung ‚Gedanken – Über die Flüchtigkeit des Augenblickes’, dass der Reichtum an Erfahrung im Älterwerden heute weniger wert ist als der Schmerz des Verlusts der Jugend. Die Schnelllebigkeit und die rasanten technologischen Entwicklungen ermöglichen es kaum mehr reifer zu werden und Erfahrungen auszutauschen, so Strauss. Die Schauspielerin zeigt sich überzeugt, dass Herzenswissen, Reife und tiefes Verständnis des Lebens wichtig ist, aber heute einfach nicht sein darf.

Klaudia Bachinger GrowWisr Erfahrungsschatz
Klaudia Bachinger, GrowWisr

Diese berührenden Worte erinnerten mich an das Projekt der Filmemacherin Klaudia Bachinger, die ich im Impact Hub Vienna kennenlernte. Gemeinsam mit ihrem Team gründete sie das Start-up GrowWisR. Überzeugt, dass Unternehmen von dem Erfahrungsschatz älterer Menschen lernen und profitieren können. Aber auch mit der Leidenschaft, den sogenannten Silver Talents, eine Möglichkeit zu geben, nach ihrer Pensionierung Sinn und Beschäftigung zu finden.

Lena im Oma Garten Erfahrungsschatz
Ich, im Garten der Oma

Seit meiner Kindheit liebe ich die Zeit mit meinen Großeltern; ihre spannenden Erzählungen, die lustigen Anekdoten,  schmerzhafte Erfahrungen, ihre genauen Erinnerungen. Aus diesen Gesprächen nahm ich ganz viel mit, erst jetzt wird mir klar, wie sie meine persönliche Entwicklung beeinflussen.

Wenn wir uns bewusst machen, welchen Erfahrungsschatz die Älteren mit uns teilen können; wenn wir aktiv auf sie zugehen und nach ihrem Wissen fragen, dann schaffen wir es von ihnen zu lernen und das Wissen vor der Schnelllebigkeit und den sich rasant entwickelten neuen Technologien zu schützen.

Lena, Founding Editor

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Zukunftsberuf Chief Happiness Officer – Kommt so das GLÜCK in unsere Arbeitswelt?

Chief Happiness Officer Collage

Zukunftsberuf Chief Happiness Officer – Kommt so das GLÜCK in unsere Arbeitswelt?

Von Lena Marie Glaser

Ich bin auf einen neuen Zukunftsberuf aufmerksam geworden, den Chief Happiness Officer (CHO), auch Glücksbeauftragte genannt. Es geht darum, die Unternehmenskultur zu stärken, so dass sich die Mitarbeiter verstanden und wahrgenommen fühlen. Dazu gehört auch, zwischenmenschliche Beziehungen zu kitten (Karrierebibel.de). Ein Trend, der natürlich aus dem innovationsstarken Silicon Valley kommt; Google und Co machen es vor. Doch ich frage mich, was kann dieser berufliche Glücksmanager eigentlich leisten in der zukünftigen Arbeitswelt?

Viele Menschen die ich kenne, streben nach sinnvoller Arbeit, wollen sich mit den Zielen ihres Arbeitgebers identifizieren können. Das gilt für die jungen Eltern Eva und Michi genauso, wie für die karriereorientierte Martina oder Rudi und Andrea, die arbeiten, um sich ihre eigentlichen Interessen bzw. einfach ihr Leben zu finanzieren. Künftig werden wir uns daher Jobs suchen, die zu unseren Vorstellungen und Werten passen; sei es als feste Angestellte oder vermehrt als Freelancer. Wir werden uns nicht mehr den gegebenen Strukturen ein- und unterordnen, sondern verlangen, als Individuum mit spezifischen Fähigkeiten und Interessen wahrgenommen zu werden. Ein zu begrüßender Wandel der laut Expertinnen angeblich sowieso nicht mehr aufzuhalten ist (zumindest für einen Teil der arbeitenden Bevölkerung).

Eigentlich ist klar, dass eine ‚von oben‘ eingesetzte Glücksbeauftragte mangels offener und wertschätzender Kultur in Unternehmen nicht erfolgreich sein kann. Genauso wenig wie unglaubwürdige unternehmerische Versuche sich als innovativ und sozial nachhaltig zu präsentieren, um im Wettstreit um die besten Mitarbeiterinnen zu gewinnen.

Für alle, die in der Position sind ihre Stimme zu erheben ohne gleich um den Job bangen zu müssen, stellt sich die Frage: Finde ich mich mit den Gegebenheiten am Arbeitsplatz ab ODER fordere ich Veränderungen für andere und mich sich selbst ein – gerade auch in Zeiten der Digitalisierung. Mit oder ohne Glücksbeauftragte.

Tanzende Roboter in Wien. Der Beginn meiner Reise in die Zukunft der Arbeit

pepper robot MAK Vienna Biennale 2017 future of work
Pepper Robot (Humanizing Technologies), MAK 2017

Tanzende Roboter in Wien. Der Beginn meiner Reise in die Zukunft der Arbeit.

Autorin: Lena Marie Glaser

Süß schaut er irgendwie aus, wie ein Tier oder gar ein Baby und alle wollen ihn angreifen und echt lustig ist er: Pepper Robot, der angeblich fortschrittlichste humanoide Roboter der Welt. Pepper kann Kundinnen und Gäste begrüßen, beim Verkauf unterstützen, Produkte empfehlen oder mit Scherzen und Tanzeinlagen unterhalten. Und so tanzt Pepper bei der Eröffnung der Wiener Biennale für Architektur, Design und Kunst durch die Hallen des MAK. Eigentlich ist Pepper der Star dieser Eröffnung.

Aber diese niedliche Erscheinung machte mir eines klar: Die Zukunft ist da. Wir hören zwar tagtäglich von der Digitalisierung unserer Welt und den damit einhergehenden Veränderungen am Arbeitsplatz; die meisten der heute bestehenden Jobs soll es künftig aufgrund von Digitalisierung, Robotisierung und Automatisierung nicht mehr geben.

Über die Frage, wie wir künftig selbst leben und arbeiten wollen, denken die meisten jedoch leider nicht so nach. So stellt sich doch die Frage: Was passiert, wenn Roboter und Computer unsere Jobs übernehmen? Massenarbeitslosigkeit, genug neue Jobs oder doch einfach mehr Freizeit und Möglichkeiten zur Selbstentfaltung in einem neuen System?

Diese Fragen rumorten in meinem Kopf… ich begann zu recherchieren und meine Ergebnisse in einer Annäherung an das Thema der nächsten Jahre und Jahrzehnte aufzuzeichnen.

Bereits vor über 80 Jahren sagte der britische Ökonom John Maynard Keynes voraus, dass es in der Zukunft hohe Arbeitslosigkeit geben wird, “due to our discovery of means of economising the use of labour outrunning the pace at which we can find new uses for labour” (Keynes, 1933, p. 3 in The future of employment: How susceptible are jobs to computerisation? Freya/Osborne in Technological Forecasting; Social Change).

Heute belegen wirtschaftswissenschaftliche Studien, dass im Jahre 2030 die Hälfte aller heute bestehenden Arbeitsplätze aufgrund von Automatisierung und Digitalisierung nicht mehr existieren werden. Es gibt gar Zukunftsforscherinnen die argumentieren, in der zukünftigen Arbeitswelt werden wir vier oder mehr Jobs benötigen um finanziell abgesichert zu sein (FAZ).

Dagegen argumentiert der deutsche Zukunftsforscher Matthias Horx, Gründer des Zukunftsinstituts. In seinen Fünf Thesen zur Zukunft der Arbeit verweist Horx darauf, dass die Befürchtung, es werde nicht genug Arbeit für alle geben, kein neues Phänomen ist. Er schreibt: „In zyklischen Abständen geht im Reich der Arbeitsdebatte das Gespenst der radikalen Verknappung um.“ Allerdings, so Horx, erzeuge jeder Technologieschub „eine Rekursion, eine Komplexitäts-Kaskade, die zu gesteigerten Nachfragen und ganz neuen Bedürfnissen führt.“

Es werde daher immer genug Arbeit geben. Weiters spricht er von Transformationsprozessen, die den Organismus der Arbeit tief verändert haben und weiter beeinflussen werden. So beispielsweise Flexicurity, die Entwicklung hin zu flexiblen, mobilen Erwerbsformen und flachen Hierarchien wobei Sicherheit mit Mobilität kombiniert wird. Auch verweist der deutsche Zukunftsforscher auf den Megatrend Gender Shift, wodurch auch für Männer flexible Arbeitsmodelle abseits der klassischen 8-Stunden-Woche entstehen.

Bei der Veranstaltung Zukunft jetzt #1: Die Zukunft der Arbeit im Depot (1070 Wien) wurde ich auf die spannende Diskussion rund um das umstrittene Modell des bedingungslosen Grundeinkommens aufmerksam. Philip Kovce, ein junger deutscher Philosoph und Ökonom aus Berlin, aktiv im Think Tank Club of Rome und leidenschaftlicher Verfechter des bedingungslosen Grundeinkommens war Podiumsteilnehmer. In seinem „Manifest zum Grundeinkommen“ (Ecowin Verlag 2017) stellt er die Frage: Was würdest du arbeiten, wenn für dein Einkommen gesorgt wäre? Für ihn ist das bedingungslose Grundeinkommen ein neues Grundrecht. „Es wird in existenzsichernder Höhe, von der Wiege bis zur Bahre, ohne Arbeitspflicht und Bedürftigkeitsprüfung jedem Einzelnen gewährt. Es ist kein zusätzliches, sondern ein grundsätzliches Einkommen.“

Kovce und sein Mitautor Daniel Häni streichen folgende Schlüsselfragen des Grundeinkommens heraus: Was will ich eigentlich tun? Wie will ich tätig sein? Und für wen? Außerdem halten die beiden Autoren fest: „Arbeit ist nicht bloß Erwerbsarbeit. Arbeit ist nicht bloß das, was bezahlt wird. Arbeit ist nicht bloß das, was der Arbeitsmarkt oder die Arbeitsämter diktieren. Arbeit ist die Tätigkeit – das, was ich tue, wenn ich etwas tue. Arbeit ist das, was ich für andere und mit anderen gemeinsam bewege. Arbeit ist Identifikation und Sinnstiftung.“

Tatsächlich interessierten sich vor einigen Jahren lediglich wenige wissenschaftliche Außenseiter für dieses Thema; nun ist die Debatte in der breiten Öffentlichkeit angekommen. In der Schweiz wurde darüber abgestimmt, in Finnland wird es gerade in einem großen Versuch getestet. (Scheinbar) überraschend stark propagiert wird es von Unternehmen des Silicon Valleys wie Facebook – offenbar aus Kalkül. Es wird befürchtet, dass durch das Verschwinden von Arbeitsplätzen, die Armut steigen und sie Kundinnen verlieren würden (FAZ).

Im Juni wurde nun die heurige Biennale für Architektur, Design und Kunst in Wien eröffnet und auch hier wird das spannende Thema der Zukunft der Arbeit, der Robotisierung verhandelt. In den Ausstellungen mit Titeln wie Hello Robot, Artifical Tears, How will we work?, Work it, Feel it wird deutlich, dass hier nicht einfach Innovationen im Bereich der Digitalisierung vorgestellt werden, sondern ein kritischer Blick auf diese Entwicklungen ermöglicht und eine Diskussion angestoßen wird.

Die Zukunft der Arbeit ist ein Thema, das uns als Generation Millenials besonders betrifft. Die Zukunft ist näher als wir denken; auch wenn es den wenigsten so bewusst ist, tragen wir ständig kleine Roboter herum: unsere Smartphones haben zwar keine humanoiden Züge wie Pepper, doch sind sie mittlerweile eine nicht unwesentliche Verlängerung unserer Arme sowie eine Auslagerung unseres Hirns geworden.

Den von uns jetzt angestrebten Traumjob gibt es dann in 30 Jahren vielleicht gar nicht mehr, da ihn ein Roboter oder Computer übernommen hat. Vielleicht schaffen wir es künftig Arbeit mit „Sinnstiftung und Identifikation“ (Kovce/Häni 2017) zu verbinden; vielleicht können wir in der Zukunft nur mehr arbeiten was uns gefällt, da Roboter und Computer die ungeliebten Aufgaben übernehmen und wir in einem neuen Wirtschaftsmodell finanziell absichert sind. Neue Ideen und Perspektiven sind gefragt – vielleicht kann ich mit BASICALLY INNOVATIVE etwas dazu beitragen.