IN THE STUDIO #6 Eva Fischer, Soundframe + Diagonale

Von Lena Marie Glaser

Meine dokumentarische IN THE STUDIO Kurzfilm-Reihe porträtiert kreative Pionierinnen und ihre Arbeit. Produktion und Idee: Lena Marie Glaser

Eva Fischer, (c) Lena Marie Glaser

#6 Eva Fischer – Soundframe + Diagonale

„Es ist zwar manchmal echt anstrengend. Aber ich bin einfach happy, wie es ist.“

Eva Fischer ist selbstständige Kuratorin, Kulturmanagerin und Dozentin im Bereich audiovisueller Kunst, Virtual Reality und experimenteller Medien. Seit 2016 leitet sie die Produktion der Diagonale – Festival des österreichischen Films.

Für meinen IN THE STUDIO Studiovisit habe ich Eva ins Wiener Home-Office und Diagonale Filmfestival HQ in Wien begleitet. Das unglaublich inspirierende Porträt gibt spannende Einblicke in Evas Arbeit, ihre Arbeitsweise und was ihr wichtig ist. Zum Video:

Über Eva Fischer

Eva Fischer studierte Kunstgeschichte und Kulturmanagement in Graz, Utrecht (NL) und Wien. Während des Studiums arbeitete sie in der Museumspraxis als Kunstvermittlerin. Seit 2006 ist sie als freie Kuratorin tätig. 2007 initiierte sie das sound:frame Festival, das einmal jährlich Ausstellungen, Performanceformate und Diskursprogramme im Feld der audiovisuellen Kunst und Kultur verschränkte und 2016 sein 10jähriges Bestehen und gleichzeitig die letzte Ausgabe feierte. Von 2006 – 2016 war sie selbst als Visualistin aktiv.

2009 gründete sie die gleichnamige Agentur sound:frame, die 2016 zum Koproduktionsbüro erweitert wurde. Sie kuratiert interdisziplinäre Ausstellungen und Performancereihen mit Schwerpunkt auf audiovisuelle Kunst, Medienkunst, Virtual Reality und XR. Seit 2016 leitet sie die Produktion der Diagonale – Festival des österreichischen Films. Seit 2018 ist sie als Co-Organizerin von XRVienna aktiv. Als Dozentin hält sie Gastvorträge an internationalen Universitäten, Fachhochschulen und Festivals.

Mehr über Eva Fischer

Mehr über Diagonale – Festival des österreichischen Film

Lena Marie Glaser, New Work & Millennials Influencerin und Business Mentorin Website eMail Facebook Twitter Instagram

GUIDE: 7 Dinge für mehr Zufriedenheit am Arbeitsplatz

Von Lena Marie Glaser

Wie wollen wir arbeiten? (c) Lena Marie Glaser

Ich kenne viele, die unzufrieden sind in ihrem Job – vor allem in Unternehmen und Organisationen. Genervt von dem Absitzen fixer Arbeitszeiten, kontrollierender Chefs, sinnloser Arbeitsaufträge und dem Widerstand neue Wege zu gehen, sehnen sie sich nach Mitgestaltung, Flexibilität, Sinn und Spaß. Aber was können wir tun, um selbst aktiv zu werden und Dinge zu verbessern für die eigene Zufriedenheit am Arbeitsplatz?

Wie schon KPMG in seinem Paper „Meet the Millennials“ klar festhält: „A happier workforce means a more productive workforce. A more productive workforce means more revenue and more revenue means more reward for our employees. Now, which company wouldn’t to sign up for that?“.

Natürlich ist die Wirtschaft und Politik gefragt, die Arbeitsbedingungen zu verbessern. Für Menschen aller Generationen am Arbeitsmarkt. Auch im eigenen Interesse. Denn faire und flexible Arbeitsplätze garantieren eine zufriedene Belegschaft, weniger Krankenstände, geringere Kosten für das Recruiting neuer Talente. Das steigert die Produktivität und den wirtschaftlichen Erfolg.

Gerade schreibe ich an dem Hands-on Guide „Millennials in Unternehmen – Was tun?“ mit ganz konkreten Vorschlägen, die jedes Unternehmen sofort umsetzen kann. Authentischer und erfolgsversprechender als jede Employer Branding Maßnahme im WAR FOR TALENTS. Ohne langwierige Arbeitsgruppen, die dann Wochen später nichts außer einem ‚virtuellen’ Papierfriedhof bewirken.

Aber was kann jede und jeder von uns selbst tun? Wie können wir uns einen Arbeitsplatz schaffen, der uns zufriedener und glücklicher macht? Ohne gleich zu kündigen. Und zwar in dem Unternehmen, in dem wir gerade sind.

Aus meiner ganz persönlichen Erfahrung und den vielen Gesprächen, die ich führe, habe ich folgenden Hands-on Guide mit 7 Vorschlägen entwickelt, die eure Zufriedenheit am Arbeitsplatz steigern könnten. Damit ihr wieder gerne in der Früh arbeiten geht, ohne Bauchweh. Sie sind praktisch erprobt und kommen mit meinen persönlichen Tipps. Was sind eure Geheimtipps? Schreibt es mir an Lena@basicallyinnovative.com.

Gleich vorab: Die Kultur oder gar Strukturen eines Unternehmens lassen sich so nicht sofort verändern. Aber ich glaube daran: Wenn wir es einfordern und zeigen WARUM es auch für die Organisation und alle Menschen im Unternehmen sinnvoll ist, können wir echt was bewegen – gemeinsam.

Und für alle, die bereits beschlossen haben, zu kündigen oder schon auf der Suche sind, gibt es hier meinen Hands-on Guide: Jobwechsel.

Meine 7 Dinge für mehr Zufriedenheit am Arbeitsplatz

#1 Schreibt ein Konzept! Was stört euch eigentlich an eurem Arbeitsplatz? Beginnt diese Dinge zu notieren. Erfasst es als Problem und überlegt was ihr persönlich tun könnt. Mit einem Aufriss über die Ausgangslage, das Problem, eure Lösungsvorschläge und einem groben Zeitplan macht ihr euch einen Termin mit der Chefin aus oder nutzt das Mitarbeitergespräch.

Ihr löst damit viel Begeisterung, oder aber auch überwältigende Abneigung aus. Mein Tipp: Passt auf! Es kann sein, dass Menschen verärgert sind, weil sie denken, ihr greift sie persönlich an. Denkt das mit und versucht wertschätzend zu kommunizieren. Ihr seid ja keine Bedrohung, sondern wollt euch persönlich einbringen und das Unternehmen mitgestalten.

#2 Setzt euch zusammen! Alle im Team jammern und beklagen dieselben Themen? Dann schlägt doch mal vor, euch Zeit und einen Raum zu nehmen diese Probleme zu sammeln, zu brainstormen und dann gemeinsam konkrete Vorschläge zu erarbeiten. Mein Tipp: Alles gut strukturiert in einem Dokument oder einer Präsentation aufbereiten und der nächsten Teamsitzung oder Unternehmensklausur einbringen.

#3 Nehmt Fortbildungen in Anspruch! Klopft mal bei der Chefin oder HR-Zuständigen an. Oder schaut nach im Intranet: Was bietet eigentlich mein Unternehmen intern an? Recherchiert, fragt nach. Bei den Kolleginnen und Kollegen, im Freundeskreis, in der Familie, im Internet bei Bildungsinstitutionen und Bildungsmessen.

Ich war Meisterin darin, neue Fortbildungen genehmigt zu bekommen. Mein Tipp: Konkrete Bildungsangebote recherchieren (mit Preis, Zeitraum) und für deine Führungskraft eine Begründung parat haben, warum diese Fortbildung für euch und das Unternehmen wichtig ist. So lässt sich auch ein Kurs rechtfertigen, der auf den ersten Blick gar nichts mit deinem Arbeitsplatz zu tun hat.

#4 Bildet ein Sparring-Team! Findet jemanden, mit dem ihr euch strukturiert und regelmäßig über berufliche Themen und persönliche Herausforderungen austauscht. Erfolgsversprechend sind Treffen über Teamgrenzen hinweg. Sparring-Teams kann es geben zwischen Menschen mit unterschiedlicher Erfahrung, aus verschiedenen Generationen oder ähnlichen Lebensumständen (bspw. Alleinerziehende Eltern).

#5 Nehmt Mentoring-Programme in Anspruch! Ich selbst bin/war Mentee in dem Cross-Mentoring Programm der österreichischen Verwaltung und in dem WoMentoring Programm von Club alpha in Kooperation mit der österreichischen Tageszeitung derStandard. Was mir das gebracht hat? Ich habe meine eigenen Stärken erkannt, neue Potentiale entdeckt, von den Erfahrungen anderer gelernt, Feedback bekommen und mein Netzwerk vergrößert.

Wie wollen wir arbeiten? (c) Lena Marie Glaser

#6 Gründet eure eigene Interessensgruppe! Ihr läuft gerne eine Runde in der Früh? Dann fragt andere, ob sie mitkommen wollen. Ihr entspannt gerne beim Yoga? Vielleicht hat ja eine Kollegin eine Yoga-Ausbildung und möchte in der Mittagspause gemeinsam praktizieren. Ihr geht gerne ins Museum? Recherchiert Angebote und nehmt andere mit. Das bringt euch zusammen – über Abteilungsgrenzen und Altersunterschiede hinweg. Und mehr Leichtigkeit und Spaß im Berufsalltag schadet auch nie.

#7 Vernetzt euch außerhalb eures Unternehmens! Welcher Berufsgruppe gehört ihr an? Wo gibt es bestehende Netzwerke und Veranstaltungen? Das erhört eure Sichtbarkeit, ihr werdet als Expertin oder Experte wahrgenommen, ihr kommt herum und vermutlich steigt dann auch die Zufriedenheit am Arbeitsplatz im eigenen Unternehmen.

Und wenn das alles gar nichts bringt, dann ist es Zeit sich ehrlich der Frage zu stellen: Passe ich eigentlich in diese Unternehmenskultur?

Ich habe irgendwann ganz klar erkannt, ich will anders leben! Ich passe nicht mehr in diese Organisation. Mir hat es geholfen, Coaching in Anspruch zu nehmen, Workshops zu besuchen, inspirierende Bücher zu lesen.

So habe ich begonnen, erste Schritte in die richtige Richtung zu gehen. Und jetzt bin ich hier. Von der unglücklichen, frustrierten Juristin zur begeisterungsfähigen und lebendigen Pionierin für Neues Arbeiten, Filmemacherin, Herausgeberin eines Blogs, Consultant und Start-up Gründerin.

NEU! Bucht mich für 1:1 Inspirations-Dates. Weil ich es liebe:

  • Mein Wissen, Erfahrungen und Netzwerke zu teilen.
  • Euch Mut zu machen, den eigenen Traum zu leben.
  • Dich dabei zu unterstützen, dein Arbeitsumfeld aktiv mitzugestalten.

Du arbeitest in einem Unternehmen und willst wieder mehr Freude im Job? Oder bist du gar zuständig für das Personal in deiner Organisation? Auch wenn du beschlossen hast, du willst endlich mutig sein und deinen Traum leben, bist du bei mir richtig. Ich erzähle euch, wie ich es geschafft habe. Welche Tools mir etwas gebracht haben. Ich biete kein Coaching an, sondern nehme mir Zeit für dich. Dein Nutzen: Mut, Inspiration und Tools für erste Schritte für dich ganz persönlich. Bei Interesse, schreibt mir an Lena@basicallyinnovative.com! Preise und Termine auf Anfrage.

Eure Lena

Wie seht ihr das? Welche Vorschläge habt ihr? Schreibt mir, kommentiert diesen Artikel. Lena@basicallyinnovative.com

Lena Marie Glaser, New Work & Millennials Influencerin und Business Mentorin Website eMail Facebook Twitter Instagram

Booklove: MINDSET von Dr. Carol Dweck

Review von Lena Marie Glaser

Meine Cousine (Business School, University of Surrey UK) hat mir dieses Buch empfohlen. Dr. Carol Dweck ist Professorin für Psychologie an der Stanford University. Schon nach dem 1. Kapitel habe ich mir gedacht: Wow, so habe ich das noch nie gesehen. Eine unglaubliche Bereicherung für mein privates und berufliches Leben.

Dr. Carol Dweck ist aufgrund ihrer Research zu einer bahnbrechenden Erkenntnis gelangt: Die Macht des Mindsets. Das heißt in anderen Worten: Alles was wir tun ist davon beeinflusst, wie wir darüber denken. Also welchen Mindset wir haben. In diesem Buch unterscheidet sie zwischen dem „Fixed Mindset“, also dem Mindset wonach Begabungen fix vorgegeben sind. Im Gegensatz dazu gibt es den „Growth Mindset“, der es uns ermöglicht uns mehr zuzutrauen, neue Fähigkeiten zu entwickeln und Fehler anders zu beurteilen. So können wir auch in Dingen richtig gut werden, die uns nicht schon in die Wiege gelegt sind.

Für mich persönlich wurde klar, warum ich über so viele Jahre geglaubt hatte, dass ich nicht begabt genug bin. Um zu schreiben, Musik zu produzieren, Expertin zu sein, ein eigenes Unternehmen zu gründen. Doch seit 2017 hat sich das bei mir völlig verändert. Ich tue einfach worauf ich Lust habe. Ich werde besser darin. Ich traue mich einen Weg zu gehen, der nicht der einfachste zu sein scheint. Offensichtlich hat sich mein Mindset von einem „Fixed Mindset“ zu einem „Growth Mindset“ gewandelt.

Lena Marie Glaser, Millenial Workplace Consultant & Speakerin. Meine Vision ist es, den spürbaren Wandel der Arbeitswelt aus Sicht meiner Generation – den Millennials (Generation Y) – mitzugestalten, zu inspirieren und frische Impulse zu setzen. Website eMail Facebook Twitter Instagram

Wir und die Zukunft der Arbeit – Mit Miriam Mlczoch

Von Lena Marie Glaser

(c) Lena Marie Glaser

Mit dem Brainpool Wir und die Zukunft der Arbeit zeige ich, wie wir arbeiten möchten. Abseits von klassischen Karrierewegen, Burn-out und ‚Bullshit-Jobs‘. Es ist unsere Zukunft – und ich finde es wichtig, dass wir sie aktiv mit gestalten.

Daher befrage ich Expertinnen, die bereits anders arbeiten und ganz klar wissen, worauf es ihnen ankommt. Für neue Ideen und Mut den eigenen Weg zu gehen. Alles über meine Arbeit. Ich freue mich über eure Anregungen und Kommentare. Schreibt mir! Eure Lena lena@basicallyinnovative.com

Miriam Mlczoch (41)

(c) Miriam Mlczoch

Miriam ist die Gründerin von in love with paper.

Nach ihren internationalen Studien (ua. International Relations & Business Management und International Migration Policies) in Buenos Aires, Amsterdam, Maastricht und London absolvierte sie den Lehrgang Buchgestaltung / St. Pölten. Ihre aktuelle Crowdfunding Kampagne für das erste Produkt ihrer Firma in love with paper – das Fragenbuch Ikigai oder das gute Leben – könnt ihr noch bis 17. März 2019 hier unterstützen: www.startnext.com/ikigai Mehr dazu

Liebe Miriam, was bedeutet Arbeit für dich?

Kreativ sein, Ideen spinnen, Spaß haben, nach Lösungen suchen, um den Status Quo zu verbessern, immer wieder neue Herausforderungen meistern. Und natürlich auch: ein Einkommen haben.

Arbeit macht dich glücklich, wenn?

…ich kreativ sein kann, mit Papier arbeite und neue Dinge entwerfe. Wenn ich im flow bin, mich weiterentwickle und durch meine Arbeit als Mensch wachse. Wenn ich mit netten Menschen zusammen arbeite und wir gemeinsam an neuen Ideen tüfteln.

Arbeit macht dich unglücklich, wenn?

…ich immer das selbe mache und die Arbeit sehr monoton ist. Wenn ich das Gefühl habe, nichts Neues mehr zu lernen. Aber vor allem: wenn ich keinen Sinn in meiner Arbeit sehe.

Woran arbeitest du gerade und was interessiert dich daran?

Ich arbeite gerade an einer Crowdfunding Kampagne für das erste Produkt meiner Firma in love with paper, das Fragenbuch Ikigai oder das gute Leben. Ikigai ist ein japanischer Begriff und bedeutet frei übersetzt „das gute Leben“.

Ikigai ist die Schnittstelle von dem, was du liebst, was du kannst, was die Welt braucht und wofür die Welt dich bezahlt. Wenn die vier Bereiche im Einklang sind, hast du dein Ikigai gefunden.

(c) Miriam Mlczoch

Das Buch Ikigai oder das gute Leben ist ein Fragenbuch, weil die Autorin Franka Kohler und ich meinen, dass dich gute Fragen weiter bringen als ein Ratgeber. Damit du für dich selber herausfinden kannst, was das gute Leben für dich bedeutet.

Das Buch stellt viele gute Fragen, wie:

  • Welche Tätigkeiten bringen Deine Augen zum Leuchten?
  • In welche Themen würdest du dich gerne mehr vertiefen?
  • Was würdest du gerne viel öfter tun?
  • Was fällt dir leicht?
  • Wenn jemand deine Liebsten fragen würde, wofür sie dich lieben und bewundern – Was würden sie sagen?
  • Worauf willst du an deinem 77. Geburtstag zurückblicken können?
  • Welche Herausforderungen in der Welt würdest du gerne angehen?
  • Wenn du eine Mission hättest: was wäre sie?

Die Crowdfunding Kampagne und der Aufbau von in love with paper ist natürlich gerade wahnsinnig spannend, aufregend und eigentlich interessiert mich alles daran.

Was hat dich bei deiner beruflichen Entwicklung besonders geprägt?

Mein Wunsch, immer wieder neue Dinge zu tun, zu lernen und zu wachsen. Und meine Familie: einerseits totaler Rückhalt und Unterstützung für meine Entscheidungen und andererseits die Tugend, Dinge gut und gerne zu machen.

Wie sehen deine idealen Arbeitsbedingungen aus?

Meine Arbeit sollte möglichst flexibel organisiert sein. Ich will, dass Arbeit und Familie kompatibel sind. Andererseits wünsche ich mir klare Arbeitsbereiche und -zeiten. Mein Freund -der selbständig als Grafiker arbeitet- und ich haben zwei fixe Arbeitstage pro Woche für jede/n vereinbart dh. es ist klar, wer arbeiten darf, wenn eines der Kinder krank ist.

Wo arbeitest du und was ist dir dort wichtig?

Was die Arbeitsräume angeht bin ich recht flexibel, da ich lange in Großraumbüros gearbeitet habe. Wenn ich mich konzentrieren muss, setze ich Kopfhörer auf, höre Musik und kapsel mich ab. Wichtig  finde ich, dass es Räume gibt, in denen sich Leute austauschen können ohne dabei andere bei der Arbeit zu stören.

Wie sehen die schönen Seiten und wie die Herausforderungen in deinem Job aus?

Schöne Seiten gibt es viele: ich liebe es, meine Ziele selber zu definieren, die Tage und meine Arbeitspakete selber einzuteilen und dazwischen mal mit einer Freundin einen Kaffee trinken zu gehen. Nicht mehr so durch den Tag zu hetzen. Das ist eine ganz neue, wunderbare Freiheit.

(c) Miriam Mlczoch

Ich liebe es, etwas ganz Eigenes, mein eigenes Ding zu machen und bin jetzt schon stolz darauf, es wirklich gemacht zu haben, mich getraut zu haben. Dass ich jetzt nicht nur schöne Dinge aus Papier bewundere, sondern sie selber gestalte und dann produzieren lasse. Damit habe ich mir einen Traum erfüllt. Das ist schon sehr besonders.

Und dann dieser wunderbare Prozess: wie etwas von einer ersten Idee stetig wächst, immer konkreter wird, Form annimmt und schließlich ganz real wird und angreifbar. 

Als Herausforderung empfinde ich momentan einerseits die Unsicherheit, die mit der Selbständigkeit kommt und die natürlich besonders am Anfang besonders drängend ist. Wovon werde ich leben? Geht sich das dann überhaupt aus?

Ich will und kann mich nicht daran gewöhnen, alleine zu arbeiten. Dazu arbeite ich viel zu gerne mit anderen zusammen und finde auch, dass Produkte und Projekte meist viel besser werden, wenn man gemeinsam mit anderen daran arbeitet. Weil jede/r ganz unterschiedliche Perspektiven und Stärken mitbringt.

Derzeit versuche ich dies durch Austausch und Feedback mit anderen Gründerinnen und Gründern auszugleichen und hoffe, dies bald auch in unserer Bürogemeinschaft zu erleben, wo es dann auch mehr Möglichkeiten geben gibt, sich auszutauschen und gegenseitig weiterzubringen.

Wie muss erfüllende Zusammenarbeit für dich gestaltet sein?

Kompetenz, Respekt und Wertschätzung für die Stärken der anderen sowie Kompromissbereitschaft und Verlässlichkeit finde ich für eine gute Zusammenarbeit wichtig. Und natürlich helfen eine positive Einstellung und feiner Humor. Weil es soll ja Spaß machen.

Vor welchen Herausforderungen steht die heutige Arbeitswelt aus deiner Sicht?

Ich erlebe die ständige Erreichbarkeit und Ablenkung durch Mobiltelefone, soziale Medien und Emails als ziemlich kritisch. Es ist dadurch zunehmend schwer, abzuschalten und sich auszuklinken. Aber das ist essentiell, gerade für die kreative Arbeit und das Arbeiten im Flow. Ich plane zB. “kommunikationsfreie”  Zeiten für konzentriertes Arbeiten ein.

Gesellschaftlich erschweren es unsichere und oft kurze Arbeitsverhältnisse den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern zunehmend, ihre Arbeit und somit ihre Existenz auf längere Sicht anzulegen.

Was würdest du tun, wenn du aus finanziellen Gründen nicht mehr arbeiten müsstest?

Ich würde genau das machen, was ich derzeit mache, aber mit mehr finanziellen Ressourcen und mehr Sicherheit.

Danke Miriam!

Du willst wissen, wie andere Pionierinnen des Neuen Arbeitens diese Fragen beantwortet haben? Hier geht es zu meinem Brainpool.

Lena Marie Glaser, Millenial Workplace Consultant & Speakerin. Meine Vision ist es, den spürbaren Wandel der Arbeitswelt aus Sicht meiner Generation – den Millennials (Generation Y) – mitzugestalten, zu inspirieren und frische Impulse zu setzen. Website eMail Facebook Twitter Instagram

Das muss passieren, damit unsere Zukunft der Arbeit kein Horror-Trip wird

Stockwerk, Co-working space Wien neue Arbeitswelt
Stockwerk, Co-working space Wien

Von Lena Marie Glaser

Viele sind frustriert und unmotiviert in ihrem Job. Egal ob in den traditionellen Unternehmen oder in der davon weit entfernten Welt der Digital Nomads und Freelancer. Was muss passieren, damit die Arbeitsbedingungen der Zukunft zu unseren Bedürfnissen passen und Arbeiten kein Horror-Trip wird?

Ich bin Teil einer „neuen“ Arbeitswelt. Mit mir sind es die freien Journalistinnen, die Designer, die Yogalehrerinnen, die App-Entwicklerinnen und die Startup-Gründerinnen meiner Generation – den Millennials (Generation Y).

Viele leben ihren Traum, sind flexibel und unterliegen nicht mehr dem klassischen Dienstvertrag. Doch die Schattenseite ist die mangelnde soziale Absicherung, die Gefahr auszubrennen und der Kampf für eine angemessene Entlohnung.

Auf der anderen Seite erkranken immer mehr Menschen in der „alten“ Arbeitswelt. In den großen Unternehmen, den Banken und sogar im öffentlichen Dienst. Trotz rechtlicher Absicherung sind sie unzufrieden, frustriert und ausgelaugt. Doch warum ist das so?

Viele sind überfordert von zahlreichen Umstrukturierungen, zunehmendem Druck und einer Flut an neuen Aufgaben. Die Digitalisierung hat das Tempo erhöht. Viele Menschen fühlen sich nicht wertgeschätzt, eingeengt von starren Arbeitszeiten und kontrollierenden Chefs. Sie sind es leid, dass über ihre Köpfe entschieden wird. Dienst nach Vorschrift und Rückzug ins Privatleben sind die Folge.

Shawn Ardaiz, in Wien lebender kalifornischer Startup-Gründer und Innovation strategist, stellte in unserem basicallyinnovative.com Interview klar:

Business as usual is having an existential crisis and we’re collectively going through the motions waiting for something new to emerge. In my opinion we have a massive leadership void at most organisations.

Die Digitalisierung spielt hier eine große Rolle. Begriffe wie Industrie 4.0 und agiles Arbeiten schwirren in der Luft. Doch was das heißt, wissen die wenigsten. In Unternehmen wird nicht kommuniziert, WARUM sich etwas ändern muss. Oft ist unklar, welche Zukunftsstrategie verfolgt wird. Da die Menschen in den Unternehmen nicht eingebunden werden, steigt bei vielen die Frustration und Überforderung.

Was muss passieren, damit die Arbeitsbedingungen der Zukunft zu unseren Bedürfnissen passen und Arbeiten kein Horror-Trip wird? Wie kann die Digitalisierung und der wahrnehmbare Wandel der Arbeitswelt als Chance gesehen werden?

  1. Die Kultur in Unternehmen ist der Schlüssel. Entscheidungsträger müssen sie aktiv weiterentwickeln. Wo gibt es Potenziale zur Verbesserung der Zusammenarbeit in Teams? Wie kann Leadership neu gedacht werden und wie die Menschen besser eingebunden werden?
  2. Menschlichkeit und Vertrauen müssen Priorität haben. Es muss anders kommuniziert werden. Auf Augenhöhe, wertschätzend. Nur so gibt es Arbeitsbedingungen, die nicht krank machen. Das erhöht die Zufriedenheit am Arbeitsplatz und die Produktivität steigt.
  3. Es braucht neue rechtliche Rahmenbedingungen. Das bisherige System ist veraltet, es nimmt noch zu wenig Rücksicht auf den veränderten Arbeitsmarkt. Das Arbeitsrecht muss unseren vielfältigen und individuellen Bedürfnissen entsprechen. Die Politik und die Wirtschaft sind gefragt, die notwendigen Schritte zu setzen um zukunftsfähig zu werden.
  4. Jede von uns kann mitmachen. Was könnt ihr in eurem Unternehmen mitgestalten? Mit welchen Kunden wollt ihr zusammen arbeiten? Mein Hands-On GUIDE „7 Dinge für mehr Zufriedenheit am Arbeitsplatz“ gibt nützliche Anregungen dafür.
  5. Entscheiden wir bewusst, wie und wo wir konsumieren. Wir können uns ganz leicht über Unternehmen informieren und nur mehr dort einkaufen, wo faire Arbeitsbedingungen gewährleistet sind. Den Kopf in den Sand stecken, zählt nicht!
  6. Entscheiden wir bewusst, wo wir uns bewerben. Welche Unternehmen bieten faire Arbeitsbedingungen? Immer mehr Unternehmen sind getrieben vom WAR FOR TALENTS, sie plagt der Fachkräftemangel. Mit Hilfe von Employer Branding versuchen sie Talente zu gewinnen. Und so haben wir einen guten Hebel, um unsere Arbeitswelt der Zukunft mitzugestalten.

Ich freue mich über eure Ideen, wie wir gemeinsam eine lebenswerte Zukunft der Arbeit gestalten können. Schreibt mir an lena@basicallyinnovative.com!

Lena Marie Glaser, Millenial Workplace Consultant & Speakerin. Meine Vision ist es, den spürbaren Wandel der Arbeitswelt aus Sicht meiner Generation – den Millennials (Generation Y) – mitzugestalten, zu inspirieren und frische Impulse zu setzen. Website eMail Facebook Twitter Instagram

Wir und die Zukunft der Arbeit – Mit Julia Andorfer

Von Lena Marie Glaser

(C) Lena Marie Glaser

Mit dem Brainpool Wir und die Zukunft der Arbeit zeige ich, wie wir arbeiten möchten. Abseits von klassischen Karrierewegen, Burn-out und ‚Bullshit-Jobs‘. Es ist unsere Zukunft – und ich finde es wichtig, dass wir sie aktiv mit gestalten.

Daher befrage ich Expertinnen, die bereits anders arbeiten und ganz klar wissen, worauf es ihnen ankommt. Für neue Ideen und Mut den eigenen Weg zu gehen. Alles über meine Arbeit. Ich freue mich über eure Anregungen und Kommentare. Schreibt mir! Eure Lena lena@basicallyinnovative.com

JULIA ANDORFER (30)

Julia ist selbstständige Psychologin, Unternehmensberaterin und Yogalehrerin. Derzeit auf Weltreise.

Sie studierte Psychologie an der Universität Wien & University of Western Australia, Perth mit Spezialisierung auf Arbeits- und Organisationspsychologie, absolvierte eine lösungsfokussierte & hypnosystemische Coaching-Ausbildung sowie das Yoga Teacher Training RYT200. Mehr über Julias Arbeit: „Julia Andorfer | Personal Development“

Liebe Julia, was bedeutet Arbeit für dich?

Zeit und Energie aufzuwenden, um meine Herzensprojekte umzusetzen und damit Menschen zu unterstützen, „JA!“ zu sich selbst zu sagen und den eigenen Weg zu gehen. Und gleichzeitig davon leben zu können.

Arbeit macht dich glücklich, wenn?

… es sich nicht wie anstrengende Arbeit anfühlt, sondern leicht und erfüllend ist, ich in einem Flow-Gefühl schwebe und andere durch mein Tun bereichern und bestärken darf.

Woran arbeitest du gerade und was interessiert dich daran?

Aktuell erfülle ich mir gemeinsam mit meinem Freund einen sehnlichen Wunsch: wir sind 9 Monate auf Weltreise. Dadurch sorge ich für meine persönliche Weiterentwicklung und finde Inspirationen für meine Projekte in den unterschiedlichen Ländern sowie deren Menschen und Kulturen. Meine Eindrücke der „Best of der EINZIGARTIGKEITEN UND EIGENHEITEN” jedes bereisten Landes halte ich auf meinem Blog www.juliaandorfer.com/blog fest.

Was war dein Traumberuf als Kind?

Straßenkehrerin – ich hatte schon immer ein großes Sauberkeits- und Ordnungsbedürfnis und fand die Vorstellung von sauberen Straßen wunderbar und sehr befriedigend. Bis ich feststellte, dass dies eine Sisyphusarbeit ist und der Zielzustand nur selten erreicht bzw. lediglich von kurzer Dauer ist.

Was hat dich bei deiner beruflichen Entwicklung besonders geprägt?

2016 war für mich ein Umbruchsjahr – nach 2,5 Jahren als Angestellte in der Unternehmensberatung merkte ich, dass es Zeit für Veränderung war und ich mich noch mehr persönlich entfalten wollte. Daher traf ich eine „Bauchentscheidung“ und gab meinen vermeintlich sicheren Job auf – noch ohne langfristigen Plan…

Mein kurzfristiger Plan war folgender: Noch am Abend meines letzten Arbeitstags bin ich mit dem Nachtbus nach Hamburg gefahren, zu meiner Schwester, das Fahrrad im Gepäck. Dort begann mein großes Abenteuer: 1228km von meiner Herzensstadt Hamburg in meine Heimatstadt Wien.

12 Tage alleine am Fahrrad im Hochsommer quer durch Deutschland. Kein Unwetter, kein Regen, kein Platten. Dafür Umwege, Abwege, Abzweigungen, die reizvoll waren. Und genau das war meine wertvolle Erkenntnis: Es passiert so vieles, während man am Weg ist! Seit damals ist diese Reise die Metapher für „meinen Weg“ – und gab mir den Mut für die Selbstständigkeit!

Wie sehen deine idealen Arbeitsbedingungen aus?

Flexibilität und Selbstbestimmung sind für mich extrem wichtig und wertvoll. Ich mag die Abwechslung und die Entscheidung, wann und wo ich mich welchen Inhalten widmen mag. Als „early bird“ nutze ich gerne den frühen Morgen für konzentriertes Arbeiten und schätze das intensive Arbeiten mit Menschen.

Wo arbeitest du und was ist dir dort wichtig?

Die Vielfalt meiner Tätigkeiten erlaubt es mir, unterschiedliche Arbeitsorte zu nutzen und dabei zeitgleich auch nicht auf mein eigenes Wohlbefinden zu vergessen. So bereite ich gerne Konzepte für Workshops oder Yoga-Retreats vor, während ich selbst auf Reisen bin. Hier finde ich stets die besten Inspirationen und Ideen!

Ich schätze es ebenso, z.B. von einem Kundentermin am Fahrrad zu meiner Yogastunde an einer Wiener Schule zu fahren. Dieser Weltenwechsel ist für mich selbst eine gute Art ab- bzw. umzuschalten. Auch wenn das zugegebenermaßen auf Knopfdruck nicht immer leicht ist.

Wie sehen die schönen Seiten und wie die Herausforderungen in deinem Job aus?

Menschen auf ihrem eigenen Weg zu begleiten und zu unterstützen, ihr Potenzial auszuschöpfen und ihre Einzigartigkeit zu leben, erfüllt mich zutiefst. Das Lächeln meiner entspannten Yoga-SchülerInnen oder die Dankbarkeit meiner Retreat-TeilnehmerInnen bestätigt mich, dass mein Tun SINN-voll und SINN-erfüllt ist.

Als zentrale Herausforderung in der Selbstständigkeit erlebe ich nach wie vor den Umgang mit dem Gefühl, es sei „nie genug“, es warten stets noch offene To Dos für das eigene Business. Ebenso erfordert es viel Vertrauen mit der unsicheren Auftragslage zurechtzukommen.

Wie muss erfüllende Zusammenarbeit für dich gestaltet sein?

Auf Augenhöhe, ehrlich und gegenseitig bereichernd – denn in jeglichem Kontext lerne auch ich selbst sehr viel von meinen KundInnen und deren individuellen Fragestellungen. So ist es ein stetes Geben und Nehmen – darüber schätze ich mich sehr glücklich!

Wie sollte Arbeit in Zukunft aussehen? Was ist deine Traumvorstellung und wie könnte es realistisch sein?

Flexibilität ist ein ganz wesentlicher Faktor für mich für eine gute Work/Life-Balance und ein Aspekt meiner Selbstständigkeit. Daher bin ich auch ein großer Fan von Jobsharing. Zum Beispiel kenne ich die Gründerinnen von Tandemploy aus Berlin, zwei Frauen, die in Deutschland eine Plattform für Jobsharing und flexibles Arbeiten aufgebaut haben. Nach dem Motto „0,5 + 0,5 = 1,5“ teilen sich in zunehmend mehr Unternehmen zwei ähnlich qualifizierte Personen eine Stelle.

Dadurch wird anspruchsvolle Teilzeitarbeit ermöglicht. Nebenbei bleibt Zeit für anderes: freiberufliche Projekte, individuelle Talententfaltung, sinnerfüllte Tätigkeiten und erleichterte Vereinbarkeit von Karriere und Familie. Mittlerweile gibt es viele ähnliche gute Beispiele und tolle Bewegungen, die flexibles Arbeiten fördern und erleichtern.

Danke Julia!

Du willst wissen, wie andere Pionierinnen des Neuen Arbeitens diese Fragen beantwortet haben? Hier geht es zu meinem Brainpool.

Lena Marie Glaser, Millenial Workplace Consultant & Speakerin. Meine Vision ist es, den spürbaren Wandel der Arbeitswelt aus Sicht meiner Generation – den Millennials (Generation Y) – mitzugestalten, zu inspirieren und frische Impulse zu setzen. Website eMail Facebook Twitter Instagram


GUIDE: 10 Dinge für einen erfolgreichen Jobwechsel

Ana Popescu In the Studio basically innovative
(c) Lena Marie Glaser
Von Lena Marie Glaser

 

Jobwechsel? In Zukunft wird das zur Regel. Manche von uns sind bereits routinierte Jobhopper, für andere ist es eine große Herausforderung. Der Jobwechsel kann sehr unterschiedliche Gründe haben: Manche möchten sich selbst verwirklichen, andere fliehen vor der großen psychischen Belastung am Arbeitsplatz, andere verlieren diesen ungewollt. 

Mit diesem Hands-on Guide möchte ich zeigen, wie wir diese Veränderung für uns persönlich nutzen können. Meine eigenen Erfahrungen und viele Gespräche mit Menschen, die ihren Beruf erfolgreich gewechselt haben sind die Grundlage. Im Mittelpunkt steht die Frage: Wie will ich eigentlich arbeiten?

10 Schritte für den erfolgreichen Jobwechsel

#1 Finde heraus, was dir liegt und was dich wirklich interessiert! Sammle, brainstorme, schreibe dir auf, welche Tätigkeiten dir Spaß machen und besonders leicht gelingen. Versuche kreativ zu sein und dich nicht von der inneren Unsicherheit ablenken zu lassen. Erinnere dich an deine Kindheit, was hat dir Spaß gemacht? Dieses Gedankenexperiment kann helfen: Stelle dir vor, du hast genug Geld, es gibt keinerlei Hindernisse, wie würde dein Alltag dann aussehen, was würdest du machen?

#2 Recherchiere! Verschaffe dir einen guten Überblick über die aktuelle Arbeitsmarktsituation, auf Messen (Universitäten, unisuccess, BeSt), Jobportalen wie derstandard.at, karriere.at, Watchado und dem AMS-Berufskompass. Auch Beratungsstellen wie das UNIPORT-Karriereservice helfen hier. Welche Berufsbilder, welche Branchen davon findest du spannend?

#3 Frage nach! Kennst du jemanden, der einen Beruf hat, den du interessant findest? Nimm einfach Kontakt auf und tauscht euch aus. Frage auch nach den negativen Seiten. 

#4 Besuche Workshops und Events! Du weißt schon welchen Bereich du besonders interessant findest? Frage in deinem Netzwerk nach, google, nutze Facebook und abonniere Newsletter von Events und Workshop-Organisatoren. So verpasst du keine Veranstaltung mehr, die vielleicht schon die zündende Idee oder einen nützlichen Kontakt bringt.

#5 Bleibe gelassen! Auch wenn es eine echte Herausforderung ist. Mach dir bewusst, du bist auf einem Weg, der sich auszahlt. Es heißt dran bleiben. Zu viel Druck ist da eher hinderlich. Vertraue dabei auf deine eigenen Stärken. 

#6 Such Vertraute, die dich verstehen! Ein Jobwechsel erfordert Mut, da wir die eigene Komfortzone verlassen. Menschen, die dich immer wieder bestärken und unterstützen, sind in dieser Zeit unglaublich wichtig. Meine eigene Erfahrung hat mir gezeigt, dass sich das bisher bekannte Umfeld verändert. Viele verstehen vielleicht nicht, was los ist oder warum ihr nicht den erstbesten Job annehmt. Mit den alten Kolleginnen habt ihr auch keine Ebene mehr. Lasst euch hier nicht verunsichern. Und bleibt offen für neue Begegnungen.

#7 Nimm professionelle Unterstützung in Anspruch! Ich absolvierte Coachings bei Dr. Andrea Tschirf und Mag. Sabine Fabach. Einerseits wurde mir klar, dass mein vermeintlicher Traumjob eine Illusion war. Aber neue Ideen entstanden. Außerdem kann Coaching dabei helfen, die eigenen Ängste zu verstehen und dabei unterstützen, sich persönlich weiterzuentwickeln. Ganz konkrete Tools haben mir immer am besten weitergeholfen.

#8 Bleibe gesund! In dieser anstrengenden Zeit der Veränderung ist es wichtig, auf die eigene Gesundheit zu achten und Achtsamkeit zu trainieren. Ich probierte viel aus: Yin Yoga, Feldenkrais, Laufen, Fitnessstudio, Tanzen. Und nicht darauf vergessen, sich ausgewogen zu ernähren. Gut für die Nerven und die Widerstandsfähigkeit. Mein ganz persönliches Erfolgsrezept könnt ihr hier nachlesen: Link

#9 Höre auf deine innere Stimme! Auch wenn du dich freust endlich einen Job in Aussicht zu haben, nicht jedes Angebot passt zu dir. Achte auf deine innere Stimme: Wie fühlt es sich an, wenn du dir vorstellst dort zu arbeiten?

#10 Ein schöner Ratschlag Es ist wichtig zu SÄEN – nur dann kann Neues entstehen.

Ihr überlegt euren Job zu wechseln, habt bereits gekündigt oder kennt eine Freundin, die ein wenig Orientierung und Inspiration braucht? Ich biete 1:1 Inspiration-Dates an. Hier mehr dazu.

Wie seht ihr das? Welche Vorschläge habt ihr? Schreibt mir, kommentiert diesen Artikel. lena@basicallyinnovative.com

 

Lena Marie Glaser, Millenial Workplace Consultant & Speakerin. Meine Vision ist es, den spürbaren Wandel der Arbeitswelt aus Sicht meiner Generation – den Millennials (Generation Y) – mitzugestalten, zu inspirieren und frische Impulse zu setzen. Website eMail Facebook Twitter Instagram

GUIDE: Mein persönliches Rezept für ein achtsameres Leben

Sophie Humer Yoga Lehrerin
(c) Sophie Humer

Von Lena Marie Glaser

Ich war die ganze Zeit so im Stress. Begonnen hat das bereits während des Studiums und sich dann in meinem Berufsleben fortgesetzt. Zum Glück gibt es ja unzählige Wege sich zu entspannen: Yoga, Meditation, Atemtechniken, Sport, Schokolade essen. Ich habe vieles ausprobiert, verschiedene Techniken kennengelernt. Dabei war ich immer auf der Suche nach einem Weg, der zu mir persönlich passt.

Dann bin ich auf Achtsamkeit und Mindfulness aufmerksam geworden. Der neue Lifestyle-Trend der Burn-out-Generation, so titelte der online Kurier. Doch es ist viel mehr. Mit Achtsamkeitstraining können wir unsere Aufmerksamkeit auf das Hier und Jetzt lenken und so gelassener werden, im Job, im Alltag. Dabei ist es wichtig, auf den Moment zu achten, genau zu beobachten, zu verstehen, aber nicht zu werten.

Mein Mindfulness Rezept

Yin Yoga

Beim Besuch der ersten Yin Yoga Stunde war mir sofort klar: Hier ist etwas anders als bei anderen Yogaklassen. Ausgestattet mit Gegenständen, Matten, Decken, Rollen und Klötzen, streben wir tiefe Entspannung an. Kein schneller Sonnengruß, kein Flow, sondern längeres Verweilen, an die 3-5 Minuten, in dehnenden Positionen. Und so wird sogar diese sanfte Yogaform richtig anstrengend.

Beim Yin Yoga sollen bestimmte Meridiane aktiviert und die Faszien stimuliert werden. Das löst verklebtes Bindegewebe und entspannt Körper als auch Geist. Vor allem wird die Konzentration auf das Hier und Jetzt trainiert – das führt zu nachhaltigen Ergebnissen und Gelassenheit.

Sophie Humer ist eine meiner Lieblingsyogalehrerinnen, aktuell ua. im One Yoga anzutreffen.

Mehr Infos: Sophie Humer (Facebook)

Sophie Humer Portrait
(c) Sophie Humer

MBSR

MBSR lernte ich in einem Coaching kennen. Besonders wirkungsvoll ist der Bodyscan: Gefühle wie Wut und Frustration werden zunächst an konkreten Körperstellen festgemacht und dann in einigen Schritten mental gelöst.

Hinter MBSR steckt die englische Abkürzung für Mindfulness-Based Stress Reduction, also der Stressbewältigung durch Achtsamkeit. MBSR wurde an der Universitätsklinik von Worcester/Massachusetts (USA) entwickelt. Üblicherweise wird es in Gruppen innerhalb eines achtwöchigen Programmes vermittelt.

Mehr Infos: Homepage des MBSR Verbandes Austria

Gewaltfreie Kommunikation (GfK) 

Zu Beginn des GfK-Einführungsseminars von Kersten Kloser-Pitcher hatte ich keine Ahnung, dass ich danach viele Dinge so anders sehen würde… Nun kenne ich den Unterschied zwischen Gefühlen und Bedürfnissen. Ich weiß, dass bestimmte Bedürfnisse nicht nur durch eine einzige Sache erfüllt werden können. Ich kann Hintergründe von schwierigen Beziehungen, Gesprächen und Situationen anhand konkreter Fragen analysieren und somit durch bewusste Kommunikation besser meistern. Aber besonders schön war es neue Begriffe kennenzulernen, die meine eigenen Bedürfnisse ausdrücken.

Kersten Kloser-Pitcher Portrait
Kersten Kloser-Pitcher, GfK Trainerin

Die Gewaltfreie Kommunikation ist ein Kommunikations- und Konfliktlösungsprozess. In Seminaren lernt jede Teilnehmerin, jeder Teilnehmer in praktischen Übungen Empathie zu sich und anderen Menschen zu entwickeln, die eigenen Gefühle und Bedürfnisse zu erkennen, auszudrücken und dabei andere nicht anzugreifen. Auch bei der GfK ist die Konzentration auf das Hier und Jetzt zentral.

Mehr Infos: GfK-Trainerin Kersten Kloser-Pitcher (Plattform Gesprächskultur), Gewalfreie Kommunikation Österreich

Autogenes Training

Meine Beine werden schwer. Ich bin ganz ruhig. In 15 Minuten bin ich frisch und munter. Meine Armen werden schwer. Ich bin ganz ruhig. In 15 Minuten bin ich frisch und munter…. Durch das Wiederholen von kurzen, prägnanten Sätzen, die je nach gewünschtem Zustand angepasst werden können, schaffe ich es meine Batterien aufzuladen. Autogenes Training ist eine klassische, effektive Entspannungsmethode. Die Übungen können in Kursen erlernt werden und dauern rund 2-3 Minuten.

Viel Spaß auf eurem ganz persönlichen Weg zu mehr Mindfulness!

Lena Marie Glaser, Millenial Workplace Consultant & Speakerin. Meine Vision ist es, den spürbaren Wandel der Arbeitswelt aus Sicht meiner Generation – den Millennials (Generation Y) – mitzugestalten, zu inspirieren und frische Impulse zu setzen. Website eMail Facebook Twitter Instagram

GUIDE: Sinn, Glück oder Geld?


Sinn, Glück oder Geld  – Was ist dir im Job wichtig? #wiewillstduarbeiten

Mit meinem Fragebogen kannst du herausfinden, was dir in deinem Arbeitsleben wichtig ist. Was du dafür brauchst? Eine Tasse Tee oder Kaffee, deinen Lieblingsstift und ein Blatt Papier. Viel Spaß!

Latte @ MUD, Lower Eastside

Die Fragen:

> Woran arbeitest du gerade? Was interessiert dich daran?

> Wie bist du zu diesem Job/dieser Aufgabe gekommen?

> Wo hast du bisher gearbeitet? Was war dir dort wichtig?

> Was hat dich bei dieser beruflichen Entwicklung besonders geprägt?

> Was wolltest du als Kind/Jugendliche werden? Findet sich etwas davon in deinem Job?

> Welche Rolle spielt die Arbeit in deinem Leben? 

> Was macht dich glücklich in deiner Arbeit?

> Was nervt dich an deiner Arbeit?

> Vorausgesetzt du hättest genug Geld und auch sonst keine Beschränkungen, was wäre dein Traumjob?

> Wie muss deine ideale Arbeit organisiert sein? (Arbeitszeit, Regeln, Freiraum – Struktur)

> An welchen Orten arbeitest du (Büro, zu Hause, Co-working space)? Was ist dir dort wichtig? Wie muss der ideale Arbeitsraum gestaltet sein?

> Wie wichtig ist dir die Zusammenarbeit mit anderen? Was braucht es für eine erfolgreiche, erfüllende gemeinsame Arbeit?

> Welche Herausforderungen, Probleme siehst du in der heutigen Arbeitswelt?

> Würdest du trotz finanzieller Absicherung arbeiten? Wie findest du die Idee eines bedingungslosen Grundeinkommens? 

> Wie glaubst du arbeiten wir in den nächsten 20 Jahren? Bist du eher optimistisch oder siehst du schwarz?

> Wo siehst du dich in 5 Jahren?

Viel Spaß beim Beantworten! Ich freue mich über euer Feedback: lena@basicallyinnovative.com

Lena Marie Glaser, Millenial Workplace Consultant & Speakerin. Meine Vision ist es, den spürbaren Wandel der Arbeitswelt aus Sicht meiner Generation – den Millennials (Generation Y) – mitzugestalten, zu inspirieren und frische Impulse zu setzen. Website eMail Facebook Twitter Instagram

IN THE STUDIO #5 Jeanne Drach

Jeanne Drach mit Lena Marie Glaser

IN THE STUDIO #5 Jeanne Drach

Meine dokumentarischen IN THE STUDIO Kurzfilme porträtieren Pionierinnen und ihre Arbeit. Produktion und Idee: Lena Marie Glaser #5 Jeanne Drach

#5 JEANNE DRACH

Jeanne Drach aka Jeanne Nickels ist eine österreichisch-französische Künstlerin, Utopistin, die mit ihrer Band KIDS N CATS um die Welt reist, und schon davor in Algier, Dakar, New York, Paris aufgewachsen ist. Jetzt wird sie von Wien aus mit ihrem Podcast Unruhe stiften. www.jeannedrach.com/jeannedrach/

Einmal um die gaaanze Welt – die österreichisch-französische Puppenspielerin, Performance-Künstlerin und Musikerin Jeanne Drach ist nicht nur zwischen Paris, Wien, Algier, New York und Dakar aufgewachsen. kurier.at

IN Jeannes STUDIO

Sofort fällt mir auf, dass hier nichts Gewöhnlich ist. Farben und Blumen sind Jeanne unglaublich wichtig. Sie muss sich in ihrem Wohn-Atelier wohlfühlen. Die vielseitige Künstlerin heißt mich herzlich willkommen, Tee und Snacks stehen bereit. Jeanne ist eine warmherzige, großzügige, lebendige und unglaublich kreative Frau. Und das spiegelt sich auch in ihrem Studio.

Jeanne Drach Studio Sitzecke

Im IN THE STUDIO Video verrät Jeanne Drach, warum sie nicht anders kann, als hier regelmäßig alles umzustellen. Die gemütliche, große farbige Couch wirkt auf mich wie das Zentrum von Jeannes Welt. Da werden lustige und tiefgründige Gespräche geführt, neue Projekte ausgeheckt und über Feminismus und eine faire Welt diskutiert.

Jeannes Heldinnen Podcast entsteht ebenfalls hier. Ihre Interviewpartnerinnen kommen zu ihr nach Hause, in ihr Studio. Die Post-Produktion findet dann gleich anschließend an ihrem Computer statt.

IHRE ARBEITSWEISE

Jeanne ist eine vielseitige Künstlerin, die Dolmetsch studiert hat, aber ihrer Leidenschaft gefolgt ist. Als Puppenspielerin und in der Musik als Kids n Cats Frontfrau arbeitet sie viel mit anderen gemeinsam, der Podcast entsteht im Alleingang. Es ist eine One-Woman-Show: Jeanne führt die Interviews, schneidet und produziert den Podcast, macht Marketing und PR.

Jeanne Drach Studio Plattenspieler

Sie wollte immer Schauspielerin sein und lebt jetzt ein einzigartiges Leben, wie es zu ihr gehört: Ungewöhnlich, abwechslungsreich und mit viel Lust und Engagement. Verpasst nicht, die wunderbare Jeanne und ihre Welt der Arbeit besser kennenzulernen. >> Hier geht es zum Video.

LINKS

www.jeannedrach.com/jeannedrach

kurier.at

Lena Marie Glaser
Lena Marie Glaser

Ich möchte Arbeit und Leben neu denken. Meine Projekte, Artikel, Porträts und dokumentarischen Kurzfilme zeigen, wie es anders geht. www.basicallyinnovative.com eMail Facebook Twitter Instagram

3 Dinge, die wir uns im Job alle wünschen

Lena Marie Glaser

Wir klagen fast alle über Leistungsdruck oder Ausbeutung im Job und landen früher oder später im Burn-out. Doch eigentlich wollen wir ganz anders arbeiten und leben. Ich versuche herauszufinden, wie eine wertschätzende Arbeitskultur aussehen kann und was es dafür braucht.

Von Lena Marie Glaser

Beim Abendessen in einem Wiener Lokal sind wir uns einig: Wertschätzung im Job ist echt ein Luxus. Ständiger Leistungsdruck, kaum Platz für persönliche Entfaltung, und kein positives Feedback vom Chef. Das sind Erfahrungen, die die meisten von uns teilen.

Meine Erfahrungen

Früher als Juristin im Ministerium musste ich dafür kämpfen, ernst genommen zu werden. Sonst wäre ich dauerhaft die Assistentin der älteren männlichen Kollegen geblieben (natürlich im Gegensatz zu den gleichaltrigen, gleichqualifizierten männlichen Kollegen). Aber auch die übliche Vorgehensweise, Personalentscheidungen zu treffen ohne die Beteiligten einzubinden, empfand ich immer schon als ungerecht.

Als ich im Kunst- und Kulturmanagement arbeitete, konnte ich zunächst gar nicht glauben, wie niedrig die Bezahlung war. Gehälter, die kaum für Miete und Essen reichten. Außer man hatte natürlich reiche Eltern. Trotzdem gaben alle immer ihr Bestes – und es wurde von ihnen erwartet. Es machte ja Spaß und war immerhin der lang erträumte ‚Traumjob‘ für den bereits viele, viele andere in der Warteschlage standen.

Auspressen und unter druck setzen

Menschen sind faul, müssen daher ständig unter Druck gesetzt und bis zum letzten ausgepresst werden. Das ist ein Führungsstil, der noch immer sehr verbreitet ist. Die Menschen lassen es sich aus Angst vor Job- und Statusverlust gefallen, so der Arbeitsmediziner Helmut Stadlbauer im derStandard-Interview.

Aber nicht nur in Anwaltskanzleien, Kunstgalerien und internationalen Konzernen herrscht diese Kultur, sondern auch in den neuen, hippen Agenturen und Start-ups, in denen angeblich alle best friends oder wie eine Familie sind. So nach dem Motto:

Lasst uns gemeinsam am Sonntag einen Marathon laufen und dabei noch die wichtigsten Zahlen besprechen!

Gratis sushi und Ausbeutung

Diese vorgeblichen Traumarbeitsplätze bieten ihren Leuten kreative Aufgaben, das Arbeiten im Freundeskreis, kostenlosen Kaffee und Kicker im open space. Doch die Wahrheit ist oft eine andere: Hoher Zeitdruck, respektloser Umgangston, und eine scheinbare heile Welt.

Die französische Autorin Mathilde Ramadier deckte auf, dass Start-ups in Berlin junge Akademikerinnen und Akademiker nach Strich und Faden ausnutzen. Die studierte Philosophin hatte es nach einiger Zeit in solchen Unternehmen satt und beschloss darüber zu schreiben.

Sie spricht von der Lüge Wir sind eine Familie und fragt: Was nutzen uns Gratis-Sushi und Kickertisch, wenn wir ausgebeutet werden? Gratis-Goodies, gemeinsame Firmen Events in der Freizeit und befristete Jobs machen es verdammt schwer Kritik zu üben, so Ramadier (Zeit Online).

horror mit Gin Tonic

Auf Empfehlung wurde mir Anfang des Jahres ein Bewerbungsgespräch für eine interessant klingenden Stelle in einer jungen Wiener Agentur vermittelt. Ich sollte zu einer Büroparty kommen. Aus heutiger Sicht kann ich ganz klar sagen: Das war das schrecklichste Jobinterview in meinem ganzen Leben! Nichts dagegen die steifen Bewerbungsgespräche im Bundeskanzleramt oder das mühsame Assessment-Center der Deutschen Botschaft.

Zuerst wurde ich auf einen Drink eingeladen, dann begann ein (auf den ersten Blick) entspanntes Plaudern mit dem Geschäftsführer. Es war Partystimmung, wobei sich sehr bald abzeichnete, wer hier das Sagen hatte. Schroff und von oben herab kommandierte der Geschäftsführer seine fast gleichaltrigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

So saß ich da mit meinem Gin Tonic und sollte kurz und knackig auf den Punkt bringen, warum gerade ich hier arbeiten wollte. Es fühlte sich an wie ein Verhör und war ganz eindeutig eine Machtdemonstration. In diesem Moment war klar für mich: Ich werde nie im Leben in so einem Umfeld arbeiten.

eIN Erklärungsversuch

Diese Kultur in Agenturen und Start-ups entsteht oft unter finanziellem Druck. Gerade klassische Start-ups müssen sehr schnell wachsen, damit die Investoren befriedigt werden. Der Faktor Mensch ist da eher Mittel zum Zweck, eine Human Ressource halt. Für die Entwicklung einer wertschätzenden Unternehmenskultur ist da kaum Platz.

Außerdem herrscht in diesen Unternehmen oft eine Macho-Kultur. Männer und Frauen müssen sich dem unterordnen, um erfolgreich zu sein. Die Fernsehserie Mad Men lässt grüßen: Männer einer New Yorker Werbeagentur, rauchend, saufend, Frauen als nette Sekretärinnen und Aufputz.

WAs wir tun können

Aber ist das wirklich die Zukunft der Arbeit, die wir wollen? Werden wir künftig unter dem Druck ersticken, gesteuert von Robotern und Algorithmen? Oder aber: Wie könnte ein anderer Weg aussehen?

Sophie Pollak, die Gründerin von WeBandits verkauft hippe koreanische Mode in ihrem Wiener Shop in der Neubaugasse. Bei der Geburtstagsfeier einer gemeinsamen Freundin erzählt sie mir davon, dass sie in ihrer neuen Rolle als Chefin einen anderen Weg gehen will. Sie lässt sich coachen, informiert sich und versucht für ihr Unternehmen einen eigenen Weg zu finden. Neues Leadership ist das und unterscheidet sich echt grundlegend von den üblichen Macho-Allüren in Agenturen und Start-ups.

Der Hamburger Unternehmern Uwe Lübbermann hat erfolgreich Premium Cola gegründet und sich bewusst für eine andere, neue Form des Arbeitens entschieden. In seinem Unternehmen gibt es ausschließlich Konsens Entscheidungen und gleichen Lohn für alle. Lübbermann baut dabei auf Vertrauen, schriftliche Verträge gibt es keine. Mit seinem Mitarbeiter, der Lieferantin oder der Kundin spricht er auf Augenhöhe – und es funktioniert.

Was eine neue arbeitskultur braucht

Abgesehen von einem fairen Gehalt, müssen Unternehmen eine Arbeitskultur schaffen, in der diese Dinge ermöglicht werden:

1. Wir  können mitentscheiden und -gestalten.

2. Wir vertrauen einander. 

3. Wir haben die Möglichkeit, uns persönlich zu entfalten.

Be calm, kind and clear

In einem Interview verriet die Leiterin des Wiener Tanzquartiers, Bettina Kogler, dass ihre Art zu arbeiten und zu führen von dem Leitsatz Be calm, kind and clear geprägt ist (FALTER, 04/18). Mich hat dieser Satz gleich angesprochen. Bin ich im Stress, hole ich ihn hervor.  Ich finde diese Worte sind auch ein Aufruf an uns alle, uns gegenseitig mehr wertzuschätzen und es auch zu zeigen.

Lena Marie Glaser
Lena Marie Glaser

Ich möchte Arbeit und Leben neu denken. Meine Artikel, Interviews und Videos zeigen, wie es anders geht. Für eine Welt, in der wir im Mittelpunkt stehen. Interesse an mehr? Click here. Oder schreibt mir: lena@basicallyinnovative.com Follow me:  Facebook Twitter Instagram

Wir und die Zukunft der Arbeit – Mit Monika Kletzmayr

Von Lena Marie Glaser

Monika Kletzmayr, Dwarfs and Giants Frauen und die Zukunft der Arbeit
Monika Kletzmayr, (c) dwarfs and Giants

Mit dem Brainpool Wir und die Zukunft der Arbeit zeige ich, wie wir arbeiten möchten. Abseits von klassischen Karrierewegen, Burn-out und ‚Bullshit-Jobs‘. Es ist unsere Zukunft – und ich finde es wichtig, dass wir sie aktiv mit gestalten.

Daher befrage ich Expertinnen, die bereits anders arbeiten und ganz klar wissen, worauf es ihnen ankommt. Für neue Ideen und Mut den eigenen Weg zu gehen. Alles über meine Arbeit. Ich freue mich über eure Anregungen und Kommentare. Schreibt mir! Eure Lena lena@basicallyinnovative.com

Monika Kletzmayr (36)

Aktueller Job: „Evolutionary Catalyst“ bei dwarfs and Giants

Ausbildung: Schon nicht mehr wahr, aber: BWL und Wirtschaftspädagogik-Studium, zahlreiche Ausbildungen zu systemischer Organisationsentwicklung, Coaching, Holacracy, Yoga und viiiiiel self-reflection.

Arbeit bedeutet für mich … mich zum Ausdruck zu bringen.

An meiner Arbeit schätze ich … dass sie mich „an meinem Innersten packt“.

An meiner Arbeit mag ich weniger … dass man oft schnell sein muss obwohl mehr Langsamkeit der Sache dienlicher wäre.

Mein idealer Arbeitsplatz ist (inhaltlich, räumlich) … überall (obwohl das mit meiner kleinen Tochter momentan eher schwierig ist) mit Menschen in/an Transformation.

Woran arbeitest du gerade? Ich energetisiere während meiner Karenz gerade nur wenige Rollen: ein Kundenprojekt wo es darum geht, als Organisation agiler zu werden; als Coach in unserem Lernprogramm next:pedition und einige intern fokussierte Rollen, die dabei unterstützen, neue Organisationsmitglieder/Partner bei dwarfs and Giants fachlich und holakratisch gut onzuboarden. Außerdem beschäftige ich mich immer damit, wie ich NOCH mehr davon tun kann, was ich wirklich wirklich will.

Was interessiert dich daran? In Zusammenarbeit mit Menschen zu transformieren, was transformiert werden will.

Was ist dir dabei wichtig? „Safe spaces“ zu schaffen, die es ermöglichen, offen, auf Augenhöhe und in Tiefe zu arbeiten.

Wie bist du zu diesem Job/Aufgabe gekommen? Zuerst mal bin ich gesprungen: aus dem sicheren Anstellungsverhältnis in die Selbstständigkeit, und dann hat irgendwie eines zum anderen geführt. Alte Verbindungen haben sich vertieft und neue haben sich geschaffen, durch einem ähnlichen Purpose verbunden.

Welche Herausforderungen siehst du in der heutigen Arbeitswelt? Wahre Bedeutung zu schaffen anstatt irgendwelchen Zahlen/Euros zu dienen.

Wie siehst du die Zukunft der Arbeit? Optimistisch oder mit Sorge? Warum? Sowohl als auch. Optimistisch weil mehr und mehr Räume entstehen, in denen sich Menschen entfalten können, wenn sie das möchten. Mit Sorge weil großteils Systeme geschaffen wurden/werden, die wenig Klarheit und Transparenz bieten, die in sich selbst verdreht sind (Vertauschen von Zweck und Mittel) und die auf Maximierung ausgerichtet sind.

Wie glaubst du arbeiten wir in 20 Jahren im Gegensatz zu heute? Ganz ehrlich, keine Ahnung. Was ich hoffe ist, dass Flexibilisierung und Freiheit auch in den gesetzlichen Reglements ankommen (zB Gewerbeordnung, etc.).

Zum Arbeitsplatz: Wo arbeitest du (Büro, zu Hause, Co-working space)? Was ist dir dort wichtig? Genau dort ;-). Und im Zug, am Flughafen, beim Kunden, im Café, …. Wichtig ist mir gutes W-lan, ein angenehmes Ambiente und keine zu laute Geräuschkulisse.

Wenn du genug Geld hättest und auch sonst keine Beschränkungen, was wäre dein Traumjob? Ich denke, es geht nicht immer um das „Was“, sondern darum, welche Qualitäten von Arbeit einem wichtig sind. Und die kann man dann ganz gratis in das einbauen, was man gerade so macht. Und die meisten Beschränkungen macht man sich sowieso selbst. Mal ganz ehrlich: was hält uns denn WIRKLICH ab? Aber etwas fällt mir dann doch ein, als Antwort auf deine Frage: Dann würde ich den Menschen sagen, sie können aufhören zu rennen und zu suchen. Sie können stehenbleiben, wo sie sind. Und dann würde ich sie dabei unterstützen, nach innen zu schauen und zu sehen, wer sie wirklich sind. Was stünde dann bloß auf meiner Visitenkarte? 😉

Wie stehst du zum bedingungslosen Grundeinkommen? Ja! Es braucht mehr Experimente, die ersten sind ja ganz vielversprechend. Und dann kann sich vielleicht unser Bild von Arbeit weiter transformieren. Wobei, früher dachte ich, es sei so wichtig, dass jeder seinen Purpose findet und den „richtigen“ Job dazu. Mittlerweile bin ich da gelassener geworden.

Danke, Monika!

Du willst wissen, wie andere Pionierinnen des Neuen Arbeitens diese Fragen beantwortet haben? Hier geht es zu meinem Brainpool.

 

Lena Marie Glaser, Millenial Workplace Consultant & Speakerin. Meine Vision ist es, den spürbaren Wandel der Arbeitswelt aus Sicht meiner Generation – den Millennials (Generation Y) – mitzugestalten, zu inspirieren und frische Impulse zu setzen. Website eMail Facebook Twitter Instagram

IN THE STUDIO #4 Claudia Larcher

Claudia Larcher BASICALLY INNOVATIVE Studiovisit in Workspace von inspirierenden Frauen
Collage von Claudia Larcher

IN THE STUDIO #4 Claudia Larcher

Meine dokumentarischen IN THE STUDIO Kurzfilme porträtieren Pionierinnen und ihre Arbeit. Produktion und Idee: Lena Marie Glaser #4 Claudia Larcher

„Einfach probieren und flexibel bleiben.“ CLAUDIA LARCHER

Die 1979 in Bregenz geborene Multimedia-Künstlerin Claudia Larcher beschäftigt sich früh mit der Frage: Wie komme ich weg aus der Provinz? Ihre technische Begabung und ein wachsendes Interesse für Psychologie und Philosophie führen sie zur Fotografie, zum Grafikdesign und schließlich zur bildenden Kunst.

Claudia Larcher absolviert ihr Studium der medienübergreifenden Kunst an der Universität für angewandte Kunst Wien. Früher noch für andere Künstler oder als Grafikdesignerin tätig, konzentriert sie sich nun voll auf ihre Kunst. Sie hat sich als freischaffende Künstlerin etabliert, lebt in Wien und ist oft im Ausland unterwegs.

Claudia hat sich dafür entschieden, ihr Leben der Arbeit zu widmen und andere Dinge zurückzustellen. Trotz großen Erfolgen ist es eine stetige Herausforderung am Kunstmarkt zu bestehen – besonders als Frau.

Claudia Larcher BASICALLY INNOVATIVE Studiovisit
Claudia Larcher, in ihrem Wiener Atelier

„Kunst ist Reflexion von Realität“, ist Claudia überzeugt. Sie lebt in keinem Elfenbeinturm. Themen wie künstliche Intelligenz, Klimawandel und Gleichberechtigung treiben sie daher an.

In ihrer künstlerischen Arbeit lotet sie die Möglichkeiten neuer Medien aus. Claudia Larcher beschäftigt sich vor allem mit „Räumen, die mit Heimatgefühl, Vertrautheit und Erinnerung verbunden sind.“ (aus claudialarcher.com)

Claudia Larcher BASICALLY INNOVATIVE Studiovisit Workspaces von inspirierenden Frauen

Mit ihrer Kunst möchte sie das Publikum emotional berühren und bewegen. Sie legt Wert darauf, nicht exklusiv und elitär zu sein, sondern möglichst unterschiedliche Menschen zu erreichen.

Der Steirische Herbst in Graz, die Viennale in Wien oder das Centre Pompidou in Paris sind nur einige Orte an denen sie ihre Arbeit präsentiert. Außerdem unterrichtet Claudia Studierende an der Universität für angewandte Kunst Wien und der Technischen Universität Wien.

IN IHREM STUDIO

Mein erster Eindruck ist überwältigend: Claudias Atelier ist ein Licht durchfluteter, offener, freundlicher Raum. Nicht zu übersehen ist die lange Fensterfront mit einem unschlagbaren Weitblick über die Dächer Wiens.

Der besondere Charme des Wiener Gemeindebaus der 1920er Jahre weht auch durch diesen obersten Stock mit seinen Künstlerinnen Ateliers, die von der Stadt Wien vergeben werden.

Claudia Larcher Studiovisit Reumann-Hof
Reumann-Hof, Wien

Das Studio bietet Claudia die erforderlichen Rahmenbedingungen für ihre künstlerische und administrative Arbeit. Neben einem Schreibtisch mit Bildschirmen und Computern, gibt es hier eine große Werkbank und viel Stauraum für die Recherche Quellen und Materialien.

Die kleine Küchenzeile mit einer außergewöhnlichen italienischen Kaffeemaschine und die gemütliche Sitzecke machen den Raum wohnlich. Für Claudia ist ganz klar: „Ich muss mich hier wohlfühlen!“ Im IN THE STUDIO Video zeigt sie uns, was sie in ihrem workspace jeden Tag unglaublich fasziniert.

Claudia Larcher BASICALLY INNOVATIVE Studiovisit Kaffeemaschine

Ihre Arbeitsweise

„Ich sample gerne. Das Verschwimmen von Grenzen interessiert mich besonders.“ Und das spüren und sehen alle, die sich mit ihrer Arbeit auseinandersetzen.

Claudia Larcher arbeitet mit Videoanimationen, Fotomontagen, Objekten und Collagen. Mit ihren Live Visuals ist sie Teil von Performances und Konzerten. Zunehmend interessieren Claudia die Möglichkeiten der Virtual Reality.

Für ein aktuelles Projekt fertigt sie aus ganzen Holzstämmen Rahmen für Collagen, die wiederum aus Vintage Architektur-Zeitschriften entstehen. In den Videos fließen reale Bilder ineinander, die auf den ersten Blick zueinander gehören und dann eigentlich doch nur Fiktion sind.

Claudia Larcher BASICALLY INNOVATIVE Studiovisit Lampe

Besonders die internationalen Aufenthalte haben Claudia Larcher gezeigt, dass Knappheit innovative, neue Dinge ermöglicht. So war ihre Zeit in Indonesien von Materialmangel begleitet. In Japan war es wiederum der eingeschränkte Arbeitsraum von 12m2, der sie inspirierte.

Und erst als sie frierend in ihrem alten Atelier am Computer saß und sich nach Wärme sehnte, entstand die wunderbare Idee für ihre dreidimensionalen, analogen Collagen, die sie erst kürzlich bei der Vienna Contemporary Messe zeigte. Zum Film.

Die Künstlerin

hwww.claudialarcher.com/  crm.viennacontemporary.at/catalogue/2018/artist/1403

Lust auf mehr? Dann verpasst nicht IN THE STUDIO mit Ana Popescu (Click here), Hanakam&Schuller (Click here) und Eva Kadlec (Click here).

Lena Marie Glaser
Lena Marie Glaser

Ich möchte Arbeit und Leben neu denken. Meine Projekte, Artikel, Porträts und dokumentarischen Kurzfilme zeigen, wie es anders geht. www.basicallyinnovative.com eMail Facebook Twitter Instagram

Future of workspaces – Wo willst du arbeiten?

DasPackhaus workspaces
DasPackhaus, Wien

Unsere Arbeitsräume sagen viel über die gegenwärtige Arbeitskultur. Jump-seat desks und open spaces offenbaren ein großes Problem: Unsere menschlichen Bedürfnisse spielen hier selten eine Rolle. Ich mache mich daher auf die Suche nach dem perfekten Arbeitsort. Wie sieht er aus? Wo finde ich ihn?

Von Lena Marie Glaser

Darum gehts

Die zunehmende Digitalisierung verändert unsere gewohnten Arbeitswelten. Mit Smartphones, Laptops und Clouds können wir 24/7 im Bett oder am Strand arbeiten. Die Grenze zwischen Arbeit und Privatem löst sich immer mehr auf. Der Raum, in dem wir arbeiten, verändert sich: Sei es im Homeoffice, in Unternehmen mit offenen Raumstrukturen und jump-seat desks oder im Co-working space.

Niemand kann mit Sicherheit vorhersehen, wie unsere Arbeitswelt in Zukunft tatsächlich aussehen wird. Trotzdem werden heute schon weltweit neue workspaces erbaut – oft ohne Rücksicht auf unsere menschlichen Bedürfnisse.

Persönliche Stories

Für Eva, die freie Journalistin, ist es der Frühstückstisch, da sie hier Licht und Atmosphäre liebt. Thomas, der Beamte, schätzt sein Einzelzimmer mit Familienfotos am Schreibtisch, das er auch mal abschließen kann. Julia, die IT-Angestellte, wechselt jeden Tag im Großraumbüro ihren Arbeitsplatz, bevorzugt aber ihr Homeoffice. Für Mascha, die Architektin, ist es ihr Büro im sanierten Altbau mit offenem Raumkonzept und individueller Note.

Wir verbringen viele Stunden unseres Lebens dort und möchten uns dort wohlfühlen, als ganze Menschen wahrgenommen werden. Dieser Ort soll unseren individuellen Bedürfnissen entsprechen. Eine Kurzumfrage in meinem persönlichen Umfeld ergab, dass der workspace mehr ist als nur der Ort an dem wir arbeiten. Er gibt uns Sicherheit und Halt, ermöglicht Austausch und neue Ideen.

Meine Erfahrungen

Früher arbeitete ich jahrelang Tag für Tag in einem Doppelzimmer eines modernen, aber schmucklosen Bürogebäudes in der Wiener Innenstadt. Schlicht und aufgeräumt, moderne und standardisierte Möbel, farbige Ordnerrücken in einer grauen Umgebung. Keine Familienfotos, kaum eine persönliche Note verriet etwas über meine Persönlichkeit. Arbeit und mein Privatleben waren fein säuberlich getrennt.

Mein perfekter Arbeitsplatz

Jetzt aber haben sich meine Lebensumstände tiefgreifend verändert und so auch meine workspaces. Nun entscheide ich, ob ich nun an einem Flex-Desk im offenen Gemeinschaftsbüro eines kreativen Hubs, in meinem Lieblingscafé oder doch am Esstisch meiner Wohnung arbeite. Je nach Lust und Laune, abhängig von den Aufgaben, die ich erledigen möchte. Diese selbst gewählte Flexibilität zeichnet meinen perfekten Arbeitsplatz aus.

UNSERE Rahmenbedingungen

Doch nicht nur meine individuelle Arbeitswelt hat sich verändert. Die Digitalisierung führt zunehmend dazu, dass jene Orte, an denen wir arbeiten, einem grundlegenden Wandel unterliegen. Smartphones, Tablets oder Laptops sind die Werkzeuge von heute. In der Wissensgesellschaft lässt es sich gut ohne Bürolandschaften und Papierablage arbeiten. So bieten viele Unternehmen das Homeoffice an. Das führt dazu, dass die Grenze zu unserem Privatleben immer mehr verschwimmt.

weXelerate Start-up and Innovation Hub, Sofitel Wien workspaces
weXelerate Start-up Hub, Wien

Jump-seat desks oder Individualität?

Trotzdem werden weiterhin eindrucksvolle Hauptquartiere erbaut. Anstatt Einzelbüros mit persönlichen Schreibtischen gibt es nun offene Strukturen und shared-working stations. Schon mal was von workspaces mit jump-seat desks, paperless office, clean-desk policy gehört? Diese neuen Formen der Gestaltung von workspaces wollen Arbeitsabläufe beschleunigen, sollen die interne Kommunikation erleichtern und durch bewusst gesteuerte Kreativität mehr Innovation ermöglichen.

Im Vordergrund: Effizienzsteigerung anstatt individueller Bedürfnisse. Zunehmend lässt sich beobachten, dass Menschen von dieser Form von Flexibilisierung überfordert sind.  Ohne Schutz des persönlichen workspaces nehmen Burn-outs und Erkrankungen zu. Der perfekte Arbeitsumfeld sieht anders aus.

Die Hintergründe

Eine von neuen Technologien geprägte Arbeitswelt würde vermutlich auch ohne diese Arbeitsräume auskommen. Doch für Unternehmen sprechen einige Gründe dafür weiterhin auf Büros zu setzen (Planing Office Spaces – A practical guide for managers and designers, Laurence King Publishing, 2010): 1. Aufgaben und Tätigkeiten können effizienter erledigt werden, 2. die Kommunikation wird erleichtert, 3. sie haben eine bedeutende Rolle für die Identität des Unternehmens.

Café in Brooklyn, New York workspaces
Café in Brooklyn, New York

WAS wir wollen

Aus Sicht der Menschen ist es das Bedürfnis nach Gemeinschaft, Zugehörigkeit und persönlichen Gesprächen, die gemeinsame Arbeitsorte auch in Zukunft wahrscheinlich machen. Angelika Fitz betont in ihrem Buch Arbeitende Orte (Springer 2012), dass selbst die digitale Boheme auf Dauer unzufrieden mit improvisierten Heim- und Kaffeehausbüros ist und sich in Co-Working-Arealen organisiert. 

Bei meinem Besuch in New York im Jänner 2018 beobachtete ich die zahlreichen, eifrigen young professionals in den Cafés der Stadt. Konzentriert mit Musik in den Ohren, fokussiert auf ihre Notebooks and Smartphones. Alleine oder in kleinen Gruppen diskutierten sie die Vorteile und Nachteile des Freelancing, ihre Probleme und Pläne.

Der Trend co-working spaces

Außerdem sah ich an vielen Ecken in New York Co-working spaces, die Büroräume der neuen Arbeitswelt (wikipedia). Ganze Ketten gibt es hier schon, wie Fitnessstudios. Auch in Wien steigt das Angebot dieser Form der neuen Zusammenarbeit. Mein Artikel ‚Dort wo die einzigartigen Ideen wachsen‚ gibt einen Einblick in diese Welt der Co-working spaces.

Markhof Co-working workspaces
Markhof – Co-working in Wien

Future of Workspaces

Die britische Tageszeitung TheGuardian berichtete im Juni 2017 über das geplante neue Google Headquarter London, Baubeginn 2018: Floor plans for the building show a wellness centre containing gyms, massage rooms a narrow swimming pool and multi-use indoor sports pitch, and a rooftop garden split over multiple storeys and themed around three areas: a plateau, gardens and fields, planted with strawberries, gooseberries and sage. TheGuardian

So sehen es die Experten

Sind die Zeiten von jump-seat desks also vorbei? Können wir nun mit Wohlfühloasen rechnen? Raphael Gielgen, Trendforscher des Schweizer Möbel-Unternehmens VITRA, ist davon überzeugt, dass der ideale workspace der Zukunft Halt und Orientierung gibt.

Er sieht eine Renaissance von Headquarter, Büro und Campus, da sich Menschen nach Gemeinschaft sehnen. Es sind kuratierte Orte mit Charakter, die der Community eine Heimat bieten, so der Experte (in 100 Working Spaces – Büros der Zukunft, 2016/17).

Microsoft Austria Headquarter, Wien workspaces
Microsoft Austria Headquarter, Wien

Community oder lieber activity-based?

In activity-based workspaces mit Ruhezonen, Bereichen für individuelle und gemeinschaftliche Arbeit in offenen Strukturen und mit Führungskräfte-Tischen, sieht Bernhard Herzog die Zukunft der Arbeit. Als Experte für das neue Arbeiten von M.O.O.CON, einem deutsch-österreichischen Strategieberater für Organisations- und Objektentwicklung, beschäftigt er sich damit, wie das ideale Arbeitsumfeld aussieht.

Immer mehr Unternehmen nehmen die Beratung von M.O.O.CON in Anspruch. Die Kunden reichen von NGO (Caritas Österreich),  öffentlichen Institutionen (Arbeiterkammer) bis zu internationalen Finanzdienstleistern (Deutsche Bank). Bei meinem Besuch in der Wiener Niederlassung erfahre ich, dass der Entwicklungsstand einer Organisationskultur vorgibt, auf welches Konzept M.O.O.CON zurückgreift.

Wenn ich die Kultur im Unternehmen nicht verändern kann, dann brauche ich nicht den Raum der nächsten Generation hinstellen. Weil er nicht verstanden wird, ist sich Bernhard Herzog sicher. Unternehmen stehen dabei oft vor der Entscheidung, einen schnellen Weg zu gehen und dabei zu riskieren, Mitarbeiterinnen zu verschrecken oder aber einen Wettbewerbsnachteil zu riskieren, so der Leiter der M.O.O.CON Forschungsabteilung.

Neue Arbeitskultur?

Für den M.O.O.CON Experten ist klar, dass Bürokonzepte mit der veränderten Arbeitswelt mithalten müssen. Diese können gar notwendige Veränderungen in Unternehmenskultur und Arbeitsweise bewirken, ist Herzog überzeugt.

Angesprochen auf die Kritik an allzu flexiblen Arbeitsplätzen, erklärt Bernhard Herzog die Überforderung damit, dass Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bisher gewohnt waren, klar abgegrenzte Aufgaben in individuellen Einzelzellen zu erledigen; in einer veränderten neuen Arbeitswelt werden sie nun gefordert mit ihren Kolleginnen und Kollegen in offenen Strukturen zu arbeiten und so das große Ganze zu sehen.

In der Wiener M.O.O.CON Niederlassung wird dieses activity-based Konzept gelebt. Außer dem Sekretariat hat hier niemand einen fixen Arbeitsplatz. Jeden Tag suchen sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einen neuen Arbeitsplatz, ihre Laptops und Unterlagen werden am Ende des Tages in einem persönlichen Kästchen verstaut. Das paperless office ist dafür erforderlich. Ein Modell, das hier sehr gut funktioniert, da diese Menschen regelmäßig unterwegs bei ihren Kunden sind.

Rutsche im Microsoft Austria Headquarter, Wien workspaces
Rutsche im Microsoft Austria Headquarter, Wien

Wohlfühlumgebung oder MarketingStrategie?

Auch Microsoft Austria sieht sich als Vorreiter der neuen Arbeitswelt. Werde ich hier den perfekten Arbeitsplatz finden? Vor Ort unterstreicht die eloquente Marketingmitarbeiterin, wie wichtig es Microsoft ist, eine Wohlfühlumgebung zu schaffen: viel Natur, die bunte Bürogestaltung, eine Rutsche sollen dazu beitragen.

Bei meiner Tour entdecke ich offene Raumstrukturen mit shared-working stations, Kästchen zum Verstauen der persönlichen Dinge am Ende des Tages, schalldichte Zellen für Telefonate, farbenfrohe Meetingräume, inspiriert vom Wiener Kaffeehaus bis zur New Yorker Graffiti Wand.

Ein besonderes Unterscheidungsmerkmal zu gewöhnlichen Büros: Auch die Geschäftsführerin hat hier keinen festen Arbeitsplatz. Außerdem gibt es keine Kernarbeitszeit, den Microsoft Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern steht es also offen 24/7 zu arbeiten.  Doch eines fällt uns als Besuchergruppe auf: Vor Ort treffen wir kaum jemanden. Arbeiten die alle zu Hause?

ÖAMTC Wien workspaces
ÖAMTC Wien

Transparenz vs Freiraum

Ein viel besprochenes neues Bürogebäude ist auch das ÖAMTC Headquarter. Es beeindruckt mit futuristischer Architektur, viel offenem Raum, Glas und Transparenz. Mein persönlicher Eindruck bei einer Tour durch das Gebäude: Viel Privatsphäre und Ruhe haben die Menschen hier nicht.

Und so war das früher

Einen Blick in die Vergangenheit ermöglicht die ehemalige Postsparkasse in der Nähe der Wiener Ringstraße. Das von Otto Wagner entworfene und zwischen 1904-1912 erbaute Postsparkassengebäude ist unerwartet modern in der Innengestaltung, aber mit klarer Abbildung sozialer Hierarchien in Materialauswahl, Ausstattung sowie Raumlogistik.

Für die einfachen Jobs niedrige, eher trostlose Räume, für die Führungsetage kräftige Farben und protzige Möbel. Ein klarer Kontrast zum aktuellen Trend der offenen Strukturen, shared-working stations und Führungskräfte-Tischen.

Alte Postsparkasse Otto Wagner, Wien workspaces
Alte Postsparkasse Otto Wagner, Wien

Vom Einzelbüro zu geteilten Arbeitsräumen

Auch das nach Plänen von Roland Rainer 1968-1976 erbaute ORF-Zentrum am Küniglberg wird schrittweise erneuert. Die alten Einzelbüros von offenen Raumstrukturen abgelöst, Konferenzräume nachhaltig und innovativ erneuert. Im noch bestehenden Originalbereich sind die Hierarchien eindeutig zu erkennen, im neuen Newsroom von ORF 1 hingegen sind geteilte workspaces und offene Raumstrukturen bereits die Normalität.

ORF Zentrum Küniglberg, Wien
ORF Zentrum Küniglberg, Wien

Das in Wien beheimatete internationale Architektur- und Designbüro Veech X Veech war maßgeblich an der Neugestaltung der ORF-Konferenzräume und Newsrooms beteiligt. Für Mascha Veech-Kosmatschof spielen Nachhaltigkeit und die Berücksichtigung der menschlichen Bedürfnissen eine wichtige Rolle. Veech-Kosmatschof war die Assistentin von Zaha Hadid an der Universität für angewandte Kunst Wien. Nun arbeitet sie mit ihrem Unternehmen Veech X Veech an renommierten Projekten, so auch bei der Gestaltung von workspaces.

weXelerate, Start-up and Innovation Hub, Sofitel Wien
weXelerate, Start-up Hub Wien

von Überholten Konzepten …

Der Trend bei workspaces in Österreichs Unternehmen geht derzeit in Richtung shared-working stations und jump-seat desks – oft inspiriert von überholten Konzepten der großen IT-Unternehmen aus dem Silicon Valley. Ein gutes Beispiel dafür sind die Räumlichkeiten des Wiener Startup-Hubs weXelerate. Bieten uns diese Büros die erforderlichen Rahmenbedingungen? Können sie uns wirklich inspirieren? Oder aber brauchen wir Räume, die uns das Gefühl der Stabilität vermitteln?

… und worum es eigentlich geht

Das Architekturbüro kadawittfeldarchitektur sieht die Lösung in einem Mittelweg: Wo kann man angekommen sein und doch offen bleiben für Veränderung. Workspaces müssen zwar immer flexibler werden, aber gleichzeitig auch Stabilität bieten (in Arbeitende Orte, Fitz).

DasPackhaus, Wien workspaces
DasPackhaus, Wien

Neue Wege: Von der Zwischennutzung …

Das Wiener DasPackhaus verbindet diese scheinbar widersprüchlichen Pole von Lebendigkeit und Stabilität. Als Zwischennutzungsprojekt in der Wiener Marxergasse ist es ein kreativer, improvisierter Ort auf Zeit. Mit viel Charme wurde das alte Bürogebäude der Finanzverwaltung renoviert. Die Nutzerinnen und Nutzer haben die Möglichkeit, ihre Büros individuell zu gestalten.

… zum Traumarbeitsplatz

DasPackhaus bietet darüber hinaus Flex-Desks in einem Gemeinschaftsbüro an. Neben den Meetingräumen, einem Bewegungsraum und der Küche steht auch der Garten zur gemeinsamen Verfügung. Regelmäßig finden Veranstaltungen und Workshops statt. Ressourcen werden so geteilt, der Austausch und die Inspiration untereinander ermöglicht.

DasPackhaus, Wien workspaces
DasPackhaus, Wien

Und darauf kommt es wirklich an …

Für mich wurde klar, dass der ideale workspace der Zukunft Halt und Orientierung, Lebendigkeit und Kommunikation ermöglicht. Ein Ort der Zusammenarbeit, des Austausches ist. Im besten Fall flexibel und sich an unsere individuellen Bedürfnisse anpassend.

Jedenfalls ist er keine Kopie eines amerikanischen IT-Unternehmens, kein Umfeld das überfordert. Arbeitsräume müssen uns unterstützen und nicht das Gefühl vermitteln, eine reine Human Resource zu sein. Wie genau dieser Ort aussieht, steht nicht im Vordergrund – sondern welches Menschenbild damit vermittelt wird.

Lena Marie Glaser
Lena Marie Glaser, Editor-in-chief

basicallyinnovative.com ist mein virtual space für neue Perspektiven zur Zukunft der Arbeit. Inspirierende Frauen meiner Generation zeigen, worauf es ankommt. Multimedial und unabhängig. Interesse an mehr? Click here. Oder schreibt mir: lena@basicallyinnovative.com Follow me:  Facebook Twitter Instagram

IN THE STUDIO #3 Ana Popescu

Ana Popescu Artist Illustrator Postcard
Illustration von Ana Popescu

IN THE STUDIO #3 Ana Popescu

Meine dokumentarischen IN THE STUDIO Kurzfilme porträtieren Pionierinnen und ihre Arbeit. Produktion und Idee: Lena Marie Glaser #3 Ana Popescu

ANA POPESCU

“I think I work somewhere between illustration and art. I don’t see myself as just one, and I think my work reflects this blurred line. I also grew up in France reading comic books so drawing and illustration was always very present.” (itsnicethat.com)

Geboren 1988 in Rumänien, studierte die aus Frankreich stammende Künstlerin und Illustratorin Ana Popescu Graphics and Printmaking studies bei Prof. Jan Svenungsson an der Universität für Angewandte Kunst in Wien. Ihr Diplom machte sie 2013.

Ana arbeitet mit renommierten Medien und Auftraggebern, wie Architectural Digest und Zeit Magazin. Aktuell finden sich ihre wunderschönen Illustrationen auf dem Vienna City Guide, den tollen Kleidungsstücken von Meshit und feinen Postkarten (gesehen bei sous-bois.at, Neustiftgasse 33, 1070 Wien).

IN IHREM STUDIO

Anas Studio befindet sich im DasPackhaus, einer spannenden Zwischennutzung in Wien. Es bietet Künstlerinnen, sozialen Initiativen und Start-ups Arbeitsräume, die individuell gestaltet werden können. Vor Jahren waren das hier Büros der Finanzverwaltung. Das IN THE STUDIO Video zeigt, wie Ana den Raum nach ihren Bedürfnissen gestaltet hat und wo ihre wunderbaren Arbeiten entstehen.

Ihre Arbeitsweise

Die Künstlerin und Illustratorin arbeitet analog mit ihren bevorzugten Werkzeugen: Pinseln und Stiften aller Art. Der Prozess beginnt oft mit dem Bleistift, dann kommen die Farben ins Spiel. Das Zeichnen ist das Herz ihrer Arbeit. Andere Techniken kommen und gehen. Da Skizzen bei ihr kaum eine Rolle spielen, beginnt sie immer gleich an ihren Bildern zu arbeiten. Passt es dann nicht, wird es verworfen und Neues begonnen.

Ana Popescu wechselt zwischen der Malerei und den Illustrationen, die in Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Auftraggebern entstehen. Und genau diese Mischung schätzt sie sehr, verrät Ana bei meinem Studiovisit.

Die Künstlerin und Illustratorin

www.popescuana.com/, www.itsnicethat.com/

Lust auf mehr? Dann verpasst nicht IN THE STUDIO mit Hanakam&Schuller (Click here) und Eva Kadlec (Click here).

Lena Marie Glaser
Lena Marie Glaser

Ich möchte Arbeit und Leben neu denken. Meine Projekte, Artikel, Porträts und dokumentarischen Kurzfilme zeigen, wie es anders geht. www.basicallyinnovative.com eMail Facebook Twitter Instagram

IN THE STUDIO #2 Roswitha Schuller (Hanakam&Schuller)

Hanakam + Schuller Portrait
Markus Hanakam & Roswitha Schuller
(c) Kristina Kulakova, 2016

IN THE STUDIO #2 Roswitha Schuller (Hanakam&Schuller)

Meine dokumentarischen IN THE STUDIO Kurzfilme porträtieren Pionierinnen und ihre Arbeit. Produktion und Idee: Lena Marie Glaser #2 Roswitha Schuller (Hanakam&Schuller)

HANAKAM & SCHULLER

Das in Wien lebende Künstlerduo Roswitha Schuller und Markus Hanakam baut in Videos und Objekten ‚an eigenwilligen Ordnungen und neuen Weltentwürfen‘ (Ausstellungstext, Q21). Beide studierten an der Universität für angewandte Kunst in Wien.

Seit 2004 entwickeln sie gemeinsam ihre künstlerische Arbeit. Sie wurden u.a. in der Wiener Galerie KrinzingerHaus der Kulturen der Welt, Berlin, Eyebeam Center for Art and Technology, New York, Palais de Tokyo, Paris und MAK Center Los Angeles gezeigt.

IN IHREM STUDIO

Das Wohn-Atelier von HANAKAM & SCHULLER befindet sich in einem Wiener Altbau. Hier arbeiten und wohnen die beiden zusammen. Zum Innenhof gewandt ist es angenehm ruhig. Die Räume sind klar und großzügig. Das IN THE STUDIO Video zeigt, wie die künstlerischen Arbeiten Teil des Alltags werden und die Grenzen verschwimmen.

Für das Künstlerpaar sind diese aufgeräumten, hellen und stillen Räumlichkeiten essentiell für die eigene Arbeit. Roswitha und Markus haben ihre individuell gestalteten Schreibtische, alles andere wird geteilt. Und etwas darf im Arbeitsalltag auf keinen Fall fehlen: Der Kaffee aus der eigenen italienischen Kaffeemaschine.

Ihre Arbeitsweise

Nicht zu übersehen ist, dass HANAKAM & SCHULLER in ihrem Studio Formensprache und Konzepte entwickeln. Computer, Bücher und die Kamera sind die bevorzugten Werkzeuge in diesen Räumen. Roswitha und Markus sind viel unterwegs. Vor Ort und in Werkstätten werden dann die Kunstwerke in Zusammenarbeit mit anderen umgesetzt.

www.hanakam-schuller.com/www.artsy.net/artist/markus-hanakam-and-roswitha-schuller

Lust auf mehr? Dann verpasst nicht IN THE STUDIO mit Ana Popescu (Click here) und Eva Kadlec (Click here).

Lena Marie Glaser
Lena Marie Glaser

Ich möchte Arbeit und Leben neu denken. Meine Projekte, Artikel, Porträts und dokumentarischen Kurzfilme zeigen, wie es anders geht. www.basicallyinnovative.com eMail Facebook Twitter Instagram

Wir und die Zukunft der Arbeit – Mit Isabel Oostvogel

Von Lena Marie Glaser

Isabel Oostvogel Frauen und die Zukunft der Arbeit
Isabel Oostvogel

Mit dem Brainpool Wir und die Zukunft der Arbeit zeige ich, wie wir arbeiten möchten. Abseits von klassischen Karrierewegen, Burn-out und ‚Bullshit-Jobs‘. Es ist unsere Zukunft – und ich finde es wichtig, dass wir sie aktiv mit gestalten.

Daher befrage ich Expertinnen, die bereits anders arbeiten und ganz klar wissen, worauf es ihnen ankommt. Für neue Ideen und Mut den eigenen Weg zu gehen. Alles über meine Arbeit. Ich freue mich über eure Anregungen und Kommentare. Schreibt mir! Eure Lena lena@basicallyinnovative.com

Isabel Oostvogel

Aktueller Job: Seit einiger Zeit bin ich beratend im Bereich des Corporate Innovation aktiv. Dieses Feld ist breit und so ist auch die Arbeit. Wie können Unternehmen innovativer, zukunftsfähiger und kreativer sein? Welche neuen Services oder Produkte wünschen sich die Kunden? Welche Business Modelle braucht es morgen und was bedeutet Digitalisierung für große und kleine Unternehmen? In den letzten Monaten habe ich mich vor allem in dem Bereich Startup – Unternehmenskooperationen bewegt und versucht die erfolgreiche Zusammenarbeit zu begleiten.

Ausbildung: Studiert habe ich Management Sozialer Innovation – ein in der Zeit noch neuerer Studiengang mit dem Ziel, nachhaltiges Wirtschaften sowie die Zusammenarbeit der Politik, Wirtschaft sowie Gesellschaft zu fördern, um innovative und nachhaltige Konzepte und Lösungen zu entwickeln.

Arbeit bedeutet für mich… eine Form der Weiterentwicklung meines Selbst, eine Art der eigenen Entfaltung sowie des Lernens und Umgeben sein von neuen Herausforderungen. Ich arbeite gerne, umso wichtiger ist es jedoch, dass ich Spaß habe an dem was ich tue und Raum für Freizeit, Auszeit und Reflexion vorhanden bleibt.

An meiner Arbeit schätze ich… dass ich stets Neues lerne, es nicht langweilig wird und ich in viele verschiedene Ecken schnuppern darf. Ein neuer Kunde, eine neue Industrie, ein neuer Bereich, neue Ansätze und Ideen, Konzepte und Geschäftsmodelle. Mit viel Verantwortung geht auch ein gewisser Freiraum in der Gestaltung der Projekte einher. Auch das schätze ich sehr.

Die Herausforderungen meiner Arbeit sind… Die Schnelligkeit im Bereich Technologie, Innovation und Entrepreneurship verlangt rasches Handeln und sowie immer „einen Sprung voraus“ zu sein. Man wird keine Expertin einer Industrie, sondern Expertin in der Koordinierung und Zusammenführung der richtigen Stakeholder, in der Einbindung der passenden Methoden und Herangehensweisen sowie im Andersdenken. Es ist so spannend, aber auch schade, da oftmals Raum für Tiefe fehlt.

Woran arbeitest du gerade? Ich befinde mich aktuell im Übergang zu einer neuen Herausforderung. Bis kürzlich habe ich etablierte Unternehmen bei der Kooperation mit Startups begleitet und ein Innovationprogramm entwickelt, welches die Partnerorganisationen rund um Innovation unterstützen soll.

Was interessiert dich daran? Gerade das Thema der Innovationskultur in Unternehmen interessiert mich. Unternehmen müssen sich vielen Änderungen stellen. Wichtig ist es hierbei, von Beginn an das ganze Unternehmen mitzunehmen und die Kultur in der Organisation zu verändern.

Mir ist wichtig, mit allen Stakeholdern zusammenzuarbeiten, die an der Veränderung beteiligt sind – oft werden die eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Unternehmen erst zu spät eingebunden. Sie sind jedoch der Hebel für Veränderung und Innovation in der Organisation.

Wie sieht dein idealer Arbeitsplatz aus? Innovation, Open Innovation, Ideen in Prototypen übersetzen, neue Business Modelle entwickeln… All dieses und vieles mehr aus dem Feld Innovation sind spannend. Mein idealer Arbeitsplatz schafft die Möglichkeit, von den Erfahrungen anderer zu lernen und gemeinsam zu wachsen.

Er gibt mir die Freiheit, Dinge auszuprobieren, aber stellt mir Inhalte sowie Sparringpartner bereit, die meine Arbeit herausfordern. Entscheidend sind zudem klare Ziele und Visionen, sowie Vertrauen und Transparenz. Wenn diese Dinge fehlen, kann eine ganze Organisation ins Schwanken kommen – wie ich lernen durfte.

Wo arbeitest du und was ist dir dort wichtig? Mein idealer räumlicher Arbeitsplatz muss ordentlich, aber abwechslungsreich und bunt sein, sodass er Raum für Kreativität und freies Denken bereitstellt. Gerne wechsle ich meine Perspektiven und tausche den Arbeitsort. Ich arbeite vorwiegend im Büro, sonst zu Hause und auch viel von unterwegs – im Zug oder in Cafés. Wichtig ist mir auf der einen Seite Ruhe (auch gegeben durch gute Musik) sowie Inspiration, die mir ein Ort oftmals gibt. Darum wechsle ich gerne den Arbeitsort.

Vor welchen Herausforderungen steht die heutige Arbeitswelt? Eine Herausforderung sind die sich ändernden Bedürfnisse der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Die Angestellten wollen heutzutage mehr als nur „arbeiten“ – sie wollen lernen, wachsen und einen Mehrwert schaffen. Unternehmen müssen daher die Aus – und Weiterbildung sowie das Arbeiten in der Organisation verändern, um den Trend des Studierens aufzugreifen bzw. dem Mangel an Azubis entgegenzuwirken.

Es braucht innovative, kreative Kulturen, die das Mitgestalten sowie Reflektieren ermöglicht und Wissenserwerb und eigenes Engagement fördert. Die Organisation muss ein Raum für lebenslanges Lernen, auch über die eigentliche Tätigkeit der Person hinaus werden. Hier hinzukommt die Digitalisierung. Auch hier sind Organisationen in der Verantwortung, ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu befähigen und diese Herausforderung gemeinsam zu gestalten.

Aktuell stehen hier noch Hierarchien und Bürokratiestrukturen im Weg, die es unmöglich machen, Ängste zu verlieren und Experimente zu starten. Ich komme wieder auf meinen Punkt der Kultur zurück – Innovationen und Veränderungen sind immer sozial eingebettet. Wenn sie nicht durch die Menschen gelebt wird, scheitert die beste Innovation.

Wie siehst du die Zukunft der Arbeit? Es steht viel an – trotzdem sehe die Zukunft der Arbeit optimistisch und blicke ihr mit Spannung entgegen. Die Zukunft der Arbeit wird durch die verschiedenen Bedürfnisse immer unterschiedlicher. Es wird nicht die eine ideale Lösung geben, aber genau das macht es so interessant.

Die Unternehmen sollten starten, die eigene Organisation wie die Kundenwelt zu betrachten und auf die Bedürfnisse der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hören: Wer seine Kunden kennt, der darf sich glücklich schätzen, denn das führt zu Erfolg. Zumindest wenn die Kundenerwartungen erkannt und erfüllt werden.

Wie glaubst du arbeiten wir in 20 Jahren? Puh… Eine Sache ist klar – die Arbeitswelt ist digital. Die räumliche Nähe ist nicht mehr ausschlaggebend, die Flexibilisierung der Arbeit bereits Standard. Die Organisationen sind neu aufgebaut und strukturiert, Hierarchien spielen kaum mehr eine Rolle und neue Formen der Zusammenarbeit – interdisziplinär, bereichsübergreifend, agile Projektzyklen – sind Alltag.

Die Weiterentwicklung wird gefördert, um den Wissensanforderungen an die Organisation sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu entsprechen. Die Organisationen sind als Begleitung der Menschen im Alltag stark in Innovationsökosystemen vernetzt. In diesen Systemen arbeiten verschiedene Organisationen und Institutionen zusammen, um gemeinsame, neue Ziele, entfernt von Kerngeschäften anzugehen.

Wie stehst du zum bedingungslosen Grundeinkommen? Ein spannendes Thema und eine tolle Sache. Mit den Szenarien unserer Zukunft ist es wichtig, ein Grundeinkommen bereitzustellen, dass unabhängig von der Arbeit ist. Jedoch muss hierfür der gesamte Begriff der Arbeit neu definiert und die neue Lebenswelt vom Staat vorgelebt werden. Nur so können Ungleichheiten, wie sie bei Reformen des Harz IV in Deutschland entstanden sind, vermieden werden.

Am Ende ist das Geld zwar ein wichtiges Mittel, jedoch nicht der ausschlaggebende Faktor. Viel wichtiger – und ich bleibe der Aussage treu – ist es, die Menschen zu begleiten und die Ausbildung von Jung und Alt zu fördern. Die Bevölkerung wird so befähigt, sich mit neuen Aufgaben und Verantwortungen auseinanderzusetzen.

Was würdest du tun, wenn du ausreichend Geld hättest? Mein Traum wäre es, mehr körperlich und vor Ort aktiv zu sein, mich für die Gesellschaft oder Natur einzusetzen und nicht mehr so viel vor dem PC zu sitzen. Ich möchte raus und dort sein, wo Hilfe benötigt, wo etwas umgesetzt, zusammengearbeitet, Mehrwerte geschaffen, Menschen befähigt und in Lösungen gedacht wird.

Danke, Isabel!

Du willst wissen, wie andere Pionierinnen des Neuen Arbeitens diese Fragen beantwortet haben? Hier geht es zu meinem Brainpool.

Lena Marie Glaser, Millenial Workplace Consultant & Speakerin. Meine Vision ist es, den spürbaren Wandel der Arbeitswelt aus Sicht meiner Generation – den Millennials (Generation Y) – mitzugestalten, zu inspirieren und frische Impulse zu setzen. Website eMail Facebook Twitter Instagram

IN THE STUDIO #1 Eva Kadlec

eva kadlec studio visit
Eva Kadlec, Bildende Künstlerin

IN THE STUDIO #1 Eva Kadlec

Meine dokumentarischen IN THE STUDIO Kurzfilme porträtieren Pionierinnen und ihre Arbeit. Produktion und Idee: Lena Marie Glaser #1 Eva Kadlec

Eva Kadlec

Mein erster Kurzfilm führt in das Atelier von Eva Kadlec. Die Wiener Künstlerin arbeitet viel mit Oberflächen und Texturen. Inspiriert von online Medien wie Instagram schafft sie Bilder, die in den Raum greifen.

In EVAS studio

Im Atelier fällt sofort die helle, luftige Atmosphäre auf. Eva Kadlec ist es besonders wichtig, dass der Arbeitsraum schön ist. Für sie ist reine Funktionalität nicht ausreichend. Doch es ist nicht zu übersehen: Hier wird mit Farben, Werkzeugen und Materialien wie Stein und Stoffen gearbeitet. Ein besonderer Schatz ist der Dachshaar-Pinsel, gut verpackt und geschützt in einer Schachtel.

Ihr Arbeitsplatz befindet sich in einem Wiener Atelierhaus, das sie sich mit rund 50 Künstlerinnen, Modemacherinnen, Theaterleuten teilt. Besonders ist hier die Dachterrasse mit einem wunderbaren Blick über die Dächer Wiens. Ein idealer Ort um die Gedanken schweifen zu lassen und neue Kraft zu bekommen.

Eine inspirierende, ruhige Oase mit Pflanzen, Büchern und Evas wichtigstem Must-have: ihrem Eistee.

Die Künstlerin

evakadlec.tumblr.com, instagram.com/evakadlec/

Lena Marie Glaser
Lena Marie Glaser

Ich möchte Arbeit und Leben neu denken. Meine Projekte, Artikel, Porträts und dokumentarischen Kurzfilme zeigen, wie es anders geht. www.basicallyinnovative.com eMail Facebook Twitter Instagram

Find your own co-working space – STOCKWERK

co-working space stockwerk wien

FIND YOUR OWN CO-WORKING SPACE

bietet allen, die ein neues Büro zum Arbeiten, Vernetzen und Austauschen suchen, eine Hilfestellung zum Zeit und Nerven sparen. Wir besuchen innovative Co-working spaces und teilen unsere Eindrücke mit euch.

STOCKWERK

wo ist das? Pater-Schwartz-Gasse 11A, 1150 Wien
wie komme ich da hin? U6 Gumpendorferstraße, U3/U6 Westbahnhof
wer kann mir weiterhelfen? Alexander Salzmann, www.stockwerk.co.at

QUICK FACTS

* frischgemahlener Kaffee aus der Jura-Maschine kostet 1 EUR
* gratis Probetag möglich
* fixe Arbeitsplätze, Flexdesks zur freien Wahl auf 3 Ebenen, Meetingräume, großer Veranstaltungsraum
* keine Bindung, keine Kaution, flexible Preisgestaltung, all inclusive but fair use

Co-working space Stockwerk Wien Sofa braun

5 Gründe für das STOCKWERK

> entspannte, freundliche Atmosphäre
> tolles Service: Datenschutz-Helpline, Alumni, gemeinsame Events
> frisch gekochtes Mittagessen
> beste Vernetzungs- und Austauschmöglichkeiten
> sehr gute Büro-Ausstattung

LAGE

Einladend ist es hier und sehr, sehr freundlich. Nur wenige Minuten von der U6 Station Gumpendorferstraße und äußeren Mariahilferstraße in Wien entfernt, betrete ich die Welt von STOCKWERK. Alexander Salzmann hat diesen coolen Co-working space vor rund 5 Jahren ins Leben gerufen. Wie ich später erfahren werde, ist es kein Zufall, dass ich finde: Hier gehöre ich dazu.

co-working space stockwerk wien plan

Ein ausgeklügeltes Orientierungssystem mit bunten Farben und Pfeilen leitet mich direkt in den ersten Stock dieses mehrstöckigen Gebäudes. Früher diente es als Fabrik, wie sich von außen erahnen lässt. Der Eigentümer gab Alexander und seinem Team viel Spielraum, um einen lebenswerten Co-working space zu gestalten. Klare offene Raumarchitektur, angenehme Temperatur und gutes Licht helfen dabei, konzentriert zu arbeiten.

Verpflegung

Nur wenige Minuten dauert es, bis ich ins Gespräch komme. Schon beim Eingang werde ich freundlich begrüßt. In der Gemeinschaftsküche wird gerade das Mittagessen vorbereitet. Bei meinem Besuch gab es Bohneneintopf mit Joghurt, Hummus, Salat und Brot. Der glacierte Zitronenkuchen der bezaubernden Köchin war großartig. Eine Kaffeemaschine von JURA und der Kühlschrank mit Limonaden von FRITZ KOLA sorgen für die Erfrischung.

co-working space stockwerk wien gebäude

Räumlichkeiten

Doch bevor wir gemeinsam Mittagessen, zeigt mir Alexander Salzmann die Räumlichkeiten auf vier Ebenen. Ganz unten befindet sich ein großzügiger und leicht anpassbarer Veranstaltungsraum. Die Warteliste für interessierte Unternehmen wird hier immer länger. Denn wer ein lockeres Umfeld für die eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sucht, der kommt ins STOCKWERK.

Einen Stock oberhalb befindet sich die Küche für die gemeinsamen Mittagessen. Die große Glaswand ermöglicht einen Blick auf den ersten Co-working Level. Beim Fenster die fixen individuellen Schreibtische mit Pflanzen und persönlichen Dingen. In der Mitte eine Tischinsel für die flexiblen Tagesbesuche.

Stockwerk, Co-working space Wien

Ausstattung

Auch die anderen beiden Ebenen sind ähnlich organisiert. Alle Arbeitsbereiche sind ausgestattet mit sehr praktischen und benutzerfreundlichen Büromöbeln. Insbesondere die höhenverstellbaren Egon Eiermann-Tische und Sessel fand ich toll. Der Stil ist aufgeräumt, mit schönen Vintagemöbeln vom Phil in der Gumpendorferstraße.

Nutzerinnen

Tisch an Tisch sitzen sie hier. Menschen, die nicht mehr alleine im Homeoffice oder Café arbeiten wollen. Sie kommen aus den Bereichen Software development, Grafikdesign, Journalismus und Projektmanagement. Zu meiner Überraschung arbeiten im STOCKWERK nicht nur Start-ups und Freelancerinnen, Freelancer, sondern auch Festangestellte. Eine Fotowand im Eingangsbereich und die Homepage von STOCKWERK helfen beim Überblick.

co-working spaces stockwerk wien sessel

Atmosphäre

Für Alexander Salzmann war es wichtig, einen Co-working space zu schaffen, in dem er sich selbst wohl fühlt. Daher wird im STOCKWERK auf Praktikabilität, Service, das gemeinsame Essen und einen fairen Umgang geachtet. Ohne Fristen, Bindung und strikte Regeln ist viel Flexibilität möglich. Die angenehme Atmosphäre zeigt: Alexander war erfolgreich.

Beim gemeinsamen Mittagessen werde ich gleich angesprochen: Warum bist du da? Was machst du? Ich erzähle von basicallyinnovative.com, meinen aktuellen Projekten und meinem beruflichen Hintergrund. Sofort diskutieren wir über die heutige Arbeitswelt und fragen uns, was sich in Zukunft ändern muss. Dann tauschen wir gegenseitig Ideen zu unseren Projekten aus und überlegen gleich, wie wir zusammenarbeiten könnten.

Gesamteindruck

Abgesehen von der lebendigen gemeinsamen Küche ist der Geräuschpegel eher gering. Konzentriert arbeiten geht hier gut. Nach dem Mittagessen probiere ich einen Arbeitsplatz im ersten Stock aus. Mein Gesamteindruck: Der Austausch und der Zusammenhalt sind hier besonders hoch. Kein Konkurrenzkampf, keine Ellbogen, sondern gemeinsam essen, sich unterstützen und vernetzen.

Mehr über das STOCKWERK

www.stockwerk.co.at

Welchen Co-working space sollte ich nicht verpassen? Schreibt mir an lena@basicallyinnovative.com.

Founding editor basicallyinnovate.com looshaus wien videos looshaus wien
Lena Marie Glaser, Founder of b_i

Wie sieht eine lebenswerte Zukunft aus? basicallyinnovative.com ist ein virtual space, der den Austausch neuer Ideen ermöglicht. Wir befragen Expertinnen, besuchen Menschen und Organisationen, die neue Wege gehen. Und das aus Sicht meiner Generation – den Millennials. Multimedial und unabhängig. Videos, Interviews, Artikel, Reviews. Interesse über neue Beiträge informiert zu werden? Schreibt mir: lena@basicallyinnovative.com Follow us:  Facebook Twitter Instagram

 

 

Wenn Träume wahr werden: Mein UN Global Compact Artikel

Lena Felzl Working place

Letzte Woche erreichte mich eine Nachricht. Für mehr als nur wenige Minuten war ich außer mir vor Freude, sprang herum, umarmte die Welt, freute mich total. Nach intensiver Aufbauarbeit von basicallyinnovative.com bekam ich eine Anerkennung, die mir echt viel bedeutet: Mein Artikel Millennials und die Zukunft der Arbeit wurde von UN Global Compact, Netzwerk Deutschland, veröffentlicht.

Der United Nations Global Compact ist die weltweit größte und wichtigste Initiative für verantwortungsvolle Unternehmensführung. In dem Expert paper Arbeitsstandards 2.0 Flexibilisierung, Optimierung oder Marginalisierung? geht es um das Verhältnis zwischen ArbeitgeberInnen und ArbeitnehmerInnen, heute und in Zukunft:

Crowdworking, Gigworking, digitale Tagelöhner: Die Arbeitswelt ändert sich durch die Digitalisierung massiv. Neue Arbeitsformen entstehen. Häufig sind sie von einer hohen Flexibilisierung geprägt, schmaler Entlohnung und offenen sozial- und arbeitsrechtlichen Fragen.

UN Global Compact LogoIn meinem Beitrag beschäftige ich mich damit, wie meine Generation (Stichwort: Millennials, Generation Y) arbeiten möchte und wie Unternehmen davon profitieren könnten. Ich schlage eine authentisch gelebte Corporate Social Responsibility vor, aus der nicht nur Unternehmen Nutzen ziehen, sondern auch jede einzelne Mitarbeiterin, jeder Mitarbeiter und schlussendlich auch unsere Gesellschaft. Denn in einer Zukunft der Automatisierung und Robotisierung müssen wir bewusst darauf achten, die eigentlichen Bedürfnisse der Menschen nicht zu übersehen.

Ich wünsche mir, dass diese Perspektive so jetzt eine breitere Aufmerksamkeit bekommt. Hoffnung besteht, denn immerhin versammeln sich hinter dieser Publikation das deutsche Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung und die deutschen Unterzeichner des UN Global Compact: Derzeit rund 400 Unternehmen (von DAX-Konzernen bis zu KMU) und an die 60 Organisationen aus Zivilgesellschaft, Wissenschaft und dem öffentlichen Sektor.

Übrigens ein sehr schöner Zeitpunkt, denn gerade arbeite ich an einem Artikel über neue Arbeitsverhältnisse. In Gesprächen mit Ein-Personen-Unternehmerinnen (EPU) möchte ich erfahren, wie sie ihren Arbeitsalltag erleben, welche Rahmenbedingungen sie sich wünschen. Warum beschäftige ich mich damit? Weil es mich interessiert, wie wir die zunehmende Flexibilisierung der Arbeit für uns nutzen können.

Founding editor basicallyinnovate.com looshaus wien videos looshaus wien
Lena Marie Glaser, Founder of b_i

Wie sieht zeitgemäßes Arbeiten aus? basicallyinnovative.com ist mein virtual space für neue Perspektiven. Inspirierende Frauen meiner Generation zeigen, worauf es ankommt. Multimedial und unabhängig. Interesse an mehr? Click here. Oder schreibt mir: lena@basicallyinnovative.com Follow me:  Facebook Twitter Instagram

 

 

Wir und die Zukunft der Arbeit – Mit Lena Robinson

Von Lena Marie Glaser

Lena Robinson Frauen und die Zukunft der Arbeit
Lena Robinson

Mit dem Brainpool Wir und die Zukunft der Arbeit zeige ich, wie wir arbeiten möchten. Abseits von klassischen Karrierewegen, Burn-out und ‚Bullshit-Jobs‘. Es ist unsere Zukunft – und ich finde es wichtig, dass wir sie aktiv mit gestalten.

Daher befrage ich Expertinnen, die bereits anders arbeiten und ganz klar wissen, worauf es ihnen ankommt. Für neue Ideen und Mut den eigenen Weg zu gehen. Alles über meine Arbeit. Ich freue mich über eure Anregungen und Kommentare. Schreibt mir! Eure Lena lena@basicallyinnovative.com

Lena Robinson (31)

Aktueller Job: Managing Partnerin bei Playful Solutions

Ausbildung: Anthropologiestudium an der Uni Wien, Masterstudium Sozialwirtschaft und Soziale Arbeit an der FH Campus Wien

Arbeit bedeutet für mich … ganz persönlich: Handlungsfähigkeit, Antrieb, Gemeinschaft

Arbeit macht mich glücklich, wenn … ich bedeutungsvolle Erfahrungen für Leute schaffen kann.

An meiner Arbeit mag ich weniger … vielleicht bin in noch in der Honeymoon Phase … ehrlich gesagt fällt mir nichts ein.

Woran arbeitest du gerade? Ich arbeite an vielen Sachen gleichzeitig. Besonders happy bin ich mit dem „We Make Games” Projekt, in dem Schülerinnen und Schüler Ideen für Computerspiele erfinden und mit der Hilfe von Profis aus der Game Szene umsetzen. Junge Leute sollten einen Haufen Möglichkeiten bekommen, wo sie ihre Kreativität ausleben können, dabei ernst genommen werden und von Profis unterstützt werden.

Was ist dir in deiner Arbeit wichtig? Puh… mir ist extrem viel wichtig. Vor allem ist mir wichtig, dass ich mich durch meine Arbeit ausdrücken kann, dass ich immer Neues lerne, dass ich in guter Gesellschaft bin, dass ich was Sinnvolles machen kann – genau wie in anderen Bereichen meines Lebens.

Wie bist du zu deinem Job gekommen? Ich glaube, ich bin einfach meinem Bauchgefühl gefolgt. Ich war nach dem Anthropologie-Studium in New York und habe zuerst im Kulturbereich, dann im Tourismus gearbeitet. Zurück in Wien bin ich in die Startup-Szene gestolpert und habe mich immer mehr fürs Thema Bildung interessiert, dann für Experience Design und Facilitation.

Irgendwo in dem Prozess bin ich dem Konstantin begegnet (dem Gründer von Playful Solutions). Spiel als Erlebnis, als Medium und auch als Lösung für Herausforderungen unserer Zeit – das ist für mich Playful Solutions und das hat mich von Anfang an sehr begeistert. Ich habe davor schon mit spielerischer Vermittlung gearbeitet, aber bei Playful Solutions konzentrieren wir uns ganz darauf. Und machen alles: von der Konzeption von Lernplattformen bis zu kompetitiven Escape Room – Weltmeisterschaften.

Lena Robinson Frauen und die Zukunft der Arbeit

Was wolltest du als Kind/Jugendliche werden? Ich wollte Sekretärin werden – ich habe immer die vorgedruckten Spenden-Erlagscheine von der Post geholt und sie ausgefüllt. Außerdem hatte ich ein aufgeklapptes A4-Buch auf das ich einen Laptop gezeichnet habe (habe ich immer noch). Ja, man könnte sagen… ich tippe sehr viel am Computer und die Buchhaltung mache ich auch :-).

Was hat dich bei deiner beruflichen Entwicklung besonders geprägt? Ganz spontan – meine Freundin Anna, die eine große Inspiration für mich ist. Sie hat mir vor ein paar Jahren ein Buch zum Lesen gegeben: Presence von Senge/Scharmer/Jaworski/Flowers. Es hat mich extrem berührt, dass diese erfolgreichen und kompetenten Leute sich zusammensetzen, um zu reflektieren was die Welt von ihnen braucht. Und dass sie durch ihre Arbeit – die Begleitung von Change-Prozessen – so viel bewegen können. Das hat mich ultimativ zu Facilitation und Experience Design gebracht.

Wie muss deine ideale Zukunft der Arbeit organisiert sein? Also momentan brauche ganz viel Freiraum. Ich will mir alles selbst einteilen können und auch Aufgaben und Projekte ablehnen können, wenn ich nicht dahinter bin. Dafür bin ich, glaube ich, extrem committed. Deshalb geht das.

An welchen Orten arbeitest du? Wie muss der ideale Arbeitsraum dort gestaltet sein? Ich arbeite zuhause, im Büro und im Co-working space. Ich brauche das Büro aber dringend. Es ist gut zu wissen, dass ich dort hinkommen und meine Kollegen vorfinden kann – wenn sie nicht selbst gerade durch die Welt reisen. Jetzt gerade sind sie in San Francisco, um dort österreichischen Game Developer mehr Sichtbarkeit zu geben.

Wir suchen gerade selbst ein neues Büro, deshalb denke ich viel darüber nach, was mir wichtig ist. Auf jeden Fall hätte ich gerne multifunktionale Räume, die den Wandel mitmachen können, der ja tatsächlich bei uns in der Firma passiert. Ich liebe das Handbook for New Employees von Valve, einem amerikanischen Game Developer. Seitdem will ich unbedingt rollende Tische.

Lena Robinson Frauen und die Zukunft der Arbeit
Lena Robinson

Wie wichtig ist dir die Zusammenarbeit mit anderen? Was braucht es für eine erfolgreiche, erfüllende Kollaboration? Zusammenarbeit ist mir am allerwichtigsten. Ich merke, dass mich die Projekte am meisten motivieren in denen eine gute Zusammenarbeit besteht. Ich denke, einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren ist Klarheit und eine gewisse Übereinstimmung über den Sinn und Zweck des gemeinsamen Unterfangens.

Dann ist es kritisch, dass man diesen nicht aus den Augen verliert. Menschen arbeiten unterschiedlich und haben in einer Zusammenarbeit auch unterschiedliche Bedürfnisse. Wichtig ist, dass die Kommunikation gut funktioniert und dass es Raum für die Meta-Ebene gibt.

Welche Herausforderungen, Probleme siehst du in der heutigen Arbeitswelt? Ich glaube die Arbeitswelt ist zu breit, um diese Frage gut zu beantworten. Ich finde es furchtbar, dass so viele Menschen im totalen Prekariat arbeiten und leben. Und dass manche Jobs anscheinend nichts mehr wert sind und andere vollkommen absurd entlohnt werden.

Mir ist vollkommen klar, dass ich extrem privilegiert bin. Nicht nur mit meinem Job, den ich liebe, sondern auch durch den Kontext, aus dem ich komme. Ich habe eine gute Ausbildung, ich traue mir sehr viel zu, ich kann Risiken eingehen, ich habe ein gutes Netzwerk.

Ich bin regelmäßig extrem dankbar dafür und beobachte mit großem Unmut und auch mit großer Angst den Sozialabbau in Österreich. Ich bin oft in den USA, dort sind überall obdachlose Menschen in Schlafsäcken und in Zelten: in Seattle, in San Francisco, in New York. Ich sehe momentan nicht, wie wir im jetzigen System durch Arbeit mehr Gleichheit schaffen können.

Wie glaubst du sieht die Zukunft der Arbeit aus? Bist du eher optimistisch oder siehst du schwarz? Ich kann die Zukunft nicht vorhersehen. Es wird immer Organisationen geben, die neue und bessere Wege einschlagen werden zu arbeiten (zum Beispiel wie die in Reinventing Organizations von Frederic Laloux).

Aber so lange wir als Bürgerinnen und Bürger akzeptieren, dass unser Wirtschaftssystem auf Gewinnmaximierung ausgerichtet ist (von der wir profitieren) und solange wir zusehen müssen, wie die regierenden Politikerinnen und Politiker dieser Welt völlig machtgetrieben und kompetenzlos agieren… naja, da finde ich es schwer, ein positives größeres Bild zu zeichnen.

Was wir bei Playful Solutions versuchen vorzuleben, ist uns anfangs Klarheit über den Sinn und Zweck von jedem Projekt zu schaffen. Bei uns geht es oft um eine bedeutungsvolle Spielerfahrung. Holacracy, ein System mit dem wir teilweise arbeiten nennt das “Purpose”. Es gibt hoffentlich immer mehr Organisationen, die eine ähnliche Haltung einnehmen und damit einen Wert mit ihrer Arbeit schaffen können.

Vorausgesetzt, du hättest genug Geld – würdest du trotzdem arbeiten, und was? Auf jeden Fall! Ich würde weiterarbeiten, ich habe wirklich einen wunderbaren Job. Wahrscheinlich würde ich nach und nach Projekte selbst finanzieren und mit meinem Team und weiteren willigen Komplizinnen und Komplizen umsetzen :-). Ich glaube, in Game Design als Handwerk und in Spiel als Erfahrungsraum liegen noch viele Schätze begraben.

Wie findest du die Idee eines bedingungslosen Grundeinkommens? Puh, ich denke, das ist ein sehr komplexes Thema. Man weiß einfach noch wenig über die tatsächlichen Auswirkungen, die ein bedingungsloses Grundeinkommen haben könnte. Ich finde prinzipiell die Idee, dass jeder Mensch frei ist und tun kann was er will und kann, schön aber auch sehr utopisch.

Aber ich finde die Diskussionen sehr spannend, gerade vor dem Hintergrund der Automatisierung – viele unserer Jobs wird es wahrscheinlich nicht mehr geben. Aber gehen wir davon aus, dass jeder Mensch von sich aus weiß, wie er sich gesellschaftlich einbringen kann?

Ein anderes Projekt von uns heißt „Superpower Discovery“ und es geht darum, spielerisch die eigenen Stärken zu explorieren. Wir leben seit unserer Kindheit in so starken Bahnen, dass eine der wichtigsten Fragen – die nach den eigenen Talenten – völlig liegen bleibt.

Danke dir!

Du willst wissen, wie andere Pionierinnen des Neuen Arbeitens diese Fragen beantwortet haben? Hier geht es zu meinem Brainpool.

 

Lena Marie Glaser, Millenial Workplace Consultant & Speakerin. Meine Vision ist es, den spürbaren Wandel der Arbeitswelt aus Sicht meiner Generation – den Millennials (Generation Y) – mitzugestalten, zu inspirieren und frische Impulse zu setzen. Website eMail Facebook Twitter Instagram

Wir und die Zukunft der Arbeit – Mit Antonia Wenzl

Von Lena Marie Glaser

Antonia Wenzl waff Frauen und die Zukunft der Arbeit
Antonia Wenzl

Mit dem Brainpool Wir und die Zukunft der Arbeit zeige ich, wie wir arbeiten möchten. Abseits von klassischen Karrierewegen, Burn-out und ‚Bullshit-Jobs‘. Es ist unsere Zukunft – und ich finde es wichtig, dass wir sie aktiv mit gestalten.

Daher befrage ich Expertinnen, die bereits anders arbeiten und ganz klar wissen, worauf es ihnen ankommt. Für neue Ideen und Mut den eigenen Weg zu gehen. Alles über meine Arbeit. Ich freue mich über eure Anregungen und Kommentare. Schreibt mir! Eure Lena lena@basicallyinnovative.com

Antonia Wenzl (37)

Aktueller Job: Bildungs- und Berufsberaterin beim Wiener ArbeitsnehmerInnenförderungsfonds (waff)

Ausbildung: Studium Germanistik, Deutsch als Fremdsprache und Gender Studies, verschiedene Zusatzausbildungen in der Erwachsenenbildung und Beratung.

Arbeit bedeutet für mich… Ziele zu verfolgen, die für mich sinnstiftend sind und an noch mehr Chancengerechtigkeit für möglichst viele mitzuwirken.

Arbeit macht mich glücklich… wenn ich in wertschätzenden und gut strukturierten Arbeitsumfeldern mit spannenden Kolleg_innen arbeiten kann und ich dabei laufend Neues lerne.

Woran arbeitest du gerade? Im Beratungszentrum für Beruf- und Weiterbildung des Wiener ArbeitnehmerInnenförderungsfonds (waff) berate ich Wiener_innen, die sich beruflich weiterentwickeln wollen und/oder eine Höherqualifizierung anstreben.

Täglich kommen Menschen zu mir in die Beratung, mit denen ich an ihren beruflichen nächsten Schritten und ihren Ausbildungszielen arbeite. Am meisten interessieren mich daran die unterschiedlichen Berufsbiografien und Lebensgeschichten.

Was ist dir in deiner Arbeit wichtig? Im Laufe der Jahre habe ich herausgefunden, dass es mir besonders wichtig ist mit Menschen zusammenzuarbeiten, die ähnliche Grundhaltungen haben. Auch ein wertschätzender, kollegialer Umgang und transparente Strukturen sind mir wichtig.

Wie bist du zu deinem Job gekommen? Die Stelle war ausgeschrieben und ich habe mich ganz klassisch beworben.

Was wolltest du als Kind/Jugendliche werden? Ich wusste eigentlich nie, was ich werden wollte. In der Rückschau hatte ich aber auch nicht sehr viel Einblicke in mögliche Arbeitsfelder. Das jedenfalls habe ich jetzt in meinem Job.

Was hat dich bei deiner beruflichen Entwicklung besonders geprägt? Die Chancen, die das österreichische Bildungssystem mir geboten hat und die Erfahrung, dass ich die Dinge in die Hand nehmen kann und etwas verändern kann, wenn ich unzufrieden bin.

Wie muss deine ideale Zukunft der Arbeit organisiert sein? Die flexiblen Arbeitszeiten, die ich in meinem Job habe, weiß ich sehr zu schätzen. Ich habe zwei Kinder und auch deshalb ist mir Vereinbarkeit ein Anliegen.

Aber auch für Menschen ohne Betreuungspflichten erscheint es mir wichtig, dass Arbeitsverhältnisse so gestaltet sind, dass sie uns ausreichend Energie für andere Dinge im Leben lassen.

An welchen Orten arbeitest du? Wie muss der ideale Arbeitsraum gestaltet sein? Ich erwerbsarbeite derzeit ausschließlich im Büro und weiß diese Abgrenzung vom Privaten sehr zu schätzen.

Natürlich bringt es auch Freiheiten mit sich an unterschiedlichen Orten tätig zu sein. Ich tue mir aber ohnehin schwer, die Arbeit im Kopf nicht mit nach Hause zu nehmen. Wenn sie zumindest physisch dort verortet bleibt, wo ich auch arbeite, dann macht es das für mich einfacher.

Ein idealer Arbeitsraum braucht für mich außerdem Begegnungsräume für den informellen Austausch mit Kolleg_innen.

Wie wichtig ist dir die Zusammenarbeit mit anderen? Was braucht es für eine erfolgreiche, erfüllende Kollaboration? Für mich ist es unglaublich bereichernd, dass ich mich täglich mit Menschen austauschen kann, die vor den gleichen Herausforderungen stehen und von denen ich lernen kann.

Sehr wertvoll erlebe ich eine möglichst große Diversität in Teams und die Fähigkeit unterschiedliche Sichtweisen und Problemlösungszugänge wertschätzen zu können.

Welche Herausforderungen, Probleme siehst du in der heutigen Arbeitswelt? Im Beratungszentrum für Beruf und Weiterbildung des waff habe ich viel Kontakt mit niedrigqualifizierten Menschen und dequalifiziert Beschäftigten. Für die meisten von ihnen sind innovative Arbeitsmodelle, oder auch nur flexible Arbeitszeiten und selbstgewählte Arbeitsorte unbekannte Welten, die nichts mit ihrem Alltag zu tun haben.

Ich finde es wichtig, dass wir, wenn es um die Weiterentwicklung der Qualität von Arbeit geht, nicht nur Hochqualifizierte im Blick haben. Sondern uns als Gesellschaft auch damit auseinandersetzen, wie das für Menschen gelingen kann, die in Hilfstätigkeiten beschäftigt sind.

Für sie ist es jetzt schon teilweise sehr schwer. Sie sind häufiger und länger arbeitslos und Belastungen ausgesetzt, die nicht immer tragbar sind. Die Errungenschaften durch Digitalisierung und Automatisierung müssen meines Erachtens auch daran gemessen werden, wie sie zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen dieser Zielgruppen beitragen.

Zusätzlich erscheint mir die Auseinandersetzung mit der Verteilung der bezahlten und unbezahlten Arbeit zwischen den Geschlechtern wichtig. Denn nur wenn hier eine Umverteilung gelingt, wird sich der Gender Pay Gap und insbesondere auch der Gender Pension Gap in Österreich verringern.

Wie glaubst du arbeiten wir in den nächsten 20 Jahren? Bist du eher optimistisch oder siehst du schwarz? Ich bin grundsätzlich optimistisch. Obwohl es meiner Meinung nach nicht möglich ist vorherzusagen, wie wir in 20 Jahren arbeiten werden. Das wird auch weiterhin sehr vom Arbeitssektor und dem jeweiligen Tätigkeitsfeld abhängen.

Zentral erscheint mir dafür, inwiefern es uns gelingt, die Digitalisierung für soziale Innovationen zu nutzen. Wenn etwa manuell durchgeführte Routinetätigkeiten wegfallen, werden idealerweise Ressourcen frei um sich anderen Dingen zu widmen.

Dann ist es entscheidend, ob Menschen durch Weiterentwicklung ihrer Kompetenzen in die Lage versetzt wurden, diese neuen oder anderen Aufgaben zu übernehmen. Hier ist jedenfalls die Erwachsenenbildung gefragt.

Persönlich finde ich es außerdem spannend wie virtuelle Kommunikations- und Kollaborationsmöglichkeiten unsere Arbeitswelt weiterhin verändern werden.

Vorausgesetzt, du hättest genug Geld – würdest du trotzdem arbeiten, und was? Auch wenn ich nicht auf das Geld angewiesen wäre, würde ich arbeiten. Ich mag meine Arbeit und erlebe sie fast immer als Bereicherung. Mein Leben würde also vermutlich nicht sehr viel anders aussehen. Was ich dann aber sicher tun würde: Risikofreudiger meine Zeit in die Entwicklung eigener Projekte investieren.

Danke, Antonia!

Du willst wissen, wie andere Pionierinnen des Neuen Arbeitens diese Fragen beantwortet haben? Hier geht es zu meinem Brainpool.

Lena Marie Glaser, Millenial Workplace Consultant & Speakerin. Meine Vision ist es, den spürbaren Wandel der Arbeitswelt aus Sicht meiner Generation – den Millennials (Generation Y) – mitzugestalten, zu inspirieren und frische Impulse zu setzen. Website eMail Facebook Twitter Instagram

b_i letter #1 – Nicht leben um zu arbeiten, sondern arbeiten um zu leben.

b_i letter daspackhaus wien desk
DasPackhaus Wien

SUBSCRIBE here to get the lovely b_i Letter for your inbox. Every month.

Neues aus der b_i Welt

b_i Artikel: ‚So haben wir das immer schon gemacht.‘ Autorin: Lena Marie Glaser

Wenn Millennials in der Arbeitswelt auf Babyboomer treffen, prallen oft Welten aufeinander. Dieser Artikel zeigt, wie die Gräben in Zukunft überwunden werden können: Mehr

b_i Fragebogen: Wie willst du arbeiten? ‚Herausforderung in der heutigen Arbeitswelt? Wahre Bedeutung zu schaffen anstatt irgendwelchen Zahlen zu dienen.’

Monika Kletzmayr (Evolutionary Catalyst, dwarfs and Giants) über ihr persönliches Verhältnis zur Arbeit: Mehr

b_i Veranstaltungstipps

Schickt mir eure Veranstaltungshinweise an: info@basicallyinnovative.com

Wienerstadtgespräch am 15. März 2018

Die Arbeit der Zukunft – Zwischen digitaler Entgrenzung und neuer Zeitsouveränität. Die deutsche Soziologin Kerstin Jürgens im Gespräch mit Peter Huemer.

MAK Wien, Let’s Talk am 16. März 2018 mit Erwin Wurm

Kunst, Architektur & Design im digitalen Zeitalter. Wie beeinflusst Innovation in digitalen Technologien die eigene Arbeit?

FIFTEEN SECONDS EUROPE 2018 7. – 8. Juni 2018  in Graz, ‚Europe’s leading interdisciplinary business festival‘

b_i Lesetipps

Schickt mir eure Leseempfehlungen an: info@basicallyinnovative.com

The Guardian, The long read ‘Post-work: the radical idea of a world without jobs

Die Zeit, ‘Warum clevere Menschen öfter scheitern

 

Und mehr zur neuen Arbeitswelt gibt es hier: b_i Homepage b_i Facebook

Lena Marie Glaser, Founding Editor

Als Herausgeberin von basicallyinnovative.com geht es mir darum, den aktuellen Wandel der Arbeitswelt als Chance zu begreifen. Wie wollen wir eigentlich arbeiten? Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf Frauen und deren Blick auf die Zukunft der Arbeit (mehr). Schreib mir, wenn du Interesse an einem regelmäßigen Update hast: eMail und folge mir auf Facebook.

So haben wir das immer schon gemacht – Ein Generationenkonflikt?

Collage (c) Lena Marie Glaser, Texte aus Parnass Kunstmagazin 03/16
(c) Lena Marie Glaser, Texte aus Parnass Kunstmagazin 03/16

Wenn Millennials in der Arbeitswelt auf Babyboomer* treffen, prallen oft Welten aufeinander. Unverständnis und Widerstände sind die Folge. Wie Empathie helfen kann, diese Gräben in Zukunft zu überwinden.

Autorin: Lena Marie Glaser

Ja, viele Menschen meiner Generation haben andere Vorstellungen von Arbeit und Leben als ihre Eltern. Wenn Millennials nun mit erfahrenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Unternehmen zusammenarbeiten, fehlt oft das Verständnis füreinander, unterschiedliche Vorstellungen kollidieren, Konflikte entstehen. Empathie wäre gefragt.

Im Gegensatz zu ihren älteren Zeitgenossen sind Millennials in einem anderen gesellschaftlichen Umfeld aufgewachsen. Anders als für Generationen vor uns ist klar, dass sichere Jobs bis zur Pension eher eine Utopie sind. In meinem Artikel ‚Millennials und die Zukunft der Arbeit. Wie wir arbeiten wollen und nicht nur sozial nachhaltige Unternehmen davon profitieren’ betone ich, dass

Menschen meiner Generation zwischen Mitte 20 und Mitte 30 – es gewohnt sind, flexibel zu sein, wir kennen unsere Möglichkeiten, sind zwar keine digital natives, aber doch mit Handys und Internet aufgewachsen. Wir haben studiert, zahlreiche unbezahlte (internationale) Praktika absolviert und jetzt wollen wir einen Job, der neben finanzieller Sicherheit, flexiblen Arbeitszeiten auch Selbstentfaltung und eine sinnvolle Tätigkeit bietet, die zu unserem nachhaltigen Lebensstil passt.

Aber anders als erwartet, ist es nicht unbedingt ein Konflikt zwischen Alt und Jung, zwischen Babyboomern und Millennials. So soll es ja wieder viele junge Menschen geben, für die ein traditionelles Familienleben wichtiger ist als berufliche Selbstverwirklichung. Oder aber engagierte Pensionistinnen, die sich auch im Ruhestand eine erfüllende Aufgabe suchen.

Wir leben in einer polarisierten Gesellschaft, erklärt der Kommunikationswissenschaftler Josef Seethaler, Deputy Director der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Auf der einen Seite all jene, die sich nach Sicherheit, Planbarkeit, festen Strukturen sehnen und von der Haltung ‚Es soll alles so bleiben, wie es war’ geprägt sind. Am anderen Spektrum Menschen, offen für Veränderung, denen Selbstverwirklichung und Partizipation wichtig sind.

Wiener Leadership Night 2018, Looshaus
Wiener Leadership Night 2018, Looshaus

Jede Generation hat einen anderen Zugang zur Arbeit, ist hingegen Ingrid Thür, langjährige Mitarbeiterin und Führungskraft in dem staatsnahen Unternehmen Austro Control überzeugt. Bei der Wiener Leadership Night 2018 im Februar berichtet sie von Konflikten zwischen den Generationen im Arbeitsalltag.

Davon, dass in der täglichen Arbeit erfahrene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, höchst loyal gegenüber ihrem Arbeitgeber und skeptisch gegenüber neuen Entwicklungen auf neue Kolleginnen und Kollegen treffen, die sich nach Work-Life Balance sehnen, neugierig und offen sind für Neues. Für die Führungskultur eine große Herausforderung; die streng hierarchische Führung funktioniert dann nicht mehr. Hauptaufgabe der Führungskräfte muss es daher sein, die Generationen zusammenzubringen, so Thür.

Wie sieht dieser Generationenkonflikt in österreichischen Familienunternehmen aus? Bei der Wiener Leadership Night 2018 im Wiener Looshaus zum Thema Sind Traditionen Innovationskiller für Unternehmen? kann sich Doris Wallner-Bösmüller (Bösmüller Print Management) noch sehr gut daran erinnern, dass ihr die Führung des Familienbetriebes übertragen wurde, aber bei der erfolgreichen Modernisierung zunächst die Unterstützung versagt blieb.

Auch Georg Gaugusch (Wilhelm Jungmann & Neffe) berichtet von großen Widerständen innerhalb der Familie bei der Neuausrichtung des traditionsbewussten Wiener Modeunternehmens. Johannes Hornig, der mit 25 Jahren die Kaffeerösterei Hornig aus Graz von den Eltern übernahm und das Unternehmen zeitgemäß und international aufstellte, wurde zunächst ins kalte Wasser gestoßen und genießt jetzt den großen Stolz der Eltern.

Das eigene Ego steht hier oft im Weg, ist Jeanny Gucher vom Beratungsunternehmen 4dimensions in der anschließenden Diskussion der Wiener Leadership Night überzeugt. So ist der eigene Selbstwert stark damit verbunden, ‚mit dem was immer schon so gemacht wurde’. Es ist eine Frage der Persönlichkeitsentwicklung von erfahrenen Führungskräften, einen neuen Weg zu gehen, ‚pionierhaft zu denken’, so Gucher.

Viel wurde an diesem Abend über die ‚Jungen‘, die Millennials gesprochen, doch war ich in der Minderheit bei dieser Veranstaltung. Für mich wurde klar, dass viele Vorurteile bestehen und etwas fehlt … die Empathie, der Austausch und Dialog.

Audience Engagement Day 2018, ORF
Audience Engagement Day 2018, ORF

Jung trifft auf Alt, Wertekonservative auf Selbstverwirklicherinnen: Auch in der Medienbranche ist das nicht anders. Beim Audience Engagement Day 2018 im ORF begegneten sich etablierte Print-, Radio- und TV-Journalistinnen und Journalisten und (junge) engagierte Online-Redakteurinnen und Redakteure, Medienmacherinnen mit Lust an neuen Wegen und Kulturpessimisten, um über die Zukunft des Journalismus zu diskutieren.

Eines wurde hier besonders deutlich: Im Onlinebereich sind es die motivierten Jungen, die etwas zu sagen haben. Trotz dem Druck nach Reichweite gibt es immer mehr engagierte Frauen, wie Nana Siebert (woman.at) und Lisa Stadler (derstandard.at), die als wichtige Player der österreichischen Medienlandschaft neue Wege gehen – trotz Widerständen.

Grundsätzlich scheint in unserer heutigen (Arbeits)welt etwas Wichtiges zu fehlen: Das Zuhören, das Verstehen wollen, die Empathie und der Austausch außerhalb der eigenen Elite. Und wie die Kommunikationsexpertin Kersten Kloser-Pitcher in unserem Interview treffend bemerkte, ist

‚es an der Zeit, Brücken zu schlagen und sich nicht mehr in elitäre Felder zu retten und von dort zu bewerten. Aufstehen und reden. Muskeltraining im empathischen Zuhören’. 

Wien, Februar 2018

*Millennials … auch Generation Y. Generation, die zwischen 1980-2000 geboren wurde.
Babyboomer … Generation, die zu den Zeiten steigender Geburtenraten nach dem Zweiten Weltkrieg, zwischen 1940-1964 geboren wurde. (Quelle: Wikipedia)

The Founder of b_i  basicallyinnovate.com looshaus wien videos looshaus wien
Lena Marie Glaser, Founder of b_i

Wie sieht eine lebenswerte Zukunft aus? basicallyinnovative.com ist ein virtual space, der den Austausch neuer Ideen ermöglicht. Wir befragen Expertinnen, besuchen Menschen und Organisationen, die neue Wege gehen. Und das aus Sicht meiner Generation – den Millennials. Multimedial und unabhängig. Videos, Interviews, Artikel, Reviews. Interesse über neue Beiträge informiert zu werden? Schreibt mir: lena@basicallyinnovative.com Follow us:  Facebook Twitter Instagram

Traut euch! – Mit Mut den eigenen Weg gehen

Journalistinnenkongress 2018

Der Journalistinnenkongress 2018

Krankenschwester auf der Herzchirurgie bleiben oder doch lieber Journalistin werden? Für Claudia war bald klar: Ich möchte Journalistin sein. Und so rief sie einfach beim ORF an und fragte: Wie werde ich das? Die ernüchternde Antwort: „Dafür brauchen Sie ein Studium, egal welches, Hauptsache Akademikerin“.

Bei ihrer Keynote am Journalistinnenkongress 2018 (JoKo 2018) im Haus der Industrie in Wien erzählte uns die beliebte Moderatorin und renommierte Journalistin Claudia Reiterer, wie sie es geschafft hatte, die vielen Hindernisse auf ihrem Karriereweg zu überwinden.

20 Jahre Jubiläum

Der Journalistinnenkongress feierte sein 20jähriges Jubiläum mit dem Thema „Mut haben“. Ins Leben gerufen von Frau BMin a.D Maria Rauch-Kallat und organisiert vom Club alpha bietet der Kongress jährlich Frauen aus der Medienbranche die Möglichkeit, sich zu vernetzen und von den Erfahrungen erfolgreicher Frauen zu lernen. Und ich war mittendrin.

Neben den Etablierten wie Lisa Totzauer, Lou Lorenz-Dittelbacher, Susanne Schnabl-Wunderlich, Ingrid Thurnher und Cornelia Vospernik (ORF), Nana Siebert und Petra Stuiber (derStandard), Barbara Haas (Wienerin) oder Eva Weissenberger (missing-link) beeindruckten mich besonders die jungen, aufstrebenden Journalistinnen, die neue Wege im Journalismus gehen.

Journalistinnenkongress 2018 Gamperl
Vortrag von Elisabeth Gamperl, Süddeutsche Zeitung

Starke junge Frauen machen Journalismus 4.0

So gab Elisabeth Gamperl von der Süddeutschen Zeitung spannende Einblicke hinter die Kulissen des Mammutprojekts „Paradise Papers“ und Alexandra Stanic von Vice sprach über die Auswirkungen der #metoo-Bewegung auf die Medienbranche. Gemeinsam mit der APA-Finanzjournalistin und Redakteurin des Start-ups Trending Topics, Madlen Stottmeyer reflektierten wir in den Pausen unsere neuen Erfahrungen.

Besonders inspirierte mich der Impuls „Nur Mut – Warum unkonventionelle Entscheidungen zum Erfolg führen“ von Anita Zielina. Die international erfolgreiche Journalistin begann ihre Berufstätigkeit in der Online-Redaktion derStandard.at und baute sich eine internationale Karriere vorbei an ausgetretenen Pfaden (NZZ, Stern) auf. Ihre Karriereentscheidungen waren geprägt von einem Weg außerhalb ihrer „Komfortzone“.

„Machen Sie es, probieren Sie es einfach aus!“

Das riet Anita Zielina den Journalistinnen und Medienmacherinnen. Dabei ist es wichtig, Netzwerke zu knüpfen. Sie zeigte sich davon überzeugt, dass die eigene Leidenschaft und Begeisterung ansteckend sind. Ein persönlicher Wertekompass kann außerdem hilfreich sein: Kann ich hier noch etwas lernen? Fordert es mich? Kann ich in der Rolle und Organisation etwas bewirken? Habe ich die Möglichkeit, Neues zu schaffen und zu gestalten? Arbeite ich in einem Job, der die Welt ein Stück weit verbessert und Menschen gut behandelt?

„Starten Sie doch einfach ein eigenes Medium!“

Zum Abschluss ihrer Rede unterstrich Anita Zielina wie wichtig es ist, eine Führungskraft zu haben, die unterstützt und keine Steine in den Weg legt. Gibt es die nicht, dann „Starten Sie doch einfach ein eigenes Medium!“, so Anita Zielina. „Entrepreneurial Journalism“ heißt das und wurde als Workshop beim Journalistinnenkongress 2018 angeboten. Und ich nahm daran teil.

Die 10 Dinge, die Entrepreneurial Journalism erfolgreich machen

Gemeinsam mit Sahel Zarinfard (Dossier.at) und Lisa Obendorfer (addendum) gab Eva Weissenberger (missing-link.media) persönliche Einblicke, wie es ist, das eigene Medienunternehmen aufzubauen. Ihre Learnings fassten sie so zusammen:

  1. Folge Deiner Leidenschaft.
  2. Schluss mit schüchtern und Werbetrommel rühren.
  3. Finde Deine Zielgruppe.
  4. Babysteps und dann wächst es automatisch.
  5. Perpetual Beta: Ständig am lebenden Produkt arbeiten.
  6. Weg mit Grenzen im Kopf, Deutschland und Schweiz als Markt sehen.
  7. Denke in Produkten.
  8. Baue auf bestehenden Plattformen auf.
  9. Erstelle Business Model Canvas und Mission Statement.
  10. Manchmal gelingt es, manchmal nicht. Dinge passieren nicht über Nacht.
WAS ICH FÜR MICH PERSÖNLICH MITNAHM?

Für mich war der JoKo 2018 ein Tag voller Mut machender Geschichten und inspirierender Momente von und für Frauen. Aber es gab auch den einen Moment, den ich nie vergessen werde… Am Ende des Kongresses präsentierte Eva Weissenberger völlig unerwartet -vor allen anwesenden Journalistinnen-  meine Projekte für basicallyinnovative.com zum Thema Neues Arbeiten. Ein absoluter Höhepunkt.

Alles Liebe, Eure Lena

Lena Marie Glaser
Lena Marie Glaser

Ich möchte Arbeit und Leben neu denken. Meine Artikel, Interviews und Videos zeigen, wie es anders geht. Für eine Welt, in der wir im Mittelpunkt stehen. Interesse an mehr? Click here. Oder schreibt mir: lena@basicallyinnovative.com Follow me:  Facebook Twitter Instagram