HDIGH – Interview Future of Work Expertin Lena Glaser

Lena Glaser (c)MarlenaKönig

Zeitgerecht zum Women’s Entrepreneurship Day 2020 hat mich die junge Unternehmerin und Texterin Maria-Christina Schinko für ihren wunderschönen Interview-Blog “HDIGH – How did I get here” über meinen Weg von der Juristin zur Future of Work Expertin und Entrepreneurin, meine Vision, Purpose und Methode befragt.

Dank dem aufregenden Design ist es auch ästhetisch ein spannendes Projekt. Ich liebe es einfach mit aufstrebenden, kreativen Vordenkerinnen zusammenzuarbeiten. ❤️

Zum Interview

Der basically innovative x Salon im neuen Co-working Space Twostay in Wien. Zu Gast: Antje Enzi, Upleveled

Lena Glaser & Antje Enzi (c)SabrinaLuger

Wie wollen wir in Zukunft arbeiten? Die vergangenen Monate haben unsere Welt auf den Kopf gestellt, allen voran die Art wie wir arbeiten. Als im Jänner der basically innovative x Salon im Co-working Space DasPackhaus stattfand, konnten wir noch nicht ahnen, was in den darauf folgenden Monaten auf uns zukommen würde. Home-office und Remote work ist nun in fast keinem Unternehmen mehr wegzudenken. Das brachte neue Herausforderungen und wirft die Frage für uns alle auf: Wie wollen wir in Zukunft arbeiten?

Als Antwort auf die Krise ging der basically innovative x Salon von Lena Glaser auf Wanderschaft in Wiener Co-working Spaces. Am 19. Oktober war es wieder soweit: Wir trafen uns dieses Mal auf Einladung von Raphael Mikl, dem Co-Founder von Karma+Pitch im neuen Co-working Space Twostay in Wien Leopoldstadt.

Im Gespräch mit Gastgeberin Lena Glaser, Gründerin von Research Lab & Consultancy basically innovative aus Wien, war Antje Enzi, die Mitgründerin von UpLeveled, einem Ausbildungsprogramm (Boot-Camp) für berufliche Umsteiger*innen, die sich zu Programmierer*innen umschulen möchten.

New Work ist für die Unternehmerin, nicht nur aus persönlichen Gründen, ein wichtiges Thema. Denn durch ihre Arbeit lernt Antje Menschen kennen, die aus ihren Arbeitsverhältnissen ausbrechen und einen beruflichen Neustart versuchen wollen. „Das was bei uns im Bootcamp passiert, ist vor allem psychologisch besonders interessant. Es gibt verschiedene Gründe warum Menschen sich bei uns anmelden.“ So sind viele unzufrieden und suchen einen Beruf, der am Arbeitsmarkt gefragt ist und viel Flexibilität ermöglicht.

Antje ist es besonders wichtig, den Kursteilnehmer*innen aufzuzeigen, dass es ok ist, Fehler zu machen, und wie bedeutsam es ist, die eigenen Skills zu erkennen und diese als Stärke zu sehen: „Nachfragen ist okay, du kannst googlen und was nachschlagen, du musst nicht immer alles wissen.“

Müssen wir jetzt alle programmieren lernen? Sie ist überzeugt, dass das nicht erforderlich ist. Vielmehr sollten wir verstehen, wie diese Technologien funktionieren, was dahinter steht. So ist es für Antje auch keine Magie, jede und jeder kann Programmieren lernen.

Mentoring spielt wie auch für Lena bei Antje eine wichtige Rolle (zum New Work & Mentoring Blogartikel). Antje und Lena lernten sich beim Kick-off von WoMentor kennen. Als Mentorin in ihrem Bootcamp ist Antje stets engagiert, ihre Teilnehmer*innen durch Höhen und Tiefen zu begleiten. Das größte Erfolgserlebnis ist es für Antje, wenn sie anschließend an das Bootcamp eine Stelle finden.

Teilnehmer*innen Salon im Twostay

Für das Bootcamp melden sich viele Frauen an, mutige Menschen aus ganz unterschiedlichen Berufs- und Altersgruppen – dem Stereotyp „nerdiger, männlicher Programmierer“ wird so entgegen gewirkt. Für Antje ist das Thema Diversität gerade in technischen Berufen sehr wichtig. Sie ist überzeugt, dass Unternehmer*innen erkennen müssen, dass es viel mehr ist als ein Trend; sondern eine Notwendigkeit für Unternehmen, die erfolgreiche digitale Produkte auf den Markt bringen wollen.

Ein Safe Space für den Austausch

Coronabedingt trafen wir uns im kleinen Rahmen von sieben Personen; so entstand gemeinsam mit Lena und Antje eine angeregte Diskussion aller Teilnehmer*innen, in denen persönliche Erfahrungen und Arbeitskonzepte aus unterschiedlichen Kulturen (Russland, Österreich, Deutschland) einflossen. Zum Schluss sammelten wir die Take-Aways des Abends.

Takeaways Salon Twostay

„Ein magischer Abend ohne Magie zu benötigen. Von der ersten Minute an, wurde über individuelle Erfahrungen aus der Arbeitswelt gesprochen und trotzdem hatte jede Erfahrung in ihrer Aussage etwas gesellschaftlich relevantes für mich. So wurde der Abend von einer durchgehend spannenden Diskussion vorangetrieben, die Lena mit der nötigen Leichtigkeit moderierte. Neben den inspirierenden Insights von Interviewpartnerin Antje (Upleveled),  gab es für mich viel Platz zur Selbstreflexion und zum Erfahrungsaustausch untereinander, was sich jede/r Einzelne von der zukünftigen Arbeitswelt erwartet bzw. erhofft. Kurz und knapp, ich bin beim nächsten Mal gerne wieder dabei.“ Raphael, Co-Founder Karma + Pitch

„Ich schätze Lena und ihr Zukunftslabor basically innovative schon von Beginn an – die aktuellen Auswirkungen der Pandemie auf unsere Arbeitswelten macht diese Art der Auseinandersetzung nur noch wichtiger. Als Impulsgeberin beim basically innovative x Salon im Oktober 2020 hat mich vor allem begeistert, wie Lena es schafft vielen Ideen und Gedanken Raum zu geben und trotzdem konkrete Take-aways für alle TN zu schaffen.“ Antje Enzi, Co-Founderin Upleveled

Anmeldungen für den nächsten Salon ab sofort möglich: Anmeldung

Meine Reise in die neue Arbeitswelt: Blickfang 2020

Von Lena Marie Glaser

Ich bin echt immer beeindruckt, wieviele inspirierende, mutige Kreative und JungunternehmerInnen mittlerweile zu meinem basically innovative Netzwerk zählen. Bei der Designmesse Blickfang in Wien habe ich heute viele von ihnen getroffen. Wie zum Beispiel Marlies Forenbacher, Architektin und Gründerin von thezoo, Modedesignerin Klara Neuber, Matthias Nocker von VELLO BIKE und Christian Pauzenberger von vielö.

Im Gegensatz zu oft starren Strukturen in Organisationen, sprüht es hier vor Kreativität, Tatendrang und Innovation. Die aktuelle Situation macht es ihnen nicht gerade leicht, doch diese Menschen kämpfen darum, ein erfülltes, kreatives Leben zu führen. Sie entwickeln Produkte, die nachhaltig, mit Stil und Gespür für gesellschaftliche Fragestellungen sind.

Was können wir von Kreativen lernen? Resilienz, Co-creation, Innovationsgeist, „Thinking outside the box“ Mindset. Ihre Arbeitsweisen, ihre Gedanken und unser Austausch helfen mir seit vielen Jahren auf meiner persönlichen Learning Journey von der Juristin im Finanzministerium („alte Arbeitswelt“) zur agilen, kreativen Unternehmerin und Expertin für neue Arbeitswelten.

Die Architektin Marlies Forenbacher hat mit thezoo ein nachhaltiges, kreatives Underware Label für selbstbestimmte Frauen gegründet; ist damit erfolgreich unterwegs in der Vogue Portugal, Kurier Freizeit und wurde heute von ORF Wien Heute gefeatured. Zu unserem Interview

Klara Neuber ist junge Modemacherin und gründete ihr Label Klar, das mit natürlichen Materialien arbeitet. Sie kooperiert mit dem Traditionsbetrieb Mühlbauer Hüte aus Wien und wird regelmäßig in Modemagazinen, derstandard bis diePresse Schaufenster gezeigt.

Klara Neuber (c) Rafaela Pröll

Der studierte Sozioökonom Matthias Nocker vertritt mit seiner Radbegeisterung seit einem Jahr den Klapprad-Produzenten Vello aus Wien und ist damit sehr erfolgreich. Sowie Christian Pauzenberger, ehemals im öffentlichen Dienst jetzt mit eigenem Bio-Kosmetikunternehmen Vielö unterwegs.

Der Austausch und das Lernen mit ihnen zählt zu den schönsten Momenten in meinem Job.

Kreative & die Chancen in der Krise: Interview mit Marlies Forenbacher, Gründerin von thezoo

thezoo 2020 (c)VrindaJelinek

Marlies Forenbacher ist Architektin und Gründerin des Modelabels thezoo. Im Interview mit Lena Marie Glaser (basically innovative) spricht sie über Chancen in der Krise, neues Bewusstsein für nachhaltige, regionale Produktion, die unerwartete Rückkehr überholter Geschlechterrollen und was Unterwäsche für selbstbestimmte Frauen ausmacht.

Liebe Marlies, wie hat sich dein persönliches Arbeitsleben als Gründerin eines Slow Fashion Labels – thezoo – durch die Krise verändert?

Für mich als Gründerin bedeutete die Krise, dass ich von einem Tag auf den anderen eine neue Strategie entwickeln musste. Ich musste wieder bei Null beginnen. Mir wurde bewusst, dass es da keinen Plan geben kann, sondern dass das ein Vortasten im Dunkeln wird. Gleichzeitig ist es aber für eine Neu-Gründerin vielleicht einfacher, da ich sowieso nicht wissen konnte, wie mein 1. Jahr verlaufen wird.

Und wie hat sich die Krise auf dein Label thezoo ausgewirkt?

Als kleine Marke können wir uns momentan sicher über verhältnismäßig mehr Aufmerksamkeit freuen, müssen aber gleichzeitig auf einen unvorhersehbaren Markt und den geschädigten Handel reagieren. Das sind Herausforderungen, die Flexibilität, Kreativität und auch Gelassenheit erfordern. Für thezoo hat die Krise ausgelöst, den nächsten Schritt in Richtung Nachhaltigkeit zu gehen und auf neue Materialien zu setzen, die nicht nur lokal erzeugt werden, sondern maximale Hautverträglichkeit mit minimalen Impact auf die Umwelt vereinen. Es ist schön zu sehen, dass diese Themen an Bedeutung gewinnen!

Welche Chancen siehst du jetzt für einen nachhaltigeren Lebensstil?

Es ist zu beobachten, dass neue Wertigkeiten und Bewusstseinsebenen entstehen: So setzen viele Menschen auf Regionalität aus Solidarität. Es wird uns bewusst, wie sehr wir von internationalen Märkten, in der Modebranche vor allem Asien, abhängig sind. Der Konsum reduziert sich, die Wertigkeit steigt. Es wird weniger eingekauft und der Wunsch nach Nachhaltigkeit steigt an, besonders auch in der Mode. Die Krise hat die Möglichkeit eröffnet, neu über das Thema nachzudenken. Die Menschen hatten mehr Zeit sich zu informieren, und alles wird neu überdacht.

Wie erlebst du die Situation als Mutter von 2 Kindern, die „business as usual“ und Kinderbetreuung vereinbaren musste?

Zu Beginn des Lock-Downs schaffst du es, weil du deine Arbeit auf die Nächte verlagerst. Und plötzlich findest du dich wieder in den 1950er Jahren! Es wird von dir erwartet, als „Super-Frau“ alles gleichzeitig zu schupfen – Kinderbetreuung, Kochen, Job. Auf einmal stellt sich die Frage: Wer übernimmt was in der Familie? Für mich war überraschend, wie unsere Gesellschaft diesen Rückschritt einfach hinnimmt und kaum jemand rebelliert. Jahrzehntelang wurden unsere Rechte hart erkämpft, und jetzt finden das plötzlich alle ok? Ein typischer Satz von Frauen in meinem Umfeld war: Es geht schon. Aber warum muss es gehen?

DI Marlies Forenbacher, Gründerin von thezoo (c)ManuelZauner

Wie müssten sich die Rahmenbedingungen für berufstätige Frauen mit Kindern verbessern?

Wir müssen uns als Gesellschaft fragen: Wie kann es besser gehen? Es braucht neue Modelle um Frauen wie mich mit diesen Herausforderungen nicht allein zu lassen. Das ist extrem wichtig! Denn Frauen, die versucht haben alles zu schaffen, sind jetzt ausgebrannt. Und wir wissen ja nicht wie das alles noch weitergeht. In Holland war es beispielsweise erlaubt, dass sich vier Bezugspersonen die Kinderbetreuung aufteilen. Bei uns gibt es zwar in den Städten wieder Kinderbetreuung, aber am Land sieht das anders aus. Da müssen bessere Lösungen her.

Mit deinem Label thezoo möchtest du auch das Bild von Unterwäsche für Frauen neu denken. Warum ist das wichtig?

Der Labelname thezoo zeigt schon sehr gut auf, worum es uns geht – um Dessous, aber bewußt weniger romantisch. Wir wollen Wäsche, die sich zeigen lassen kann, ohne gleich ins sexy Eck abzudriften, ähnlich wie Bademode. Wir haben bemerkt, dass einige Kundinnen es dennoch zum Schwimmen verwenden, und dabei sind wir selbst erst draufgekommen, wie praktisch das ist. Unterwegs auf Reisen hast du damit jederzeit einen Bikini dabei.

In der Krise haben sich viele Frauen daheim bequemer gekleidet, warum sollten wir das im Büro nicht dürfen? Warum brauchen wir Push-ups, und wer bestimmt das? In einigen Interviews mit Frauen hat sich sogar gezeigt, dass Unterwäsche für Frauen oft auch ein Schutz ist. Das zu hinterfragen, finde ich sehr wichtig. Wovor müssen wir uns denn schützen?

Für welche Frauen ist eure Unterwäsche entworfen?

Wir richten uns an Frauen, die selbstbestimmt leben wollen. Die ihre Dessous nicht kaufen, um jemandem anderen zu gefallen. Wir möchten von dem Bild wegkommen, dass Unterwäsche „sexy“ sein muss. Was wir brauchen ist Halt und Freude, wir müssen aber nicht einem Fremdbild entsprechen. Es ist wie schöne Bettwäsche: Sie macht deinen Schlaf besser, aber es sieht sie keiner! Was man aber durchaus merkt, ist, dass man ausgeschlafener wirkt.

Daher sind uns der superweiche Stoff, aber auch kleine Details wichtig, wie die im Inneren gedruckte Waschanleitung anstatt kratzigen Labels. Unsere Farben, die wir am Morgen für unseren intimsten Layer auswählen sind wie „silent music in your head“. Wir wollen, dass sie unsere Kundinnen erstrahlen lassen. Egal ob du sie herzeigst oder nicht, es macht etwas aus dir, mit dir, es bleibt bei dir. So haben wir zum Beispiel gelbe Unterwäsche für graue Regentage.

Im Herbst 2020 kommt die neue thezoo Kollektion raus. Was hat es mit dem Motto „Who are you when nobody is watching?“ auf sich?

Im Lock-Down hatten wir plötzlich nur mehr das Selbstbild. Wir konnten uns kleiden, wonach uns war und mussten kein Fremdbild erfüllen. Darauf nimmt das neue Motto der Kollektion im Herbst Bezug. Wenn niemand hinschaut, wer bist du dann? Die neue Kollektion, die aus dem in Vorarlberg produzierten Tencel Stoff genäht wird, ist für all jene Frauen, die etwas für sich tun wollen, die angenehme und schöne Unterwäsche suchen und dabei auf Regionalität und Nachhaltigkeit achten.

Marlies, danke für das Interview!

Mentoring für die neue Arbeitswelt

Derzeit sucht derStandard als Medienpartner von WoMentoring, einem Mentoringprogramm für Frauen, nach neuen Mentees. Ich wurde eingeladen einen Text darüber zu schreiben; Teile davon wurden in der Printausgabe am 19.9.2020 veröffentlicht. Auf meinem Blog könnt ihr die ungekürzte Version nachlesen.

Von Lena Marie Glaser

Gestern Abend war es wieder so weit. Unsere von Catrine initiierte „Amazing Business Women“ Gruppe traf sich auf ein gemütliches Abendessen im Motto in Wien. 2019 aus dem WoMentoring entstanden, tauschen wir uns regelmäßig aus, empowern und vernetzen uns. Wir, das sind engagierte, junge Frauen mit verantwortungsvollen Positionen; die meisten sind Führungskräfte in etablierten Unternehmen, einige – so wie ich – selbst Unternehmerinnen.

In letzter Zeit nehme ich den Wunsch junger Frauen nach einer Mentorin, einem Mentor verstärkt wahr. Mentoringprogramme liegen im Trend – und WoMentoring ist eines der etablierten. Viele suchen nach einem Austausch außerhalb des eigenen Unternehmens, nach Feedback, Vernetzung und persönlicher Begleitung bei der beruflichen Weiterentwicklung.

Auch bei mir war das so. Als ich 2017 mein Leben auf den Kopf stellte und meine etablierte Position als juristische Referentin im Finanzministerium an den Nagel hängte, begann ich zu erforschen, wie junge Menschen in Zukunft arbeiten wollen. Ich startete meinen Blog basicallyinnovative.com, begab mich auf Lernreisen in neue Arbeitswelten und teilte so die neu gewonnenen Perspektiven. Schritt für Schritt nahm die öffentliche Aufmerksamkeit zu: Vorträge, Arbeitsgruppen, Publikationen und Interviews für TV, Radio, Podcasts und Printmedien. Meine Plattform wurde größer – eine völlig neue Herausforderung für mich.

Ich wünschte mir daher eine Sparringpartnerin, entdeckte Nana Siebert in der WoMentoring-Ausschreibung im derStandard und bewarb mich. Im Rahmen einer journalistischen Ausbildung hatte ich die engagierte, ermutigende Journalistin und Medienmanagerin kennengelernt. Eine Frau, die ihren Weg geht und offen ist für Veränderung und neue Zugänge. Also Eigenschaften, die ich sehr schätze. Unsere Mentoring-Treffen, die ich strukturiert vorbereitete, waren daher sehr bereichernd. So wie auch der Austausch mit den Mentees – mittlerweile unsere „Amazing Business Women“.

Im Jahr 2020 heißt gutes Mentoring: „Wir treffen uns auf Augenhöhe“. Das lebe ich nun auch selbst als Sparringpartnerin für junge Frauen, die sich an mich wenden. Es geht darum, mit Mentoring zu empowern, Wege aufzuzeigen und zu vernetzen. Und es ist ein unglaubliches Gefühl, wenn Mentorin und Mentee mit frischen Perspektiven, gestärkt und einem Lächeln nach Hause gehen.

Mehr dazu: Der LinkedIn Artikel „Mentoring & die Zukunft der Arbeit – Meine 3 Learnings für New Work“

Meine Reise in die neue Arbeitswelt: Social Entrepreneurship & New Work

Lena bei ihrem basically innivative x Salon im DasPackhaus (c)MarlenaKönig

Von Lena Marie Glaser

Diese Woche tauschte ich mich mit Social Entrepreneurship Network Austria Geschäftsführerin Constanze Stockhammer im magdas Social Business Hotel & Café aus, interviewte die amerikanische Soziologin & UX Designerin Elif Alp-Marent, Ph.D. zu ihrem Beruf und ihrer Lebensstory, frühstückte mit der Regisseurin Clara Stern und unterhielten uns über Casting als Recruiting im Film, gutes Leadership, Geschlechterrollen und die nächste Generation. Ich traf die aufstrebende Recruiting Expertin der Wiener Städtischen Michaela Stoiser zum Kaffee. Und sinnierte mit Mathias Lukas, dem Community Manager des neuen Co-working Space in Wien TSH Collab im Instagram-Chat über gutes (Arbeits)Leben und Leadership.

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Wien. Am Mittwoch traf ich Constanze, Geschäftsführerin von SENA, dem österreichischen Netzwerk für Social Entrepreneurship im Social Business MAGDAS Hotel in Wien. Sie hat mir von ihrer Aufgabe erzählt, die sie mit voller Passion vorantreibt, mit einem Elan und einer Begeisterung, die ansteckt. Sie gab Einblicke in Erfolgsgeschichten aus der Welt der Social Businesses: von myAbility bis zu Talentify.

Constanze hat mich gefragt, was ich unter New Work verstehe. Meine Antwort: Für mich geht es um eine neue Haltung, einen neuen Mindset in allen Bereichen unsere Arbeitswelt. Neues Arbeiten heißt nicht, neue Strukturen einführen und hoffen, dass sich dann etwas verändert.

Sondern bewusst die Menschen in der Transformation zu begleiten. Umdenken und Sensibilität ist gefragt; Bewusstsein schaffen, Mut haben, Ängste abbauen und neues Lernen. Sich vernetzen, empowern und Freiräume schaffen für den Austausch auf Augenhöhe.

Ist das Luxus für einige Privilegierte? Das diskutierte ich mit Recruiterin und Arbeitspsychologin Michaela. Wir waren uns einig: Dieses Umdenken ist in allen Bereichen der Arbeitswelt notwendig. Es ist kein Privileg für einige, sondern erforderlich, um die Transformation aktiv mitzugestalten.

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Lernen von der skandinavischen Arbeitskultur – Fehlerkultur

Text & Fotos: Lena Glaser

Früher war mir das nicht so bewusst. Da hatte ich einfach ein ungutes Gefühl, manchmal sogar Angst, wenn etwas nicht so klappte. Ich versuchte alles, um nur ja die Erwartungen an mich und meine Rolle zu erfüllen; nur keine Fehltritte erlauben.

Das begann bereits in der Schule, setzte sich im Studium fort und natürlich auch im Berufsleben. Ich wollte alles richtig machen, meine Aufgaben makellos erfüllen, eine Ausbildung und Karriere zu machen, die von mir erwartet wurde.

Neustart, neue Skills und Haltung. Erst als ich beschloss, dass ich mein Leben neu starten muss um glücklich sein, begann ich sehr langsam meine Haltung zu Fehlern zu ändern. Mein neues Umfeld weist mich manchmal humorvoll darauf hin, dass ich jetzt doch wieder im alten Muster gelandet bin: Die Perfektionistin Lena.

Ich bewege mich seither laufend außerhalb meiner Komfortzone: Egal ob als Autorin, als Vortragende und Interviewpartnerin, als Researcherin, als Entwicklerin meiner ersten Website, meines Blogs, meines Newsletters, als Kuratorin und Moderatorin meiner eigenen Events, als Expertin und Impulsgeberin für Vorstände und Ministerbüros.

Das macht sehr viel Spaß, ist aber auch unglaublich anstrengend und von Selbstzweifeln begleitet. Warum ich trotzdem weitermache? Weil ich weiß, WARUM ich es tue (Purpose, Vision). Weil ich Menschen um mich herum habe, die mich bestärken, mir Feedback geben und Kritik äußern. Und weil ich meine Fehler nicht mehr als persönliches Versagen sehe, sondern als Möglichkeit zu wachsen. Zumindest gelingt es mir immer öfters…

Ein neuer Mindset. Dr. Carol Dweck, Professorin für Psychologie an der Stanford University, unterscheidet hier zwischen dem Fixed Mindset und dem Growth Mindset, der es ermöglicht uns mehr zuzutrauen, neue Fähigkeiten zu entwickeln und Fehler anders zu beurteilen. So können wir auch in Dingen richtig gut werden, die uns nicht schon in die Wiege gelegt sind.

Lena, unterwegs in Kopenhagen

#copenhagen2020 Auf meiner mehrwöchigen New Work Entdeckungsreise in Kopenhagen (kurz vor Beginn der Corona-Krise) im Jänner 2020 entdeckte ich eine andere Fehlerkultur: Vertrauen und viel Mitgestaltungsräume sind in dänischen Unternehmen vom innovativen Start-up bis zum Tech Konzern ganz selbstverständlich.

Passieren Fehler, werden diese analysiert und daraus gelernt. Mit dem Finger zeigen und Verurteilungen – so wie bei uns üblich – gibt es so nicht. Das erzählten mir junge Millennials aus der DACH Region (Deutschland, Österreich, Schweiz), die nach Kopenhagen gekommen sind, um hier zu arbeiten.

Die Menschen haben so die Sicherheit neue Dinge auszuprobieren. Nicht umsonst ist Kopenhagen bekannt als Mekka für innovative Architektur und Design. Offenheit, Innovation, Nachhaltigkeit sind hier gelebte Werte.

Besonders die Covid-19-Krise zeigt uns doch ganz klar, dass es diese neuen Antworten braucht.

Eine neue Fehlerkultur. Sie kann uns helfen, mit unerwarteten Schocks besser umzugehen. Dazu ist Offenheit, Vertrauen und Empathie notwendig. Vor allem braucht es mutige, kritische Menschen, die sich trauen von den eingeübten Ritualen abzugehen. Standardlösungen helfen in dieser hoch komplexen Welt nicht mehr, die vielfach als VUCA Welt zusammengefasst wird.

Losstarten. Wir müssen uns jetzt auf den Weg machen, neue Lösungen und Konzepte ausprobieren. Fehler zulassen und davon lernen ist die Methode um weiterzukommen – für jeden Menschen und jede Organisation. Nur so können wir unsere Zukunft der Arbeit mitgestalten. Das Wirtschaftsmagazin Brandeins hat das in einem Instagram-Posting bestens umrissen:

„Einfach machen. Könnte ja gut werden.“

Future of Work School Lab 2019: Wie wollen junge Menschen arbeiten?

Lena Marie Glaser, AHS Wien (c)ApolloniaTheresiaBitzan

Lena Marie Glaser erlebt den aktuellen Wandel in unserer Arbeitswelt als Chance, um die Frage aufzuwerfen, wie wir eigentlich arbeiten wollen. UN GLOBAL COMPACT Deutschland, 2018 Zum Expert Paper

Text: Lena Marie Glaser

Artikel mit Corona-Update Juli 2020 aktualisiert

Auf meinen Future of Work Learning Journeys lerne ich viele engagierte Menschen kennen, die ihr Arbeitsumfeld mitgestalten möchten. Sie erkennen was schief läuft und haben konkrete Ideen, wie diese Probleme zu lösen sind. Doch oft werden sie nicht gehört, spüren Widerstand und Desinteresse.

Das sind Menschen, denen es eben nicht egal ist, wie sie und ihr Umfeld arbeiten. Die Verantwortung übernehmen wollen. Die besonders qualifiziert sind und irgendwann keine Lust mehr haben, nicht gehört zu werden. Es sind besonders die engagierten, kritischen jungen Frauen, von denen Organisationen in Zeiten des Fachkräftemangels und der Krise lernen können, um sie zu gewinnen und zu halten.

So wie „Chefsein“ heute gelebt wird, darauf haben besonders junge Menschen keine Lust mehr. Lieber wollen sie sich spezialisieren und weiterbilden, als im mittleren Management zerrieben zu werden – zwischen mangelnder Wertschätzung und Dauerstress. Sie ziehen eine ausgewogene „Work-Life-Balance“ dem Burn-out vor.

Nicht nur die Generation Y (Millennials) will das; es ist die Generation Z über die auf Personalkongressen und in den Medien viel gesprochen wird. Diese Jugendlichen, die noch in der Schule oder in Berufsausbildung sind, wünschen sich ernst genommen zu werden. Sie verlangen nach Führungskräften, die ihnen zu hören, Leadership zeigen, Verantwortung übernehmen und Entscheidungen im Interesse des Teams treffen.

2019 wurde ich von der Klassenleiterin eines Wiener Gymnasiums gefragt, ob ich mit ihren SchülerInnen arbeiten möchte. Ich war sofort begeistert, wollte mehr wissen und mit den Jugendlichen, der Generation Z, selbst sprechen.

Ich entwickelte das Konzept Future of Work Lab für junge Menschen: In einem 2-3 stündigen Workshop sind die Jugendlichen eingeladen nachzudenken und sich darüber auszutauschen, wie sie sich ihre Arbeitswelt der Zukunft vorstellen und was sie brauchen, um gut arbeiten zu können.

(c) ApolloniaTheresiaBitzan

Die Ziele. Einerseits sieht das Konzept vor, praxisnahes und evidenzbasiertes Wissen über den Wandel der Arbeitswelt zu vermitteln. Thematisch kreist der Impulsvortrag daher über neue Arbeitsformen bis zu den Arbeitsorten der Zukunft.

In einem sicheren Raum können die Jugendlichen ihre persönlichen Erwartungen formulieren und werden bestärkt in den eigenen Vorstellungen. Gemeinsam mit ihren Peers tauschen sie sich aus und reflektieren. Dabei erkennen sie ihre persönlichen Potentiale und werden motiviert, diese zu entfalten.

Im Dezember 2019 war es soweit. Im Wiener Amerlinggymnasium fand das 1. Future of Work Lab mit den 16-17 jährigen Jugendlichen der 7. Klasse statt. Wir starteten mit einer bunten Runde, in der sich alle mit ihrem Namen und persönlichen Leidenschaften und Zukunftsvisionen vorstellten. Anfangs zögerlich, entstand zunehmend eine engagierte Diskussion.

Im Impulsvortrag baute ich die dadurch gewonnenen Perspektiven der Jugendlichen ein. Dann formten die SchülerInnen kleine Gruppen und begannen die Themen aus dem Vortrag aufzugreifen, zu brainstormen und mit Post-its ihre Vorstellungen zu notieren und aufzumalen. Die Klassenleiterin und ich beobachteten, unterstützten, hörten aufmerksam zu und lernten von ihren Gesprächen und Gedanken:

Erstaunlich klar und pragmatisch formulierten vor allem die Mädchen ihre Bedürfnisse und Wünsche. Die Themen kreisten um Leadership, Einkommen, Lebensqualität, Vereinbarkeit mit Familie. Die Jugendlichen in der Schlussrunde über die Rolle von Führungskräften:

Böse Chefs werden aussterben. Wer kommt? Führungskräfte, die unterstützen, nicht abwerten und kontrollieren.

Mein Chef/Chefin soll Leitfigur sein und wissen, wie man Menschen behandelt, fair sein und eine Vision vorgeben.

Mein Chef/Chefin soll motivierend sein.

(c) ApolloniaTheresiaBitzan

Kurz danach begann meine Learning Journey in Kopenhagen #copenhagen2020 und bestätigte meine Erkenntnisse aus dem Future of Work Lab im Amerlinggymnasium. Wie immer erforschte ich mit der Basically Innovative Methode diese neue Arbeitswelt und lernte die nordische Arbeitskultur kennen. In meinen Gesprächen mit jungen Frauen und Männern aus Österreich, Deutschland und der Schweiz, die in Dänemark arbeiten, wurde eines klar:

In Dänemark gibt es einfach eine ganz andere Arbeitskultur. Eine Kultur, in der wir viel lieber arbeiten: Keine Angst vor Fehlern, die Führungskraft gibt den Rahmen aber lässt autonom arbeiten, Vertrauen vor Kontrolle.

Was können wir daraus lernen? Auch wir brauchen eine Arbeitskultur auf Augenhöhe und ein neues Verständnis von Leadership. Organisationen können so die besten kritischen, engagierten Köpfen gewinnen und halten, die neue Herausforderungen der Zukunft klug und kreativ lösen.

Das beginnt im Recruiting in dem Führungskräfte nach Sensibilität, Mut und Reflexion ausgewählt werden. Engagierte VordenkerInnen in der eigenen Organisation sind zu ermutigen, Verantwortung zu übernehmen.

Rolemodels sind sichtbar zu machen und begleitende Weiterbildungen, Supervision, Coaching und Mentoring anzubieten. Außerdem können Veranstaltungen Bewusstsein schaffen und das Lernen voneinander ermöglichen. Der Basically Innovative x Salon im Jänner 2020 in Wien hat gezeigt, wie das gehen kann.

Mehr Fotos vom Future of Work Lab auf Instagram

Ein garantiertes Zukunftsrezept für erfolgreiche Unternehmen? Jungen, qualifizierten Frauen zuhören!

Lena Marie Glaser (c) Pflaum

Lena Marie Glaser erlebt den aktuellen Wandel in unserer Arbeitswelt als Chance, um die Frage aufzuwerfen, wie wir eigentlich arbeiten wollen. UN GLOBAL COMPACT Deutschland, 2018 Zum Expert Paper

Text: Lena Marie Glaser

Artikel wurde aktualisiert für den Weltfrauentag 2020.

Viel wird über die Auswirkungen der Digitalisierung auf unseren Arbeitsmarkt berichtet und auf Veranstaltungen diskutiert. Wir lesen, die Generation Y (Millennials) und Z wollen anders arbeiten. Und es stimmt.

Aufgewachsen in einem F.O.M.O. (Fear Of Missing Out) Umfeld, sind wir überwältigt von unseren Möglichkeiten. Wir überlegen und entscheiden nun ganz genau, für wen wir arbeiten wollen. In letzter Konsequenz machen wir uns selbstständig.

Das ganze Berufsleben für ein böses Unternehmen schuften? Nein danke! Lieber wählen wir unsere Arbeitgeber danach aus, welche Rahmenbedingungen und Purpose sie uns bieten.

Besonders reflektierte, junge Frauen wie ich formulieren ihre Anforderungen an Arbeitgeber sehr konkret. Wir fordern Respekt ein, faire Bezahlung und Mitbestimmung. Wir befinden uns im Jahr 2020. Eigentlich unglaublich, dass wir noch immer benachteiligt sind, in dieser Arbeitswelt von heute. Unzählige persönliche Geschichten bestätigen das.

Mit basically innovative gebe ich diesen engagierten Stimmen seit 2017 eine Plattform. Als ausgebildete Juristin artikuliere ich Ungerechtigkeiten und Fehlentwicklungen, zeige zukunftsorientierte Lösungen auf. Ich setze mich für eine wertschätzende Arbeitskultur ein, die nicht krank macht. Mehr dazu

Für meine basically innovative Learning Journey 2019 habe ich genau analysiert und diskutiert, wie sich die Arbeitswelt in Österreich ändern soll und wie das gehen könnte. Ich besuchte Veranstaltungen, aber auch Unternehmen und unterwegs sprach ich mit ganz unterschiedlichen Menschen aller Altersgruppen.

Mit mutigen Aussteigerinnen und etablierten Personalentwicklern. Mit engagierten Nachwuchsführungskräften, einfachen Angestellten aber auch mit Arbeitssoziologinnen und Sozioökonomen, PolitikerInnen, Studierenden, LehrerInnen und UnternehmensberaterInnen, ArchitektInnen und Künstlerinnen.

Egal wen ich getroffen habe, auf welcher Konferenz oder in welchem Unternehmen ich war – das Thema Arbeit lässt niemanden kalt. Der eigene Job hat für die meisten eine sehr große Bedeutung, viele hat er krank gemacht.

Früher machte Arbeit körperlich krank, heute psychisch. Seit 2004 haben die Krankheitstage aufgrund psychischer Erkrankungen um nahezu 71,9 % zugenommen, so die Soziologin Prof. Dr. Heike Ohlbrecht bei der Demografietagung in Wien.

Es muss sich daher etwas ändern. Das ist der Grundtenor meiner Forschungsreise. Organisationen müssen sich um das Wohl ihrer MitarbeiterInnen kümmern. Rechtliche Rahmenbedingungen müssen geschaffen werden, die unseren heutigen Anforderungen entsprechen – im Interesse der arbeitenden Menschen.

Doch wie genau? Ganz konkret wünschten sich viele meiner GesprächspartnerInnen eine offene, wertschätzende Gesprächskultur mit der Führungskraft, mehr Autonomie und weniger Kontrolle, Arbeitszeitmodelle, die wir selbst mitbestimmen können und Unterstützung bei der persönlichen Weiterentwicklung.

Wir brauchen Rahmenbedingungen, die uns nicht hindern, sondern fördern.

Besonders qualifizierte Nachwuchskräfte wählen hier genau aus. Bietet mir der potentielle Arbeitgeber meine gewünschten Rahmenbedingungen? Wir fragen bereits im Jobinterview nach Home-Office, Bildungskarenz, Teilzeit oder Fortbildungsmöglichkeiten und achten auf die Atmosphäre im Büro.

Überraschend viel wurde auch beim Industriefestival in der Linzer Tabakfabrik von einer neuen Unternehmenskultur gesprochen, die Menschen im digitalen Wandel mitnimmt. Ich tauchte in die sehr traditionell, männlich geprägte Welt einer technischen Branche ein.

Hier fehlten leider die reflektierten, jungen Expertinnen, die Impulse geben. Schade für die Branche, denn wir wollen eine Unternehmenskultur für alle und wissen wie das geht.

Im Gespräch mit Christian Kabusch, HR Business Partner / Head of Digitalization and Transformation bei Siemens Österreich waren wir uns beide einig. Es braucht mehr Vielfalt und Diversität in Industrieunternehmen.

Siemens ist es wichtig, sich als guter Arbeitgeber für junge Menschen zu positionieren. Neue spannende Konzepte werden entwickelt. Doch werden sie auch die Perspektive qualifizierter, junger Frauen berücksichtigen?

Eine absolute Notwendigkeit für Unternehmen, wie die Studie Deloitte Millennials Survey 2019 für Österreich eindeutig aufzeigt. Unternehmen müssen Diversität ernst nehmen, um für Nachwuchskräfte interessant zu bleiben. Dieser weltweiten Befragung von rund 16.000 Millenials zufolge,

… müssen Unternehmen daher eine Unternehmenskultur entwickeln, die Diversität und Inklusion ermöglicht.

Mehr und mehr qualifizierte Nachwuchskräfte arbeiten daher lieber im Social Business, als im gewinnorientierten Corporate. Bei den Wiener Impact Days 2019, sprach ich mit einigen von ihnen. Diese Veranstaltung ist eine Plattform für Unternehmen, Startups und Investoren, die soziale Innovation bei ihren Geschäftsmodellen in den Vordergrund stellen.

Marie, Anfang 20 und Studentin der Sozial- und Kulturanthropologie: Junge Frauen denken anders. Daher sollten Unternehmen uns zuhören, um in Zukunft als Arbeitgeber attraktiv zu bleiben.

Davon könnte auch die exklusive Welt des Darwin’s Circle, der Digitalisierungskonferenz in Wien, lernen. Als aufmerksame Beobachterin auf Einladung der Wirtschaftsagentur Wien besuchte ich die hochkarätigen Vorträge mit Impulsgebern vom Wikipedia Gründer bis zum deutschen Minister aD. im Wiener Palais.

Doch auch hier fehlten wir wieder. Als Impulsgeber waren fast ausschließlich ältere und jüngere Männer geladen. Junge Frauen sind hier Zuhörerinnen oder Hostessen.

Mit einer dieser engagierten Studienabsolventinnen, die hier ohne Bezahlung das Event hosteten, sprach ich darüber: Ich arbeite auch ehrenamtlich mit Kindern, sagte die Anfang 20jährige sinngemäß, doch das ist für mich etwas ganz Anderes. Hier geht es darum, mögliche Kontakte für spannende Jobs zu bekommen.

Dass ihre kluge Stimme gehört wird, darum geht es bei diesem Event nicht. Die gleichaltrigen, eher farblosen Männer hingegen laufen an diesem Tag in ihren Anzügen herum, bieten den hochkarätigen Gästen auf Augenhöhe ihre Visitenkarten an.

Die deutsche Zeit Online schreibt dazu: Es geht Männern weniger darum, jungen Frauen eine Chance zu geben, sondern vielmehr um den eigenen Machterhalt. An dieser Stelle hat sich die Unternehmenskultur trotz Quotengesetz nicht ernsthaft gewandelt. Zum Artikel

Doch es gibt viele hoch qualifizierte Frauen so zwischen Mitte 20 – 40, die diese enge, verstaubte Arbeitswelt aufbrechen wollen. Beim Business Riot diskutierten wir die Möglichkeiten von New Work für ein besseres Arbeiten und erarbeiteten konkrete Umsetzungsstrategien.

Auch beim Kick-off des jungen Frauen Mentoringprogrammes WoMentor im Wiener DasPackhaus tauschten wir uns darüber aus und entwickelten zukunftsorientierte Lösungsansätze. Ich selbst bin Mentorin in diesem Programm und begleite eine aufstrebende, junge Frau auf ihrem Karriereweg in die Zukunft. Über Mentoring

Immer mehr tolle Frauen schließen sich zusammen. Sie wollen gemeinsam die Arbeitswelt für alle verbessern. Auch ich bin Teil so eines Kollektives erfahrener, reflektierter junger Frauen. Wir wollen Menschen und Organisationen ganzheitlich und nachhaltig dabei unterstützen, bessere Arbeitgeber zu werden. Daher…

Liebe Veranstalter und Unternehmer holt euch die Expertise und den Weitblick reflektierter, qualifizierter junger Frauen! Denn sie sind es, die euch erfolgreich machen. Ich unterstütze euch dabei, diese richtig anzusprechen und für euch zu gewinnen.

Bekommen wir dann die richtigen Rahmenbedingungen, top-down Unterstützung und Handlungsfreiräume, habt ihr das Erfolgsrezept für eure Zukunft gefunden. Denn so verbessert sich garantiert die Unternehmenskultur und Produktivität sowie Innovationskraft steigen. Mehr dazu

Und jetzt? Die umfassenden Erkenntnisse meiner intensiven Learning Journeys teile ich mit euch seit 2017. Daher seid ihr nun gefragt!

Schreibt mir, wie wir gemeinsam etwas verändern können. Ich unterstütze ausgewählte Unternehmen mit meiner Expertise.

Für Anfragen zu meinem Angebot und Terminvereinbarungen schreibt mir ein Email.

Der basically innovative x Salon im Co-working Space DasPackhaus in Wien – Kickoff

(c) Marlena König

Der Kick-off fand am 30. Jänner 2020 im Wiener Co-working Space Das Packhaus statt: Lena lud zum 1. basically innovative x Salon. Als Gastgeberin und Kuratorin des Abends konzipierte sie einen einen Abend für alle, die sich die Frage stellen: Wie wollen wir in Zukunft arbeiten?

Lena Glaser gab in ihrem Vortrag Einblicke in ihre Feldforschung in Kopenhagen, Dänemark, von der sie kurz davor zurück gekehrt war. Was sie dort gelernt hatte? Kurz zusammengefasst: In Dänemark gibt eine Fehler-, Vertrauens- und Leadershipkultur. Mehr dazu

Lena Glaser (c)MarlenaKönig

Anschließend Lena matchte ihre Teilnehmer*innen sorgfältig, um einen branchenübergreifenden Erfahunungsaustausch zu ermöglichen. Mit dem Format Slow Dating konnten sich immer zwei persönlich unterhalten, die sich sonst bei üblichen Branchenveranstaltungen nicht begegnen: aus Unternehmen, Journalismus, öffentlichem Dienst, aus kreativen Berufen.

Jede/r konnte sein, wie sie/er ist.

Das Ziel der Veranstaltung war es einen Safe space zu gestalten, um eine echte Kommunikation – abseits von oberflächigem Smalltalk – zu ermöglichen. In der Abschlussrunde meldeten sich sogar introvertierte Menschen zu Wort und teilten ihre Ideen und Gedanken. Die Teilnehmer*innen bekamen so die Möglichkeit „vom Hamsterrad zur Inspiration zu kommen.“

Die persönlichen Take-aways wurden auf Post-its verewigt und eingesammelt. In der Abschlussrunde wurde abschließend gemeinsam reflektiert:

Danke, es war wirklich toll. Ein super Format: modern, frisch und jung. Super Inputs und Austausch. Christian Hillgartner, SIEMENS

Vielen Dank für deine Erfahrungen und Impressionen und vor allem für den angenehmen und lockeren Rahmen! Andrea König, WIEN ENERGIE

I can’t wait for the next one already Lena – danke für alles gestern! Imran Rehman, Leadership Coach & Co-Founder kokoro

Ihr wollt beim nächsten Salon dabei sein? Schreibt an: info@basicallyinnovative.com

So geht New Work. Das können Unternehmen von uns Millennials lernen.

Gründerin Lena Marie Glaser (c) Pflaum

Text: Lena Marie Glaser

2017 hat sich mein Leben radikal verändert. Früher bin ich von 9.00 bis 17.00 am Schreibtisch gesessen, habe mit Bauchweh Dienst nach Vorschrift gemacht und mich um 10.00 auf die Mittagspause gefreut. Jetzt lebe ich so, wie es zu mir und meinen Bedürfnissen passt.

Ich bin unterwegs, folge achtsam meiner Intuition, arbeite wann ich Lust habe und entscheide jeden Tag aufs Neue, wo ich arbeiten will. Ich sammle Ideen, erforsche neue Strategien, treffe auf inspirierende Vordenkerinnen und Vordenker. Bin offen für neue Begegnungen und schnelle Veränderungen.

Dabei versuche ich die Balance zu finden, um mich nicht zu überfordern. Denn Grenzen setzt mir hier niemand. Das muss ich schon selber tun. Und das kostet manchmal echt viel Kraft. Dafür ist es hilfreich und notwendig, dass ich mich sehr gut kenne, hochgradig reflektiert bin. Ich setze mich viel mit mir selbst auseinander, mit meinen Bedürfnissen und Wünschen.

Ich habe in der Zwischenzeit unglaublich viele junge, engagierte Leute getroffen, die so wie ich keine Lust mehr auf diese alte Arbeitswelt haben. Genervt vom Dauerstress frustriert gegen Betonwände zu laufen in einer Kultur, die geprägt ist von „So haben wir das immer schon gemacht“. Umgeben von überforderten und ungeeigneten Chefs und starren Strukturen.

Eine repräsentative Umfrage 2016/17 des BMASK zur Häufigkeit von Burnout in Österreich zeigt, dass nur 52 Prozent als gesund zu betrachten sind. Besonders unter 30-jährige sind besonders betroffen. Link

Jeden Tag höre ich Menschen zu, die ihre Arbeit krank gemacht hat, die frustriert und unmotiviert sind. So unterschiedlich die einzelnen Geschichten sind, doch alle eint eine große Unzufriedenheit mit dem Status-Quo. Besonders junge, hoch-qualifizierte Beschäftigte ziehen daraus ihre Konsequenzen.

Parallel Fair 2017, Wien
(c) Glaser

Sie suchen sich Unternehmen, die ihnen Arbeitsbedingungen bieten, die auf ihre Lebensumstände Rücksicht nehmen. Wo sie fair bezahlt werden, viel Autonomie haben und ein wertschätzendes Arbeitsklima spüren. Das können junge Start-ups sein oder zukunftsorientierte Unternehmen, die schon begriffen haben, dass sie etwas ändern müssen.

Auf meinen Forschungsreisen und beim Aufbau meines eigenen Unternehmens treffe ich laufend tolle, visionäre Changemaker, die traditionellen Organisationen den Rücken gekehrt haben. Sie haben beschlossen, sich selbstständig zu machen oder zumindest ihre Arbeitszeit zu reduzieren. Ihrem Traum folgend, selbstbestimmt leben zu wollen.

Lena Glaser (c) Pflaum

Mit einigen dieser wunderbaren Menschen arbeite ich zusammen. Mit Fotografinnen und Designern, mit Projektmanagerinnen und Coaches, mit Architektinnen, Soziologinnen und Ökonomen, mit Lehrerinnen, Start-up Gründern und Developern.

Uns eint eine offene Haltung, Neugierde, Achtsamkeit und Wertschätzung, Respekt. Teamorientierung und Kollaboration stehen im Vordergrund. Projektbezogen arbeiten wir zusammen, in Kollektiven stärken wir uns.

Doch nicht jeder Mensch ist für die Selbstständigkeit geschaffen. Es braucht daher neue Organisationen, die Autonomie anbieten, uns fördern und stärken und absichern. Wo wir mehr sind als kleine Zahnräder in einer großen Maschine. Doch leider drängen viele Arbeitgeber ihre Beschäftigten in Richtung Selbstständigkeit.

Organisationen müssen umdenken, wenn sie Innovation fördern und die besten Leute halten wollen. Arbeit neu denken, auf Augenhöhe treffen ist die Devise. Mehr dazu im Blog

Das geht Schritt für Schritt, mit Pilotprojekten und viel Achtsamkeit. Mit Mut und Austausch auf Augenhöhe, Lernen von Vorreitern und internationalen Beispielen. Die skandinavische Arbeitskultur sehe ich als Inspiration, dort ist die Vereinbarkeit von Arbeit und Privatleben Normalität, der wertschätzende Umgang miteinander, viel Selbstverantwortlichkeit. Da macht auch mal der Chef Kaffee für sein ganzes Team. Brandeins Blog

Im schwedischen Unternehmen Sweco gibt es keine Meetings vor 9 und nicht am Abend, Manager sollen früh oder nachts keine eMails schreiben. Es wird erwartet, dass sie ein Leben außerhalb des Büros haben. Viel wird miteinander auf Augenhöhe gesprochen, Transparenz ist zentral, es gibt Karrierepläne und Coaching für den Nachwuchs, deren Ideale und Bedürfnisse werden ernst genommen.

3 Dinge die es braucht: Wertschätzung, Achtsamkeit und Offenheit für neue Zugänge. Dann kommt die Innovation und die besten Talente bleiben.

Bietet mir der potentielle Arbeitgeber meine gewünschten Rahmenbedingungen? Gerade die Jüngeren suchen sich ihre Arbeitgeber gezielt danach aus. Studien belegen das (Shell, Deloitte Millennials Survey, Institut für Jugendkulturforschung). Zum Blog UN Global Compact Expert Paper. Sehen wir das als Chance und nicht als Bedrohung – im Interesse von uns allen.

Wir und die Zukunft der Arbeit – Die Expertinnen Interviews

(c) Miriam Mlczoch

Lena Marie Glaser befragte Expertinnen der neuen Arbeitswelt, wie sie arbeiten wollen. Die Interviews zeigen auf, wie Arbeit neu gedacht werden kann. Hier geht es zu den Interviews

Das sind meine Lieblingszitate der Expertinnen:

Lena Glaser (c) Pflaum

Flexibilität und Selbstbestimmung sind für mich extrem wichtig und wertvoll. Ich mag die Abwechslung und die Entscheidung, wann und wo ich mich welchen Inhalten widmen mag.“ Julia Andorfer

Isabel Oost Frauen und die Zukunft der Arbeit
(c) Isabel Oostvogel

„Arbeit bedeutet für mich eine Form der Weiterentwicklung meines Selbst, eine Art der eigenen Entfaltung sowie des Lernens und Umgeben sein von neuen Herausforderungen.“ Isabel Oostvogel

„Kreativ sein, Ideen spinnen, Spaß haben, nach Lösungen suchen, um den Status Quo zu verbessern, immer wieder neue Herausforderungen meistern. Und natürlich auch: ein Einkommen haben.“ Miriam Mlczoch

„Aber auch für Menschen ohne Betreuungspflichten erscheint es mir wichtig, dass Arbeitsverhältnisse so gestaltet sind, dass sie uns ausreichend Energie für andere Dinge im Leben lassen.“ Antonia Wenzl

Wahre Bedeutung zu schaffen anstatt irgendwelchen Zahlen/Euros zu dienen.“ Monika Kletzmayr

„Ich denke, es geht nicht immer um das „Was“, sondern darum, welche Qualitäten von Arbeit einem wichtig sind. Und die kann man dann ganz gratis in das einbauen, was man gerade so macht. Und die meisten Beschränkungen macht man sich sowieso selbst. Mal ganz ehrlich: was hält uns denn WIRKLICH ab?“ Monika Kletzmayr

(c) Miriam Mlczoch

„Meine Arbeit sollte möglichst flexibel organisiert sein. Ich will, dass Arbeit und Familie kompatibel sind. Andererseits wünsche ich mir klare Arbeitsbereiche und -zeiten.“ Miriam Mlczoch

„Arbeit macht mich glücklich, wenn es sich nicht wie anstrengende Arbeit anfühlt, sondern leicht und erfüllend ist, ich in einem Flow-Gefühl schwebe und andere durch mein Tun bereichern und bestärken darf.“ Julia Andorfer

„Vor allem ist mir wichtig, dass ich mich durch meine Arbeit ausdrücken kann, dass ich immer Neues lerne, dass ich in guter Gesellschaft bin, dass ich was Sinnvolles machen kann – genau wie in anderen Bereichen meines Lebens.“ Lena Robinson

„Mein idealer Arbeitsplatz schafft die Möglichkeit, von den Erfahrungen anderer zu lernen und gemeinsam zu wachsen. Er gibt mir die Freiheit, Dinge auszuprobieren, aber stellt mir Inhalte sowie Sparringpartner bereit, die meine Arbeit herausfordern.“ Isabel Oostvogel

„Früher dachte ich, es sei so wichtig, dass jeder seinen Purpose findet und den „richtigen“ Job dazu. Mittlerweile bin ich da gelassener geworden.“ Monika Kletzmayr

„Im Laufe der Jahre habe ich herausgefunden, dass es mir besonders wichtig ist mit Menschen zusammenzuarbeiten, die ähnliche Grundhaltungen haben. Auch ein wertschätzender, kollegialer Umgang und transparente Strukturen sind mir wichtig.“ Antonia Wenzl

Antonia Wenzl, WAFF
(c) Antonia Wenzl

„Ganz egal, was ich mache, ich möchte es mit Freude und Begeisterung tun können, denn das ist der Motor, der mich antreibt Herausforderung anzunehmen und Krisen zu überstehen.“ Julia Fabrick

„Die Unternehmen sollten starten, die eigene Organisation wie die Kundenwelt zu betrachten und auf die Bedürfnisse der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hören: Wer seine Kunden kennt, der darf sich glücklich schätzen, denn das führt zu Erfolg.“ Isabel Oostvogel

„Flexibilität ist ein ganz wesentlicher Faktor für mich für eine gute Work/Life-Balance und ein Aspekt meiner Selbstständigkeit. Daher bin ich auch ein großer Fan von Jobsharing.“ Julia Andorfer

(c) Julia Andorfer

„Wie können wir Arbeiten und Wirken ohne uns auszupowern? Wie können wir das tun was in uns brennt und dennoch Geld verdienen? Wie können wir Sinn in dem finden was es zu tun gibt?“ Kersten Kloser-Pitcher

„Also momentan brauche ganz viel Freiraum. Ich will mir alles selbst einteilen können und auch Aufgaben und Projekte ablehnen können, wenn ich nicht dahinter bin. Dafür bin ich, glaube ich, extrem committed. Deshalb geht das.“ Lena Robinson

„Mein Traum wäre es, mehr körperlich und vor Ort aktiv zu sein, mich für die Gesellschaft oder Natur einzusetzen und nicht mehr so viel vor dem PC zu sitzen. Ich möchte raus und dort sein, wo Hilfe benötigt, wo etwas umgesetzt, zusammengearbeitet, Mehrwerte geschaffen, Menschen befähigt und in Lösungen gedacht wird.“ Isabel Oostvogel

Zusammenarbeit ist mir am allerwichtigsten. Ich merke, dass mich die Projekte am meisten motivieren in denen eine gute Zusammenarbeit besteht. Ich denke, einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren ist Klarheit und eine gewisse Übereinstimmung über den Sinn und Zweck des gemeinsamen Unterfangens.“ Lena Robinson

Lena Robinson b_i Fragebogen
(c) Lena Robinson

„Ich arbeite derzeit ausschließlich im Büro und weiß diese Abgrenzung vom Privaten sehr zu schätzen. Natürlich bringt es auch Freiheiten mit sich an unterschiedlichen Orten tätig zu sein. Ich tue mir aber ohnehin schwer, die Arbeit im Kopf nicht mit nach Hause zu nehmen. Wenn sie zumindest physisch dort verortet bleibt, wo ich auch arbeite, dann macht es das für mich einfacher.“ Antonia Wenzl

„Menschen arbeiten unterschiedlich und haben in einer Zusammenarbeit auch unterschiedliche Bedürfnisse. Wichtig ist, dass die Kommunikation gut funktioniert und dass es Raum für die Meta-Ebene gibt.“ Lena Robinson

Wichtig ist, dass man in Bewegung bleibt, Neues ausprobiert, hin und wieder eine Lebensklausur einlegt und sich immer wieder fragt, ob man mit seiner Arbeit, mit dem was man tut, glücklich ist. Falls nicht, ist es Zeit für Veränderung – immerhin verbringen wir den Großteil unseres Lebens damit. Ich glaube nichts im Leben ist unmöglich, solange man bereit ist seine Perspektive auch mal zu verändern.“ Julia Fabrick

Lena Glaser (c) Pflaum

„Für mich ist es unglaublich bereichernd, dass ich mich täglich mit Menschen austauschen kann, die vor den gleichen Herausforderungen stehen und von denen ich lernen kann. Sehr wertvoll erlebe ich eine möglichst große Diversität in Teams und die Fähigkeit unterschiedliche Sichtweisen und Problemlösungszugänge wertschätzen zu können.“ Antonia Wenzl

Zu den Interviews

Glossary der neuen Arbeitswelt – NEW WORK

Ein Glossary der neuen Arbeitswelt von Lena Marie Glaser. Begriffe, die einem immer wieder unterkommen. Doch was heißt das eigentlich?

Von Lena Marie Glaser

Was heißt eigentlich… New Work / Neues Arbeiten?

„Umbrüche in der Gesellschaft und neue Prozesse in der Wirtschaft führen zu fundamentalen Veränderungen in der Arbeitswelt, sie bestimmen den Megatrend New Work. In einer so digitalisierten wie globalisierten Zukunft wird Arbeit im Leben der Menschen einen neuen Stellenwert einnehmen, Arbeit und Freizeit fließen ineinander. Technologie ist wichtig, aber nicht dominant – der Mensch bleibt entscheidend. Seine Talente zählen, in der neuen Arbeitswelt setzt die Ära des Talentismus ein.“ Zukunftsinstitut

New Work (Neues Arbeiten) ist ein Begriff aus den 1980er Jahren, geprägt vom österreichisch-amerikanischen Philosophen Frithjof Bergmann. New Work umschreibt ein Gegenkonzept zur alten, bestehenden Arbeitswelt: Flache Hierarchien, neues Leadership, Vertrauen anstatt Kontrolle, wertschätzende Arbeitskultur, flexible Arbeitszeitmodelle, Autonomie und Mitgestaltung bei Gehalt, Arbeitszeit, Urlaub, Transparenz, bessere Vereinbarkeit von Privat und Arbeit, Gestaltung neuer Arbeitsräume, die kollaborative Zusammenarbeit fördern.

Kreative & New Work: Wie arbeitet eigentlich die Virtual Reality Kuratorin Eva Fischer?

Eva Fischer (c)LenaGlaser

„Es ist zwar manchmal echt anstrengend. Aber ich bin einfach happy, wie es ist.“

Es gibt Menschen, die haben Arbeit für sich neu gedacht. Sie sind aus den bestehenden Organisationen ausgebrochen, um sich eine Welt zu schaffen, die zu ihren Bedürfnissen passt. Lena Marie Glaser besucht diese inspirierenden, mutigen Frauen und erzählt ihre Geschichte in kleinen selbstgedrehten Videos und Texten.

Eva Fischer ist selbstständige Kuratorin, Kulturmanagerin und Dozentin im Bereich audiovisueller Kunst, Virtual Reality und experimenteller Medien. Seit 2016 leitet sie die Produktion der Diagonale – Festival des österreichischen Films.

Für meinen Studiovisit habe ich Eva ins Wiener Home-Office und Diagonale Filmfestival HQ in Wien begleitet. Spannende Einblicke in Evas Arbeit, ihre Arbeitsweise und was ihr wichtig ist. Zum Video:

Mentoring & die Zukunft der Arbeit – Meine 3 Learnings für New Work

Text: Lena Marie Glaser

DerStandard berichtet in der Wochenendausgabe im September 2019 über mich und meine erfolgreiche Mentoring Beziehung mit der Stv. Chefredakteurin Nana Siebert. Mentoring begleitet mich seit Beginn meiner Berufstätigkeit. Egal ob als Juristin im BMF oder als Gründerin von Basically Innovative.

Ich habe daher meine Learnings in einem LinkedIn Artikel zusammengefasst. Was bedeutet Mentoring für die Zukunft der Arbeit? Was hat es mit „New Work“ zu tun? Für mich bedeutet es voneinander lernen, offen sein, sich gegenseitig unterstützen. Mentoring Programme bieten einen Rahmen dafür, allerdings nur wenn bestimmte Grundvoraussetzungen eingehalten werden.

Mehr dazu in diesem Artikel über meine Erfahrungen & Learnings, die Möglichkeiten des Mentoring, New Work und die Zukunft der Arbeit:

Der LinkedIn Artikel

Die neue Arbeitswelt: So findest du deinen Traumjob

Ana Popescu In the Studio basically innovative

In der neuen Arbeitswelt wechseln wir immer wieder unseren Job. Besonders meine Generation, die Millennials. Wir können es uns gar nicht vorstellen, so wie unsere Eltern, das ganze Leben im selben Unternehmen zu bleiben. Ein Artikel, der aufzeigt, wie wir immer wieder den persönlichen Traumjob finden.

Von Lena Marie Glaser

2017 habe ich einen sicheren Job aufgegeben, der mich unglücklich gemacht hat. Ich machte mich auf die Suche nach meinem Traumjob. Auf diesem Weg habe ich vieles gelernt und mit anderen über ihre Erfahrungen gesprochen.

Das sind meine Tips und Erfahrungen, um immer wieder den Traumjob zu finden.

Analysiere dich. Finde deine echten Stärken und wahre Leidenschaft. Wie das bei mir funktioniert hat? Mein Coach hat mir dazu geraten, in mein eigenes Notizbuch zu notieren, was ich seit meiner Kindheit am liebsten gemacht habe. Dann habe ich überlegt, welche Tätigkeiten und Aufgaben mir jetzt am meisten Spaß machen und besonders leicht gelingen. Alles notieren, sammeln, strukturieren.

Mache ein Gedankenexperiment. Stelle dir vor, es ist alles möglich. Du kannst beruflich alles machen, was du willst. Wie würde dein Alltag dann aussehen, was würdest du tun? Das ganze funktioniert bei mir auch besonders gut mit einem weißen Blatt Papier und einem Stift: Einfach drauf los schreiben. Was willst du am allerliebsten beruflich machen?

Recherchiere. Es gibt mittlerweile unzählige Plattformen, die uns Ideen für neue Jobs geben. Bewertungsplattformen wie kununu oder Great Place to Work zeigen, welche Unternehmen sich (zumindest öffentlich) als gute Arbeitgeber auszeichnen. Auf Whatchado findet ihr Videos mit Berufstätigen aus allen Branchen, die ihre persönlichen Erfahrungen teilen.

Frage nach. Kennst du jemanden, der einen Beruf hat, den du interessant findest? Verabredet und tauscht euch aus. Erkundige dich auch nach den negativen Seiten im Alltag.

Besuche Netzwerkveranstaltungen. Wie du die richtigen findest? Frage Bekannte aus der Branche deiner Wahl, abonniere Newsletter von Events und Workshop-Organisatoren, suche online nach Gruppen (zb Facebook, Xing, LinkedIn). So verpasst du keine Veranstaltung mehr, die vielleicht schon die zündende Idee oder einen nützlichen Kontakt bringt.

Lena Glaser (c) Pflaum

Baue deine Personal Brand. In der neuen Arbeitswelt wird es immer wichtiger, sichtbar zu werden mit den eigenen Stärken und Interessen. Nur so kommt der Traumjob zu uns. Artikel der SZ

Für mich war es ein ziemlich großer Sprung: Von der Juristin im öffentlichen Dienst zur Bloggerin über die neue Arbeitswelt und Kommunikationsexpertin. Ich wollte öffentlich so wahrgenommen werden, wie ich bin und nicht was meine Zeugnisse sagen. Mein Blog hat mir sehr dabei geholfen, mich so zu positionieren. Du willst das auch? In Workshops unterstütze ich dich dabei. Schreib mir!

Bleib gelassen. So eine berufliche Veränderung kann manchmal echt anstrengend sein. Du befindest dich auf einem Weg, einem längeren Prozess, der sich aber auszahlt. Es heißt dran bleiben. Vertraue dabei auf deine eigenen Stärken.

Such dir neue Vertraute, die dich verstehen. Meine persönliche Erfahrung war, dass sich das bekannte Umfeld verändert. Viele verstehen nicht, was los ist oder warum ihr euch verändern wollt. Jobwechsel erfordert Mut – wir verlassen die eigene Komfortzone. Menschen, die dich immer wieder bestärken und unterstützen, sind in dieser Zeit unglaublich wichtig.

Hol dir professionelle Unterstützung. Ich persönlich habe unglaublich wertvolle Erkenntnisse in meinen Coachingstunden gewonnen. Mir wurde klar, mein vermeintlicher Traumjob ist eine Illusion. Dadurch sind neue Ideen entstanden. Ich konnte mich weiterentwickeln und hab zu mir gefunden. Bin reflektierter als je zuvor. Weiß was ich will und was nicht.

Höre auf die innere Stimme. Du hast ein tolles Jobangebot, doch irgendwas fühlt sich nicht richtig an? Dann vertraue auf dieses Gefühl. Denn meistens stimmt da etwas nicht. Daher stell dir ganz klar die Frage: Wie fühlt es sich an, wenn du dir vorstellst, dort zu arbeiten?

Wie seht ihr das? Schreibt mir: Lena@basicallyinnovative.com

Die neue Arbeitswelt: Achtsam leben, um etwas zu bewegen.

Lena Marie Glaser (c)VilmaPflaum

In der neuen Arbeitswelt von heute ist es wichtiger denn je, zu entschleunigen und achtsam zu leben. Doch raus aus dem Hamsterrad zu kommen, ist gar nicht so einfach. Egal ob im Home-office, Co-working space oder klassisch im Büro. Wie es dennoch gelingen kann.

Text: Lena Marie Glaser

Stress, Überforderung, ständige Erreichbarkeit. Das kennen die meisten von uns. Vor einigen Jahren habe ich begonnen, bewusster zu leben. Ich nahm meine Bedürfnisse wahr, legte meine Grenzen fest, machte bewusst Pausen und begann mich mit Menschen zu umgeben, die mir gut tun.

Wie ich gelernt habe ein achtsames Leben zu führen und welche Strategien für mich am besten funktionieren? Das habe ich für diesen Artikel zusammengefasst:

Yin Yoga

Beim Besuch der ersten Yin Yoga Stunde war mir sofort klar: Hier ist etwas anders als bei anderen Yogaklassen. Ausgestattet mit Gegenständen, Matten, Decken, Rollen und Klötzen, streben wir tiefe Entspannung an. Kein schneller Sonnengruß, kein Flow, sondern längeres Verweilen, an die 3-5 Minuten, in dehnenden Positionen. Und so wird sogar diese sanfte Yogaform richtig anstrengend.

Beim Yin Yoga sollen bestimmte Meridiane aktiviert und die Faszien stimuliert werden. Das löst verklebtes Bindegewebe und entspannt Körper als auch Geist. Vor allem wird die Konzentration auf das Hier und Jetzt trainiert – das führt zu nachhaltigen Ergebnissen und Gelassenheit.

Mindfulness-Based Stress Reduction (MBSR)

MBSR lernte ich in einer Coachingstunde kennen. Besonders wirkungsvoll ist der Bodyscan: Gefühle wie Wut und Frustration werden zunächst an konkreten Körperstellen festgemacht und dann in einigen Schritten mental gelöst.

Hinter MBSR steckt die englische Abkürzung für Mindfulness-Based Stress Reduction, also der Stressbewältigung durch Achtsamkeit. MBSR wurde an der Universitätsklinik von Worcester/Massachusetts (USA) entwickelt.

Üblicherweise wird es in Gruppen innerhalb eines achtwöchigen Programmes vermittelt. Mehr dazu

Gewaltfreie Kommunikation nach Marshall Rosenberg

Zu Beginn des Einführungsseminars hatte ich keine Ahnung, dass ich danach viele Dinge so anders sehen würde. Nun kenne ich den Unterschied zwischen Gefühlen und Bedürfnissen. Ich weiß, dass bestimmte Bedürfnisse nicht nur durch eine einzige Sache erfüllt werden können.

Ich kann Hintergründe von schwierigen Beziehungen, Gesprächen und Situationen anhand konkreter Fragen analysieren und somit durch bewusste Kommunikation besser meistern. Aber besonders schön war es neue Begriffe kennenzulernen, die meine eigenen Bedürfnisse ausdrücken.

Die Gewaltfreie Kommunikation ist ein Kommunikations- und Konfliktlösungsprozess. In Seminaren lernt jede Teilnehmerin, jeder Teilnehmer in praktischen Übungen Empathie zu sich und anderen Menschen zu entwickeln, die eigenen Gefühle und Bedürfnisse zu erkennen, auszudrücken und dabei andere nicht anzugreifen. Auch bei der GfK ist die Konzentration auf das Hier und Jetzt zentral.

Mehr dazu

Autogenes Training

Meine Beine werden schwer. Ich bin ganz ruhig. In 15 Minuten bin ich frisch und munter. Meine Armen werden schwer. Ich bin ganz ruhig. In 15 Minuten bin ich frisch und munter….

Durch das Wiederholen von kurzen, prägnanten Sätzen, die je nach gewünschtem Zustand angepasst werden können, schaffe ich es meine Batterien aufzuladen.

Autogenes Training ist eine klassische, effektive Entspannungsmethode. Die Übungen können in Kursen erlernt werden und dauern rund 2-3 Minuten.

Viel Spaß beim Ausprobieren.

Welche Strategien habt ihr dem Stress zu entfliehen? Schreibt mir: Lena@basicallyinnovative.com

Die Arbeitsräume der Zukunft – Wo willst du arbeiten?

DasPackhaus workspaces
DasPackhaus Wien (c) Glaser

Unsere Arbeitsräume sagen viel über die gegenwärtige Arbeitskultur. Jump-seat Desks und Open Spaces offenbaren ein großes Problem: Unsere menschlichen Bedürfnisse spielen hier selten eine Rolle. Ich machte mich für Basically Innovative auf die Suche nach dem perfekten Arbeitsort. Wie sieht er aus? Wo finde ich ihn?

Text: Lena Marie Glaser

Die zunehmende Digitalisierung verändert unsere gewohnten Arbeitswelten. Mit Smartphones, Laptops und Clouds können wir 24/7 im Bett oder am Strand arbeiten. Die Grenze zwischen Arbeit und Privatem löst sich immer mehr auf. Homeoffice, Jump-seat desks oder Co-working space anstatt Einzelbüro im Firmensitz.

Niemand kann mit Sicherheit vorhersehen, wie unsere Arbeitswelt in Zukunft tatsächlich aussehen wird. Trotzdem werden heute schon weltweit neue Büros erbaut. Oft ohne Rücksicht auf unsere menschlichen Bedürfnisse.

Doch wo und wie wollen wir arbeiten? Für Eva, die freie Journalistin, am Frühstückstisch, da sie hier Licht und Atmosphäre liebt. Thomas, der Beamte, schätzt sein Einzelzimmer mit Familienfotos am Schreibtisch, das er auch mal abschließen kann.

Julia, die IT-Angestellte, wechselt jeden Tag im Großraumbüro ihren Arbeitsplatz, bevorzugt aber ihr Homeoffice. Für Mascha, die Architektin, ist es ihr Büro im sanierten Altbau mit offenem Raumkonzept und individueller Note.

Wir verbringen viele Stunden unseres Lebens dort und möchten uns dort wohlfühlen, als ganze Menschen wahrgenommen werden. Dieser Ort soll unseren individuellen Bedürfnissen entsprechen.

Eine Kurzumfrage in meinem persönlichen Umfeld ergab, dass das Büro mehr ist als nur der Ort an dem wir arbeiten. Er gibt uns Sicherheit und Halt, ermöglicht Austausch und neue Ideen.

Aber die Realität ist für viele anders: Anstatt Einzelbüros mit persönlichen Schreibtischen gibt es nun laute, unpersönliche Strukturen und Shared-working Stations. Schon mal was von Büros mit Jump-seat Desks, Paperless office, Clean-desk Policy gehört?

weXelerate Start-up and Innovation Hub, Sofitel Wien
weXelerate Start-up and Innovation Hub, Sofitel Wien (c) Glaser

Diese neuen Formen der Gestaltung von Büros sollen Arbeitsabläufe beschleunigen, sollen die interne Kommunikation erleichtern und durch bewusst gesteuerte Kreativität mehr Innovation ermöglichen.

Im Vordergrund: Effizienzsteigerung anstatt individueller Bedürfnisse. Zunehmend lässt sich beobachten, dass Menschen von dieser Form von Flexibilisierung überfordert sind. Ohne Schutz des persönlichen Arbeitsplatzes nehmen Burn-outs und Erkrankungen zu. Das perfekte Arbeitsumfeld sieht anders aus.

Eine von neuen Technologien geprägte Arbeitswelt kommt vermutlich auch ohne diese Arbeitsräume aus. Doch für Unternehmen sprechen einige Gründe dafür weiterhin auf Büros zu setzen (Planing Office Spaces – A practical guide for managers and designers, Laurence King Publishing, 2010):

1. Aufgaben und Tätigkeiten können effizienter erledigt werden, 2. die Kommunikation wird erleichtert, 3. sie haben eine bedeutende Rolle für die Identität des Unternehmens.

Aus Sicht der Menschen ist es das Bedürfnis nach Gemeinschaft, Zugehörigkeit und persönlichen Gesprächen, die gemeinsame Arbeitsorte auch in Zukunft wahrscheinlich machen.

Angelika Fitz betont in ihrem Buch Arbeitende Orte (Springer 2012), dass selbst die digitale Boheme auf Dauer unzufrieden mit improvisierten Heim- und Kaffeehausbüros ist und sich in Co-Working-Arealen organisiert. 

Die britische Tageszeitung TheGuardian berichtete im Juni 2017 über das geplante neue Google Headquarter London, Baubeginn 2018: 

„Floor plans for the building show a wellness centre containing gyms, massage rooms a narrow swimming pool and multi-use indoor sports pitch, and a rooftop garden split over multiple storeys and themed around three areas: a plateau, gardens and fields, planted with strawberries, gooseberries and sage.“ TheGuardian

Können wir nun in Zukunft mit Wohlfühloasen rechnen? Raphael Gielgen, Trendforscher des Schweizer Möbel-Unternehmens VITRA, ist davon überzeugt, dass das Büro der Zukunft Halt und Orientierung gibt.

Er sieht eine Renaissance von Headquarter, Büro und Campus, da sich Menschen nach Gemeinschaft sehnen. Es sind kuratierte Orte mit Charakter, die der Community eine Heimat bieten, so der Experte (in 100 Working Spaces – Büros der Zukunft, 2016/17).

In Activity-based Workspaces mit Ruhezonen, Bereichen für individuelle und gemeinschaftliche Arbeit in offenen Strukturen und mit Führungskräfte-Tischen, sieht Bernhard Herzog die Zukunft der Arbeit.

Als Experte für das neue Arbeiten von M.O.O.CON, einem deutsch-österreichischen Strategieberater für Organisations- und Objektentwicklung, beschäftigt er sich damit, wie das ideale Arbeitsumfeld aussieht.

Immer mehr Unternehmen nehmen die Beratung von M.O.O.CON in Anspruch. Die Kunden reichen von NGO (Caritas Österreich),  öffentlichen Institutionen (Arbeiterkammer) bis zu internationalen Finanzdienstleistern (Deutsche Bank). 

Unternehmen stehen dabei oft vor der Entscheidung, einen schnellen Weg zu gehen und dabei zu riskieren, Mitarbeiterinnen zu verschrecken oder aber einen Wettbewerbsnachteil zu riskieren, sagt Herzog.

Für den M.O.O.CON Experten ist klar, dass Bürokonzepte mit der veränderten Arbeitswelt mithalten müssen. Diese können gar notwendige Veränderungen in Unternehmenskultur und Arbeitsweise bewirken, ist Herzog überzeugt.

Angesprochen auf die Kritik an allzu flexiblen Arbeitsplätzen, erklärt Bernhard Herzog die Überforderung damit, dass Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bisher gewohnt waren, klar abgegrenzte Aufgaben in individuellen Einzelzellen zu erledigen.

In einer veränderten neuen Arbeitswelt werden sie nun gefordert mit ihren Kolleginnen und Kollegen in offenen Strukturen zu arbeiten und so das große Ganze zu sehen.

In der Wiener M.O.O.CON Niederlassung wird dieses Activity-based Konzept gelebt. Außer dem Sekretariat hat hier niemand einen fixen Arbeitsplatz. Jeden Tag suchen sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einen neuen Arbeitsplatz, ihre Laptops und Unterlagen werden am Ende des Tages in einem persönlichen Kästchen verstaut.

Das Paperless Office ist dafür erforderlich. Ein Modell, das hier sehr gut funktioniert, da diese Menschen regelmäßig unterwegs bei ihren Kunden sind.

Microsoft Austria, Headquarter Wien
Microsoft Austria, Headquarter Wien (c) Glaser

Auch Microsoft Austria sieht sich als Vorreiter der neuen Arbeitswelt. Werde ich hier den perfekten Arbeitsplatz finden? Vor Ort unterstreicht die eloquente Marketingmitarbeiterin, wie wichtig es Microsoft ist, eine Wohlfühlumgebung zu schaffen: viel Natur, die bunte Bürogestaltung, eine Rutsche sollen dazu beitragen.

Bei meiner Tour entdecke ich offene Raumstrukturen mit Shared-working Stations, Kästchen zum Verstauen der persönlichen Dinge am Ende des Tages, schalldichte Zellen für Telefonate, farbenfrohe Meetingräume, inspiriert vom Wiener Kaffeehaus bis zur New Yorker Graffiti Wand.

Ein besonderes Unterscheidungsmerkmal zu gewöhnlichen Büros: Auch die Geschäftsführerin hat hier keinen festen Arbeitsplatz. Außerdem gibt es keine Kernarbeitszeit, den Microsoft Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern steht es also offen 24/7 zu arbeiten. Doch eines fällt uns als Besuchergruppe auf: Vor Ort treffen wir kaum jemanden. Arbeiten die alle zu Hause?

Einen Blick in die Vergangenheit ermöglicht die ehemalige Postsparkasse in der Nähe der Wiener Ringstraße. Das von Otto Wagner entworfene und zwischen 1904-1912 erbaute Postsparkassengebäude ist unerwartet modern in der Innengestaltung, aber mit klarer Abbildung sozialer Hierarchien in Materialauswahl, Ausstattung sowie Raumlogistik.

Post Otto Wagner, Wien
Post Otto Wagner, Wien (c) Glaser

Für die einfachen Jobs niedrige, eher trostlose Räume, für die Führungsetage kräftige Farben und protzige Möbel. Ein klarer Kontrast zum aktuellen Trend der offenen Strukturen, Shared-working Stations und Führungskräfte-Tischen.

Das Architekturbüro kadawittfeldarchitektur sieht die Lösung in einem Mittelweg: 

Wo kann man angekommen sein und doch offen bleiben für Veränderung. Workspaces müssen zwar immer flexibler werden, aber gleichzeitig auch Stabilität bieten (in Arbeitende Orte, Fitz).

Das Wiener DasPackhaus verbindet diese scheinbar widersprüchlichen Pole von Lebendigkeit und Stabilität. Als Zwischennutzungsprojekt in der Wiener Marxergasse ist es ein kreativer, improvisierter Ort auf Zeit.

Mit viel Charme wurde das alte Bürogebäude der Finanzverwaltung renoviert. Die Nutzerinnen und Nutzer haben die Möglichkeit, ihre Büros individuell zu gestalten.

Das Packhaus, Vienna Find your own co-working space Review
Das Packhaus, Vienna (c) Glaser

Für mich wurde klar, dass der ideale Workspace der Zukunft Halt und Orientierung, Lebendigkeit und Kommunikation ermöglicht. Ein Ort der Zusammenarbeit, des Austausches ist. Im besten Fall flexibel und sich an unsere individuellen Bedürfnisse anpassend.

Jedenfalls ist er keine Kopie eines amerikanischen IT-Unternehmens, kein Umfeld das überfordert. Arbeitsräume müssen uns unterstützen und nicht das Gefühl vermitteln, eine reine Human Resource zu sein.

Wie genau dieser Ort aussieht, steht nicht im Vordergrund. Sondern welches Menschenbild damit vermittelt wird.

Wir und die Zukunft der Arbeit – Interview mit Miriam Mlczoch

(c) Miriam Mlczoch

Lena Marie Glaser befragt Expertinnen der neuen Arbeitswelt, wie sie arbeiten wollen. Mehr dazu Schreibt mir eure Anregungen und Kommentare: lena@basicallyinnovative.com

Miriam Mlczoch (41) ist die Gründerin von in love with paper.

(c) Miriam Mlczoch

Nach ihren internationalen Studien (ua. International Relations & Business Management und International Migration Policies) in Buenos Aires, Amsterdam, Maastricht und London absolvierte sie den Lehrgang Buchgestaltung / St. Pölten. Miriam hat ihren eigenen Co-working Space in Wien gegründet.

Liebe Miriam, was bedeutet Arbeit für dich?

Kreativ sein, Ideen spinnen, Spaß haben, nach Lösungen suchen, um den Status Quo zu verbessern, immer wieder neue Herausforderungen meistern. Und natürlich auch: ein Einkommen haben.

Arbeit macht dich glücklich, wenn?

…ich kreativ sein kann, mit Papier arbeite und neue Dinge entwerfe. Wenn ich im flow bin, mich weiterentwickle und durch meine Arbeit als Mensch wachse. Wenn ich mit netten Menschen zusammen arbeite und wir gemeinsam an neuen Ideen tüfteln.

Arbeit macht dich unglücklich, wenn?

…ich immer das selbe mache und die Arbeit sehr monoton ist. Wenn ich das Gefühl habe, nichts Neues mehr zu lernen. Aber vor allem: wenn ich keinen Sinn in meiner Arbeit sehe.

Woran arbeitest du gerade und was interessiert dich daran?

Ich arbeite gerade an einer Crowdfunding Kampagne für das erste Produkt meiner Firma in love with paper, das Fragenbuch Ikigai oder das gute Leben. Ikigai ist ein japanischer Begriff und bedeutet frei übersetzt „das gute Leben“.

Ikigai ist die Schnittstelle von dem, was du liebst, was du kannst, was die Welt braucht und wofür die Welt dich bezahlt. Wenn die vier Bereiche im Einklang sind, hast du dein Ikigai gefunden.

Das Buch Ikigai oder das gute Leben ist ein Fragenbuch, weil die Autorin Franka Kohler und ich meinen, dass dich gute Fragen weiter bringen als ein Ratgeber. Damit du für dich selber herausfinden kannst, was das gute Leben für dich bedeutet.

Das Buch stellt viele gute Fragen, wie:

  • Welche Tätigkeiten bringen Deine Augen zum Leuchten?
  • In welche Themen würdest du dich gerne mehr vertiefen?
  • Was würdest du gerne viel öfter tun?
  • Was fällt dir leicht?
  • Wenn jemand deine Liebsten fragen würde, wofür sie dich lieben und bewundern – Was würden sie sagen?
  • Worauf willst du an deinem 77. Geburtstag zurückblicken können?
  • Welche Herausforderungen in der Welt würdest du gerne angehen?
  • Wenn du eine Mission hättest: was wäre sie?

Die Crowdfunding Kampagne und der Aufbau von in love with paper ist natürlich gerade wahnsinnig spannend, aufregend und eigentlich interessiert mich alles daran.

Was hat dich bei deiner beruflichen Entwicklung besonders geprägt?

Mein Wunsch, immer wieder neue Dinge zu tun, zu lernen und zu wachsen. Und meine Familie: einerseits totaler Rückhalt und Unterstützung für meine Entscheidungen und andererseits die Tugend, Dinge gut und gerne zu machen.

Wie sehen deine idealen Arbeitsbedingungen aus?

Meine Arbeit sollte möglichst flexibel organisiert sein. Ich will, dass Arbeit und Familie kompatibel sind. Andererseits wünsche ich mir klare Arbeitsbereiche und -zeiten. Mein Freund -der selbständig als Grafiker arbeitet- und ich haben zwei fixe Arbeitstage pro Woche für jede/n vereinbart dh. es ist klar, wer arbeiten darf, wenn eines der Kinder krank ist.

Wo arbeitest du und was ist dir dort wichtig?

Was die Arbeitsräume angeht bin ich recht flexibel, da ich lange in Großraumbüros gearbeitet habe. Wenn ich mich konzentrieren muss, setze ich Kopfhörer auf, höre Musik und kapsel mich ab. Wichtig  finde ich, dass es Räume gibt, in denen sich Leute austauschen können ohne dabei andere bei der Arbeit zu stören.

Wie sehen die schönen Seiten und wie die Herausforderungen in deinem Job aus?

Schöne Seiten gibt es viele: ich liebe es, meine Ziele selber zu definieren, die Tage und meine Arbeitspakete selber einzuteilen und dazwischen mal mit einer Freundin einen Kaffee trinken zu gehen. Nicht mehr so durch den Tag zu hetzen. Das ist eine ganz neue, wunderbare Freiheit.

Ich liebe es, etwas ganz Eigenes, mein eigenes Ding zu machen und bin jetzt schon stolz darauf, es wirklich gemacht zu haben, mich getraut zu haben. Dass ich jetzt nicht nur schöne Dinge aus Papier bewundere, sondern sie selber gestalte und dann produzieren lasse. Damit habe ich mir einen Traum erfüllt. Das ist schon sehr besonders.

Und dann dieser wunderbare Prozess: wie etwas von einer ersten Idee stetig wächst, immer konkreter wird, Form annimmt und schließlich ganz real wird und angreifbar. 

Als Herausforderung empfinde ich momentan einerseits die Unsicherheit, die mit der Selbständigkeit kommt und die natürlich besonders am Anfang besonders drängend ist. Wovon werde ich leben? Geht sich das dann überhaupt aus?

Ich will und kann mich nicht daran gewöhnen, alleine zu arbeiten. Dazu arbeite ich viel zu gerne mit anderen zusammen und finde auch, dass Produkte und Projekte meist viel besser werden, wenn man gemeinsam mit anderen daran arbeitet. Weil jede/r ganz unterschiedliche Perspektiven und Stärken mitbringt.

Derzeit versuche ich dies durch Austausch und Feedback mit anderen Gründerinnen und Gründern auszugleichen und hoffe, dies bald auch in unserer Bürogemeinschaft zu erleben, wo es dann auch mehr Möglichkeiten geben gibt, sich auszutauschen und gegenseitig weiterzubringen.

Wie muss erfüllende Zusammenarbeit für dich gestaltet sein?

Kompetenz, Respekt und Wertschätzung für die Stärken der anderen sowie Kompromissbereitschaft und Verlässlichkeit finde ich für eine gute Zusammenarbeit wichtig. Und natürlich helfen eine positive Einstellung und feiner Humor. Weil es soll ja Spaß machen.

Vor welchen Herausforderungen steht die heutige Arbeitswelt aus deiner Sicht?

Ich erlebe die ständige Erreichbarkeit und Ablenkung durch Mobiltelefone, soziale Medien und Emails als ziemlich kritisch. Es ist dadurch zunehmend schwer, abzuschalten und sich auszuklinken. Aber das ist essentiell, gerade für die kreative Arbeit und das Arbeiten im Flow. Ich plane zB. “kommunikationsfreie”  Zeiten für konzentriertes Arbeiten ein.

Gesellschaftlich erschweren es unsichere und oft kurze Arbeitsverhältnisse den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern zunehmend, ihre Arbeit und somit ihre Existenz auf längere Sicht anzulegen.

Was würdest du tun, wenn du aus finanziellen Gründen nicht mehr arbeiten müsstest?

Ich würde genau das machen, was ich derzeit mache, aber mit mehr finanziellen Ressourcen und mehr Sicherheit.

Danke Miriam!

Habt ihr Fragen und Anregungen? Schreibt mir: Lena@basicallyinnovative.com

Wir und die Zukunft der Arbeit – Mit Julia Andorfer

(c) Julia Andorfer

Lena Glaser befragt Expertinnen der neuen Arbeitswelt, wie sie arbeiten wollen. Mehr dazu Schreibt mir eure Anregungen und Kommentare: lena@basicallyinnovative.com

Von Lena Glaser

Julia Andorfer (30) ist selbstständige Psychologin, Unternehmensberaterin und Yogalehrerin. Derzeit auf Weltreise.

Sie studierte Psychologie an der Universität Wien & University of Western Australia, Perth mit Spezialisierung auf Arbeits- und Organisationspsychologie, absolvierte eine lösungsfokussierte & hypnosystemische Coaching-Ausbildung sowie das Yoga Teacher Training RYT200. Mehr über Julias Arbeit: „Julia Andorfer | Personal Development“

Liebe Julia, was bedeutet Arbeit für dich?

Zeit und Energie aufzuwenden, um meine Herzensprojekte umzusetzen und damit Menschen zu unterstützen, „JA!“ zu sich selbst zu sagen und den eigenen Weg zu gehen. Und gleichzeitig davon leben zu können.

Arbeit macht dich glücklich, wenn?

… es sich nicht wie anstrengende Arbeit anfühlt, sondern leicht und erfüllend ist, ich in einem Flow-Gefühl schwebe und andere durch mein Tun bereichern und bestärken darf.

Woran arbeitest du gerade und was interessiert dich daran?

Aktuell erfülle ich mir gemeinsam mit meinem Freund einen sehnlichen Wunsch: wir sind 9 Monate auf Weltreise. Dadurch sorge ich für meine persönliche Weiterentwicklung und finde Inspirationen für meine Projekte in den unterschiedlichen Ländern sowie deren Menschen und Kulturen. Meine Eindrücke der „Best of der EINZIGARTIGKEITEN UND EIGENHEITEN” jedes bereisten Landes halte ich auf meinem Blog www.juliaandorfer.com/blog fest.

Was war dein Traumberuf als Kind?

Straßenkehrerin – ich hatte schon immer ein großes Sauberkeits- und Ordnungsbedürfnis und fand die Vorstellung von sauberen Straßen wunderbar und sehr befriedigend. Bis ich feststellte, dass dies eine Sisyphusarbeit ist und der Zielzustand nur selten erreicht bzw. lediglich von kurzer Dauer ist.

Was hat dich bei deiner beruflichen Entwicklung besonders geprägt?

2016 war für mich ein Umbruchsjahr – nach 2,5 Jahren als Angestellte in der Unternehmensberatung merkte ich, dass es Zeit für Veränderung war und ich mich noch mehr persönlich entfalten wollte. Daher traf ich eine „Bauchentscheidung“ und gab meinen vermeintlich sicheren Job auf – noch ohne langfristigen Plan…

Mein kurzfristiger Plan war folgender: Noch am Abend meines letzten Arbeitstags bin ich mit dem Nachtbus nach Hamburg gefahren, zu meiner Schwester, das Fahrrad im Gepäck. Dort begann mein großes Abenteuer: 1228km von meiner Herzensstadt Hamburg in meine Heimatstadt Wien.

12 Tage alleine am Fahrrad im Hochsommer quer durch Deutschland. Kein Unwetter, kein Regen, kein Platten. Dafür Umwege, Abwege, Abzweigungen, die reizvoll waren. Und genau das war meine wertvolle Erkenntnis: Es passiert so vieles, während man am Weg ist! Seit damals ist diese Reise die Metapher für „meinen Weg“ – und gab mir den Mut für die Selbstständigkeit!

Wie sehen deine idealen Arbeitsbedingungen aus?

Flexibilität und Selbstbestimmung sind für mich extrem wichtig und wertvoll. Ich mag die Abwechslung und die Entscheidung, wann und wo ich mich welchen Inhalten widmen mag. Als „early bird“ nutze ich gerne den frühen Morgen für konzentriertes Arbeiten und schätze das intensive Arbeiten mit Menschen.

Wo arbeitest du und was ist dir dort wichtig?

Die Vielfalt meiner Tätigkeiten erlaubt es mir, unterschiedliche Arbeitsorte zu nutzen und dabei zeitgleich auch nicht auf mein eigenes Wohlbefinden zu vergessen. So bereite ich gerne Konzepte für Workshops oder Yoga-Retreats vor, während ich selbst auf Reisen bin. Hier finde ich stets die besten Inspirationen und Ideen!

Ich schätze es ebenso, z.B. von einem Kundentermin am Fahrrad zu meiner Yogastunde an einer Wiener Schule zu fahren. Dieser Weltenwechsel ist für mich selbst eine gute Art ab- bzw. umzuschalten. Auch wenn das zugegebenermaßen auf Knopfdruck nicht immer leicht ist.

Wie sehen die schönen Seiten und wie die Herausforderungen in deinem Job aus?

Menschen auf ihrem eigenen Weg zu begleiten und zu unterstützen, ihr Potenzial auszuschöpfen und ihre Einzigartigkeit zu leben, erfüllt mich zutiefst. Das Lächeln meiner entspannten Yoga-SchülerInnen oder die Dankbarkeit meiner Retreat-TeilnehmerInnen bestätigt mich, dass mein Tun SINN-voll und SINN-erfüllt ist.

Als zentrale Herausforderung in der Selbstständigkeit erlebe ich nach wie vor den Umgang mit dem Gefühl, es sei „nie genug“, es warten stets noch offene To Dos für das eigene Business. Ebenso erfordert es viel Vertrauen mit der unsicheren Auftragslage zurechtzukommen.

Wie muss erfüllende Zusammenarbeit für dich gestaltet sein?

Auf Augenhöhe, ehrlich und gegenseitig bereichernd – denn in jeglichem Kontext lerne auch ich selbst sehr viel von meinen KundInnen und deren individuellen Fragestellungen. So ist es ein stetes Geben und Nehmen – darüber schätze ich mich sehr glücklich!

Wie sollte Arbeit in Zukunft aussehen? Was ist deine Traumvorstellung und wie könnte es realistisch sein?

Flexibilität ist ein ganz wesentlicher Faktor für mich für eine gute Work/Life-Balance und ein Aspekt meiner Selbstständigkeit. Daher bin ich auch ein großer Fan von Jobsharing. Zum Beispiel kenne ich die Gründerinnen von Tandemploy aus Berlin, zwei Frauen, die in Deutschland eine Plattform für Jobsharing und flexibles Arbeiten aufgebaut haben. Nach dem Motto „0,5 + 0,5 = 1,5“ teilen sich in zunehmend mehr Unternehmen zwei ähnlich qualifizierte Personen eine Stelle.

Dadurch wird anspruchsvolle Teilzeitarbeit ermöglicht. Nebenbei bleibt Zeit für anderes: freiberufliche Projekte, individuelle Talententfaltung, sinnerfüllte Tätigkeiten und erleichterte Vereinbarkeit von Karriere und Familie. Mittlerweile gibt es viele ähnliche gute Beispiele und tolle Bewegungen, die flexibles Arbeiten fördern und erleichtern.

Danke Julia!


Wir und die Zukunft der Arbeit – Mit Monika Kletzmayr

Von Lena Marie Glaser

Lena Marie Glaser befragt Expertinnen der neuen Arbeitswelt, wie sie arbeiten wollen. Mehr dazu Schreibt mir eure Anregungen und Kommentare: lena@basicallyinnovative.com

Monika Kletzmayr, Dwarfs and Giants Frauen und die Zukunft der Arbeit
Monika Kletzmayr, (c) dwarfs and Giants
Monika Kletzmayr (36)

Aktueller Job: „Evolutionary Catalyst“ bei dwarfs and Giants

Ausbildung: Schon nicht mehr wahr, aber: BWL und Wirtschaftspädagogik-Studium, zahlreiche Ausbildungen zu systemischer Organisationsentwicklung, Coaching, Holacracy, Yoga und viiiiiel self-reflection.

Arbeit bedeutet für mich … mich zum Ausdruck zu bringen.

An meiner Arbeit schätze ich … dass sie mich „an meinem Innersten packt“.

An meiner Arbeit mag ich weniger … dass man oft schnell sein muss obwohl mehr Langsamkeit der Sache dienlicher wäre.

Mein idealer Arbeitsplatz ist (inhaltlich, räumlich) … überall (obwohl das mit meiner kleinen Tochter momentan eher schwierig ist) mit Menschen in/an Transformation.

Woran arbeitest du gerade? Ich energetisiere während meiner Karenz gerade nur wenige Rollen: ein Kundenprojekt wo es darum geht, als Organisation agiler zu werden; als Coach in unserem Lernprogramm next:pedition und einige intern fokussierte Rollen, die dabei unterstützen, neue Organisationsmitglieder/Partner bei dwarfs and Giants fachlich und holakratisch gut onzuboarden. Außerdem beschäftige ich mich immer damit, wie ich NOCH mehr davon tun kann, was ich wirklich wirklich will.

Was interessiert dich daran? In Zusammenarbeit mit Menschen zu transformieren, was transformiert werden will.

Was ist dir dabei wichtig? „Safe spaces“ zu schaffen, die es ermöglichen, offen, auf Augenhöhe und in Tiefe zu arbeiten.

Wie bist du zu diesem Job/Aufgabe gekommen? Zuerst mal bin ich gesprungen: aus dem sicheren Anstellungsverhältnis in die Selbstständigkeit, und dann hat irgendwie eines zum anderen geführt. Alte Verbindungen haben sich vertieft und neue haben sich geschaffen, durch einem ähnlichen Purpose verbunden.

Welche Herausforderungen siehst du in der heutigen Arbeitswelt? Wahre Bedeutung zu schaffen anstatt irgendwelchen Zahlen/Euros zu dienen.

Wie siehst du die Zukunft der Arbeit? Optimistisch oder mit Sorge? Warum? Sowohl als auch. Optimistisch weil mehr und mehr Räume entstehen, in denen sich Menschen entfalten können, wenn sie das möchten. Mit Sorge weil großteils Systeme geschaffen wurden/werden, die wenig Klarheit und Transparenz bieten, die in sich selbst verdreht sind (Vertauschen von Zweck und Mittel) und die auf Maximierung ausgerichtet sind.

Wie glaubst du arbeiten wir in 20 Jahren im Gegensatz zu heute? Ganz ehrlich, keine Ahnung. Was ich hoffe ist, dass Flexibilisierung und Freiheit auch in den gesetzlichen Reglements ankommen (zB Gewerbeordnung, etc.).

Zum Arbeitsplatz: Wo arbeitest du (Büro, zu Hause, Co-working space)? Was ist dir dort wichtig? Genau dort ;-). Und im Zug, am Flughafen, beim Kunden, im Café, …. Wichtig ist mir gutes W-lan, ein angenehmes Ambiente und keine zu laute Geräuschkulisse.

Wenn du genug Geld hättest und auch sonst keine Beschränkungen, was wäre dein Traumjob? Ich denke, es geht nicht immer um das „Was“, sondern darum, welche Qualitäten von Arbeit einem wichtig sind. Und die kann man dann ganz gratis in das einbauen, was man gerade so macht. Und die meisten Beschränkungen macht man sich sowieso selbst. Mal ganz ehrlich: was hält uns denn WIRKLICH ab? Aber etwas fällt mir dann doch ein, als Antwort auf deine Frage: Dann würde ich den Menschen sagen, sie können aufhören zu rennen und zu suchen. Sie können stehenbleiben, wo sie sind. Und dann würde ich sie dabei unterstützen, nach innen zu schauen und zu sehen, wer sie wirklich sind. Was stünde dann bloß auf meiner Visitenkarte? 😉

Wie stehst du zum bedingungslosen Grundeinkommen? Ja! Es braucht mehr Experimente, die ersten sind ja ganz vielversprechend. Und dann kann sich vielleicht unser Bild von Arbeit weiter transformieren. Wobei, früher dachte ich, es sei so wichtig, dass jeder seinen Purpose findet und den „richtigen“ Job dazu. Mittlerweile bin ich da gelassener geworden.

Danke, Monika!

 

Wir und die Zukunft der Arbeit – Interview mit Isabel Oostvogel

Von Lena Glaser

Lena Glaser befragt Expertinnen der neuen Arbeitswelt, wie sie arbeiten wollen. Mehr dazu Schreibt mir eure Anregungen und Kommentare: lena@basicallyinnovative.com

Isabel Oostvogel Frauen und die Zukunft der Arbeit
Isabel Oostvogel
Isabel Oostvogel

Aktueller Job: Seit einiger Zeit bin ich beratend im Bereich des Corporate Innovation aktiv. Dieses Feld ist breit und so ist auch die Arbeit. Wie können Unternehmen innovativer, zukunftsfähiger und kreativer sein? Welche neuen Services oder Produkte wünschen sich die Kunden? Welche Business Modelle braucht es morgen und was bedeutet Digitalisierung für große und kleine Unternehmen? In den letzten Monaten habe ich mich vor allem in dem Bereich Startup – Unternehmenskooperationen bewegt und versucht die erfolgreiche Zusammenarbeit zu begleiten.

Ausbildung: Studiert habe ich Management Sozialer Innovation – ein in der Zeit noch neuerer Studiengang mit dem Ziel, nachhaltiges Wirtschaften sowie die Zusammenarbeit der Politik, Wirtschaft sowie Gesellschaft zu fördern, um innovative und nachhaltige Konzepte und Lösungen zu entwickeln.

Arbeit bedeutet für mich… eine Form der Weiterentwicklung meines Selbst, eine Art der eigenen Entfaltung sowie des Lernens und Umgeben sein von neuen Herausforderungen. Ich arbeite gerne, umso wichtiger ist es jedoch, dass ich Spaß habe an dem was ich tue und Raum für Freizeit, Auszeit und Reflexion vorhanden bleibt.

An meiner Arbeit schätze ich… dass ich stets Neues lerne, es nicht langweilig wird und ich in viele verschiedene Ecken schnuppern darf. Ein neuer Kunde, eine neue Industrie, ein neuer Bereich, neue Ansätze und Ideen, Konzepte und Geschäftsmodelle. Mit viel Verantwortung geht auch ein gewisser Freiraum in der Gestaltung der Projekte einher. Auch das schätze ich sehr.

Die Herausforderungen meiner Arbeit sind… Die Schnelligkeit im Bereich Technologie, Innovation und Entrepreneurship verlangt rasches Handeln und sowie immer „einen Sprung voraus“ zu sein. Man wird keine Expertin einer Industrie, sondern Expertin in der Koordinierung und Zusammenführung der richtigen Stakeholder, in der Einbindung der passenden Methoden und Herangehensweisen sowie im Andersdenken. Es ist so spannend, aber auch schade, da oftmals Raum für Tiefe fehlt.

Woran arbeitest du gerade? Ich befinde mich aktuell im Übergang zu einer neuen Herausforderung. Bis kürzlich habe ich etablierte Unternehmen bei der Kooperation mit Startups begleitet und ein Innovationprogramm entwickelt, welches die Partnerorganisationen rund um Innovation unterstützen soll.

Was interessiert dich daran? Gerade das Thema der Innovationskultur in Unternehmen interessiert mich. Unternehmen müssen sich vielen Änderungen stellen. Wichtig ist es hierbei, von Beginn an das ganze Unternehmen mitzunehmen und die Kultur in der Organisation zu verändern.

Mir ist wichtig, mit allen Stakeholdern zusammenzuarbeiten, die an der Veränderung beteiligt sind – oft werden die eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Unternehmen erst zu spät eingebunden. Sie sind jedoch der Hebel für Veränderung und Innovation in der Organisation.

Wie sieht dein idealer Arbeitsplatz aus? Innovation, Open Innovation, Ideen in Prototypen übersetzen, neue Business Modelle entwickeln… All dieses und vieles mehr aus dem Feld Innovation sind spannend. Mein idealer Arbeitsplatz schafft die Möglichkeit, von den Erfahrungen anderer zu lernen und gemeinsam zu wachsen.

Er gibt mir die Freiheit, Dinge auszuprobieren, aber stellt mir Inhalte sowie Sparringpartner bereit, die meine Arbeit herausfordern. Entscheidend sind zudem klare Ziele und Visionen, sowie Vertrauen und Transparenz. Wenn diese Dinge fehlen, kann eine ganze Organisation ins Schwanken kommen – wie ich lernen durfte.

Wo arbeitest du und was ist dir dort wichtig? Mein idealer räumlicher Arbeitsplatz muss ordentlich, aber abwechslungsreich und bunt sein, sodass er Raum für Kreativität und freies Denken bereitstellt. Gerne wechsle ich meine Perspektiven und tausche den Arbeitsort. Ich arbeite vorwiegend im Büro, sonst zu Hause und auch viel von unterwegs – im Zug oder in Cafés. Wichtig ist mir auf der einen Seite Ruhe (auch gegeben durch gute Musik) sowie Inspiration, die mir ein Ort oftmals gibt. Darum wechsle ich gerne den Arbeitsort.

Vor welchen Herausforderungen steht die heutige Arbeitswelt? Eine Herausforderung sind die sich ändernden Bedürfnisse der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Die Angestellten wollen heutzutage mehr als nur „arbeiten“ – sie wollen lernen, wachsen und einen Mehrwert schaffen. Unternehmen müssen daher die Aus – und Weiterbildung sowie das Arbeiten in der Organisation verändern, um den Trend des Studierens aufzugreifen bzw. dem Mangel an Azubis entgegenzuwirken.

Es braucht innovative, kreative Kulturen, die das Mitgestalten sowie Reflektieren ermöglicht und Wissenserwerb und eigenes Engagement fördert. Die Organisation muss ein Raum für lebenslanges Lernen, auch über die eigentliche Tätigkeit der Person hinaus werden. Hier hinzukommt die Digitalisierung. Auch hier sind Organisationen in der Verantwortung, ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu befähigen und diese Herausforderung gemeinsam zu gestalten.

Aktuell stehen hier noch Hierarchien und Bürokratiestrukturen im Weg, die es unmöglich machen, Ängste zu verlieren und Experimente zu starten. Ich komme wieder auf meinen Punkt der Kultur zurück – Innovationen und Veränderungen sind immer sozial eingebettet. Wenn sie nicht durch die Menschen gelebt wird, scheitert die beste Innovation.

Wie siehst du die Zukunft der Arbeit? Es steht viel an – trotzdem sehe die Zukunft der Arbeit optimistisch und blicke ihr mit Spannung entgegen. Die Zukunft der Arbeit wird durch die verschiedenen Bedürfnisse immer unterschiedlicher. Es wird nicht die eine ideale Lösung geben, aber genau das macht es so interessant.

Die Unternehmen sollten starten, die eigene Organisation wie die Kundenwelt zu betrachten und auf die Bedürfnisse der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hören: Wer seine Kunden kennt, der darf sich glücklich schätzen, denn das führt zu Erfolg. Zumindest wenn die Kundenerwartungen erkannt und erfüllt werden.

Wie glaubst du arbeiten wir in 20 Jahren? Puh… Eine Sache ist klar – die Arbeitswelt ist digital. Die räumliche Nähe ist nicht mehr ausschlaggebend, die Flexibilisierung der Arbeit bereits Standard. Die Organisationen sind neu aufgebaut und strukturiert, Hierarchien spielen kaum mehr eine Rolle und neue Formen der Zusammenarbeit – interdisziplinär, bereichsübergreifend, agile Projektzyklen – sind Alltag.

Die Weiterentwicklung wird gefördert, um den Wissensanforderungen an die Organisation sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu entsprechen. Die Organisationen sind als Begleitung der Menschen im Alltag stark in Innovationsökosystemen vernetzt. In diesen Systemen arbeiten verschiedene Organisationen und Institutionen zusammen, um gemeinsame, neue Ziele, entfernt von Kerngeschäften anzugehen.

Wie stehst du zum bedingungslosen Grundeinkommen? Ein spannendes Thema und eine tolle Sache. Mit den Szenarien unserer Zukunft ist es wichtig, ein Grundeinkommen bereitzustellen, dass unabhängig von der Arbeit ist. Jedoch muss hierfür der gesamte Begriff der Arbeit neu definiert und die neue Lebenswelt vom Staat vorgelebt werden. Nur so können Ungleichheiten, wie sie bei Reformen des Harz IV in Deutschland entstanden sind, vermieden werden.

Am Ende ist das Geld zwar ein wichtiges Mittel, jedoch nicht der ausschlaggebende Faktor. Viel wichtiger – und ich bleibe der Aussage treu – ist es, die Menschen zu begleiten und die Ausbildung von Jung und Alt zu fördern. Die Bevölkerung wird so befähigt, sich mit neuen Aufgaben und Verantwortungen auseinanderzusetzen.

Was würdest du tun, wenn du ausreichend Geld hättest? Mein Traum wäre es, mehr körperlich und vor Ort aktiv zu sein, mich für die Gesellschaft oder Natur einzusetzen und nicht mehr so viel vor dem PC zu sitzen. Ich möchte raus und dort sein, wo Hilfe benötigt, wo etwas umgesetzt, zusammengearbeitet, Mehrwerte geschaffen, Menschen befähigt und in Lösungen gedacht wird.

Danke, Isabel!

Wir und die Zukunft der Arbeit – Mit Lena Robinson

Von Lena Glaser

Lena Glaser befragt Expertinnen der neuen Arbeitswelt, wie sie arbeiten wollen. Mehr dazu Schreibt mir eure Anregungen und Kommentare: lena@basicallyinnovative.com

Lena Robinson Frauen und die Zukunft der Arbeit

Lena Robinson (31)

Aktueller Job: Managing Partnerin bei Playful Solutions

Ausbildung: Anthropologiestudium an der Uni Wien, Masterstudium Sozialwirtschaft und Soziale Arbeit an der FH Campus Wien

Arbeit bedeutet für mich … ganz persönlich: Handlungsfähigkeit, Antrieb, Gemeinschaft

Arbeit macht mich glücklich, wenn … ich bedeutungsvolle Erfahrungen für Leute schaffen kann.

An meiner Arbeit mag ich weniger … vielleicht bin in noch in der Honeymoon Phase … ehrlich gesagt fällt mir nichts ein.

Woran arbeitest du gerade? Ich arbeite an vielen Sachen gleichzeitig. Besonders happy bin ich mit dem „We Make Games” Projekt, in dem Schülerinnen und Schüler Ideen für Computerspiele erfinden und mit der Hilfe von Profis aus der Game Szene umsetzen. Junge Leute sollten einen Haufen Möglichkeiten bekommen, wo sie ihre Kreativität ausleben können, dabei ernst genommen werden und von Profis unterstützt werden.

Was ist dir in deiner Arbeit wichtig? Puh… mir ist extrem viel wichtig. Vor allem ist mir wichtig, dass ich mich durch meine Arbeit ausdrücken kann, dass ich immer Neues lerne, dass ich in guter Gesellschaft bin, dass ich was Sinnvolles machen kann – genau wie in anderen Bereichen meines Lebens.

Wie bist du zu deinem Job gekommen? Ich glaube, ich bin einfach meinem Bauchgefühl gefolgt. Ich war nach dem Anthropologie-Studium in New York und habe zuerst im Kulturbereich, dann im Tourismus gearbeitet. Zurück in Wien bin ich in die Startup-Szene gestolpert und habe mich immer mehr fürs Thema Bildung interessiert, dann für Experience Design und Facilitation.

Irgendwo in dem Prozess bin ich dem Konstantin begegnet (dem Gründer von Playful Solutions). Spiel als Erlebnis, als Medium und auch als Lösung für Herausforderungen unserer Zeit – das ist für mich Playful Solutions und das hat mich von Anfang an sehr begeistert. Ich habe davor schon mit spielerischer Vermittlung gearbeitet, aber bei Playful Solutions konzentrieren wir uns ganz darauf. Und machen alles: von der Konzeption von Lernplattformen bis zu kompetitiven Escape Room – Weltmeisterschaften.

Lena Robinson Frauen und die Zukunft der Arbeit

Was wolltest du als Kind/Jugendliche werden? Ich wollte Sekretärin werden – ich habe immer die vorgedruckten Spenden-Erlagscheine von der Post geholt und sie ausgefüllt. Außerdem hatte ich ein aufgeklapptes A4-Buch auf das ich einen Laptop gezeichnet habe (habe ich immer noch). Ja, man könnte sagen… ich tippe sehr viel am Computer und die Buchhaltung mache ich auch :-).

Was hat dich bei deiner beruflichen Entwicklung besonders geprägt? Ganz spontan – meine Freundin Anna, die eine große Inspiration für mich ist. Sie hat mir vor ein paar Jahren ein Buch zum Lesen gegeben: Presence von Senge/Scharmer/Jaworski/Flowers. Es hat mich extrem berührt, dass diese erfolgreichen und kompetenten Leute sich zusammensetzen, um zu reflektieren was die Welt von ihnen braucht. Und dass sie durch ihre Arbeit – die Begleitung von Change-Prozessen – so viel bewegen können. Das hat mich ultimativ zu Facilitation und Experience Design gebracht.

Wie muss deine ideale Zukunft der Arbeit organisiert sein? Also momentan brauche ganz viel Freiraum. Ich will mir alles selbst einteilen können und auch Aufgaben und Projekte ablehnen können, wenn ich nicht dahinter bin. Dafür bin ich, glaube ich, extrem committed. Deshalb geht das.

An welchen Orten arbeitest du? Wie muss der ideale Arbeitsraum dort gestaltet sein? Ich arbeite zuhause, im Büro und im Co-working space. Ich brauche das Büro aber dringend. Es ist gut zu wissen, dass ich dort hinkommen und meine Kollegen vorfinden kann – wenn sie nicht selbst gerade durch die Welt reisen. Jetzt gerade sind sie in San Francisco, um dort österreichischen Game Developer mehr Sichtbarkeit zu geben.

Wir suchen gerade selbst ein neues Büro, deshalb denke ich viel darüber nach, was mir wichtig ist. Auf jeden Fall hätte ich gerne multifunktionale Räume, die den Wandel mitmachen können, der ja tatsächlich bei uns in der Firma passiert. Ich liebe das Handbook for New Employees von Valve, einem amerikanischen Game Developer. Seitdem will ich unbedingt rollende Tische.

Lena Robinson Frauen und die Zukunft der Arbeit
Lena Robinson

Wie wichtig ist dir die Zusammenarbeit mit anderen? Was braucht es für eine erfolgreiche, erfüllende Kollaboration? Zusammenarbeit ist mir am allerwichtigsten. Ich merke, dass mich die Projekte am meisten motivieren in denen eine gute Zusammenarbeit besteht. Ich denke, einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren ist Klarheit und eine gewisse Übereinstimmung über den Sinn und Zweck des gemeinsamen Unterfangens.

Dann ist es kritisch, dass man diesen nicht aus den Augen verliert. Menschen arbeiten unterschiedlich und haben in einer Zusammenarbeit auch unterschiedliche Bedürfnisse. Wichtig ist, dass die Kommunikation gut funktioniert und dass es Raum für die Meta-Ebene gibt.

Welche Herausforderungen, Probleme siehst du in der heutigen Arbeitswelt? Ich glaube die Arbeitswelt ist zu breit, um diese Frage gut zu beantworten. Ich finde es furchtbar, dass so viele Menschen im totalen Prekariat arbeiten und leben. Und dass manche Jobs anscheinend nichts mehr wert sind und andere vollkommen absurd entlohnt werden.

Mir ist vollkommen klar, dass ich extrem privilegiert bin. Nicht nur mit meinem Job, den ich liebe, sondern auch durch den Kontext, aus dem ich komme. Ich habe eine gute Ausbildung, ich traue mir sehr viel zu, ich kann Risiken eingehen, ich habe ein gutes Netzwerk.

Ich bin regelmäßig extrem dankbar dafür und beobachte mit großem Unmut und auch mit großer Angst den Sozialabbau in Österreich. Ich bin oft in den USA, dort sind überall obdachlose Menschen in Schlafsäcken und in Zelten: in Seattle, in San Francisco, in New York. Ich sehe momentan nicht, wie wir im jetzigen System durch Arbeit mehr Gleichheit schaffen können.

Wie glaubst du sieht die Zukunft der Arbeit aus? Bist du eher optimistisch oder siehst du schwarz? Ich kann die Zukunft nicht vorhersehen. Es wird immer Organisationen geben, die neue und bessere Wege einschlagen werden zu arbeiten (zum Beispiel wie die in Reinventing Organizations von Frederic Laloux).

Aber so lange wir als Bürgerinnen und Bürger akzeptieren, dass unser Wirtschaftssystem auf Gewinnmaximierung ausgerichtet ist (von der wir profitieren) und solange wir zusehen müssen, wie die regierenden Politikerinnen und Politiker dieser Welt völlig machtgetrieben und kompetenzlos agieren… naja, da finde ich es schwer, ein positives größeres Bild zu zeichnen.

Was wir bei Playful Solutions versuchen vorzuleben, ist uns anfangs Klarheit über den Sinn und Zweck von jedem Projekt zu schaffen. Bei uns geht es oft um eine bedeutungsvolle Spielerfahrung. Holacracy, ein System mit dem wir teilweise arbeiten nennt das “Purpose”. Es gibt hoffentlich immer mehr Organisationen, die eine ähnliche Haltung einnehmen und damit einen Wert mit ihrer Arbeit schaffen können.

Vorausgesetzt, du hättest genug Geld – würdest du trotzdem arbeiten, und was? Auf jeden Fall! Ich würde weiterarbeiten, ich habe wirklich einen wunderbaren Job. Wahrscheinlich würde ich nach und nach Projekte selbst finanzieren und mit meinem Team und weiteren willigen Komplizinnen und Komplizen umsetzen :-). Ich glaube, in Game Design als Handwerk und in Spiel als Erfahrungsraum liegen noch viele Schätze begraben.

Wie findest du die Idee eines bedingungslosen Grundeinkommens? Puh, ich denke, das ist ein sehr komplexes Thema. Man weiß einfach noch wenig über die tatsächlichen Auswirkungen, die ein bedingungsloses Grundeinkommen haben könnte. Ich finde prinzipiell die Idee, dass jeder Mensch frei ist und tun kann was er will und kann, schön aber auch sehr utopisch.

Aber ich finde die Diskussionen sehr spannend, gerade vor dem Hintergrund der Automatisierung – viele unserer Jobs wird es wahrscheinlich nicht mehr geben. Aber gehen wir davon aus, dass jeder Mensch von sich aus weiß, wie er sich gesellschaftlich einbringen kann?

Ein anderes Projekt von uns heißt „Superpower Discovery“ und es geht darum, spielerisch die eigenen Stärken zu explorieren. Wir leben seit unserer Kindheit in so starken Bahnen, dass eine der wichtigsten Fragen – die nach den eigenen Talenten – völlig liegen bleibt.

Danke dir!